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Test : Sony PXW-FS7 4K S35mm Camcorder – die neue Referenz? Teil2

von Mi, 4.März 2015 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Einleitung
 Cine EI, SLOG 3 und Custom Setup - Sony FS7

Sony gibt den Dynamikumfang der Sony PXW-FS7 mit stattlichen 14 Stufen an. Maßgeblich hierfür verantwortlich zeichnet das SLOG-3 Gamma-Profil, das auch bei unseren Aufnahmen beeindruckende DR-Fähigkeiten zeigt. Im diesem zweiten Teil unseres FS7-Tests geht es folgerichtig um Slog-3 und CINE-EI, Testlaborergebnisse, Realaufnahmen im Vergleich (inkl. 24-135mm F4.0 Zoom Optik (SELP28135G)) sowie um unser Fazit.

Sony PXW-FS7 breit ausgelegte Einsatzgebiete





Cine EI, SLOG 3 und Custom Setup - Sony FS7



Mit dem Sensor der Sony F5 hat die Sony FS7 auch das grundlegende Bedienkonzept der größeren S35-Cams von Sony geerbt und dies bedeutet neben vielen Parallelen in der Menüführung auch die beiden grundlegend verschiedenen Betriebs-Modi „Custom“ und „Cine-EI“, die sich im Menüpunkt „Shooting Mode“ im Menü System / Base Setting befinden (oder über das User-Profil als Shortcut aufgerufen werden können).

Cine EI mit native ISO 2000 und eingeschränkten WB-Presets



Für diejenigen, die noch nicht so sehr mit der Sony Nomenklatura vertraut sind, sei etwas simplifiziert gesagt, dass der „Custom“-Modus die freie Einstellung aller Kameraparameter erlaubt, wie man sie von anderen Camcordern her kennt (inkl. allen Gammawerten, manueller Weissabgleich, ISOs, Farbmatrix, u.v.m.) und „Cine EI“ hingegen die Kamera vom Verständnis her in eine Art RAW-Betriebsumgebung schaltet (wobei die SLOG Profile hier für „RAW“ stehen), um so viele Bildinformationen wie möglich aufzunehmen. Entsprechend haben andere ISO-Einstellungen im Cine-EI Modus keine Auswirkung mehr – die Sony FS7 arbeitet bei CINE-EI immer nativ in 2000 ISO - auch lässt sich an der Farbmatrix nichts verstellen – ebensowenig wie andere Weissabgleicheinstellungen als die fix hinterlegten 3200K, 4300K und 5500K (leider).

Die fehlenden manuellen Weissabgleichmöglichkeiten im Cine EI Betrieb der Sony FS7 haben quasi „historische“ Gründe: Die Cine EI Einstellungen hat die Sony PXW FS7 von ihren größeren Schwestern F5 und F55 geerbt. Hier war Cine EI zunächst ausschließlich für den RAW-Betrieb vorgesehen (wo es auch am meisten Sinn macht) – wanderte dann mit der Zeit jedoch auch in Nicht-RAW-Formate - sprich: XAVC hinein.

SGamut.3cine/SLog3 Farbraum im Menü der Sony PXW FS7



Trotzdem würden wir uns hier eine wie auch immer geartete manuelle Weissabgleichslösung wünschen (und sei es eine numerische Kelvineingabe) - denn zum einen ist SLOG eben doch kein RAW und zum anderen lässt sich die Postproduktionszeit noch einmal verkürzen, wenn auch das SLOG-Material mit einem genaueren Weissabgleich an den Start gebracht wird. Und da wir gerade mitten im Thema Gamma-Profile und Farbräume sind hier ein Mini-Exkurs in Sachen Farbraum:



Die Sony PXW FS7 hält diverse Farbräume zur Verfügung: S-Gamut/S-Gamut3, S-Gamut3.Cine, Rec 709 etc. Wie man der Farbraumgrafik entnehmen kann, stellt S-Gamut/S-Gamut3 den größten Farbraum auf der FS7 zur Verfügung - unterhalb des gigantischen 16 Bit Academy Color Encoding System (ACES). S-Gamut/S-Gamut3 ist nahe am nativen Farbraum der Kamera und wird für ACES-Anwedungen, ITU-R BT.2020 und für Archivierungszwecke empfohlen. Letzteres dürfte derzeit der sinnvollste Gebrauch sein, (zumal Rec 2020 fähige Displays und entsprechende Workflows noch ein wenig auf sich warten lassen).

S-Gamut3.Cine hingegen ist mit Hinblick auf das Farbverhalten von Filmnegativ-Scans entworfen worden und skaliert gut hin zu P3 und Rec 709. S-Gamut3.Cine bietet für eine Ausspielung nach P3 bewußt genügend Overhead für Korrekturen an und verhält sich unkomplizierter in der Farbkorrektur als S-Gamut. Wir werden dem Thema Farbräume demnächst mal einen eigenen Text widmen. An dieser Stelle müssen wir leider etwas abkürzen und empfehlen für SLOG-3 Aufnahmen für die derzeit gebräuchlichsten Anwendungen den S-Gamut3.Cine Farbraum zu nutzen.

