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Test : Die Panasonic GH6 im ersten Praxistest: Internes 6K 10 Bit ProRes LOG, AF, Zeitlupe, Hauttöne uvm

von Di, 22.Februar 2022 | 10 Seiten (Artikel auf einer Seite)


5.7K ProRes mit Fullsensor Readout – demnächst auch in 4K DCI und HD
Hauttonwiedergabe im LOG-LUT Betrieb
5.7K 10 Bit 50/60p H.265 Fullsensor-Readout
4K/DCI 10 Bit 4:2:2 All- Intra 50/60p mit Fullsensor-Readout
25 MP Sensor
Anamorph 5.8K 30p 10 Bit / 4.4K 60p 10 Bit
Größerer Dynamikumfang Dank Dynamic Range Boost Mode
Suchervergrösserung während der Videoaufnahme
Autofokus-Performance – mit neuer AF-Firmware für ausgewählte Objektive
4-Kanal Audio + Info-Audio Button
Größerer Akku: gute Laufzeiten trotz Lüfter
Timecode In/Out
Max 300 fps Zeitlupe
Neue Monitoraufhängung für optimale Kabelführung
USB-SSD Direct Recording
Tally-Lights vorne und hinten
4K 120p Raw Video Output via Atomos Ninja V+
7.5 Blendenstufen IBIS Kompensation
Duale Cardslots inkl. CFexpress Typ B Slot
Vordere Videoaufnahmetaste
Rec Frame Indikator
Fazit



Wir hatten Gelegenheit zu einem Vorab-Praxistest mit der neuen Panasonic GH6 und haben uns die neue interne ProRes 5.7K Aufnahme angeschaut, die Autofokus-Performance (mit einer Vorab-Objektivfirmware), die Hauttöne im LOG-LUT Betrieb und vieles mehr.

Die Panasonic GH6 hält einige Überraschungen bereit - hier unser Testbericht der Panasonic GH6 inkl. ausführlichem Vergleich der Ausstattung und Funktionen zur GH5. Hat die GH6 erneut das Zeug zum "Arbeitstier" für Filmer zu werden?

Vorab hier unser Testclip mit Caro, den wir „im Sturm“ in Berlin aufgenommen haben und damit schonmal erste Nehmerqualitäten eines Vorserienmodells der Panasonic GH6 erkunden konnten:


Zum Einsatz kam neben der Panasonic GH6 das Leica DG Vario Elmarit 1:2.8-4.0/12-60 mm Asph (mit einer neuen, Vorab-Objektiv-Firmware) und das Leica DG Nocticron 1:1.2 42.5mm Asph. Schnitt und Farbkorrektur erfolgten auf dem MacBook Pro M1 Max unter DaVinci Resolve 17.



5.7K ProRes mit Fullsensor Readout – demnächst auch in 4K DCI und HD



Das wohl eindrucksvollste neue Feature dürfte die ProRes Implementierung der neuen Panasonic GH6 sein. Zum Verkaufsstart wird die GH6 mit einer 5.7K ProRes-Aufnahmefunktion (5728x3024 Pixel mit 23,98, 24, 25, 29,97 und 30p) ausgeliefert.

Wählbar ist hier neben der Systemfrequenz auch das jeweilige ProRes Flavor. Zur Zeit stehen ProRes 422 HQ (1.6 Gbps/ 25p) und ProRes 422 (1.1Gbps) für die interne Aufnahme auf CFexpress Typ B Karte zurVerfügung.

Bereits angekündigt ist jedoch auch ein Firmware-Update mit ProRes 4K DCI sowie HD-Auflösung, was für viele noch praxistauglicher (auch als RAW) als neues, internes High-End Format sein dürfte. Vor allem im Zusammenspiel mit dem erweiterten Dynamikumfang (s. u.), der neuen Varicam .Cube LUT Unterstützung (s.u.) aber vor allem mit den herausragenden LOG-LUT Hauttonergebnissen (s.o.) macht hochwertiges 10 Bit ProRes in unseren Augen durchaus Sinn – auch für all diejenigen, die auf der Suche nach dem optimalen Filmlook bei minimalem Aufwand sind.

