Wir starten mit unseren Erfahrungen und dem Setup der Sony A7V:
Sony A7V und FE 24-105mm F4 G OSS
Bereits bei unserem frühen Praxistest der Sony A7V hat der Sony A7IV Nachfolger erste Workhorse-Qualitäten für die Video (und Foto) Produktion aufblitzen lassen. Hierzu zählen: Klassenbeste Akkuleistung, vorbildliche Ergonomie und sehr gute individuelle Buttonbelegung, duale Cardslots, gute XLR-Optionen, vorbildliche In/Outs und vieles mehr – hier unser Setup inklusive persönlicher Erfahrungswerte.

Bei unseren Messeinterviews vor Ort sind wir als Solo-Shooter unterwegs – entsprechend ist eine möglichst einfache und schnelle Bedienung für uns entscheidend und hier bringt die Sony A7V eine ganze Reihe von recht ausgereiften/durchdachten Funktionen mit, die viele Häkchen auf unser Checkliste für Interviewsetups inkl. Remote Edit Workflow setzt:
Zuverlässiger Facetracking AF
Beim Interview müssen wir sowohl die Kamera bedienen als auch das Interview führen. Jede Funktion die unsere Arbeit hier unterstützt ist willkommen – insbesondere wenn wir unsere Aufmerksamkeit mehr dem Interview als der Kamerabedienung widmen können.
Verlässlicher AF – auch wenn der Interviewpartner häufig nur von der Seite zu sehen ist
Der Autofokus der Sony A7V agiert auf bekannt hohem Niveau und gehört Dank neuer - in die CPU integrierter KI-Engine - zu den effizientesten AF-Systemen am Markt. Uns ist keine Fehlfokussierung während unserer Interviews aufgefallen - was recht bemerkenswert ist. Trotzdem ist für uns auch ein gute manuelle Fokus-Implementierung wichtig.
Schneller Wechsel zwischen AF und MF
Für uns bieten Nikon und Sony Systeme aktuell die beste Implementierung für den schnellen Wechsel zwischen AF und MF. Wenn wir mit Sony-Systemen arbeiten, legen wir stets den Wechsel zwischen AF und MF auf den Button am Objektiv (Daumen der linken Hand) und erhalten so einen ergonomisch sinnvollen, schnellen Wechsel zwischen AF und MF.
MF ist für uns vor allem da entscheidend, wo wir gezielt den Fokus auf bestimmte Bereiche legen wollen. Alle unsere B-Roll Aufnahmen werden zu fast 99% mit manuellem Fokus aufgenommen.
2xUSB-C = 1 kabelgebundene Schnittstelle für Proxy-Upload
Aktuell gibt es noch wenige DSLMs, die zwei USB-C Anschlüssen im Body integrieren – was für uns jedoch einen hohen, praktischen Nutzen hat. Die Sony A7V ist hier vorbildlich mit einem schnellen USB 3.2 Port (10 Gbit/s) und einem USB 2.0 Port ausgestattet.

Wir haben den USB-C Port mit USB 3.2 Unterstützung für die Verbindung zum iPhone 17 Pro Max für den Proxy-Upload und den USB-C Anschluss mit USB 2.0 Port inkl. PD Unterstützung für das kontinuierliche Laden der Kamera via V-Mount Akku genutzt (der gleichzeitig Strom für Licht und den Atomos-Shinobi Monitor geliefert hat).
Mit der kabelgebundenen USB-C Verbindung zum 5G Hotspot des iPhone 17 Pro Max konnten wir sicherstellen, dass wir in der stark WIFI belasteten Umgebungen des Showfloors trotzdem stets eine sichere Verbindung für den Proxy-Upload hatten.
Akkuperformance für 1 Messetag
Wie bereits kurz erwähnt: Mit einem V-Mount 99 WH Akku kommen wir durch einen ganzen, 8-stündigen Messetag. Der V-Mount sorgt neben diversen Stromversorgungen auch für eine optimale Gewichtsverteilung, wenn wir die Kamera am Tophandle des Cages von Stand zu Stand transportieren.

