Vor rund 13 Jahren erblickte die erste RX10 von das Licht der Welt und wir bei slashCam waren seinerzeit extrem begeistert. Damals machte dieser Fotoapparat erstmals normalen Camcordern in dieser Preisklasse nicht nur Konkurrenz, sondern übertraf diese in vielen Bereichen sogar so deutlich, so dass er von uns den Kosenamen "Camcorder-Killer" erhielt.
Revolutionäre Funktionen - vor einem Jahrzehnt
Das erste Modell glänzte dabei mit aktivem Bildstabilisator, eingebautem ND-Filter, 50/60 Vollbilder in FullHD, aussteuerbarem Mikrofon, Kopfhöreranschluss, optional entklickbarem manuellem Blendenring, manuellem Fokusring, guter Bildqualität mit wenig Moirés bei FullHD-Aufzeichnung, universellem Zoomobjektiv sowie voll manuellem, unabhängigem Zugriff auf Belichtungszeit, Blende und ISO, inkl. Peaking und Histogramm. Das war damals für ca. 1000 Euro eine Menge spannende Technik für ambitionierte Filmer.
Verbesserungswürdig sahen wir seinerzeit noch das Low-Lightverhalten gegenüber DSLRs, das Fehlen eines genormten, flachen Bildprofils um die Dynamik des Sensors und die Farbgebung in der Postproduktion besser ausreizen zu können und die für einen derart kleinen Sensor relativ schwache Anfangsblende von F2.8.
10 Bit Log Aufzeichnung
Das mit dem flachen Bildprofil hat sich mit dem aktuellen Modell RX10 V bereits erübrigt. So gibt es diverse Log- und Cinegamma Profile, dazu eine echte 10 Bit Aufzeichnung mit teilweise recht hohen Datenraten, was das Fehlen einer zusätzlichen RAW Option für die meisten Filmer nicht mehr relevant machen dürfte. Eigentlich hat Sony in der RX10 V fast alle Firmware-Optionen freigeschaltet, die man auch in der Alpha-Serie vorfinden kann. So finden sich sogar professionelle Timecode-Einstellungen im Menü.

Die Anfangsblende der neuen RX10 V liegt aktuell bei 2,4, ist aber nicht durchgehend ausgelegt, sondern landet schon ab 100mm äquivalenter Brennweite bei ihrem "minimalen Maximum" von F4.0. Und das aktuelle Lowlight-Verhalten korreliert natürlich mit der Dynamik, die unter anderem Thema dieses Artikels ist.
Einzigartig? 24-600mm Zoom-Objektiv
Ganz offensichtlich hat die RX10 V jedoch eine sehr spezielle Zielgruppe, denn ihr relevantes Alleinstellungsmerkmal ist das ZEISS Vario-Sonnar T* 24-600mm, welches man mit seinen Werten an einer DSLM kaum bekommen kann. Der Trick ist dabei natürlich, dass die Brennweitenangaben "KB-äquivalent" zu lesen sind, sprich auf diese Werte kommt man, wenn man die Sensorgröße der RX10 V in Relation zu einer Kleinbild-Vollformat Kamera setzt. In Wirklichkeit besitzt das Objektiv eine Brennweite von 9,1-210mm, was an einem Sensor mit Cropfaktor von fast 3 eben einen ähnlichen Bildausschnitt liefern kann. Doch damit bleibt die große Frage, wie gut die Bildqualität mit einem derart kleinen Sensor letztlich werden kann. Und damit wollen wir uns gleich in die von uns ermittelten Werte des aktuellen Modells stürzen...

