Wir hatten bei unseren ersten Aufnahmen mit dem Vorserienmodel der GH6 keine Probleme mit der 5.7K ProRes HQ Aufnahme auf CFexpress Karte. Auf der 4K Timeline unter DaVinci Resolve agiert das 6K V-Log ProRes Material äußerst robust und lädt zu Farbkorrektur-Experimenten ein.

Auch beim 6K ProRes LOG-Material der GH6 zeigt sich erneut: Für 4K-Ausspielungen entpuppt sich 6K als ideale Ausgangsbasis, die sauberes Downscaling auf 4K, nachträgliche Ausschnittskorrektur und natürliche Schärfeanmutung in sich vereint. Hier einmal eine recht beeindruckende Übersicht über die Videoformate der Panasonic GH6, ihre Datenraten, Frameraten, Codecs und Speichermedien:

Mit integriertem ProRes (und externem HDMI-RAW Recording) hat Panasonic in unseren Augen auf jeden Fall eine kluge Wahl für die GH6 getroffen.



Hauttonwiedergabe im LOG-LUT Betrieb



Wenn wir gefragt werden, was uns bei der Panasonic GH6 nach unserem Praxisdreh mit Caro am besten gefallen hat, müssen wir nicht lange überlegen: Ganz klar die Hauttonwiedergabe im LOG-LUT Betrieb.

Mit der GH6 hat Panasonic – unserem ersten Praxistest nach - einen großen Sprung bei der Hauttonwiedergabe gemacht: Eine solch gelungene „Straight-Out-of-Camera“ Hauttonwiedergabe ist uns von keiner anderen aktuellen Panasonic bekannt – zwar hatten wir (abgesehen vom Sturm) mit bedecktem Himmel und damit gleichmäßig, natürlichem Licht auch recht gute Rahmenbedingungen. Trotzdem ist die Hauttonwiedergabe der GH6 bei unserem Testdreh mit Caro auf bemerkenswert hohem Niveau.

Wir können nur spekulieren, ob es an der neuen, erweiterten Varicam-LUT Unterstützung oder am neuen 25MP-Sensor liegt – Fakt ist auf jeden Fall, dass wir ganz selten Kameras bei slashCAM haben, bei denen wir nichts weiter tun müssen, als die offizielle LUT (V-Log to V-709) anzuwenden und die Farben auf Anhieb optimal sitzen.

Wir haben für nahezu alle Shots den manuellem Weißagbleich der GH6 genutzt. Spannend und für viele GH6 User ein interessantes Experimentierfeld dürften auch die offiziellen, kostenlosen VariCam Look-LUTs sein, mit denen die GH6 jetzt kompatibel ist. Uns haben hier vor allem die LoCon (Low Contrast) LUTs des aus über 30 LUTs bestehenden Bundles überzeugt.

Mit der bemerkenswert unkomplizierten Hauttonwiedergabe im LOG-LUT-Betrieb unterstreicht die GH6 ihre Eignung für all jene Szenarien, bei denen schnelle Turnovers gefragt sind. Für uns ein weiterer Fingerzeig in Richtung Event, Reportage etc. bei der GH6.



5.7K 10 Bit 50/60p H.265 Fullsensor-Readout



Die 5.7K Aufnahme steht bei der Panasonic GH6 nicht nur in 25 Bildern (in ProRes und in H.265) sondern auch in 50/60 Bilder pro Sekunde in 10 Bit zur Verfügung. Hierfür nutzt die GH6 im Mov-Container eine H.265 LongGop 10 Bit 4:2:0 Kodierung.