Am V-Mount Akku hängt hierbei die Sony A7V (via USB-C), der Atomos Shinobi II (via D-Tap) und bei Bedarf auch unser Kopflicht von Nanlite (LitoLite 5C) – ebenfalls via USB-C.
Dass wir nur 1 V-Mount Akku für einen ganzen Tag mit diesen Verbrauchern benötigen, schreiben wir in erster Linie der sehr sparsamen Sony A7V sowie dem ebenfalls sehr effizienten Shinobi II zu. Beides erste Wahl bei uns, wenn es um entsprechende Langzeitperformance und Energieffizienz geht.
Hochqualitative Proxy-Aufnahme für schnelles Onlining
Um unsere Aufnahmen einerseits möglichst schnell unserem Cutter (in Europa) zur Verfügung stellen zu können und ggf das Proxy -File für Socials/ YouTube auch gleich zu onlinen, sind sowohl hochqualitative als auch kleine Proxy-Files notwendig. Bei den großen Kameraherstellern stellen hier vor allem Sony und Canon entsprechend hochwertige Proxis als parallele HD-Aufnahme zur Verfügung.

Die Proxies der Sony A7V lassen sich mit unterschiedlichen Kompressionraten und Auflösungen erstellen. Wir waren in 10 Bit HD mit 9 Mbit/s bei noch immer bemerkenswert guter Videoqualität unterwegs. Hier dürfen andere Kamerahersteller sich gerne ein Beispiel in Sachen qualitativ hochwertigem Proxy-Recording nehmen
Zuverlässiger Cloud oder FTP-Upload
Der beste Remote Edit Workflow funktioniert nicht, wenn man keinen zuverlässigen Upload der Proyx-Files sicherstellen kann. Wer einen ultra-robusten und zuverlässigen Upload benötigt, der fährt mit bewährten FTP-Uploads unserer Erfahrung nach sehr gut.

Zwar würden wir uns für den Upload in die Blackmagic Cloud auch eine FTP-Option wünschen, was in der Postproduktion mit DaVinci Resolve nochmals Arbeitsschritte vereinfachen kann – doch wer vor allem Zuverlässigkeit benötigt, kommt mit bewährten FTP Uploads auf einen entsprechenden FTP-Server schon sehr weit. Cool zu sehen, dass Sony FTP nach wie vor mit seinen aktuellen Kameras unterstützt.
Aktuell sind wir jedoch auch sehr darauf gespannt, aktuelle Erfahrungen mit der Sony-Cloud beim Thema Remote Edit Workflows zu machen – hierzu sicherlich demnächst mehr auf slashCam.
Die Sony A7V bietet entsprechend beides an: Sowohl klassischen FTP-Upload als auch die Anbindung an hauseigene Cloud-Dienste. Bei letzterem existiert seit letztem Jahr wohl auch ein Resolve Plugin (SONY Ci - DaVinci Resolve Studio Panel) das wir demnächst mal ausprobieren wollen …
Duale Kartenaufnahme
Die Sony A7V bietet duale SD-Cardslots wobei ein Slot auch mit den schnellen CFexpress Typ A Karten genutzt werden kann. Wir schätzen hier vor allem die gleichartigen Karten-Slots, weil dadurch Karten viel einfacher auch mal zwischendurch rotiert werden können – beispielsweise wenn auf eine Karte aufgezeichnet wird und die andere für ein zusätzliches externe Backup oder für einen manuellen Upload genutzt werden soll.

