Autofokus
Mit der KOMODO verbaut RED erstmalig den Canon RF-Mount. Mit dieser cleveren Lizenzierung (oder dem cleveren Tausch: Canon hat komprimiertes RAW in seinen Kameras) kann an der KOMODO aktuell eines der modernsten, videoafinen Objektivportfolios genutzt werden. Zudem lassen sich via Adapter weiterhin EF und PL Objektive nutzen und besonders spannend: Mit dem Canon „Speedbooster“ EF-EOS R 0.71X sollten sich auch Vollformatperspektiven für den S35 Sensor der RED auftun.

Darüber hinaus bietet RED für die Canon RF Objektive erstmalig auch eine kamerainterne Autofokusfunktion an. Diese ist zwar auch im RED Menü unübersehbar mit einem kapitalen „BETA“ Schriftzug versehen, doch das hat uns nicht davon abgehalten, eine erste Bestandsaufnahme der Autofokusperformance mit zwei Canon RF Objektiven - dem RF 35mm F1.8 MACRO IS STM und dem Canon RF 70-200mm F2.8L IS USM zu machen.
Aktuell sind die AF-Modi der KOMODO noch überschaubar: Es kann zwischen Single und Continuous Betriebsmodus unterschieden werden, die Größe des AF Feldes (Small, Medium, Large Wide und Vertical) sowie die Position (Left, Center, Right) angepasst werden.

Entsprechend niedrig waren unsere Erwartungen an die Performance des AF-Systems und umso überraschter waren wir von dessen Performance in der Praxis. Denn auch ohne intelligente Trackingfunktionen gelangen mit dem AF der RED KOMODO vergleichsweise sichere AF-Shots, so lange sich das Motiv im zuvor definierten AF-Feld befand. Bemerkenswert fanden wir hierbei, dass die aktuelle BETA Implementierung des KOMODO AF keine Spur von vor-und zurück Jagd-Bewegungen zeigte, was für eine solide Implementierung von Phasendetektion spricht.
Sowohl mit dem Canon 35 als auch mit dem 70-200 fuktionierte der AF mit obigen Einschränkungen gut. Selbst als wie Caro auf die Kamera mit komplett geöffneter Blende haben zurennen lassen, konnte der AF mitziehen. Für uns sind die durchaus brauchbaren AF-Funktionen der KOMODO damit auch ein weiterer Fingerzeig in Richtung Haupteinsatzzweck: Solo-Shooter.
Wir sind gespannt darauf, wie sich die Autofokusfunktionen der RED KOMODO weiterentwickeln werden - eine solide Basis wurde hier auf jeden Fall gelegt.
Hauttöne
Die Postproduktion von REDCODE RAW Material spiegelt den beachtlichen Weg wieder, den RED mittlerweile im professionellen Cinebereich zurückgelegt hat. Hierzu zählen externe Tools wie REDCINE-X PRO ebenso wie die ausgefeilte aktuelle IPP2 Image Processing Pipeline inkl. Colorengine, Highlight-Handling, etc. sowie der gut integrierte RED RAW Workflow in Postproduktionssuiten wie DaVinci Resolve u.a..

Für die Farbkorrektur unseres RED KOMODO R3D.Materials haben wir den IPP2 LUT Creator von REDCINE-X Pro genutzt und eine Standard REC709 LUT für BT1886 Gama inkl. soft Highlight Roll-Off und minimiertem Kontrast ausgespielt, die wir dann als Standard LUT in Davinci Resolve genutzt haben. Damit sind wir recht nahe am RED Best Practice Postproduktionsworkflow geblieben, der mit wenig Aufwand im LOG/LUT -Workflow gute Ergebnisse liefert.

Die Low Contrast Variante unserer 709LUT hat uns ausreichend Spielraum in Resolve ermöglicht, um finale Gamma-Werte zu definieren. Insgesamt arbeitet die RED Colorscience auf angenehm hohem Niveau. Zu den Highlights des RED R3D Workflows zählen für uns die umfassenden Debayering- und Preview-Optionen.

Bei den Hauttönen war vor allem eine leichte Tint-Korrektur nötig, (wie wir es von vielen anderen Log-Formaten kennen) um zu guten Hauttönen zu gelangen.



