Beide Formate (ProRes und H.265) lassen sich in V-Log angenehm unproblematisch auf der Timeline matchen. Damit stehen zwei hochauflösende 10 Bit 5.7K Optionen zur Verfügung, die sich auch in einem Projekt – je nach fps-Anforderung – gut mischen lassen.



4K/DCI 10 Bit 4:2:2 All- Intra 50/60p mit Fullsensor-Readout



Während die GH5 noch auf internes 4K 10 Bit 4.2.2 All-I mit max. 25p (400 Mbit/s) begrenzt war, bietet die GH6 nun 4K 10 Bit 4:2:2 All Intra bis max. 50/60p (600 Mbit/s), das sich (auch) auf schnelleren SD-Karten wegschreiben lässt.

Bei uns hat eine ältere Panasonic V90 SDXC II Karte problemlos mit dem 4K 10 Bit 4:2:2 All-I 50p Material funktioniert, das die GH6 als schnittfreundliches H.264 im Mov.-Container aufzeichnet.

10 Bit H.265 Komprimierung kommt bei der GH6 bei 5.7K 50/60p sowie beim High Framerate Recording (100-300 fps) zum Einsatz.

Das 4K 10 Bit V-Log All Intra Format stellt neben ProRes das robusteste Format der GH6 dar. Es lässt sich sehr gut farbkorrigieren und zur Not auch pushen, funktioniert auch auf älteren Schnittsystemen und lässt sich mit 600 bzw. 400 Mbit/s auch im SD-Karten-Slot der GH6 aufzeichnen. Für uns auf jeden Fall das professionelle Workhorse-Format der GH6.

Zusätzlich steht bei der GH6 auch eine 800 Mbit/s Version (4K/DCI 10 Bit 4:2:2 All- Intra 50p) zur Verfügung, die dann der CF-Express Karte vorbehalten ist.



25 MP Sensor



Während der Sensor der GH5 noch mit 20 MP Auflösung arbeitete, verfügt der GH6 Sensor jetzt über eine leicht erhöhte Auflösung von 25 MP.

Hiermit sind nun maximal 5.8 K Videos (5.760x4.320 Pixel) für Anamorphoten oder 5.7K Videos (5.728x3.024 Pixel) für sphärische Optiken möglich.



Anamorph 5.8K 30p 10 Bit / 4.4K 60p 10 Bit



Die Unterstützung von anamorphotischen 4:3 Aufnahme-Formaten (inkl. Interner Desequeeze-Option) reicht bei der Panasonic GH Serie schon eine ganze Weile zurück und erfreut sich unter Indies ungebrochener Beliebtheit. Und die GH 6 bildet hier keine Ausnahme.

Zwar stehen (bisher) keine 4:3 Optionen für die ProRes-Aufnahme zur Verfügung doch mit 5.8K 10 Bit 25/30p und 4.4K 10 Bit für max. 50/60p bietet die GH6 ein weites Experimentierfeld für alle an anamorphen Aufnahmen Interessierten. Hier sind wir schon sehr gespant auf erste 5.8K-Aufnahmen mit Vazen, SLR-Magic und Co.



Größerer Dynamikumfang Dank Dynamic Range Boost Mode



Tatsächlich gehört der im Kameramenü zuschaltbare, erweiterte Dynamikumfang der GH6 zu den neuen Sensor-Optionen der Kamera. Panasonic gibt den Zuwachs an Dynamik hierbei mit (mind.) einer vollen Blendenstufe auf 13+ an (GH5 = 12). Im Menüpunkt „Dynamikbereich Anhebung“ lässt sich hierfür jetzt eine Art Dual Gain Funktion mit einer doppelten Belichtung aktivieren, die lt. Panasonic für ein Bild zwei unterschiedliche Belichtungen auswertet.

Dieser erweiterte Dynamikumfang steht bei Aufnahmen bis inkl. 60P zur Verfügung. Wir hatten ihn bei all unseren Aufnahmen unterhalb von 100 fps stets aktiviert.



