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Premiere Industriestandard?



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Frage von achtpfund:


Als FCPX-User der ersten Stunde habe ich seit längerem den Eindruck, dass Adobes Premiere sich in der Industrie als Standard-Editing-Software durchgesetzt hat.
Das ist besonders an Bewerbungen und Stellenausschreibungen aber auch bei Anbietern von Plugins und Templates zu erkennen.

Ich arbeite auch gelegentlich mal mit Premiere, finde aber den Ansatz von FCPX nach wie vor intuitiver.

Was könnten die Gründe für diese Dominanz sein?
Ich tippe auf Adobes Abo-Modell und das gute Zusammenspiel mit After Effects in Verbindung mit den unzähligen Templates, die es dafür gibt.



Antwort von Darth Schneider:

Ich tippe eher auf das Gewohnheitstier Mensch und aufs Beriebssystem.;)

Premiere wird ja schon ne Weile im Pro Bereich genutzt und es kommt hat von der selben Firma wie After Effects. Das tönt schon mal bequem.
Und da Final Cut nur mit Apple Computern funktioniert ist doch klar das viel mehr Profis Premiere nutzen.
Gruss Boris



Antwort von cantsin:

achtpfund hat geschrieben:
Als FCPX-User der ersten Stunde habe ich seit längerem den Eindruck, dass Adobes Premiere sich in der Industrie als Standard-Editing-Software durchgesetzt hat.
Das ist besonders an Bewerbungen und Stellenausschreibungen aber auch bei Anbietern von Plugins und Templates zu erkennen.

Ich arbeite auch gelegentlich mal mit Premiere, finde aber den Ansatz von FCPX nach wie vor intuitiver.

Was könnten die Gründe für diese Dominanz sein?
Der Grund war der holprige Übergang von Final Cut Pro 7 zu Final Cut Pro X. Bis 2011 war FCP7 ein de-facto-Industriestandard, vor allem bei kleineren und mittelgroßen Produktionsfirmen und Freelancern. Dann kam vor zehn Jahren FCPX als völlig neues Programm und radikaler Bruch mit den FCP7-Bedienkonventionen (magnetische Timeline statt Multitrack etc.etc.). Ausserdem fehlten den ersten FCPX-Versionen wichtige Profifunktionen - u.a. für Projekt-Roundtrips -, während Amateurfunktionen (Preset-Looks etc.) damals sehr prominent im Interface platziert waren. Die Stabilität der ersten Versionen war auch nicht dolle.

Gleichzeitig wurde mit der Lancierung von FCPX das alte und damals stabilere/ausgereiftere Final Cut Pro ersatzlos vom Markt genommen.

Das führte zu regelrechten Schockwellen in der ganzen Video- und Filmbranche, und das dadurch zerstörte Vertrauen in Apple als Video-Editing-Softwarehersteller konnte sich davon nie mehr vollständig erholen.

Hätte Apple sich geschickter angestellt und die frühen Versionen von FCPX als Early Adopter-Software auf den Markt gebracht, den Verkauf und Support von FCP7 noch ein paar Jahre weiterlaufen lassen und erst eingestellt, als FCPX ausgereifter und etablierter war, wäre das alles nicht passiert.

Weil Premiere fast das gleiche Interface wie FCP7 hat (bzw. Premiere und FCP ursprünglich vom selben Software-Entwicklerteam entwickelt wurden), stieg man damals massiv von FCP auf Premiere um, oder kehrte (in den größeren Postproduktionshäusern) zu Avid zurück.








Antwort von rush:

Der Vorteil von fcpx das alles aus einer Hand kommt ist auch gleichzeitig sein Nachteil.

Denn ohne Apple Unterbau ist eine Nutzung quasi nicht möglich - Premiere oder auch Resolve laufen in mehreren Welten, das erweitert prinzipbedingt das Spektrum an potentiellen Anwendern da das Betriebssystem nicht die zu nutzende Software vorgibt.

Dank der M1 Plattform ist aber immerhin der Einstieg ins Apple Universum erschwinglicher geworden bei zugleich ordentlicher Performance - das war bspw. mit bisherigen Air's der Intel Generation nicht immer gegeben.

Ich habe mir vorgenommen in der kalten Jahreszeit Mal die Testversion von FCPX vorzunehmen - ein wirklicher Bedarf besteht dahingehend eigentlich nicht. Aber über den Tellerrand zu schauen kann bekanntlich nie schaden.



