Logo
///  >

Editorials : RAW Wars - ProRes RAW gegen CinemaDNG

von Mi, 18.April 2018 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Neuer Anlauf für RAW-Standard?
  Breite Unterstützung?
  ProRes RAW und DaVinci Resolve
  Die Gründe dagegen...
  Die Gründe dafür...
  Was wird passieren?
  Fazit

Auf den ersten Blick wirkt die Idee so einfach wie überzeugend: Ein universelles, komprimiertes RAW-Format -das alle Kamerahersteller nutzen können- soll in Zukunft dafür sorgen, dass der Import und die Verarbeitung in Schnittprogrammen, Compositing-Systemen und Grading-Suiten genau so einfach wird wie H.264 oder ProRes.



Neuer Anlauf für RAW-Standard?



Die Idee ist allerdings keineswegs neu. Bereits Cineform RAW und Adobes Cinema DNG (CDNG) sind vor Jahren mit dem Anspruch angetreten einen systemübergreifenden RAW-Standard für Videografie zu schaffen. Doch Adobe ließ den selbst geschaffenen Standard schnell wieder fallen und hat bis heute keine überzeugende CDNG-Integration in Premiere oder After Effects zu bieten. Cineform fand dagegen keinen relevanten Kamerahersteller, der das universelle CineformRAW-Format nutzen wollte. Nicht einmal GoPro (Inhaber von Cineform) integrierte das Format in eigenen Kameras. Dabei war Cineform RAW sogar mit seiner bewährten Wavelet Technologie dem anerkannt guten REDCODE RAW sehr ähnlich.

Blackmagic nahm sich mit den eigenen Kameras dem offenen CNDG Standard an und erweiterte ihn um einige Kompressions-Optionen. Gerade die "visual lossless" Modi mit 3:1 und 4:1 Kompression sorgen für einen guten Kompromiss zwischen RAW-Datenrate und nahezu kompromissloser RAW-Qualität. So kann man hiermit bei 4K-Formaten Datenraten um die 100 MB/s erreichen. Was sich auf sehr ähnlichem Niveau bewegt wie Apples neues ProRes RAW.

Doch hier hört die Vergleichbarkeit der beiden Formate schon nahezu auf. Denn CDNG ist offen lizenzierbar, ProRes scheint hingegen recht "verschlossen". CDNG sind Einzelbild-Sequenzen in Ordnern inkl. WAV-Dateien und Metadaten. Bei ProRES RAW werden alle anfallenden Daten in einem einzigen File verpackt. Beide Methoden haben dabei entsprechende Vor- und Nachteile.



Breite Unterstützung?



Doch wichtiger als die Frage, ob man nun lieber Ordner oder Clips verschiebt ist die grundsätzliche Frage der Unterstützung, und hier wird es nun spannend. Denn aktuell lässt sich ProRes RAW nur auf dem Mac mit Apples eigenen Applikationen importieren und bearbeiten. Dabei stehen unter FinalCut Pro X nicht einmal alle Optionen offen, die für viele Anwender bei RAW Bearbeitung besonders wichtig sind. Noch(?) sind die möglichen Eingriffe in das Debayering unter Final Cut Pro X noch bei weitem nicht so ausgefallen wie beim Import von REDCODE oder ARRI RAW. Doch genau diese Optionen der nachträglichen "Entwicklung der Sensordaten" lassen viele Anwender bewusst zu RAW greifen. Und meistens deswegen auch andere Programme als Final Cut Pro X nutzen.

Da es keinerlei offizielle Aussage dazu gibt, unter welchen Bedingungen Apple ProRes an andere Hersteller lizenziert, lässt sich momentan überhaupt nicht abschätzen, wer in naher Zukunft überhaupt ProRes RAW unterstützen wird. Es ist naheliegend, dass Apple das neue Format eher freizügig an Kamera-Hersteller lizenzieren wird. Es ist auch anzunehmen, dass Atomos als Co-Entwickler zumindestens eine längere Sperrfrist für externe Recorder vereinbart hat, bevor andere Recoder-Hersteller das neue Format nutzen dürfen.

Bei den Video Applikationen fällt eine Einschätzung besonders schwer. Denn einerseits war Apple in der Vergangenheit eher darauf bedacht, die ProRes Unterstützung unter Windows klein zu halten. Damit sollte (und konnte auch eine Weile) ProRes seinen wahren Performance-Glanz nur unter macOS ausspielen.