Zum Dynamikumfang der GH6 stehen bei uns noch ausführlichere Tests an, sobald wir ein Serienmodel der GH6 testen können – doch bei unserem ersten Testdreh mit der GH6 sind uns bei der Aktivierung des Dynamikbereichserweiterung auch ein Paar Sachen aufgefallen: So stellt der Waveform-Monitor der GH6 bei Aktivierung der DR-Funktion mehr Belichtungsspielraum in den Lichtern zur Verfügung.

Darüber hinaus wird der minimal ISO-Bereich bei Aktivierung der Dynamikanhebung auf mind. 2.000 ISO gelockt.

Die Freigabe auf dem Waveform-Monitor der GH6 sieht hierbei recht vielversprechend aus – doch mehr hierzu bei einer ausführlichen Testlabor-Analyse mit dem Serienmodell auf slashCAM.

Und apropos Waveform-Monitor: Dieser lässt sich jetzt in der Größe von sehr klein bis nahezu Fullframe einstellen (mit einem kurzen Touch auf den Waveform auf dem Monitor) - sehr praktisch.



Suchervergrösserung während der Videoaufnahme



Endlich! – Nachdem wir uns in fast jedem Praxistest von Panasonic DSLMs eine Suchervergrösserung während der Aufnahme gewünscht haben, ist es nun soweit:

Die Panasonic GH6 stellt die erste Panasonic DSLM dar, die eine Fokusassist Funktion via Sucher/Monitor-Vergrösserung während der Aufnahme zur Verfügung stellt.

Diese lässt sich sowohl im AF-Betrieb als auch bei der manuellen Fokussierung jederzeit via individueller Buttonbelegung dazuschalten.

Möglich sind hier sowohl Picture in Picture Vergrösserungen als auch Fullframe-Vergrösserungen. Im manuellen Betrieb ist zusätzlich zur Vergrösserung auch Peaking währen der Aufnahme (auch in der Vergrösserung) zuschaltbar.



Autofokus-Performance – mit neuer AF-Firmware für ausgewählte Objektive



Das Thema AF-Performance wird ja bei Panasonic stets recht kontrovers diskutiert. Entsprechend haben wir uns auch etwas ausführlicher bei unserem Praxistest mit dem Thema Autofokus bei der GH6 beschäftigt.

Um es kurz zu machen: Die AF-Performance des kontrastbasierten GH6 Autofokussystem ist aktuell recht stark von dem jeweilig genutzten Objektiv abhängig. Die Performance kann mit der richtigen Kombination gut sein und mit einem ungünstigen Setup eine Herausforderung darstellen.

Für unseren Praxistest waren wir u.a. mit einer noch nicht veröffentlichten neuen Objektiv-Firmware für das aktuelle Leica DG-Vario Elmarit 12-60mm 1:2.8-4.0 unterwegs.

Wie man in unserem Testclip ganz gut sehen kann, funktionierte der Augen/Gesichts-AF hierbei erstaunlich gut. Hilfreich war hier sicherlich auch der Umstand, dass wir bei ausreichend Tageslicht und damit guten Kontrastverhältnissen und mit einer eher gemässigten Schärfentiefe um die f3.8 unterwegs waren.

Das Leica DG-Vario Elmarit 12-60 1:2.8-4.0 funktionierte inkl. der neuen Firmware hier deutlich besser im AF-Betrieb als das ebenfalls uns zur Verfügung stehende Leica DG Nocticron 1:1.2 42.5mm Asph.

Da wir letzteres auch für Close-Ups mit extrem geringer Schärfentiefe offenblendig nutzen wollten, haben wir hier auf manuelle Fokussierung gewechselt (bei der die neue Suchervergrösserung während der Aufnahme inkl. Peaking sehr hilfreich war).

