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Test : Sony FX9 in der Praxis - Teil 1: Der beste Autofokus im professionellen Vollformat-Kamerasegment?

von Fr, 3.Januar 2020 | 3 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Brennweitenbereich Autofokus-Performance
Bildfeldabdeckung Autofokus-Performance
Lowlight Autofokus-Performance
Gesichtsregistrierung und Fremdhersteller-Objektive Autofokus-Performance
Fazit Autofokus



Wir haben die neue Vollformat Sony PXW-FX9 ausführlich in der Praxis getestet. In Teil 1 unseres Sony FX9 Tests schauen wir uns vor allem die Autofokus-Performance bei unterschiedlichen Aufnahmebedingungen an: Handgehalten, bei 25 und 50 fps, bei Tageslicht und bei Lowlight und vielem mehr...

Hier uns recht ausführlicher Testclip mit Caro und der Sony FX9. Wir waren diesmal - passend zur Jahreszeit - unter anderem auch auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz unterwegs. Eine gute Gelegenheit, sich die Lowlightfähigkeit der Sony FX9 unter Realbedingungen genauer anzuschauen:




Zusätzlich haben wir auch eine High-Bitrate Version des Clips erstellt. Wir sehen bei den Upload-Versionen kaum Unterschiede - auch nicht bei den 4K Encodings auf YouTube, aber vielleicht gibt es Unterschiede bei den HD-Versionen die YouTube encodiert - wie dem auch sei: Hier jedenfalls auch eine High-Bitrate Version des Clips:




Zum Einsatz kam die Sony FX9 mit dem hauseigenen FE PZ 28-135 mm F4 G OSS Zoom sowie einem komplett neuem ARRI Prototypen Mount Kit - speziell für die FX9 entwickelt – inkl. Side-Brackets – (vielen Dank an dieser Stelle an Sony und ARRI für die perfekte Zusammenarbeit!).

Wir hatten bei unserem ersten Hands-On mit der Sony FX9 ja bereits den aus Sony Alphas bekannten Hybrid-Autofokus zumindest in der Theorie etwas vorgestellt.

Mit zu den spannendsten Fragen zählt bei der Sony FX9 für uns die Autofokusperformance in der Praxis. Und dieses Interesse hat seinen triftigen Grund: Denn je größer die Sensoren und je schneller mit einer Kamera in der Praxis reagiert werden muss (ENG, Doku, etc. ) desto entscheidender wird eine verlässliche Autofokusperformance. Die Kombination „Vollformat und 4K-Aufnahme“ darf durchaus als maximale Herausforderung gesehen werden. Und tatsächlich hat Sony hier mit der FX9 "geliefert" - und dies in mehrfacher Hinsicht.



Brennweitenbereich Autofokus-Performance



Mit seiner durchgängigen F4 und der Vollformat Bildkreisabdeckung dürfte das Sony FE PZ 28-135 mm F4 G OSS Zoom an der FX9 eine der attraktivsten Optionen für all diejenigen werden, die auf schnelle Ausschnittsbestimmung und Autofokus angewiesen sind. Ein guter Autofokus nutzt an einer entsprechend weiten Brennweitenabdeckung allerdings nur etwas, wenn er auch über den gesamten Brennweitenbereich funktioniert.

Guter AF im Weitwinkelbereich ist keine besonders große Kunst - interessant wird es in etwa ab 50mm in den Telebereich hinein. Wir haben daher mit der Sony FX9 bei offener Blende einmal mit 50mm und einmal mit maximalen 135mm im Autofokus inkl. Gesichtserkennung aufgenommen und die Ergebnisse sind beide Male sehr gut. Vor allem die Performance bei 135 mm ist durchaus bemerkenswert.

Wer einen zuverlässigen Autofokus auch bei längeren Brennweiten benötigt, findet zumindest in der hier getesteten Kombination von Sony FX9 und FE PZ 28-135 mm F4 G OSS Vollformat-Zoom ein sehr performantes Setup, das seines gleichen derzeit suchen dürfte. Chapeau an Sony für diese Performance.



Bildfeldabdeckung Autofokus-Performance



Erst in jüngster Zeit gelingt es Kameraherstellern, genügend Autofokus-Sensoren auch an den Bildrändern zu platzieren. Mit seinen 561 AF-Punkten deckt die FX9 94% der Bildbreite ab und dies spürt man auch in der Praxis.

Wir haben Caro einen Zickzackkurs von Bildrand zu Bildrand auf die Kamera zu laufen lassen. Und auch hierbei leistete sich der Autofokus der Sony FX9 kaum größere Patzer.

Insgesamt vermittelt das Autofokussystem der FX9 einen sehr sicheren Eindruck. Ein „Pumpen“ kommt äußerst selten vor. Für uns damit bei Tageslicht das derzeit beste Autofokussystem am Markt.

Womit wir bei der Frage wären: Wie gut ist der AF der Sony FX9 bei Lowlight?



Lowlight Autofokus-Performance



Bei unseren Lowlight-Aufnahmen mit der Sony FX9 haben wir einen ISO-Bereich von 800 - 12.800 ISO abgedeckt. Und bei 12.800 ISO befinden wir uns in Sachen Bildrauschen auch schon im zumutbaren Grenzbereich.

