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Test : Panasonic GH6 und Canon EOS R5C in der Interviewpraxis

von Mi, 4.Mai 2022 | 5 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Canon EOS R5C Setup
Canon EOS R5C Interviewsetup in der Praxis
Panasonic GH6 Setup
Panasonic GH6 Interviewsetup in der Praxis



Wir nutzen Veranstaltungen wie die NAB Broadcastmesse immer wieder auch gerne, um neue Kameras unter Praxisbedingungen für Interviewanwendungen zu testen. Diesmal hatten wir die Canon EOS R5C und Panasonic GH6 im Gepäck und sie mit Cages, Lichtern, Monitor, Griffen , Mikros und Funkstrecken bestückt. Hier unsere Praxiserfahrung mit den beiden Systemen inkl. Rigging Setups und mehr …





Canon EOS R5C Setup



Unser Canon EOS R5C Interview-Rig bestand neben der EOS R5C aus dem Canon RF 24-105mm F4, dem neuen SmallRig Black Mamba Cage mit Tophandle, dem Atomos Shinobi Monitor, dem Rotolight Neo 2 Kameralicht sowie der Rode Wireless GO II Funkstrecke, die wir zusammen mit dem Sennheiser MKE2 Lavalier genutzt haben.



Als Stativ kam unser altes, aber dafür vergleichsweise kompaktes und leichtes Sachtler Speedlock CF 75 mit dem (ebenfalls für Sachtler-Verhältnisse recht leichten) ACE XL Stativkopf zum Einsatz. Und apropos Gewicht: Unser Fluggepäck sollte 23 kg nicht übersteigen. Von daher galt es beim Zusammenstellen des Equipments immer wieder auch ein Auge auf das Gewicht zu haben. Das Audio-Monitoring erfolgte mit unserem bewährten Sennheiser HD25 Kopfhörer.

Bei der Wahl der Optik mussten wir uns zwischen dem Canon RF 24-70mm F2.8 L IS USM und dem Canon RF 24-105mm F4 L IS USM entscheiden.

Canon RF 24-105mm F4 L IS USM



Da wir aus vorherigen NAB-Teilnahmen wussten, dass wir lichttechnisch selbst bei nur 70% Lichtoutput mit dem Rotolight NEO 2 bei einer F4 bis maximal F8 gut auskommen und wir bei einer Vollformatkamera für diese „ENG“ Messe-Anwendung eher mehr als weniger Schärfentiefe (also minimal mit einer Blende F4) arbeiten wollten, viel die Wahl auf das kompaktere und sogar etwas leichtere Objektiv Canon RF 24-105mm, das sich bestens bewährt hat.

Gerne hätten wir den neuen Tascam CA-XLR2d Adapter an der Canon EOS R5C genutzt, den wir hier bereits getestet hatten. Da dieser jedoch recht weit nach vorne baut, hätte dies bedeutet, dass wir auf einen Tophandle am Cage hätten verzichten müssen: Für uns keine Option, wenn man die Kamera mind, 6 Stunden am Tag durch die Gegend trägt.



Entsprechend kam als Audiolösung die sehr kompakte Rode Wireless Go II Funkstrecke zum Einsatz, die wir hier auf slashCAM recht ausführlich getestet haben und deren internes Recording- sowie Saftey-Channel Funktion sich bestens auf der NAB bewährt haben (mehr hierzu im Praxis-Kapitel).

Da die Canon EOS R5C über Dual-Slot Recording (wenn auch auf zwei unterschiedliche Speicherkarten: CF-Express und SD) verfügt, war für uns eine zusätzliche Recording-Funktion am externen Monitor nicht notwendig. Entsprechend haben wir hier auf den Akku schonenden Atomos Shinobi gesetzt, der zudem mit passiver Lüftung und recht geringem Gewicht punktet.



Canon EOS R5C Interviewsetup in der Praxis



Die Canon EOS R5C zählt sicherlich nicht zu dem Kameras, die uns als erste einfallen, wenn es um Interviewanwendungen geht. Hier würden wir im Canon-Portolio eher zur C70 greifen, die mit internem XLR und deutlich größerem Akku die passendere Wahl wäre. Die Canon EOS R5C sehen wir mit ihrer hochwertigen internen 8K 12 Bit RAW Aufnahme in erster Linie für szenische Projekte mit kürzeren Takes wie Musikvideo, Werbung etc. sowie Dank hervorragender Autofokusfunktion für den Gimbalbetrieb geeignet.

Doch wie bei vielen anderen Kameras bedeutet dies nicht, das man die EOS R5C nicht auch für andere Zwecke einsetzen kann. Tatsächlich stellt sch die Canon EOS R5C durch ihre sehr gut umgesetzte duale Funktion zwischen Foto und Video sehr breit auf. Ud wenn man ein paar Sachen beachtet, lässt sie sich auch natürlich auch für entsprechende Interviews einsetzen.