Unterm Strich bedeutet dies für uns: Wer mit minimaler Tiefenschärfe und/oder bei Lowlight/Schwachkontrast Motiven einen überdurchschnittlich zuverlässigen AF benötigt, ist aktuell bei Vollformat-Systemen besser aufgehoben.

Wer hingegen eher an einem Bild mit mehr Bildinformationen (einem größeren Schärfebereich) interessiert ist (Reportage, Interview etc.) der dürfte mit Optiken wie dem Leica 12-60mm gut auch im AF-Betrieb der GH6 zurecht kommen (– immer vorausgesetzt es steht genügend Licht /Kontrast zur Verfügung).

Für Lowlight dürfte die Kombination Suchervergrösserung + Peaking + manuelles Fokussieren für viele M43-User einen hochwillkommenen, neuen Monitoring-Workflow bei der GH6 darstellen.

Persönlich finden wir eine ein gutes Schärfemonitoring während der Aufnahme im manuellen Fokussierbetrieb bei dieser Kameraklasse wichtiger als das letzte Quentchen AF-Performance - aber das hängt natürlich auch von persönlichem Präferenzen und dem Einsatzgebiet der jeweiligen Kamera ab.



4-Kanal Audio + Info-Audio Button



Neben der neuen Fokusassist-Funktion vielleicht eine der wichtigsten „kleinen“ Neuerung bei der Panasonic GH6:Die kräftig gewachsene Tonabteilung: So stehen nun erstmalig für die GH-Serie maximal 4-Audiokanäle optional für die Tonaufzeichnung zur Verfügung.



Die 4 Audiokanäle gestalten sich bei der GH6 wie folgt: 2xXLR (via DMW-XLR1 Adapter), 1x Miniklinke und 1x internes Mikro.

Zusätzlich hat die GH6 die Audiopegelanzeige der S1H erhalten, die zu den besten Audiopegeln im DSLM Bereich zählen, die wir kennen (hervorragend ablesbar und eindeutig beschriftet + gute Farbkodierung + in der Größe einstellbar). Ebenfalls von der S1H hat die GH6 übrigens den sehr guten Status-Info Bildschirm mit allen relevanten Aufnahmeparametern erhalten – hier dürfen sich andere DSLM-Hersteller gerne eine Beispiel nehmen.

Darüber hinaus hat die GH6 einen neuen Button auf der Oberseite erhalten, der einen Audio-Info-Screen aufruft, auf dem auf einen Blick, Gain, Outputs, Realtime Monitoring, Channel Monitoring, Audio-Sampling, Mute, Limiter und Pegel gezeigt und via Touchscreen auch eingestellt werden können. Besser dürfte sich die Audiobedienung an einer DSLM kaum organisieren lassen – womit wir bei der nächsten, hierzu passenden Neuerung der GH6 wären: Timecode In/Out.



Größerer Akku: gute Laufzeiten trotz Lüfter



Mit der GH6 setzt Panasonic auf einen deutlich gesteigerten Akku. Während bei der GH5 noch 1.860 mAh Akkus zum Einsatz kamen, versieht in der GH6 ein 2.200 mAh Akku seinen Dienst.

Wem diese Größe bekannt vorkommt, liegt richtig. Zum Einsatz kommt hier jetzt der bereits aus der Panasonic S5 bekannte Akku mit höherer Ladung.

Doch wie bei der S5 gilt: Wer ältere GH5 Akkus besitzt, kann diese auch in der GH6 nutzen. Zwar kann es hier zu Einschränkungen bei den Aufnahmeformaten und maximalen Fps kommen, doch schön zu sehen, dass Panasonic sich hier um größtmögliche Kompatibilität zur Vorgängerversion und anderen Panasonic-DSLMs bemüht.

Wir haben an der GH6 den aktuellen 2.200 mAh Akku (DMW-BLK22) getestet. Mit 1 Stunde und 40 Minuten im Nonstop 4K 10 Bit-Recording bewahrt die GH6 trotz Lüfter einen ihrer wichtigen USPs: die gute Akkulaufzeit.

