Interviews Akira Kurosawa über das Filmemachen, das Schreiben und die Motivation dahinter

Akira Kurosawa über das Filmemachen, das Schreiben und die Motivation dahinter

Akira Kurosawa galt schon vor seinem Tod im Jahre 1998 als einer der international einflussreichsten japanischen Regisseure. Vor seinem Tod entstand ein interessantes Interview, das auf Youtube zu finden ist...

// 10:21 Fr, 21. Okt 2016von

Akira Kurosawa galt schon vor seinem Tod im Jahre 1998 als einer der international einflussreichsten japanischen Regisseure. Auch heute gehören seine Filme wie “Die sieben Samurai” oder “Ran” immer noch zu den viel zitierten Klassikern. Wir sind im Netz auf ein bemerkenswertes Interview (oder vielmehr einen Monolog) gestoßen, in dem er seine Gedanken zur Filmproduktion und zur Motivation bei der Drehbucherarbeitung im Speziellen darlegt:






Für alle, die seine Worte lieber lesen wollen, haben wir uns erlaubt ein deutsches Transkript des Videos anzufertigen. In Zeiten von grenzenlosen digitalen Möglichkeiten im eigenen Heim-Videostudio sind seine Gedanken vielleicht aktueller denn je...



Akira Kurosawa:



“Wenn aufstrebende Filmemacher an meiner Tür klopfen und mich fragen was das wichtigste beim Filmemachen ist, sage ich: Es kostet eine Menge Geld, heutzutage einen Film zu machen und es ist hart ein Filmemacher zu werden. Man muss viele Dinge lernen und erfahren. Und es ist nicht leicht dieses Ziel zu erreichen.



Aber wenn du wirklich Filme machen willst, dann schreibe Drehbücher. Alles was du dafür brauchst ist Papier und ein Bleistift. Nur durch das Schreiben von Skripten kann man die spezifische Struktur von Filmen und damit von Kino an sich lernen.



Das sage ich allen die mich fragen, aber sie wollen nicht schreiben. Sie finden schreiben zu anstrengend. Und das ist es in der Tat. Schreiben ist ein harter Job. Trotzdem. (...) das wichtigste ist die Geduld zu haben, ein Wort nach dem anderen zu schreiben bis die Geschichte rund ist. Zu vielen Menschen fehlt diese Geduld. Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, kann man ohne Probleme schreiben.



Die langweilige Aufgabe zu schreiben muss zur selbstverständlichen Gewohnheit werden. Wenn man sich ruhig hinsetzt und den ganzen Tag schreibt, schafft man mit Sicherheit zwei oder drei gute Seiten, auch wenn man sich dafür abmühen muss. Aber wenn man dranbleibt, hat man sehr bald ein paar hundert Seiten geschrieben. Aber junge Menschen von heute kennen diesen Trick nicht. Sie fangen an und wollen gleich fertig sein.



Wenn man Bergsteigen geht, bekommt man als erstes gesagt, schau nicht zum Gipfel sondern halte deine Augen auf den Boden während du kletterst. Und du kletterst geduldig, einen Schritt nach dem anderen. Wenn du dabei dauernd auf den Gipfel schaust, wird dich das nur frustrieren..



Ich denke Schreiben ist ähnlich. Man muss sich an die Aufgabe des Schreibens gewöhnen. Man muss viel Mühe und Fleiss hineinstecken um es schätzen zu lernen. Und zwar nicht als etwas schmerzhaftes, sondern als Routine. Aber die meisten Leute tendieren dazu auf halbem Weg aufzugeben.



Ich sage meinen Schülern, wenn sie einmal aufgeben war´s das. Denn dann wird Aufgeben schnell zur Gewohnheit. Und sie geben schnell auf, sobald es schwierig wird.



Ich sage ihnen daher, sie sollen auf jeden Fall immer bis zum Ende schreiben, egal was passiert, bis sie zu irgendeiner Art von Ende kommen.



Ich sage: Hört nicht auf, auch nicht wenn es in der Mitte schwierig wird. Aber sie hören immer auf, wenn es schwierig wird.



Außerdem lesen junge Leute auch keine Bücher mehr. Ich denke keiner von ihnen ist in Russischer Literatur bewandert. Ich denke es ist wichtig, zumindest bis zu einem gewissen Grad belesen zu sein. Solange man nicht voll reicher Reserven ist, kann man nichts erschaffen.



Ich sage oft, dass man ohne Erinnerungen nichts erschaffen kann. Deine Erinnerungen sind die Quelle für deine Ideen. Man kann nicht etwas aus nichts erschaffen. Egal ob sich die Quelle vom Lesen oder auch von echten Lebenserfahrungen speist, man kann nichts erschaffen, solange man nicht etwas davon in sich trägt. In diesem Sinne ist es wichtig immer eine Menge unterschiedliche Dinge zu lesen. Auch aktuelle Romane sind in Ordnung, aber ich denke man sollte auch die Klassiker lesen.”





Dem wollen wir nichts hinzufügen sondern spitzen schon mal unsere Bleistifte und gehen dann mal in die Bibliothek, um schnell noch ein paar Kilo Dostojewski und Tolstoi zu besorgen…



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