Auf der anderen Seite ist es fast nicht vorstellbar, wie sich ein neues RAW-Format durchsetzen soll, das unter Windows und Linux nur halbgar bis gar nicht unterstützt wird.

ProRes RAW und DaVinci Resolve / Die Gründe dagegen... / Die Gründe dafür...


3 Seiten:
Einleitung / Neuer Anlauf für RAW-Standard? / Breite Unterstützung?
ProRes RAW und DaVinci Resolve / Die Gründe dagegen... / Die Gründe dafür...
Was wird passieren? / Fazit
  

[109 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
motiongroup    11:44 am 28.4.2018
Das war ja die Frage Herr Dr. Warum haben sie den nicht schon lange diese Funktion wie es in Raw gehandhabt wird als Option in allen anderen Codecs implementiert.. bspw h264 oder...weiterlesen
WoWu    01:53 am 27.4.2018
@Boris Du kannst bei RAW etwa 1,2 reduzieren, ohne dass es dem Signal schadet, weil selbst RAW Redundanzen beinhaltet. Reduzierst Du mehr, dann sprechen alle von Visuell lossless,...weiterlesen
Darth Schneider    20:02 am 26.4.2018
An Frank. Filme gibt es seit über hundert Jahren, also sind 10 Jahre schon nicht so viel, vor 20 oder 30 Jahren sind wir noch mit VHS, Hi 8, Mini Dv, M2 und Betacam sp Kameras...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Artikel zum selben Thema:

Tips: Panasonic S1H und ProRes Raw: Metadaten-Felder wie ISO, Belichtung, WB ... in FCPX anzeigen Do, 12.November 2020
Test: ProRes RAW vs Nikon N-Log Hauttöne im Vergleich - Nikon Z6 und Atomos Ninja V in der Praxis Di, 25.Februar 2020
Werbung: 12 Bit ProRes RAW mit der Nikon Z 6 / Z 7 und Atomos Ninja V -- High-End Filmmaking mit kleinem Budget Di, 19.November 2019
News: RAW WARS - Wachsende ProRes RAW Unterstützung, aber noch kein Durchbruch // NAB 2019 Di, 9.April 2019
Praxistest: ProRes RAW: EVA1 u. Shogun Inferno (inkl. Vergleich zu Canon C200 und Ursa Mini 4.6K) Fr, 11.Mai 2018
Kurztest: Erster Apple ProRes RAW Shoot: Panasonic EVA1, Shogun Inferno und Final Cut Pro X 10.4.1 Mo, 16.April 2018

Weitere Artikel:


Editorials: Vollformat / LF - Seid ihr alle da? Fr, 27.September 2019
Spätestens seit dieser IBC will und kann (fast) jeder Hersteller in den Markt der Vollformat-Video Produktion vorstoßen. Doch nicht jeder Large Format Ansatz verspricht das große Kino...
Editorials: Das Signalprozessor-Dilemma und die Zukunft der Cine-Kameras (FPGA vs. ASIC) Do, 8.August 2019
Die Signalverarbeitung in Kameras kann auf ASICs oder FPGAs basieren. Wie sich dies grundsätzlich unterscheidet und was das speziell für die Zukunft von Cine-Kameras bedeutet, erklären wir hier.
Editorials: DSLR-Video-Revolution - MK II? Tschüss 8 Bit! - Hallo Compressed RAW! Mi, 25.April 2018
Steht die MKII der Video-DSLR-Revolution an? Die GH5 hat bereits die Schleusen Richtung internes 10 Bit Recording geöffnet. Jetzt definiert die Blackmagic Pocket Cinema Kamera einen neuen Preispunkt für Compressed RAW im DSLR/DSLM-Segment und ProRes RAW hat zumindest das Potential viele DSLRs/DSLMs auf ein völlig neues Leistungsniveau zu heben - von HDR ganz zu schweigen. Und plötzlich sieht internes 8 Bit ziemlich alt aus …
Editorials: Die fetten Prime-Jahre sind vorbei Mi, 11.April 2018
Die letzten Jahre füllte sich der Markt der Cine Prime Optiken mit unnatürlich vielen Neueinsteigern. Doch wo kommt plötzlich das Optik Know-How her? Und wer soll all die neuen Optiken kaufen?
Editorials: Drehfertig unter 10.000 Euro: Blackmagic URSA Mini Pro, Canon C200 und Panasonic AU-EVA1 Do, 22.Juni 2017


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 4.Dezember 2020 - 10:51
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*