Während Vollformatkameras hier häufig bei 60 Minuten landen, unterstreicht die Panasonic GH6 ihren Arbeitspferd-Charakter mit guten 100 Minuten.

Und Apropos Lüfter. Für diesen finde sich diverse Betriebsmodi bei der GH6. Es kann hier zwischen Auto1, Auto2, FAST und Normal gewählt werden.

Wir haben bei unseren (Aufßen)Aufnahmen keine Lüftergeräusche wahrnehmen können. Wer hingegen in warmen, leisen Innenräumen lange Aufnahmen am Stück benötigt, sollte zuvor jedoch checken, welche Lüftereinstellung für das Szenario am besten funktioniert.



Timecode In/Out



Bislang rar bei DSLMs gesät: TC In/Out Optionen. Die Panasonic S1H und die Canon EOS R5 C verfügen darüber und jetzt auch die Panasonic GH6. Mit dem im Standard-Lieferumfang enthaltenen BNC-Konverter Kabel lässt sich auf der Vorderseite der GH6 an der mit einen Metal-Schraubgewinde versehenen Flash-Syncro Buchse ein BNC-Konverter-Kabel anschließen.

Durch das stabile Gewinde ist das Kabel zugentlastet und über ein verbautes Gelenk in alle Richtungen drehbar. Wer mit Multikamera Setups mit der GH6 arbeiten möchte oder im Mehrpersonen-Team für Ton 1xBNC für Timecode rausreichen möchte, hat hier jetzt eine qualitativ hochwertige Lösung.



Max 300 fps Zeitlupe



Alle Zeitlupenfunktionen der Panasonic GH6 stehen in 10 Bit (inkl. LOG) zur Verfügung und zeigten bei unseren Tests den gleichen Bildausschnitt. Ganz gleich, ob man also die maximalen Frameraten für die jeweilige Auflösung nutzt: Bei 5.7K 60 fps, bei 4K 120 fps oder bei HD 300 fps – man muss sich weder über Sensorcrops noch 8 Bit vs 10 Bit oder Log vs Bildprofil Gedanken machen.

Da sich die Shutterfunktion auch auf Winkel bei der GH6 einstellen lässt, erhält man hier eine angenehm unkomplizierte Wechselmöglichkeit zu unterschiedlichen Zeitlupenfunktionen, (die man noch schneller gestalten kann, indem man sich einen VFR-Shortcut auf eine der individuell programmierbaren Tasten legt).



Neue Monitoraufhängung für optimale Kabelführung



Panasonic hat mit der Monitoraufhängung der S1H in unseren Augen die aktuell beste Lösung für die Kabelführung bei drehfertig aufgeriggten DSLMs. Und bei der GH6 eignet sich der HDMI-Anschluß in Standardgröße (inkl. zukünftiger Option für externe RAW-Aufnahme) neben dem USB-C Anschluß (inkl. zukünftigem, externem SSD-Recording) sowie dem Kopfhöreranschluß für jede Menge externe Monitoring-und Aufnahme-Optionen.

Das bedeutet wiederum reichlich Kabel, die an der linken Seite der GH6 nach außen geführt werden und die zuvor bei der GH5 gerne mal mit dem Klapp-LCD kollidierten.

Die GH6 übernimmt hingegen die clever ausklappbare Monitoraufhängung der S1H. Bei unseren Test liess sich damit der Monitor der GH6 problemlos in alle gewünschten Richtungen und Neigungen bewegen – auch mit kompletter Kabelbestückung auf der linken Seite.



USB-SSD Direct Recording



Panasonic ist bekannt dafür, den Funktionsumfang seiner Kameras mit regelmäßigen Fimrwareupdates zu erweitern und auch für die GH6 sind bereits eine Reihe von anstehenden Firmware-Updates angekündigt worden.

