Test  Sony FX6, Rotolight Neo III, Sony UWP D-21 u.a. in der Interviewpraxis

Sony FX6, Rotolight Neo III, Sony UWP D-21 u.a. in der Interviewpraxis

Veranstaltungen wie die NAB in Las Vegas oder die IBC in Amsterdam nutzen wir in der slashCAM Redaktion gerne, um Kameras und Zubehör in der Solo-Shooter-Praxis bei Interviews vor Ort zu testen. Diesmal hatten wir u.a. die Sony FX6, das neue Rotolight Neo III, die Sony Funkstrecke UWP D-21, die GH6, das Sachtler Flowtech75 und den Sennheiser HD 25 dabei.

// 08:54 Sa, 8. Okt 2022von

Veranstaltungen wie die NAB in Las Vegas oder die IBC in Amsterdam nutzen wir in der slashCAM Redaktion gerne, um Kameras und Zubehör in der Solo-Shooter-Praxis bei Interviews vor Ort zu testen. Diesmal hatten wir u.a. die Sony FX6, das neue Rotolight Neo III, die Sony Funkstrecke UWP D-21 inkl. MI-Adapter, die GH6 als Backup, das Sachtler Flowtech75 und unseren altgedienten Sennheiser HD 25 dabei.




Sony FX6

Die Sony FX6 hatten wir diesmal im Rahmen einer Cloud-Promotion für Sony als unsere Hauptinterviewkamera auf der IBC 2022 dabei.



Sony FX6, 28-135MM/4.0 G OSS, Rotolight Neo 3, Atomos Shinobi und Sennheiser HD 25 auf der IBC 2022
Sony FX6, 28-135MM/4.0 G OSS, Rotolight Neo 3, Atomos Shinobi und Sennheiser HD 25 auf der IBC 2022


Kurz vorab etwas Hintergrundsinfo zur unseren Messeclips: Die Video-Interviews von der Messe sind auf slashCAM vor allem als Bewegtbild-Ergänzung für unsere Text- und Foto-basierte Berichterstattung gedacht. Entsprechend halten wir den Aufwand hier eher schmal und produzieren unsere Messeclips im Solo-Shooter Setup. Das bedeutet, dass Kamera-Operator, Interviewer und Editor in Personalunion vereint sind. Unser Equipment muss also besonders mobil, einfach und zuverlässig im Solo Betrieb funktionieren. Darüber hinaus muss es robust genug sein, um Reise und Messe klaglos zu überstehen.



Da in den letzten Jahren hierbei vor allem kompakte DSLMs wie die Panasonic GH5/GH6, Canon EOS R5C, Sony A7S etc. zum Einsatz kamen, hatten wir dieses Mal mit der Sony FX6 eine willkommene Abwechslung dabei und konnten in Bezug auf unsere DSLM-Erfahrung hier auch den einen oder anderen Vergleich zur nächsthöheren Kameraklasse ziehen, wie sie die Sony FX6 (oder Canon EOS C70) darstellen.



Die vielleicht wichtigsten Unterschiede (und klaren Vorteile) der FX6-“Klasse“ stellten für unseren Zusammenhang die deutlich längere Akkulaufzeit sowie die integrierte Audiolösung (via MI-Shoe bzw. integriertem XLR) dar.



Mit dem von uns genutzten Sony BP-U70 Akku zeigte uns die FX6 voll geladen 400 Minuten 4K XAVC 25p Aufnahmezeit (inkl. Proxy-Recording) an. Mit DSLMs müssen wir - je nach Modell – mit ca. 3-4 Akkus für einen durchschnittlichen Messetag bei 3-4 Interviews rechnen. Bei der FX6 mit BP-U70 Akku hatten wir am Abend nach unseren Interviews meist noch über 60 Minuten Aufnahmereserve: Ein durchaus beruhigender Sicherheitspuffer ...



 Sony FX6 mit BP-U70 Akku für viele Stunden Aufnahmezeit
Sony FX6 mit BP-U70 Akku für viele Stunden Aufnahmezeit


Auch gewichtstechnisch ist die 1-Akku-Variante durchaus konkurrenzfähig zu DSLMs. Gleicht man die Wattstunden der grösseren Akkus mit mehreren, kleineren DSLM-Akkus aus, landet man – je nach Akku - auch beim Gewicht im annähernd gleichen Bereich (Sony BP-Z70 = 450g). Hinzu kommt, dass wir das Preppen des größeren Akkus als deutlich einfacher empfanden, weil hier nur ein Akku pro Messetag geladen werden muss.





