Logo
///  >

Praxis : Ursa Mini 4.6K korrekt belichten: Zebra, False Color…

von Di, 25.Oktober 2016 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  False Color
  Zebra
  Externer Belichtungsmesser
  Histogramm
  Belichtungsumfang der URSA Mini 4.6K
  ETTR vs False Color
  Daumenregeln Belichtung Ursa Mini 4.6K inkl. ETTR vs False Color

Die Ursa Mini 4.6K von Blackmagic Design verfügt über Zebra-, False Color- sowie Histogramm-Anzeigen. Wie funktionieren diese Belichtungs-Tools, welche Strategien bieten sich für die optimale Belichtung (ETTR vs False Color) an und wie viele Blenden Reserve ergeben sich in der Praxis?

Kurz vorab: Die URSA Mini 4.6K ist für uns in erster Linie eine RAW-Kamera. Sie bietet als eine der wenigen S35 Cine-Kameras am Markt die interne Aufzeichnung von RAW ohne Zusatzrecorder an und genau das sehen wir als einer ihrer großen Vorteile. Wer sich bei RAW um zu hohe Datenraten sorgt, findet im von uns hier auch bei allen Aufnahmen genutzten 4:1 Raw eine Datenrate, die bei gleicher Auflösung fast genau der von ProRes HQ entspricht. Alle hier gemachten Aussagen beziehen sich in Erster Linie auf RAW (4:1) Aufnahmen.



False Color



False Color stellt unserer Meinung nach die mächtigste, kamerainterne Funktion für die Beurteilung von Belichtung zur Verfügung. Ihr Vorteil liegt in einer schnellen Erfassung der Verteilung von Licht über den gesamten Bildausschnitt im Gegensatz zur nur selektiven Erfassung von bsp. Zebra-Levels.

False Color Display am Monitor der Ursa Mini 4.6K



Die selektive Funktionsweise von Zebra ist hingen auch ihr Vorteil, weil sie auch während der Aufnahme genutzt werden kann, was bei False Color max. nur mal kurz zwischendurch möglich ist, wenn man nicht "blind" drehen möchte.

Auch für eine möglichst schnelle Einrichtung von Licht am Set eignet sich die False Color Anzeige hervorragend. False Color mag zwar nicht so genau sein, wie wenn man extern eine Spotmessung auf Graukarte oder diverse Lichtmessungen vor Ort vornimmt – aber um zu prüfen, ob das Kontrastverhältnis zwischen Highlights und Schatten in einer Szene passt oder ob großflächige Schatten- und Lichtbereiche bereits problematisch werden, gibt es derzeit kaum ein schnelleres, effektiveres Tool.

Die False Color Funktion der Ursa Mini 4.6K lässt sich auf vier unterschiedliche Weise aufrufen:

1. via Kameramenü „MONITOR / LCD / FALSE COLOR ON/OFF
2. via Kameramenü „MONITOR / Fron SDI / FALSE COLOR ON/OFF
3. via Kameramenü „MONITOR / Main SDI / FALSE COLOR ON/OFF
4. via zuvor im Kameramenü „SETUP / SET FUNCTION BUTTON / False Color“ zugewiesener Funktionstaste

Die False Color Funktion (und das Zebra-Signal) kann bei der Blackmagic Design Ursa Mini 4.6K nicht auf ein bestimmtes Signalprocessing gelegt werden. Das bedeutet, es funktioniert (anders als bsp. bei ARRI) unabhängig von einer eingestellten, internen LUT.

Wer bereits an anderen Kameras mit False Color gearbeitet hat, dürfte sich trotzdem auch bei der URSA Mini 4.6K schnell zurecht finden. Das grundsätzliche Farbschema bleibt gleich - auch wenn sie die Grenzen von Kamera zu Kamera leicht unterscheiden. Hier die False Color Tabelle von Blackmagic Design für die Ursa Mini:

False Color Chart Blackmagic Ursa Mini



Bei False Color liegen unserer groben Messung nach zwischen grün und blau ca. 6 Blenden und zwischen grün und gelb 6 Blenden. Eine Szene, in der sowohl blau als auch gelb vorkommt hat also mind. 12 Blenden Dynamikumfang.

Bei der False Color Belichtung ist für unseren Zusammenhang vor allem die eine Blende oberhalb der normierten Middle Grey Belichtung interessant: Also die rosa Farbkodierung für die postulierte optimale Belichtung kaukasischer Hauttypen. Ob das tatsächlich auch die „beste Belichtung“ im Zusammenhang mit Hauttönen bedeutet, versuchen wir im Kapitel weiter unten „ETTR vs False Color“ zu klären.