Hierzu zählt (unter anderem) auch erstmalig externes USB-C basiertes, direktes SSD-Recording. Wer also die GH6 im Nonstop Dauerbetrieb über Stunden laufen lassen will, kann zukünftig auch SSDs als Speichermedium nutzen, die damit auch das günstigste Massen-Speichermedium für die GH6 darstellen dürften.



Tally-Lights vorne und hinten



Kleines aber feines Detail was die Arbeit im Team deutlich vereinfachen kann: Mit der GH6 finden sich erstmalig Tally-Lichter bei der GH-Serie.

Zwei Lichter hat die GH6 von Panasonic spendiert bekommen: Eins auf der Vorderseite und eins auf der Rückseite.



4K 120p Raw Video Output via Atomos Ninja V+



Zu den ebenfalls bereits angekündigten Funktionserweiterungen via Firmwareupdate zählt die zukünftige externe RAW-Aufnahme via Atomons Ninja V+.

Hier sollen dann bis zu 4K 120p in RAW via HDMI auf dem Atomos Ninja V+ möglich sein.



7.5 Blendenstufen IBIS Kompensation



Die Bildstabilisierung im Zusammenspiel zwischen stabilisiertem Objektiv und Sensorstabilisierung gehört traditionell zu den Paradedisziplinen der GH-Serie.

Hier zeigt sich auch der Vorteil des kleineren Micro Four Third Sensors, der weniger Aufwand bei der internen Stabilisierung benötigt als seine Vollformat-Pendants.

Bei unseren Testdreh mit Caro hatten wir zwar ganz gut mit Orkanböen zu kämpfen, doch trotzdem überzeugte die GH6 mit einer sehr guten Stabilisierungsleistung – gerade auch im Verbund mit dem Leica Lumix Vario Elmarit 1:2.8-4.0 / 12-60 mm, mit dem die maximale, duale Stabilisierung zur Verfügung steht. Stabilisierung bleibt damit eine der Kernkompetenzen der GH6, zumal Panasonic über eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an stabilisierten Lumix G-Objektiven verfügt.



Duale Cardslots inkl. CFexpress Typ B Slot



Ein Novum stellt die Integration eines CFexpress Card Slots bei der Panasonics GH-Serie dar. Damit folgt Panasonic dem Trend bei zwei Cardslots einen für höhere Geschwindigkeiten auszulegen.

Ziemlich clever: Bei der Wahl des unterschiedlichen Aufnahmeformate zeigt die GH6 zu jedem Format an, in welchen Kartenslot (CF-Expres, SD oder beide) es aufgezeichnet werden kann.

Alle 5.7K Mov-Formate können bei der GH6 auch auf SD-Karten aufgezeichnet werden. Bei 4KCine muss lediglich die 10 Bit 4:2:2 50p (800 Mbit/s) Version auf CFexpress aufgezeichnet werden – die 600bit/s Version funktioniert auch auf SD-Karten.

Ausschließlich für CFexpress-Karten reserviert ist bislang die ProRes Aufzeichnung in 5.7K – ob sich das in Zukunft mit den dazukommenden 4K-ProRes Formaten ändern wird, bleibt abzuwarten.

Wie andre GH-Modelle verfügt auch die Panasonic GH6 über unterschiedliche Dual-Slot Funktionen wie paralleles Backup-Recording, Relay- und Foto/Video Split-Aufnahme.



Vordere Videoaufnahmetaste



Ebenfalls neu bei der Panasonic GH6 hinzugekommen ist ein weiterer Rec-Button, wie man ihn von der S1H kennt. Ebenfalls eine kleine aber in der jeweiligen Praxis durchaus effiziente Neuerung.

Schätzen werden dies alle, die entweder mit komplexeren Rigs hantieren oder einfach für Vlogging-/ YouTube Setups einen von vorne zu bedienenden Auslöser benötigen.



