Test  Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018

Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018

Wir hatten Gelegenheit zu einem ersten Hands On mit der von vielen ungeduldig erwarteten Blackmagic Pocket Cinema Kamera 4K. Hierbei haben wir interessante Neuigkeiten zur Dual Native ISO Funktion, zur 5“ Touchscreenbedienung, zum Gimbalbetrieb, zur allgemeinen Ergonomie u.a. mitgebracht ...

// 10:00 Fr, 7. Sep 2018von

Wir hatten Gelegenheit zu einem ersten Hands On mit der von vielen ungeduldig erwarteten Blackmagic Pocket Cinema Kamera 4K. Hierbei haben wir interessante Neuigkeiten zur Dual Native ISO Funktion, zur 5“ Touchscreenbedienung, zum Gimbalbetrieb, zur allgemeinen Ergonomie u.a. mitgebracht ...





Ergonomie und Bedienung

Beim ersten in die Hand nehmen der neuen Blackmagic Pocket Cinema Kamera 4K wird deutlich, dass man es hier mit einem völlig neuen (RAW-)Werkzeug von Blackmagic Design zu tun hat: Größere Sensorfläche i.Vgl. zum Vorgänger, riesiges 5“ Display, Lossless RAW Recording auf CFast, Mini-XLR-Audio-Funktionen, USB-C Recording u.a. bedeuten den Einzug eines völlig neuen Formfaktors in das aktuelle Kameralineup von Blackmagic Design.


 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018 : Pocket Handheld

Während der Vorgänger mit seinem S16 Sensor bei knapp 13cm Länge und 355gr. Gewicht noch als Smartphone-Formfaktor durchging, ist die 4K Pocket mit knapp 18 cm Länge bei doppeltem Gewicht deutlich im DSLR Segment angekommen: Die Pocket Cinema Kamera 4K liegt satt und angenehm solide in der Hand (722g). Hierzu trägt vor allem auch der ergonomisch gelungene Handgriff bei. Zumindest User mit größeren Händen werden schnell mit der Pocket Freundschaft schließen.



Das gilt auch für das ergonomisch sinnvoll im Handgriff integrierte Zeigefinger-Drehrad, das auch als Multi-Funktions Navigator dient. In der Aufnahmepraxis bedeutet dies: Mit dem Daumen auf dem Touchscreen via Shortcut den zu verändernden Parameter wählen und dann via klickbarem Zeigefinger Drehrad den gewünschten Wert auswählen und einstellen. Für uns ein ziemlich cleveres Zusammenspiel zwischen digitalem Touchscreen und mechanischem Drehrad. Wir haben diese „hybride Bedienung“ vor Ort mit FPS, Verschlusswinkel/Shutter, Weißabgleich und ISO ausprobiert und sofort schätzen gelernt.


 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018 : Pocket Sigma 18 35Cine

Wir konnten die BMD Pocket 4K beim Hands-On in diversen Licht-Settings und diversen Setups im Betrieb begutachten (aber leider keine Testaufnahmen für die eigene Auswertung mitnehmen). Hierbei haben wir die Pocket sowohl mit kompakten MFT-Objektiven als auch mit Cine PL-Objektiven wie dem Sigma 18-35 T2 und Cooke S35 Objektiven im Cine-Setup am Wickel gehabt und damit auch einen kurz Einblick in ganz unterschiedliche Bedienkonzepte der Pocket 4K erhalten.



Für Interviews, Industrie-Film sowie allgemein Projekten, in denen schnelle Kamerabedienung gefragt ist, dürften vor allem native MFT-Zoom-Objektive in Frage kommen. Mit dem MFT Lumix Zoom haben wir ein bißchen mit dem One-Push AF-Button der Pocket 4K rumgespielt und fanden ihn für eine One-Stop unkomplizierte Schärfefindung völlig brauchbar – Dauer-AF-Performance wie von aktuellen spiegellosen Kameras sollte man hier nicht erwarten. Für entsprechend schnelle Turnovers wurde das neue Extended Video ProRes geschaffen, dass wir in einem solchen Zusammenhang hauptsächlich nutzen würden.


