Sennheiser MKH 8060 und 416: Klangpraxis

Für unseren Klangvergleich haben wir uns das MKH 8060 und das MKH 416 an unterschiedlichen Zoom Audio Recordern (Zoom H8 und H5) auf unterschiedlichen Achsen sowie auch mit Störgeräuschen von der Seite und mit Wind angehört.



Die Mikroposition war etwas Oberhalb des Sprechers (typische Angelposition) in einem gewöhnlichen nicht schalloptimierten (aber mit Regalwände und Teppich versehenen) Redaktionsraum – also in etwa so, wie wir das Mikro auch in der Praxis einsetzen. (und ja, wir sind auch der Meinung, dass man Richtrohr-Mikrofone für Voice-Over einsetzen kann aber das ist ein anderes Thema...).



Die Files haben wir der Einfachheit halber in höherwertigere MP3s konvertiert und bis auf eine minimale Pegelangleichung unbearbeitet gelassen.



On Axis



1. Sennheiser MKH 8060 / On Axis (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




2. Sennheiser MKH 416 / On Axis (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




Uns fällt es tatsächlich recht leicht, das MKH 416 herauszuhören. Der etwas trocken, härtere Klang mit der recht markanten Höhenbetonung ist „das“ Markenzeichen des Sennheiser MKH 416.



Im direkten Vergleich hierzu klingt das Sennheiser MKH 8060 deutlich ausgewogener. Man kann mehr Low-End und Mitten hören und insgesamt ergibt sich ein natürlicheres Klangbild. Während man beim MKH 416 eigentlich fast nie um etwas Nachbearbeitung herum kommt – selbst wenn man „nur“ ein neutrales Klangbild erreichen möchte - erhält man beim Sennheiser 8060 eine im Vergleich natürlichere Ausgangsbasis, die man in unseren Ohren problemlos auch unbearbeitet belassen kann.



Die Erklärung hierfür hatten wir uns bereits bei den Frequenzgängen der beiden Mikrofone im oberen Kapitel angeschaut. Während das MKH 416 mit einer stark definierten Höhenanhebung arbeitet, geht das MKH 8060 hier deutlich moderater und mit breiteren Mitten sowie einer minimal stärkeren Bassbetonung zu Werke. Out of the Box sehen wir beim Thema „natürlicher Klang“ das MKH 8060 klar vor dem MKH 416. Wer hingegen mehr Reserven für höhere Sprachverständlichkeit benötigt oder eine neutrale Ausgangsbasis im unteren Frequenzbreich (für entsprechende EQ-Sessions) zu schätzen weiss, ist mit dem MKH 416 nach wie vor gut beraten.



Off Axis



1. Sennheiser MKH 8060 / Off Axis (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




2. Sennheiser MKH 416 / Off Axis (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




Da das MKH 416 deutlich beim Pegeln vor Ort deutlich mehr Gain benötigt, als das MKH 8060, sollten unsere Off-Axis Aufnahmen mit dem MKH 8060 und den MKH 416 nicht als technisch einwandfreie Messungen betrachtet werden. In der Theorie mag das MKH 416 mit seiner etwas stärkeren Richtwirkung einen Tick mehr Dämpfung für Seitengeräusche bringen.



In der Praxis hören wir jedoch eher die unterschiedlichen Frequenzgänge. Während die Off-Axis vom MKH 416 erneut stark höhenbetont dämpft, agiert das MKH 8060 viel ausgewogener. Für unsere Ohren macht die ausgewogenere Dämpfung von Seitengeräuschen über ein möglichst breites Frequenzband in den meisten Fällen mehr Sinn. Von daher würden wir trotz der vlt minimal höheren Richtwirkung des MKH 416 eher zum MKH 8060 tendieren, wenn es um Aufnahmen in Umgebungen mit mehr Störgeräuschen geht.



Mit Seitengeräusch und Wind



1. Sennheiser MKH 8060 / Side Noise (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




2. Sennheiser MKH 416 / Side Noise (MP3 / 48 kHz, 16 Bit)




Das Thema „Dämpfung von Seitengeräuschen“ wird nochmal prägnanter, wenn wir eine Situation mit Wind und Störfrequenzen von der Seite schaffen. Normaler Weise würde man hier mit Windkorb und Fell arbeiten. Aber wir wollten einmal den Grenzbereich der Mikros ausprobieren und haben sie „nackt“ einem moderaten Windstrom und Ventilatorgeräusch von der Seite ausgesetzt. Eingesprochen wurde On-Axis.



Hier zeigt sich nochmal deutlicher das breitere Dämpfungsspektrum des Sennheiser MKH 8060. Während das MKH 416 deutlicher mit Windzug-Dynamik und dem Ventilator zu kämpfen hat, kommt das MKH 8060 hier sehr viel besser mit zurecht. Tatsächlich sind uns keine anderen Richtrohmikrofone in diesem Segment bekannt, die ein solch gutes Wind/Seitengeräusch-Blocking mitbringen – ziemlich beeindruckend und für uns damit ein weiterer Hinweis darauf, dass man das kompakte Sennheiser MKH 8060 zur Not auch mal direkt an der Kamera riskieren kann.






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