Ursa Mini 4.6K mit OLED Viewfinder auf dem Sachtler FSB 10



Für einen schnellen Zugriff auf die False Color Funktion der Ursa Mini 4.6 K empfehlen wir sie entweder auf einen der drei Funktionsbuttons des hervorragenden URSA OLED-Viewfinders zu legen oder - wenn dieser nicht zur Verfügung steht - auf einen der beiden Funktionsbuttons am Display. (Und da man eigentlich nie genug Funktionsbuttons haben kann, plädieren wir hier auch nochmal für Soft-Funktionsbuttons auf dem Touchdisplay - bei den RED-Displays funktioniert das ziemlich gut – aber das ist ein anderes Thema ...)

Zebra / Externer Belichtungsmesser


5 Seiten:
Einleitung / False Color
Zebra / Externer Belichtungsmesser
Histogramm / Belichtungsumfang der URSA Mini 4.6K
ETTR vs False Color
Daumenregeln Belichtung Ursa Mini 4.6K inkl. ETTR vs False Color
  

[14 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
wolfgang    00:43 am 29.10.2016
Ok, danke. Noch einen schönen Urlaub. Klingt für mich in Summe recht ähnlich zur FS7.
rob    09:40 am 28.10.2016
Hallo Wolfgang, - nur mal knapp aus dem Kurzurlaub heraus: Es stehen bei der Ursa Mini 4.6 K mehr als 6 Blendendstufen nach oben und nach unten zur Verfügung (zumindest, wenn...weiterlesen
wolfgang    08:43 am 27.10.2016
Einverstanden, das ist ja gängige Praxis, vermindert Rauschen und weist den Tieftönern mehr Tonwerte zu. Nur würde mich eben im Fall der URSA noch interessieren, wieviele...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Praxis: Hands-On: DJI Quadrocopter Inspire 2 + X7 und Interview mit Top-Pilot Ferdinand Wolf Mi, 29.November 2017
DJI hatte zum Drohnenworkshop nach Italien geladen: Für ein Hands-On mit der neuen Inspire 2 sowie der neuen raw-fähigen S35 Kamera: X7. Wir hatten selbst Gelegenheit, die neue Inspire 2 testweise zu fliegen und mit der X7 zu filmen. Neben viel Tech-Talk zur X7 und Inspire 2 geht es im Interview auch um Einsteigerfragen ins Drohnenfliegen, Europäische Fluggenehmigungen im Vergleich u.v.m.
Grundlagen: Wann hat eine Kamera (bei slashCAM) sehr gute Bildqualität? Di, 2.Juni 2020
Auch wenn bei der Bildästhetik vieles im Subjektiven liegt: Es gibt objektive Kriterien, die bestimmen ob die Bildqualität einer Kamera gut oder schlecht ist. Wir klären einmal grundsätzlich, wie wir das bei slashCAM sehen...
Test: Canon EOS C300 Mark III in der Praxis: Hauttöne, 10 und 12 Bit (internes) RAW und 10 Bit XF-AVC LOG Recording …. Teil 1 Do, 7.Mai 2020
Wir hatten Gelegenheit die neue Canon EOS C300 Mark III vor dem Verkaufsstart zu testen und waren besonders gespannt auf die interne 10 und 12 Bit RAW Aufzeichnung inkl. neuem Dual Gain Sensor. Doch auch für dokumentarisches Arbeiten bringt die Kamera vieles mit.
Test: Canon EOS C300 Mark III - Neue S35 Referenz in der 4K-Signalverarbeitung? Mi, 6.Mai 2020
Die dritte C300 weist auf dem Papier bemerkenswerte technische Daten auf. Wir konnten schon mal einen ersten Blick auf die Sensor-Qualitäten von Canons neuem S35-Flaggschiff werfen.
Test: Panasonic EVA1 5,7K RAW mit dem Blackmagic Video Assist 12G HDR Fr, 3.April 2020
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 3: Ergonomie, Vario ND, Zubehör für die FX9 und finales Fazit Mi, 22.Januar 2020
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 2: Hauttöne, Bildeindruck, S-Cinetone, S-Log 3 u.a. Fr, 10.Januar 2020
Test: Sony FX9 in der Praxis - Teil 1: Der beste Autofokus im professionellen Vollformat-Kamerasegment? Fr, 3.Januar 2020
News: Die neuesten Infos zu REDs neuer Komodo Kamera: 6K mit 40 fps und ein Global Shutter Modus - kommt sie bald? Mi, 20.November 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II - die beste Doku-Kamera? Ergonomie, Stabilisierung, Sensorreadouts und Fazit - Teil 2 Mo, 18.November 2019
Test: Vollformat RAW für 2000 Euro? Die Sensor-Bildqualität der Sigma fp in 4K und FullHD Do, 14.November 2019
Test: Canon EOS C500 Mark II: Modulare Vollformat-Kamera mit 6K RAW und Dual Pixel AF - Teil 1: Hauttöne, Autofokus Do, 24.Oktober 2019


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 26.November 2020 - 18:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*