Rec Frame Indikator



Und hier noch ein weiteres Detail, das uns bei der GH6 aufgefallen war und das unseres Wissen nach nicht bei der GH5 zur Verfügung steht: Der sog. Rec Frame Indikator.

Zwar auch eher ein keines Detail aber wir schätzen ihn in der Praxis durchaus – vor allem wenn es schnell gehen muss oder bei Aufnahmen, bei denen es viele Parameter im Auge zu behalten gilt:

Der Rec Frame Indikator blendet zusätzlich zum kleinen roten Rec-Punkt am Monitor- und im Sucher einen roten Rahmen bei der Videoaufnahme der GH6 ein.



Fazit



Mit der GH6 stellt Panasonic eine kluge Weiterentwicklung seiner Micro Four Thirds „Workhorse“-Kamera vor. Zu ihren Stärken zählen das neue interne ProRes 6K Recording, die herausragende Hauttonwiedergabe - vor allem im LOG-LUT Betrieb - die professionelle 4-Kanal Tonabteilung, die neue Fokusassist-Funktion (Suchervergrösserung während der Aufnahme), die Zeitlupenfunktionen bis 300 fps, die sehr gute Akkulaufzeit, das Nonstop-Recording, die hervorragende Stabilisierung im Videobetrieb (sowie der vermutlich erweiterte Dynamikumfang).

Hinzu kommt die bewährt robuste Bauweise im Magnesiumgehäuse, das für Panasonic-typische Zuverlässigkeit steht.

Zwar kommt der kontrastbasierte Autofokus der GH6 nicht ganz an die Sicherheit moderner Vollformat- AF-Systeme heran, doch unter optimalen Bedingungen ist der GH6 AF mit der entsprechenden Optik nicht allzu weit davon entfernt. Orgien mit minimalster Schärfentiefe im AF-Betrieb oder Lowlight AF-Aufnahmen sind nicht das Einsatzgebiet des GH Micro Four Third Systems.

Wer hingegen eine optimal auf den mobilen Videobetrieb ausgelegte DSLM mit professionellem Output für die Bereiche Reportage, Reise, Interview, Industriefilm etc. sucht oder als Indiefilmer den Grundbaustein für ein universell einsatzbares, günstiges Indie-System (Speedbooster und Anamorphoten lassen grüssen) sucht, sollte sich die GH6 einmal genauer anschauen.

Für den UVP. von 2.199,- Euro bietet Panasonic mit der GH6 viel Bewegtbild-Kamera für´s Geld. (Preise für Kits ergänzen wir, sobald verfügbar).

Als Early Bird Promotion soll es ein Bundle mit kostenloser Lexar CFexpress 128GB-Karte im Wert von 249€ (UVP) zum Verkaufsstart der Panasonic GH6 (ab März) geben.

Soweit unser erstes Hands-On mit dem Vorserienmodell der Panasonic GH6 auf slashCAM - mehr hierzu, sobald wir ein Serienmodell der Panasonic GH6 zum Test in der Redaktion haben.


  

[228 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
roki100    07:47 am 10.4.2022
Bei der G9 gibt es "Pre Burst" Modus, was sehr nützlich für Fotos ist, aber auch 5K Video ermöglicht. Bei der GH6 fehlt "Pre Burst"? Die GH6 ist zwar mehr für Video...weiterlesen
roki100    06:20 am 10.4.2022
Ja, 5-GHz-WLAN ist bei Panasonic Kameras in einigen Ländern deaktiviert. Hat etwas mit DFS zu tun, finde ich aber Blödsinn... Ich finde Hersteller wie Panasonic sollte schon die...weiterlesen
Darth Schneider    05:59 am 10.4.2022
EU Version ? Was ist da denn heute noch anders ? Wenn ein Russe die Gh6 in die Hand nimmt gibt es kameraintern heftige Sanktionen…? Gruss Boris
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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update am 15.August 2022 - 18:02
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