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Videodownloads bei Wal-mart (US only)

[13:49 Mi,7.Februar 2007 [d]  von ]    

Irgendwie scheint gerade Filmvertrieb ein heißes Thema zu sein. Das meiste Geld wird mit einem Film ja längst nicht mehr an den Kinokassen gemacht, sondern u.a. durch den DVD-Vertrieb. Hier toben bekanntlich Sukzessionskriege, und welches FormatFormat im Glossar erklärt sich als Nachfolger der 4,7 GB-Scheibe durchsetzen wird, hängt wie immer von mehreren Faktoren ab. Manche Stimmen erinnern beispielsweise wie berichtet an die Rolle der Porno-Industrie, als VHS gegen Betamax gewann, aber mit Breitband-Internet in jeder Stube sieht die Lage sowieso deutlich anders aus.


Daß das Netz eine große Rolle in Sachen Filmvertrieb spielen wird ist klar, und nicht nur à la Netflix, wo noch mit physikalischen Trägern operiert wird (= DVDs per Netz bestellen und zurückschicken). Die sich selbst zerstörende Flexplay-DVD, die dem Verbraucher den Gang zur Post für den Rückversand ersparen sollte, kam nicht gut an. Nein, das Schlüsselwort für die Zukunft lautet: Download. Und auf dem Gebiet brodelt es ja gewaltig, letztes Jahr beispielsweise kaufte Google Youtube für gut anderthalb Mrd. Dollar. Hier geht es zunächst mal um einen anderen Markt, nämlich den mit "user generated online video" (ugov), der laut Screendigest in 2006 geradezu explodierte, sodaß etwa die Hälfte aller angeschauten Onlinevideos auf dieses Segment zurückgehen (wieder US-Zahlen). Wie sich das in Geld umwandeln läßt, ist allerdings noch unklar. Nur 15% der Einnahmen wurden über "ugov" generiert.
Aber auch die Filmindustrie geht gezwungernermaßen verstärkt in Richtung Video-Downloads, und zwar nicht nur zu Promozwecken (angetrieben durch Tauschbörsen, behindert durch die Copyright-Problematik). Jetzt hat z.B. Wal-mart einen Download-Service für Filme und TV-Shows in DVD-ähnlicher Qualität gestartet, auf den allerdings nur von Amerika aus zugegriffen werden kann. (DVD-ähnliche Qualität heißt ja meistens: in schlechterer Qualität -- die Filmdateien sollen zw. 500 MB bis ein GB groß sein.) Dazu ist es interessant zu wissen, daß etwa 40% aller DVD-Käufe in Amerika über Wal-mart laufen -- hier steigt also ein Big Player ins Geschäft ein, der es auch als erster geschafft hat, alle großen Studios in sein Boot zu holen, aber wiederum weder diesen noch sich selbst das Geschäft mit den Scheiben zerstören möchte. Das zeigt sich vor allem in der Preisgestaltung, denn mit Preisen zwischen ca 10-15 Dollar pro Film liegt man nicht weit unter den DVD-Preisen. Dafür können die heruntergeladenen Filme nur von PCs abgespielt werden, nicht von Macs, erst recht natürlich nicht von Linux-Kisten, aber auch nicht von DVD-Playern, was ein echtes Manko ist. Im Grunde ist der Plural von PCs in diesem Fall auch mißweisend, denn aus Lizenzgründen kann natürlich nur derjenige PC, der bei Wal-mart registriert ist, einen heruntergeladenen Film abspielen. Die verwendete DRM-Technologie geht auf Microsoft zurück, als Player kann nur der Windows Media Player ab v.10 verwendet werden, bzw. ein Wal-mart-Derivat davon. Im Preis ist auch nur der Film selbst enthalten und nicht die diversen Zusatzclips, die auf DVDs zu finden sind.
Alles in alles also keine wirklich attraktive Option zur DVD, auch wenn die jeweiligen Downloads zeitgleich mit den DVD-Releases starten sollen. Ein weiterer Schritt in eine eindeutige Richtung ist es aber allemal, und es wird interessant sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Link mehr Informationen bei mediadownloads.walmart.com

  
[2 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Anonymous    01:39 am 12.2.2007
Soweit mir bekant ist, hat Sony Betamax die Vorherrschaft aus zwei verloren, 1.) Sony wollte genau wie Heute keine Lizenzrecht vergeben, während VHs da wesentlich grosszügiger...weiterlesen
Anonymous    16:52 am 7.2.2007
Die 10 bis 15 Dollar finde ich für amerikanische Verhältnisse schon sehr viel. Ich kenne das mit den DVDs beim WalMart in den USA so, das es da meisten zwei große Kisten mit...weiterlesen
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