Antwort von Jott:

Ja, der holprige Start war unappelig. Das Einstellen des völlig veralteten fcp 7 mit seinem Code aus dem letzten Jahrhundert über Nacht hatte die Leute in Scharen zum bedienähnlichen Premiere getrieben, und Adobe hat die Chance gut genutzt. Logisch.

Apple hatte vielleicht nicht gedacht, dass die Leute sich dermaßen sträuben, ein anderes, neu gedachtes flutschiges Bedienkonzept für einen NLE zu lernen oder auch nur zu erkennen. Ist heute noch so. Alle "Profis" "wissen", dass es sich um ein kindisches Youtuber-Programm handelt, natürlich ohne es verstanden zu haben. Inzwischen dürfte es Apple egal sein, der Erfolg ist durchaus groß. Was Apple vielleicht absichtlich losgeworden ist, sind die größeren Post Producer, die mit ihren Netzwerken gepampert werden wollen und mehr nerven als Umsatz bringen. Kleiner Teil der Branche, wirtschaftlich ziemlich egal, aber natürlich laut.

Wie auch immer: Millionen sind glücklich mit fcp x, also was soll die Diskussion. Wer sich damit beschäftigen will, darf halt nicht den Fehler machen, den seit 2011 so viele machen: ein bisschen rumklicken, die komische Timeline nicht verstehen, Scheiß-Software schimpfen und tschüss. Gescheite Einstiegstutorials zum Groschenfallen gucken oder - wie unsere Vorväter - das Handbuch lesen sind gute Wege zum kennenlernen. Hinter dem etwas bunten Interface versteckt sich unglaublich viel, was man ohne Neugier und Handbuch/Schulung nicht finden wird.

Und den hier verstehe ich nicht: "das ist besonders ... bei Anbietern von Plugins und Templates zu erkennen." Echt? Man wird doch mit fcp-Plug Ins quasi zugeschissen?



Antwort von Pianist:

Ich nutze FCPX (auch durch Dein Zureden) ja nun seit mehreren Jahren ausschließlich, sowohl stationär als auch unterwegs, und bin komplett zufrieden. Alles geht, was ich brauche, und zwar total stabil, schnell und unkompliziert. Und das auch noch extrem kostengünstig.

Matthias



Antwort von Darth Schneider:

Also wenn jetzt FCX (endlich mal) mit BRaw umgehen könnte, dann würde ich mir gleich wieder eine Lizenz kaufen. Ich vermisse schon ein wenig den simpleren Apple Workflow bei Resolve. Aber Resolve wird diesbezüglich ja auch immer besser.
Mit Premiere bin ich persönlich nie so warm geworden.
Irgendwie hab ich immer das Gefühl ich bin im Photoshop..;)

Änlich gehts mir bei Windows Rechnern, für mich sieht fast jedes Windows Programm aus wie ein App für Textverarbeitung…
Gruss Boris



Antwort von cantsin:

FCPX hat sich nach 2011 seine Nutzerschaft fast von Null wieder aufbauen müssen, bei früheren FCP-Nutzern hat es z.T. immer noch einen schlechten Ruf.

Das ist genau der Grund, weshalb Firmen wie Microsoft stoisch an ihren Uralt-Interface-Konzepten festhalten und bei Versionsupdates alles vermeiden, was User nachhaltig verstören könnte. (Bei Linux gab's eine FCPX-ähnliche User-Traumatisierung mit der 3.0-Version des Gnome-Desktops, die mit dem 80er/90er-Jahre-Desktopparadigma und dessen Panel-, Icon- und Knöpfchen-Lebkuchenhaus-Putzigkeit gebrochen und eine wirklich moderne, aufgeräumte Nutzeroberfläche geschaffen hat. Das sorgte für soviel Verstörung, dass es mittlerweile ein halbes Dutzend Gnome-Forks gibt, die die klassische Desktopoberfläche wieder zurückbringen.)

Auch an unserer Hochschule mit ihren mehreren hundert Computerarbeitsplätzen z.B. läuft praktisch kein FCP mehr. Erst kam Premiere als quasi-1:1-FCP7-Ersatz, dann war es sowieso Teil des überall installierten Adobe CC-Pakets, so dass da niemand mehr nach anderen NLEs fragt. (Auch Resolve spielt bei uns AFAIK keine nennenswerte Rolle.)