Gleichartige Karten vereinfachen zudem auch die Wahl bei externen Cardreadern. Die Sony A7V bietet mit ihrem Dual Use SD/CFexpress Typ A Cardslot hier das beste aus beiden Welten: Bei Bedarf zwei gleichartige Karten oder eine schnelle und eine langsamere für Backups oder Foto/Video Trennung. Typ A ist zwar in der Regel etwas teurer als Typ B aber dafür hat man halt den Dual Use Cardslot. Am liebsten hätten wir Dual CFexpress Typ B aber das ist aktuell noch anderen Kameraklassen vorbehalten.
Standard HDMI-Out für externen Monitor
Dass man in 2026 einen HDMI-Out in Standard-Größe immer noch als positives Feature bei einer DSLM herausstellen muss, ist zwar traurig aber leider wahr (Hallo, Canon EOS R6 Mark III :-).
Vor allem bei Solo-Setups als Kamera-Operator und Interviewer aber auch bei Drehs bei denen vorhersehbare Anteile an manuellem Fokus dabei sind, und der Sucher zu unpraktisch im Einsatz ist oder handgehaltene Kamera und manueller Fokus gefragt ist, kommt bei uns zumindest ein 5“ Monitor zum Einsatz. Eine Kameraverbindung via Standard HDMI (inkl. HDMI-Klemme) sorgt für eine sicherere Übertragung und beschert ganz einfach auch den HDMI-Port an der Kamera ein längeres Leben und weniger Spiel.
Spannend fänden wir hier zugesicherte USB-C Lösungen für externes Monitoring – Blackmagic zeigt hier bei der Pyxis schn sehr viel spannendes Potential auf. SDI ist natürlich immer gern gesehen aber bei DSLMs ist aktuell noch HDMI the way to go – und dann aber bitte in Standardgröße wie bei Sony A7V.
Kompakte XLR-Option die Top-Handle Montage erlaubt
Wir schätzen unsere Sennheiser AVX Funkstrecke vor allem bei kompakten DSLM-Setups sehr – (auch wenn wir dieses Jahr auf der NAB 2026 erstmalig bei einem Stand massive Probleme mit Frequenzstörungen (trotz US-Version) hatten .. mehr dazu weiter unten).
Voraussetzung für ein besonders angenehmes Handling der AVX ist eine XLR-Adapter für die Kamera. Und hier sind wir wiederum auf einen XLR-Adapter angewiesen, der die Montage eine Top-Handles erlaubt. Aktuell sind das bei noch guter Ergonomie nur Sony und Panasonic.

Wir hatten bei der Sony A7V erstmalig den neueren, digitalen A3M Adapter am MI-Shoe der Sony A7V im Einsatz und waren überrascht, wieviel leichter die digitale Variante gegenüber dem analogen Vorgänger A2M war. Auch hier ein völlig problemloses Setup, dass Kompaktheit mit schnellem manuellem Pegeln via Pegelrad erlaubt - perfekt.
Hohe Individualisierbarkeit von Schaltern
Bei Hybriden DSLMs ist es nicht immer einfach, die Schalterfunktionen optimal auf den Video-only Betrieb hin zu konfigurieren. Die Sony A7V macht es hier jedoch dem Operator mit einem hohen Grad an Individualisierbarkeit recht leicht.
Bei der A7V schätzen wir bein Thema Ergonomie die zahlreichen Bedienräder auf der rechten Kameraseite, die sehr gute Suchervergrösserung inkl. Peaking während der Aufnahme und die vielen Verstellmöglichkeiten des Monitors.

Beim Thema Individualisierung haben wir ja bereits das schnelle Umschalten zwischen AF und MF via Objektivtaste genannt. Hinzu kommt bei uns im Interviewzusammenhang, dass wir hier so gut wie nie die Verschlusszeit ändern müssen, weil wir keine Zeitlupen aufnahmen hier benötigen. Entsprechend nehmen wir die Bedienung derVerschlusszeit von Rädern und Buttons komplett weg und legen diese ausschließlich auf die Menübedienung; Was nicht auf einem externen Schalter liegt, lässt sich auch nicht versehentlich beim Transport oder im Gedränge verstellen.
Sony FE 24-105mm F4 G OSS
Für unsere Messeberichterstattung benötigen wir bei Vollformatsensoren mindestens ein 24mm Weitwinkel, weil die Platzverhältnisse meistens eher beengt sind, bzw. sonst die Gefahr besteht, dass Messebesucher durch das Bild laufen.
Darüber hinaus benötigen wir mindestens 100mm Tele für B-Role Shots, um entweder Distanzen zu kleinere Produkten zu überbrücken oder Details aufzunehmen.

