*** Spoilerwarnung! ***
Auch dieser echt deprimierende Eastwood-Streifen fuhr zahllose Preise ein: Die 31-jährige Maggie (Hilary Swank bekam hier ihren zweiten „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin) will unbedingt Boxerin werden. Mit ihrer Beharrlichkeit schafft sie es, den alternden Boxtrainer Frankie Dunn (Clint Eastwood, „Oscars“ für Regie und besten Film) zu überreden, sie unter seine Fittiche zu nehmen. Maggie ist nicht nur willensstark, sondern hat auch ein ausgesprochenes Talent, ihre Gegnerinnen schnell auf die Bretter zu schicken. Der Traum von Ruhm und Ehre endet allerdings bitterböse. Eastwood lässt seine Heldin stundenlang (gefühlte Zeit) vom Hals ab gelähmt im Krankenbett leiden, bis er sie erlöst, was ihm Euthanasievorwürfe von amerikanischer Behindertenorganisationen einbrachte. Das quälend lange Ende zermürbt an allen Fronten. Neben dem Zuschauer zerquält sich Trainer Dunn innerlich (soll er Sterbehilfe leisten oder nicht); Boxerin Maggie zerfleischt sich ganz konkret (sie beißt sich die Zunge ab, um zu sterben).
Doch vor diesem trostlosen Ende gibt es erstklassige, mit wunderbaren Licht- und Schatteneffekten gefilmte Trainingsszenen (Kamera: Tom Stern) in der herrlich nostalgischen Boxhalle und kurze, aber drastische Kampfeinlagen im Ring. Die eigenwillig-kauzigen Charaktere, so auch der für seine Rolle des Ex-Boxers Eddie „Iron Scrap“ Dupris mit dem „Oscar“ ausgezeichnete Morgan Freeman, sind ebenso eine Stärke des Films. Jedoch bleibt auch in diesem Drama, wie schon in „Mystic River“, kein versöhnlicher Hoffnungsschimmer am Horizont, allenfalls ein Stück „Zitronenkuchen“.
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