Antwort von Darth Schneider:

Ein Freund von mir der Regional Tv macht, der sagt nur fast dasselbe.
Erst hatten die im Studio FCX, später frustriert, wegen Kompatibilitäts Problemen, alle Lizenzen ersetzt durch Premiere, jedoch mittlerweile hat er sich privat wieder eine Lizenz und ein Rechner von Apple gekauft, das in sein Büro gestellt und er sagt er schneidet nur noch damit, auch fürs Fernsehen.;)))
Gruss Boris



Antwort von rkunstmann:

Früher war Avid DER Standard, dann kam FCP bis Version 7, aber Avid galt vielen immer noch als professioneller. Ich weiß nicht, ob es heute noch DEN Standard gibt. Würde sagen eher nicht. Bei meinen Bekannten im Dokumentarfilmbereich geht die Reise im Moment tatsächlich eher zu Resolve, aber das ist meine kleine Blase; da hat auch noch keiner Premiere benutzt, sondern FCP X oder einige sogar noch FCP 7. Damals beim Launch von FCP X 2011 gab es ja auch diesen etwas unfreundlichen Beitrag bei Conan:)

https://www.youtube.com/watch?v=LxKYuF9pENQ



Antwort von andieymi:

Wenn, dann seh ich die Usergruppe von Premiere eher kleiner als größer werden.

Das war vor 5-10 Jahren, als gefühlt alle von FCP und Avid hin zu Premiere migriert sind, mittlerweile haben viele das Schiff schon wieder verlassen.



Antwort von Frank Glencairn:

Ist halt ne Frage von persönlichem Workflow und Vorliebe, sowie Prioritäten. Ich hab z.B. schon öfter gehört, daß der Grund um bei Premiere oder FCPX zu bleiben, die Plugins, Vorlagen und Templates sind, die es für Resolve so oft nicht gibt.

Prinzipiell können und machen die ja alle das selbe, und auf allen kann man jeden x-beliebigen Film schneiden.








Antwort von Blackbox:

Halb off topic:
Es mag ja Frevel sein, aber Premiere schafft es nach meinem Empfinden immer noch nicht ne akzeptable - geschweige denn schöne - weiche Blende hinzubringen.
Braucht mal zwar auch i.d.R. - je nach Genre - nicht oder extrem selten, aber wenn doch, dann ist das im Vergleich zu anderen Programmen recht hässlich und definitiv nicht 'smooth'.
Wenns mal nötig ist mach ich das dann ggf. bei nem Kollegen mit Avid oder Edius.
Aber o.k., scheint dem 'Industriestandard' wohl nicht zu schaden.



Antwort von soulbrother:

Das mit dem Blenden ist interessant, auch wenn es mir noch nicht aufgefallen ist bisher.
Da ich neben PP (CC) nur Pinnacle Studio nutze, mach ich aber zumindest damit mal nen 1zu1 Vergleich mit demselben Material und denselben Einstellungen.



Antwort von Axel:

Industriestandard?
Industrie bedeutet Großgewerbe. Man kann die Streamingdienste als Auftraggeber zählen, mit geringer werdenden Marktanteilen die Rundfunk"anstalten". Und "Kino"? Ein paar Studios in Hollywood, dem Boulevard der Dämmerung, und China Film Group Corporation in Peking.

Der große Rest ist Kleingewerbe, keine Industrie.

Das Wort "Industriestandard" selbst beschreibt nicht das höherwertigere Produkt, sondern die massenproduktionstauglichen Produktionsmittel. Warum schielt man darauf? Hat es noch irgend eine Aussagekraft?



Antwort von Darth Schneider:

Ja aber an den womöglich weltweit paar Millionen Klein Gewerblern verdient Adobe wahrscheinlich die meisten von ihren Brötchen.
Last die euch schmecken…;)
Gruss Boris



Antwort von Axel:

Axel hat geschrieben:
Industriestandard?
Industrie bedeutet Großgewerbe.
(...)
Hat es noch irgend eine Aussagekraft?
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Ja aber an den bestimmt paar Millionen Klein Gewerblern verdient Adobe wahrscheinlich die meisten von ihren Brötchen..;)
Zu den Marktanteilen hat cantsin schon das Wichtigste erwähnt. Bedeutet der höchste Marktanteil (=Verbreitung, aber in welchen definierten Benutzerkreisen? Wo beginnt der Großproduzent?), dass man Standard ist? Besagt er was über die Vor- und Nachteile, die die Software für dich hat?



Antwort von rush:

Es kann jedoch Sinn machen Software zu nutzen oder sich zumindest damit zu beschäftigen die im eigenen Umfeld verbreitet ist wenn man etwa jobmäßig schielt irgendwo einen Fuß hinein zu bekommen.

Wenn man super fit in fcpx ist - die potentiellen Arbeitgeber aber durch die Bank Premiere, Avid oder was auch immer nutzen ist es nicht verkehrt auch damit bereits Berührungspunkte zu haben.




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