In der von uns getesteten Kombination funktionierte der Hybrid-AF der Sony FX9 bei offener Blende bis zu 4.000 ISO bemerkenswert verlässlich.

Auch die vielen unterschiedlichen Lichtquellen von klassischen Glühlampen über Neonröhre und Scheinwerfer haben den FX9 AF nicht ins Stolpern bringen können.

Selbst bei unserem 12.800 ISO Shot, bei dem sich Caro auf die Kamera zubewegt, hält der AF noch erstaunlich gut mit. Zwar schleichen sich hier jetzt ein paar kleinere AF-Fehler ein aber dass die Sony FX9 hier überhaupt noch fokussiert, ist eine Leistung.



Gesichtsregistrierung und Fremdhersteller-Objektive Autofokus-Performance



Noch einen Schritt weiter in die Zukunft weist Sonys neue Gesichtsregistrierungsfunkion in Verbindung mit dem Autofokus der FX9. Drückt man den Joystickbutton während die Gesichtserkennung auf einen Gesicht aktiv ist, wird das Gesicht bis zum Ausschalten der Kamera gespeichert und bei unterschiedlichen Gesichtern automatisch bei der Fokussierung priorisiert.

Ziemlich gut funktioniert dies, solang das „registrierte“ Gesicht gut zu erkennen bzw. der Kamera zugewandt ist. Fokussiert man jedoch kurz manuell woanders hin und das gespeicherte Gesicht wird unscharf, findet es die Gesichterkennung auch nicht wieder. Erst, wenn sich das Gesicht wieder in der Schärfeebene befindet, kann es auch wieder von der FX9 erkannt und getrackt werden.

Man sollte sich also nicht blind auf die „Gesichtsregistrierung“ verlassen - gerade auch in kritischen, nicht wiederholbaren Situationen - trotzdem recht beeindruckend, was Sony hier vorlegt und sicherlich auch die Zukunft.

Darüber hinaus haben wir auch kurz mal unser sehr geschätztes Sigma ART 18-35 mm f1.8 an der Sony FX9 via Sigma MC-11 Mountkonverter ausprobiert und wollten hier vor allem wissen, wie es in Sachen Bildkreisabdeckung und Autofokus abschneidet.

Wir waren hier ziemlich überrascht. Tatsächlich funktioniert da APS-C Sigma ab ca. 25mm bis 35mm ohne größere Vignettierung an der Vollformat FX9. Wer also das populäre Sigma-Zoom im Portfolio hat und ein lichtstarkes Weitwinkel benötigt, sollte sich die Kombination einmal genauer anschauen.

Zumal der Autofokus der Sony FX9 bemerkenswert gut auch via Sigma MC-11 Adapter funktioniert. Zwar rattert das Sigma-Objektiv hörbar im Autofokusbetrieb vor sich hin – aber die Fokussierleistung ist erstaunlich gut. Auch das Gesichtstracking funktioniert auf vergleichsweise hohem Niveau. Von unserer Seite also ein Tip in Sachen lichtstarkes Weitwinkelzoom – vor allem wenn es bereits zum eigenen Portfolio gehört. (Wir hatten hier das Sigma ART 18-35 mm f1.8 in der EF-Version im Einsatz.)



Fazit Autofokus



Zusammengefasst gebührt der Sony FX9 unserer Einschätzung nach die Krone beim Thema Autofokusfunktion. Kameras wie die Canon C500 MKII folgen zwar zwar mit kurzem Abstand (und haben andere klare Vorteile) aber wer auf der Suche nach dem derzeit besten Vollformat AF-System für Video ist, dürfte bei der Sony FX9 fündig werden.

Soweit der erste Teil unseres Sony FX9 Praxistests zum Thema Autofokus.

Ob sich die Sony FX9 auch in Sachen Hauttöne, Handling, Sensorreadouts u.a. so gut schlägt wie in ihrer „Paradedisziplin“ Autofokus, klären wir demnächst auf slashCAM …

Jetzt machen wir aber auch mal kurz Pause und wünschen erstmal einen entspannten Jahreswechsel.


  

[8 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    11:21 am 29.1.2020
Ja, korrekt, bei der Nikon Z6 ist das derzeit recht gut gelöst. Wenn man sich im AF-Modus befindet und manuell nachkorrigieren möchte, ist man exakt in der Schärfeebene, in...weiterlesen
marty_mc    11:37 am 5.1.2020
Danke für euren Test. Interessant, dass das FE PZ 28-135mm Sony Linse so gut mitspielt. Ich hätt mir ja mal ein update dieses Zoom Objektivs gewünscht. Bislang arbeite ich...weiterlesen
rob    13:02 am 4.1.2020
Hallo miteinander, zumindest theoretisch ist das hier genutzte Objektiv (FE PZ 28-135 mm F4 G OSS ) gut auch auf kurzfristiges manuelles Fokussieren vorbereitet via...weiterlesen
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update am 6.März 2021 - 18:02
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