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Grundlagen : Was ist ETTR und wann macht es Sinn?

von Di, 17.Dezember 2019 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Ist ETTR nicht einfach Zebra-Belichtung?
  Mehr Dynamik = größerer Entscheidungsspielraum
  RAW und Log
  ETTR - den Belichtungsspielraum voll ausreizen
  Heller = weniger Rauschen = höhere Qualität



Heller = weniger Rauschen = höhere Qualität



Doch eine Blendenstufe ist nicht gleich Blendenstufe: Nicht nur, dass die niedrigeren Blendenstufen weitaus weniger Tonwertabstufungen haben - sie sind noch mit einem anderen Problem belastet: Wenn eine Blendenstufe nur wenige Abstufungen hat, sind diese viel anfälliger für Fehlmessungen, die wir mal salopp als Rauschen bezeichnen wollen. Denn je weniger Messwerte eine Blendenstufe aufweist, desto mehr fällt ein einzelnes falsch gemessenes Elektron auf.

Deswegen ist eine Blendenstufe im Sensor in der Regel sauberer, je höher sie in der Helligkeit liegt. Auch ohne diesen theoretischen Background dürfte es für die meisten Filmer nachvollziehbar sein, dass man in den dunklen Bereichen eines Motivs (also in den tieferen Blenstufen) meistens ein deutliches Rauschen wahrnehmen kann, welches man in den hellen Bildbereichen in der Regel nicht findet.

Und genau darum macht es Sinn sein Motiv möglichst in den qualitativ besten (= hellsten) Blendenstufen aufzuzeichnen und diese in der Nachbearbeitung "tiefer zu legen". Nur dies garantiert den Sensor wirklich mit bester Qualität auszureizen.

Wichtig ist hierfür allerdings auch ein funktionierendes Color-Management in der Nachbearbeitung. Denn nur allzu leicht verändern sich die Farben beim Absenken der Helligkeit. Nur ein korrekt eingerichteter Farbworkflow kann für konstante Farben sorgen und nur dann macht ETTR auch wirklich Sinn. Hier einmal ein Beispiel, wie sich ETTR auf den Waverform-Monitor eines Motivs auswirkt:



Das linke Bild wurde mit ETTR überbelichtet und dann wieder auf eine normale Belichtung "zurückhgeholt", während das rechte Bild schon in der Kamera korrekt belichtet wurde. Man sieht dabei im Waverform-Monitor sehr klar, wie positiv sich ETTR auf das Rauschen auswirkt. Mehr zu diesem Testaufbau gibt es hier bei uns nachzulesen: Ursa Mini 4.6K korrekt belichten: Zebra, False Color….

Abschließend sollte man nicht unerwähnt lassen, dass sich Zebra und ETTR in der Praxis gut ergänzen, jedoch gleichzeitig eine beliebte Fehlerquelle darstellen. Denn das Zebra in der Kamera ist oft darauf eingestellt, die Überbelichtung für 8 Bit/Rec709 Farbräume anzuzeigen. In solchen Fällen zeigt es dann bei der Log/RAW-Aufzeichnung eine Überbelichtung an, obwohl man sich noch weit von der eigentlichen RAW-Clipping-Grenze befindet.

Wer mit ETTR filmen will, sollte daher vorher die Kamera so einstellen, dass in Zebra, Histogramm und/oder Waveform-Monitor der Clipping Punkt auch wirklich zuverlässig für eine Log- oder RAW-Aufnahme dargestellt wird.


RAW und Log / ETTR - den Belichtungsspielraum voll ausreizen


4 Seiten:
Einleitung / Ist ETTR nicht einfach Zebra-Belichtung? / Mehr Dynamik = größerer Entscheidungsspielraum
RAW und Log / ETTR - den Belichtungsspielraum voll ausreizen
Heller = weniger Rauschen = höhere Qualität
  

[43 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Paralkar    15:37 am 21.12.2019
Du verlierst aufjedenfall kein Dynamikumfang durch ne ETTR Belichtung, klar kriegste nicht alles rein sobald das Motiv ein höheren Konstrast hat, als die Kamera aufzeichnen kann...weiterlesen
Huitzilopochtli    12:08 am 20.12.2019
Ja, das meine ich. Technisch klingt das alles toll und logisch, ein schönes Bild hab ich von ihm aber noch nicht gesehen. Is auch kein Problem, da diese Empfehlungen generell...weiterlesen
Axel    11:52 am 20.12.2019
Die von Alistair Chapman veranstalteten Tests mit Graukarte und allem möglichen Gedöns beziehen sich nach meiner Erinnerung in erster Linie auf 8-bit und ab welcher...weiterlesen
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