Und schließlich ist ein Zoom deutlich schneller im Handling als eine Festbrennweite. Entsprechend ist ein Zoom im Brennweitenbereich 24-105 mm ziemlich gesetzt bei uns. Eine höhere Lichtstärke als F4 benötigen wir hingegen bei Vollformatkameras wie der Sony A7V nicht, das diese einerseits angenehm cleane ISOs auch bei wenig Licht zur Verfügung stellt und andererseits eine etwas größere Schärfentiefe durchaus erwünscht ist, um Produkt und Interviewpartner in einer Schärfenebene zu haben.
Das Sony FE 24-105mm F4 G OSS gehört zwar schon zu den etwas älteren Zooms seiner Klasse – besticht aber nach wie vor mit guter (ergonomischer) Ausstattung und vergleichsweise geringem Gewicht (663g). Im Vergleich zum zwar ebenfalls sehr kompakten FE 24–70mm F2.8 GM II (695g) baut es nochmal minimal schlanker.
Einzig der manuelle Fokusring (Fokus by Wire) könnte beim FE 24-105mm F4 G OSS für unseren Geschmack noch etwas mehr Dämpfung vertragen – das hat Sony beim aktuellen FE 24–70mm F2.8 GM II (aber auch schon beim GM I) spürbar besser implementiert.
Hitzeverhalten
Bei unserem Remote-Edit Interview-Setup hat die Sony A7V recht viel zu tun: Wir nehmen zusätzlich zum 10 Bit Master Clip intern einen 10 Bit HD Proxy auf. Und dieser wird während der nächsten Aufnahme von der Sony A7V bereits auf den FTP Server via SFTP geladen.
Die FTP Login Daten haben wir auf der A7V hinterlegt – das iPhone 17 Pro Max stellt hierfür den mobilen Hotspot dar. Hinzu kommt die Signal- und Energieversorgung des XLR-Adapters via MI-Shoe sowie das kontinuierliche Laden des Kameraakkus vom V-Mount zwischen den Aufnahmen.
Trotz all dieser Aufgaben, haben wir zu keinem Zeitpunkt eine Überhitzungswarnung der Sony A7V zu Gesicht bekommen. Zwar waren wir die meiste Zeit in klimatisierten Messehallen unterwegs – doch für eine Kamera ohne aktiven Lüfter ist dies nichtsdestotrotz eine sehr gute Performance.
Upgrade Potenzial?
Die Sony A7V gehört in unseren Augen zu den besten Allroundern im Hybrid DSLM-Bereich und stellt für eher news/reportagelastige Formate für uns vielleicht sogar den besten Allrounder überhaupt dar.
Entsprechend schmal fallen unsere Upgrade-Wünsche für zukünftige Updates aus. Integriert (ohne den Umweg über eine externe App) hätten wir gerne mehr Upload-Optionen – bsp. Proxy-Upload nach Google Drive – also ähnlich integriert in die Kamera wie der FTP-Upload. Momentan ist das nur extern via App möglich. Darüber hinaus würden wir uns über eine Shutterangle-Funktion und False Color freuen. Das war es jedoch auch schon.
Unterm Strich bestätigt die Sony A7V den Eindruck unseres ersten Praxistests in vollem Umfang: Ein echtes Arbeitstier, das sich hervorragend als mobile Interview-Kamera bei uns geschlagen hat.



