 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018 : PocketimCine Rig



Richtig wohl gefühlt haben wir uns bei diesem kurzen Hands-On mit der Pocket vor allem im Cine-Setup auf dem Stativ. Für uns funktioniert hier das Gesamt-Packet der Pocket am besten: Der große 5“Monitor, die Gewichtsbalance im Verbund mit schwereren Objektiven und das hochwertige interne Aufnahmeformat bis zu 4K DCI Lossless RAW in 60(!)p. Für Cine-Setups ist die Pocket 4K damit für uns ganz klar die neue „Einstiegsdroge“.



Zwar war die Distellery in die Blackmagic zum Pocket 4K Hands On geladen hatte nicht der ruhigste Ort um Kamerageräusche kritisch zu begutachten, aber was wir vom Lüfter der Pocket 4K gehört haben oder besser NICHT gehört haben, klang recht vielversprechend. Blackmagic scheint das Thema Kühlung bei der Pocket 4K mit einem vergleichsweise leisen Lüfter im Griff zu haben. Zudem haben wir es nicht geschafft, ihn unter Vollast mit 60P Material zum lauteren Betrieb zu reizen. Entsprechend hat Blackmagic uns auch vor Ort bestätigt: Der Lüfter dreht konstant und hat keinen High-Power-Modus was für Drehs in ruhigen Umgebungen durchaus von Belang sein könnte.



Den 5“ Monitor der Pocket 4K haben wir nur kurz bei Tageslicht testen können. Die Größe hilft auf jeden Fall auch bei hellem Umgebungslicht. Das Reflexionsverhalten würden wir in etwas auf dem gleichem Niveau einordnen wie das Klappdisplay der Panasonic GH5S die wir zum Vergleich und als Foto-Kamera vor Ort mit dabei hatten.





False Color und Dual Native ISO

Für uns klar ein Highlight an der Pocket Cinema 4K sind die an Bord befindlichen Belichtungstools – und hier vor allem False Color (auch das Histogramm hat es in die Pocket reingeschafft). Der große 5“ Monitor ist ideal für False-Color Belichtungseinstellungen weil man hier genügend Raum und Auflösung (1920x1080!) hat, um das Bild auch im Detail beurteilen zu können.



Die Pocket Cinema 4K dürfte damit die günstigste uns bekannte Kamera sein, die über eine integrierte False Color Funktion verfügt.



Dual Native ISO Funktionen sind jetzt schon eine Weile bei Kameras mit entsprechend ausgestatteten Dual Circuits Schaltungen verfügbar - doch auch hier haben wir für Pocket 4K-Interessierte neues erfahren: Bekannt ist, dass Blackmagic die Dual Native ISO Werte der Pocket 4K bei 400 und 3200 ISO angibt. Der Spannungswechsel erfolgt jedoch zwischen den beiden Dual Native ISO-Stufen bereits bei 1.250 ISO - wie man auch dieser BMD-Grafik zur Pocket 4K entnehmen kann:


 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K: RAW, Dual Native ISO, Bedienung, Verfügbarkeit // IBC 2018 : BMDPocket4K DualNativeISO

Für die Belichtungspraxis mit der Pocket 4K bedeutet dies, dass wer bereits knapp unter 1.250 ISO agiert und mit Noise in Schattenbereichen zu kämpfen hat vermutlich mit ISOs oberhalb von 1.250 besser fährt.



Wir haben vor Ort uns auch kurz das unterschiedliche Rauschverhalten diverser ISO-Stufen angeschaut, um für uns ein noch max. brauchbares ISO zu definieren (- also völlig subjektiv und an einem uns nicht vertrauten Monitor). Dies vorausgeschickt würden wir eine Grenze bei ca. 3-4.000 ISO ziehen. Setzt man zusätzlich noch Noisereduction in DaVinci Resolve ein, dürfte sich diese Grenze noch locker um ein Paar Stops nach oben verschieben lassen – mehr dann sobald wir einen ausführlichen Test mit der Pocket 4K machen können.