Ebenfalls gut gefallen hat uns im Praxisbetrieb der FX6 die Gesichtserkennung im Verbund mit dem verlässlichen Autofokus. Bei statischen Interviews empfinden wir zwar einen guten AF nicht unbedingt als Must-Have-Funktion. Doch gerade als Solo-Shooter entlastet ein zuverlässiger Eye-AF das Kamerahandling spürbar und man kann sich mehr auf andere Dinge wie Interviewführung, Framing, Audio etc. konzentrieren.



Der Autofokus mit aktivierter Gesichts/Augen-Erkennung hat bei der FX6 gewohnt zuverlässig – selbst mit dem massiven Sony 28-135MM/4.0 G OSS Zoomobjektiv - funktioniert. Gut gefallen hat uns hierbei auch der recht leise Betrieb der Sony-Optik und die elektronische Zoomfunktion sowie die drei separaten Ringe für Fokus, Blende und Zoom.



Sony FX6 und 28-135MM/4.0 G OSS
Sony FX6 und 28-135MM/4.0 G OSS


Als Manko empfanden wir beim 28-135MM/4.0 G OSS, dass manuelle Fokus-Overrides nicht fließend während der AF-Aufnahme möglich waren. Zwar lässt sich mit dem Zoom Dank „Clutch“-Mechanismus schnell zwischen AF und MF wechseln – doch hierbei bliebt die Schärfe der letzten AF-Einstellung nicht erhalten. Für kontinuierliche Wechsel zwischen AF und MF sind hier DSLM-Objektive besser geeignet.



Als Herausforderung bei der FX6 empfanden wir bei unterschiedlichen Gelegenheiten den Vollformatsensor mit seinem geringen Schärfentiefenbereich. Für Doku-Produktionen unter Available Light Bedinungen oder für den speziellen Vollformat-Look sehen wir klar die Vorteile von Vollformat – doch für unseren eher News-lastigen Zusammenhang mussten wir die Blende immer wieder stärker schließen, um Interviewpartner und zugehöriges Produkt noch ausreichend in der Schärfe zu haben. Unsere erste Wahl wären für diesen Zusammenhang daher eher kleinere Sensoren im APS-C oder M43 Format, die unkompliziert größere Schärfentiefe zur Verfügung stellen.



Und auch Sony scheint die Vorteile, die kleinere Sensoren mitbringen neu schätzen zu lernen, denn soeben wurde mit der FX30 die erste Sony „Cine-Kamera“ mit APS-C/S35 Sensor vorgestellt die wir hier vorab bereits testen konnten. Für uns auf jeden Fall eine spannende Option für entsprechende „Low-Fi“-Anwendungen wie in diesem Messe-Zusammenhang.



Als Aufnahmeformate kamen bei uns 4K XAVC-Intra sowie HD-Proxies mit H.264 zum Einsatz. Unser Standard-Gamma bei der Arbeit mit Sony-Kameras - wenn nicht S-Log genutzt wird - stellt seit einiger Zeit S-Cinetone dar, das wir klar den REC709 Sony-Gammas vorziehen. Entsprechend haben wir bei unserem FX6-Einsatz auf der IBC S-Cinetone für alle Interviews ohne nachträgliche Farbkorrektur mit guten Resultaten bei der Hauttonwiedergabe genutzt.



Sony FX6 Setup auf der IBC 2022
Sony FX6 Setup auf der IBC 2022


Gewichtstechnisch lagen wir bei unserem drehfertigen Setup, bestehend aus FX6 inkl. BP-Z70 Akku, 28-135MM/4.0 G OSS Opitk, Rotolight Neo 3 inkl. NPF 750 Akku sowie Sony UWP D-21 Funkstrecke bei ca. 5 kg.






Leserkommentare // Neueste
Bilderbeweger  //  14:56 am 10.10.2022
Ich habe auch die Kamera/Objektivkombination und liebe sie für schnelle Einsätze und auch sonst. Das "Problem", dass beim umschalten von Autofokus auf Manuellfokus nicht die...weiterlesen
pillepalle  //  14:54 am 8.10.2022
Aber selbst bei gleicher Belegung bedeutet das noch nicht das die Miniklinke auch richtig funktioniert :) Hatte früher die Tascam DR10 Minirecorder verwendet an denen keine DPA...weiterlesen
rush  //  14:35 am 8.10.2022
Das es verschiedene Anschlüsse gibt ist Murks - aber kennt man in der Tat. Aber das ist hier ja nicht unbedingt vergleichbar - aber Du hast schon Recht bzw wir sprechen da...weiterlesen
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