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Test : CS5 Files, Teil 4 – After Effects – Multicore und RAM

von Mi, 27.Oktober 2010 | 2 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Können vs. machen
  Weniger ist mehr
  Unser bisheriges Fazit:

Wer bei der CS5 auf Neuerungen in After Effects gewartet hat, war vielleicht auf den ersten Blick etwas enttäuscht. Einen richtigen Funktions-Knaller findet man nach fast zwei Jahren Update Zeit nämlich kaum. Am ehesten könnte man noch den Roto-Brush als Killer-Feature bezeichnen, dem wir uns jedoch ein andermal näher widmen werden. Die allergrößte Neuerung steckt dagegen wirklich in der 64-Bit Anpassung der Applikation. Denn im Gegensatz zu Premiere kann After Effects tatsächlich mit den Vorteilen der 64 BitBit im Glossar erklärt Umgebung wirklich etwas anfangen.

Während Toms Hardware Page vor Erscheinen der Suite vermeldete, dass After Effects nun bei ihnen ca. zwanzigmal schneller geworden sei, können wir aus unserer Erfahrung leider nicht von derartigen Geschwindigkeitssteigerungen berichten.
Dennoch hat sich gerade im Bereich Multi-Core-Unterstützung einiges getan. So kann die neue Version jetzt vorhandene Prozessorkerne tatsächlich viel besser ausnutzen und sogar die virtuellen Kerne von Intels Hyperthreading-Technologie erstmals korrekt einbinden.




Können vs. machen



Die Betonung liegt dabei jedoch leider auf „können“. Denn der Teufel steckt bei der neuen Version in der manuellen Zuweisung von Speicher- und Prozessor-Ressourcen, die After Effects eben nicht automatisch vornimmt. So haben wir viel Zeit damit verbracht zu untersuchen, welche Parameter das System beim RendernRendern im Glossar erklärt beschleunigen. Mit dem Ergebnis, dass man hierzu schlichtweg keine pauschale Aussage treffen kann. Es gibt Projekte, bei denen viele Spuren auf den selben Content zugreifen müssen, andere haben viele einzelne Clips, manche Projekte brauchen wenig Speicher aber viel Prozessor-Leistung, wieder andere brauchen primär Hauptspeicher-Zugriff. Und je nach Projekt und Content haben sehr unterschiedliche Multiprozessor-Einstellungen zum schnellsten Renderergebnis geführt.

Vielleicht sollten wir hierzu noch etwas ausholen. In den Multiprozessor-Einstellungen kann der Anwender einstellen, wie viel RAM After Effects für andere Prozesse im System übrig lassen soll (1). Dazu kann er in Grenzen bestimmen, wie viele Prozessorkerne er benutzen will und wie viel RAM jeder zusätzliche Rechenkern (egal ob echt oder virtuell) nutzen darf (2).



Und das macht die Sache wilder, als es auf den ersten Blick scheint. Denn neben diesem RAM für die einzelnen Kerne verfügt After Effects nach wie vor über einen globalen RAM-Cache für Preview-Bilder. Manuell kann man den RAM-Cache allerdings in der neuen Version nicht mehr begrenzen. Und wenn sich dieser einmal gefüllt hat (was dank 64 Bit-Unterstützung erst viel später, als bei der CS4 passiert), verlieren die zusätzlichen Cores langsam ihren zugewiesenen Speicherplatz. Der RAM-Cache entzieht dann sozusagen Echtzeit-Leistung, besonders wenn zu viele Cores im Spiel sind.

Adobe selbst empfiehlt übrigens als Richtwert für eine sinnvolle Multiprozessor-Nutzung 1 GB RAM pro Prozess(or), solange es sich um ein SD(!!)-Projekt handelt. Bei HD-Projekten gibt Adobe 2GB als Untergrenze an, wenn es etwas anspruchsvoller ist, dürfen es unserer Erfahrung nach aber auch gerne 3GB sein. Tatsächlich fiel uns bei After Effects CS5 auf, dass eine Einschränkung der benutzen Kerne bei wenig RAM die Renderzeiten meistens deutlich beschleunigt. Adobe formuliert das selbst sogar unter anderem hier.
Zitat, für alle die gleich hier weiterlesen wollen: „For an 8-core computer system, the optimum number of processors may be 4 for some compositions, 6 for others....“. Oder einfach formuliert: In den meisten Fällen arbeitet After Effects mit vier oder sechs Kernen schneller, als mit acht. Nach unseren Beobachtungen „schaden“ die zusätzlichen Kerne mit ansteigender Komplexität. Hier gilt die paradoxe Erkenntnis: „Je komplexer ein After Effects Projekt, desto weniger Kerne beschleunigen die Arbeit“.

Man sieht beim täglichen Arbeiten übrigens schön, wie bei größeren Projekten After Effects mit vollem RAM-Cache immer langsamer wird. So ist bei kurzen Benchmarks der Rechner meistens noch schön schnell, unser relativ harmloser slashCAM-Benchmark zeigt jedoch schon auf 8 GB-Systemen gegen Ende hin deutliche „Entzugserscheinungen“ bei den einzelnen Prozessor-Threads.

An diesem Knick hätte After Effects gerne noch mehr Speicher angefordert, wird jedoch bei der Speicherzuteilung gebremst.



Dies gilt natürlich nur, solange der Hauptspeicher der Flaschenhals ist. Nimmt man jedoch an, dass 3GB pro Kern bei etwas komplexeren Projekten durchaus nötig sind, braucht man schon für einen Quad-Core mindestens 12 GB RAM, um hier nicht durch Speicher ausgebremst zu werden. Da zusätzliche Hyper-Threading Kerne (wie eben echte auch) separaten Speicher zur optimalen Auslastung benötigen, dürften diese erst bei 24 GB RAM auf einem Quad-Core mit Hyperthreading zu Höchstform auflaufen.


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[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
freezer    12:45 am 29.10.2010
Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen noch unter CS4. Ich habe ein Vista64 und ein OSX10.6 System, beide mit 8 GB Ram und Quadcore, beides mit AFX CS4. Ich muss den...weiterlesen
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