Canon EOS R5C – Dual CardSlots



Eine Voraussetzung die sie für entsprechende Interviews mitbringt, besteht auf jeden Fall in ihrer recht umfassenden Codecauswahl. Unsere Voraussetzung für entsprechende Messevideos sind 4K 10 Bit H.264 oder H.265 Codecs mit möglichst effizienter Kompression, um maximal um die 5 Stunden Interviewmaterial pro Tag aufnehmen zu können. Zwar war die NAB in diesem Jahr spürbar kleiner als vor Covid doch in der Regel sind dies unsere Anforderungen für entsprechende Veranstaltungen. Für schnelle Turnovers (zumindest 1 Interview sollte noch am gleichen Tag am Abend fertig geschnitten online gehen) ist darüber hinaus eine gute Hauttonwiedergabe Out-of-the-Box bei Rec 709 oder entsprechendem Gammaprofil wünschenswert. LOG/LUT Workflows sehen wir Anwendungen mit mehr Zeit bei der Postproduktion vorenthalten.



Für die Canon EOS R5C fiel daher unsere Wahl auf 10 Bit 4K XF-AVC in der Long-Gop Variante mit dem BT.709 Wide DR Gamma. Im Zusammenspiel mit dem auf 3200 Kelvin eingestellten Rotolight NEO 2 Kameralicht, erhielten wir hiermit Out-of-the Box sehr gute Hauttöne, die wir in der Regel ohne weitere Korrektur – selbst bei stark andersfarbigem Umgebungslicht – ohne weitere Anpassungen nutzen konnten.

Ebenfalls in der Praxis gut bewährt hat sich die verlässliche Autofokusfunktion der Canon EOS R5C. Zwar nutzen wir häufiger den manuellen Fokus bei entsprechenden Interviews – vor allem bei einer eher entspannten Blende von F4-F8 - doch gerade als Solo-Shooter ist es durchaus beruhigend zu wissen, dass bei aktiviertem Gesichts- und Augentracking - wenn man ihn denn mal benötigt - der AF zuverlässig arbeitet.

Ebenfalls gut bewährt hat sich darüber hinaus die Rode Wireless Go II Funkstrecke und dies in zweifacher Weise.

Bekanntlich lassen sich bei der Wireless Go II Funkstrecke zwei Backup-/bzw. Sicherheitsfunktionen einstellen: Ein zusätzliche interne Aufnahme beim TX-Modul (Sender) sowie eine Safety Channel Funktion am RX-Modul (Empfänger), womit eine zweite, im Gain reduzierte Spur aufgenommen wird, um Clippings zu vermeiden.

Tatsächlich könnten wir beide Funktionen nutzen. Bei einem Interview hatten wir einen ca. zweisekündigen Aussetzer bei der WIFI-Übetragung, was uns beim Audio-Monitoring während des Interviews nicht aufgefallen war. Später im Hotelzimmer beim Schnitt in DaVinci Resolve haben wir hierfür einfach via „Auto Align Clips“ Funktion das extern aufgenommen Audio des TX Moduls mit dem embedded Audio des Clips gesynct und konnten den Aussetzer problemlos ersetzen. Ähnlich beim Clipping einer Audioaufnahme: Dank paralleler zweiter Tonspur mit reduzierten Gain konnten wir eine kurzzeitig clippende Audiospur besser aussteuern.

Zu den Herausforderungen die es beim Einsatz der Canon EOS R5C bei entsprechenden Interviewszenarien zu beachten gilt, zählt für uns in erster Linie das Energiemanagement. Mit den neuen Canon LP-E6NH Akkus kommen wir auf knapp 60 Minuten Aufnahmezeit am Stück. Wer die älteren LP- E6N oder LP E6 Akkus nutzt, muss jedoch mit eher 30-40 Minuten Aufnahmezeit rechnen. Hier lohnt es sich, im Vorfeld ein entsprechendes Energiemanagement am Start zu haben. Entweder mit ausreichenden Akkus, mit einer Powerbank, dem Hochformatgriff oder einer V-Mount-Lösung.

Darüber hinaus darf SmallRig beim Canon Black Mamba Cage gerne nochmal an die vie zu groß geratenen Schrauben für die HDMI-Kabelklemme, den nicht für XLR-Addapter tauglichen Handgriff und eine fehlenden Nato-Aufnahme (s. I Vgl. dazu der GH6 SmallRig Cage) auf der linken Cage-Seite ran.



Panasonic GH6 Setup



Bei der Panasonic GH6 kam neben der Kamera selbst das Leica DG Vario Elmarit 1:28-4.0 /12-60mm, der (nochmal besser als bei der Canon EOS R5C durchdachte) SmallRig Black Mamba Cage, der kompakte Panasonic XLR1-Adapter, der SmallRig SmallRig Top Handle für Panasonic DMW-XLR1, Monitor Mount und seitlicher Holzgriff, die Sennheiser AVX Funkstrecke mit MKE2 Lavalier, der Atomos Shinobi, das Rotolight NEO 2 sowie als On-Camera Mikro (als Backup und für einen zukünftig geplanten Vergleich) das Rode Videomic NTG.