Noch zu klären

Die Blackmagic Pocket Cinema 4K Modelle, die wir für unser kurzes Hands On vor Ort zur Verfügung hatten, waren alle noch als Beta-Modelle aus Nicht-Serien-Produktion ausgewiesen. Entsprechend sind alle hier gemachten Aussagen noch unter einem gewissen Vorbehalt zu sehen.



Dies gilt auch für Beobachtungen unsererseits, wo wir noch etwas Klärungsbedarf sehen. Hierzu zählen:



Eine Latenz beim Audiomonitoring am Kopfhöreranschluss wie wir es auch von der Ursa Mini 4.6K kennen (bei 24, 25 30p stärker – bei 50/60p geringer), ebenfalls ein Delay beim HDMI-Out-Signal (was auch an der HDMI-Signal-Verarbeitung des Sony Bravia TVs vor Ort gelegen haben kann) und die Eignung für den Einhand- Gimbal Betrieb wie bsp. dem Ronin-S (durch die Länge der Pocket Cinema 4K Kamera können hier asymetrische Baseplates oder spezielle Offset-Lösungen notwendig werden, um genügend Abstand zum seitlichen Gimbalarm für die Tarierung der Pocket 4K zu erhalten).



Mehr hierzu, sobald wir ein Serienmodell haben testen können.





Verfügbarkeit und (vorläufiges) Fazit

Mehr (RAW)Kamera für´s Geld dürfte derzeit nirgendwo zu finden sein. Man muss sich das immer wieder neu vor Augen halten: Für eine UVP von 1.399 Euro erhält man mit der Blackmagic Pocket Cinema 4K ein Kamerasystem mit interner 4K Cine 60p Lossless Raw Aufnahme, mit dem man quasi sofort loslegen kann und dies auch in Sachen Postproduktion weil Blackmagic eine gratis Vollversion von DaVinci Resolve 15 (UVP solo = 325,- Euro) dazulegt. Mit den neuen Blackmagic LUTs entfaltet die Pocket ihr volles Potential tatsächlich dann auch in Resolve 15 – die Pocket 4K und DaVinci Resolve 15 sind hier als eine Art integriertes (RAW)System zu sehen. Wer hingegen Vollformat-Ästhetik benötigt, muss woanders suchen.



Entsprechend schwierig dürften auch Vergleiche mit Kameras wie der GH5S (UVP = 2.499,- ) oder der Sony A7III ( UVP = 2.299 Euro) ausfallen - nicht zuletzt weil diese preismässig eigentlich bereits in einer anderen Klasse angesiedelt sind.



Die Pocket Cinema 4K Kamera besitzt auf jeden Fall erneut das Potential, den Einstieg in die Cine-Welt neu zu definieren - wir sind schon sehr gespannt auf den Test des Serienmodells.



Verfügbar soll die Pocket Cinema 4K bereits im September diesen Jahres sein – wir spekulieren auf erste Auslieferungen in der 3. / 4. Septemberwoche – mehr hierzu, sobald wir genaueres wissen.


Leserkommentare // Neueste
Sammy D  //  12:56 am 13.12.2018
Um mich selbst zu zitieren. Das Tentacle-Kabel funktioniert problemlos und synct den TC externer Quellen - alles automatisch. Man muss nur im Display auf den TC klicken, um...weiterlesen
mash_gh4  //  17:52 am 7.10.2018
das ist eine ziemlich interessante frage, die ich mir auch immer wieder stelle. wenn man die globalen verkaufszahlen von MFT consumer cameras heranzieht und sie mit dem in...weiterlesen
wolfgang  //  17:21 am 7.10.2018
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