Für all diejenigen, die von der DSLR-Bedienung her kommen (und das dürften bei der Sony FS7 derzeit einige sein), kann die Beurteilung der korrekten Belichtung von SLOG-Aufnahmen im Sucher durchaus kniffelig sein, vor allem wenn die gewohnten Belichtungshilfen Zebra, Histogram etc. auf Gammakurven von Log-Profilen angewandt werden, mit denen man bislang noch nicht so viel zu tun hatte, wie bsp. SLOG-3.

Sony PXW-FS7



Entsprechende Lookup Tables, die in der Sony PXW-FS7 bereits integriert sind, bieten hierfür einen guten Kompromiss an. Allerdings muss man bei der Belichtungsmessung hierbei aufpassen. Die Zebras und das Histogram der Sony FS7 messen bei aktivierten LUTs die Helligkeitsverteilung des jeweiligen Look-Up Tables und nicht das Log-Originalbild (im Ggs. zu F5/F55). Entsprechend lauten die Empfehlungen für das Einrichten der Belichtung bei SLOG3 und bei aktivierter MLUT auf 18% grau / 90% Weiss (IRE100) auch unterschiedlich: Bei SLOG-3 wird die Belichtung von 18% Grau bei 41% IRE empfohlen und Weiss bei 61% IRE. Bei aktiviertem 709(800) MLUT liegt die korrekt Belichtung von 18% Grau bei ähnlichen 39% IRE - 90% Weiss hingegen sollte natürlich entsprechend auch um die 90% liegen.

Hier nochmal die S-Log Belichtungswerte in der Übersicht für Schwarz, Grau (18%) und Weiß wie sie von Sony empfohlen werden:



Persönlich würden wir uns beim Arbeiten mit SLOG-Profilen und MLUTs bei der Sony FS7 die Möglichkeit wünschen, auswählen zu können, welches Bild als Grundlage für die Belichtungsmessung herangezogen werden soll.

Aber dies stellt Kritteln auf hohem Niveau dar, denn die Sony SLOG-Profile – allen voran das auf maximalen Dynamikumfang ausgelegte SLOG-3 - und deren stark individualisierbare Ausgabemöglichkeiten stellen derzeit wohl mit das reizvollste Feature der Sony FS7 überhaupt dar – und die Ergebnisse überzeugen.

Lookup Tables in der Sony PXW-FS7 hier Rec 709



So lassen sich im Menü Video/Monitor LUT diverse vorinstallierte Lookup Tables auswählen und individuell auf: SDI1& Internal, SDI2, HDMI und/oder den Viewfinder legen. Somit sind Recording-Setups möglich, bei denen intern bsp. mit SLOG-3 aufgenommen wird, via REC 709 am EVF gemonitort wird (oder auch nicht je nach Präferenz des DPs) und zusätzlich extern eine REC-709 Kopie aufgezeichnet wird. Ziemlich cool. Und wenn wir uns unsere SLOG-3 Tageslichtclips anschauen (s.u.), scheint auch der von Sony proklamierte hohe Dynamikumfang der FS7 unter SLOG-3 in Ordnung zu gehen. Hinzu kommen noch die diversen, internen 10 Bit-Aufzeichnungsformate der Sony FS7 (s. hierzu a. den ersten Teil unseres Sony FS7 Tests), die der FS7 im S35-Segment derzeit zu einem überraschend starken Auftritt verhelfen.

Aus dem Messlabor


Sony PXW-FS7im Vergleich mit:

Listenpreis: 9409 €
Markteinführung: Dezember 2014
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: E-Mount

Platz 14 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Blackmagic Design URSA Mini 4K
Listenpreis: 3459 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Panasonic AU-EVA1
Listenpreis: 8675 €
Super35 / APS-C

5 Seiten:
Einleitung / Cine EI, SLOG 3 und Custom Setup - Sony FS7
Aus dem Messlabor
Farben und Low-Light
Sony PXW-FS7 – das wahre Leben
Sony PXW-FS7 Fazit
  

[28 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Jott    17:17 am 9.3.2015
Wie dem auch sei: bei der FS7 kann man gemütlich zwischen senderbeglückendem XDCAM HD 422 und diversen XAVC-Varianten auswählen, gegen Aufpreis auch ProRes oder raw. Das scheint...weiterlesen
Bergspetzl    13:38 am 9.3.2015
Ja, das ist halbrichtig, für A und GER. Natürlich ist das Ganze auf Praxis ausgelegt, vor allem zu einer Zeit als wirklich noch alles vom Band kam. Das begann aber schon zu IMX...weiterlesen
Jott    11:41 am 9.3.2015
Ist doch auch logisch. Die preiswerte Disc kann man anfassen, mit sich rumtragen, auf dem Schreibtisch stapeln, ins Regal stellen, nach wie vor in eine "MAZ" stopfen und los geht...weiterlesen
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