Insgesamt fühlt sich die Panasonic GH6 für entsprechende Messeinterview-Szenarios quasi wie gemacht an. Dank MFT-Sensor erhält man ausreichend Schärfentiefe, was in diesem Zusammenhang eher gewünscht ist. Zudem punktet die GH6 mit vergleichsweise hoher Energie-Effizienz. Im Nonstop Betrieb waren wir bei unserem ausführlichen GH6 Test auf 1 Stunde und 40 Minuten Aufnahmezeit pro Akkuladung gekommen – ein guter Wert.

Darüber hinaus profitiert die Panasonic GH6 von einem durchdachteren SmallRig Cage in Kombination mit einem kompakteren Panasonic XLR-Modul. Zusammen mit dem entsprechenden Top-Handle (s.o.) lässt sich der Panasonic XLR-Adapter problemlos an der GH6 inkl. Top-Griff am Cage montieren. Zusätzlich verfügt der SmallRig Cage für die GH6 über eine integrierte Nato-Schiene auf der linken Seite, so dass sich ein zweiter Handgriff mit Natoklemmung problemlos und schnell auf der linken Seite montieren lässt und so eine zusätzliche Montage-Option für das Kameralicht zur Verfügung steht.



Auch bei der HDMI-Klemme hat SmallRig beim GH6 Cage deutlich bessere Arbeit geleistet, als beim Canon-Cage. Die Schraubköpfe sind kleiner konzipiert, so dass sie weder mit dem Handgriff noch mit dem Kopfhörer-Stecker in Konflikt geraten. All dies führt – neben den kleineren MFT-Gesamtsystem-Abmessungen zu einem bemerkenswert kompakten – in unseren Augen - recht stimmigen Interview-Rig.



Panasonic GH6 Interviewsetup in der Praxis



Wir hatten bereits bei unserem ausführlichen GH6 Test darauf hingewiesen. Die Panasonic GH6 hat einen kleinen Sprung bei der Hauttonwiedergabe gemacht und dies hat sich ebenfalls positiv bei unseren Aufnahme ausgewirkt, die wir ebenfalls bei fest eingestellten 3200 Kelvin mit dem Rec709-nahen „Cinema-like Video2“ Bildprofil aufgenommen haben.



Auch hier stand erneut ein möglichst unkomplizierter Postproduktionsworkflow mit schnellen Turnovers im Vordergrund.



Entsprechend haben wir auch bei der GH6 4K 10 Bit LongGop Material mit bereits genannten REC709 nahem Profil gewählt das bestens funktioniert hat. Auf eine 512 GB CFexpress Karte können wir mit den 10 Bit LongGop 4K Material sowohl der Canon EOS R5C als auch der Panasonic GH6 locker 7 Stunden Videomaterial (30p) unterbringen.

Bein Thema Audio kam bei der Panasonic GH6 die Sennheiser AVX-Funkstrecke im Verbund mit dem XLR1-Adapter von Panasonic zum Einsatz.



Wir schätzen bei den XLR-Adapter Lösungen vor allem die kabellose Montage sowie der per „echtem“ Drehrad schnell einstellbare Gain. Darüber hinaus erlauben Kameras wie die Panasonic GH6 und die Canon EOS R5C im Verbund mit den jeweiligen XLR-Adaptern Dank 4-Kanal Audioaufzeichnung den zusätzlichen Betrieb von Mikros oder Funkstrecken via Miniklinke, was insgesamt höherwertigeres 4-Kanal Audio ermöglicht (als bsp. „nur“ die internen Mikros für zusätzliche Atmo etc. zu nutzen).

Der viel diskutierte schwächere AF der Panasonic GH6 kam bei diesem Interviewszenario nur bedingt zum Tragen. Da der MFT-Sensor der GH6 bereits eine höhere Tiefenschärfe mitbringt und wir hier ja nicht nur den Protagonisten sondern auch das jeweilige Produkt bzw. etwas Umfeld „scharf“ sehen wollen, waren wir sowieso mit stärker geschlossener Blende unterwegs und hatten wenig Probleme im Verbund mit dem Atomos Monitor die Schärfe kontrolliert zu setzen. Für Action-/Sport oder Gimbalaufnahmen sieht das natürlich anders aus. Zwar schätzen auch wir einen zuverlässigen AF – wenn er denn mal gebraucht wird – aber konkret für dieses Anwendungsszenario hatten wir keine Probleme mit der manuellen Fokussierung.


  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
Jan Onderwater    18:16 am 7.5.2022
Die Interviews werden durch eine bessere Kamera nicht besser. Und ansonsten: Die meisten Leute haben HD- oder 4K-Fernseher, und das Signal ist stark komprimiert. Von der...weiterlesen
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update am 23.Mai 2022 - 15:39
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