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Test : Sachtler FSB 10: Neuer Einstiegs-Fluidkopf im 100 mm Halbschalensegment

von Di, 31.Januar 2017 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Ausstattung / Handling
Payload 4-12 kg - für welche Kamera-Setups (und für welche nicht)?
Fazit



Mit dem Fluidkopf FSB 10 stellt Sachtler im professionellen 100 mm Halbschalenbereich seinen bislang günstigsten Stativkopf zur Verfügung. Mit einer Payload von 4-12 Kg richtet er sich an das heiß umkämpfte Segment aktueller S35 Cine-Kameras wie Ursa Mini 4.6K, Sony FS7, RED Scarlet-W, Canon C300 MKII, Panasonic VariCam LT u.a. Wir haben uns den neuen Sachtler FSB 10 Fluidkopf genauer angeschaut:



Zur Einführung vorneweg unser kurzer Counterbalancing Clip, bei dem wir für ein Kamerasystemgewicht von 7.8 kg vier von zehn zur Verfügung stehenden Gegengewichtsstufen (Counterbalance Steps) aktiviert haben:




Der auf der IBC 2016 erstmals in Europa gezeigte Sachtler Fluidkopf FSB 10 ersetzt im 100mm Halbschalen-Segment den DV 10 SB und stellt damit de facto Sachtlers Entry-Kopf im 100mm Bereich dar.

Von einem „Einstiegskopf“ zu sprechen, verfehlt allerdings den kameraseitig abgesteckten Anwendungsbereich. Mit Kameras wie der Sony FS7 oder der Canon C300 MKII sind die Gewichte von Kameras die mit dem Anspruch auftreten, zu den neuen Arbeitspferden für TV-Produktionen zu gehören, deutlich nach unten gewandert. Und damit verfügen immer noch weit verbreitete „legendäre“ Stativköpfe vom Schlage eines Video 20 – ebenfalls für 100mm Halbschalen ausgelegt – über reichlich nicht benötigte Payload und Gewicht. Der aktuelle Video 20 S1 (den Sachtler bereits 2010 für den Video-DSLR-Boom mit einer neuen, niedrigeren Counterbalance im Vergleich zum Original Video 20 ausgestattet hatte) wiegt knapp das Doppelte eines FSB 10 und kostet knapp das Dreifache (bei max 28 kg Traglast).

Wer in erster Linie mit der aktuellen Generation von Entry-Cine S35 Kameras unterwegs ist, dürfte nur selten über ein Kamerasystemgewicht von 12 kg kommen. Genau hier setzt der Sachtler FSB 10 ein.



Ausstattung / Handling



Der Sachtler FSB 10 Stativkopf kommt in zwei Varianten: Einmal mit Sideload- und einmal mit Toch&Go Mechanismus. Wir ziehen die Sideload Stativplatte vor, weil sie mit ihrem langen Verstellbereich und der leicht erhöhten Position ein größeres Spektrum an Kamerasetups ermöglicht.

Sideload-Mechanismus beim Sachtler FSB 10



Wer hingegen ausschließlich mit einer bestimmten Kamera (über DSLR-Größe) unterwegs ist und besonders schnelle Auf- und Abbauten bsp, im Newsbereich benötigt, mag mit der schnelleren Handhabung der Touch&Go Platte besser bedient sein.

Touch & Go-Mechanismus beim Sachtler FSB 10



An Dämpfungsstufen finden sich beim Sachtler FSB 10 jeweils (horizontal und vertikal) 5 Stufen verbaut. Die gewohnt groß dimensionierten, gerasterten Dämpfungsräder mit ihrer clever sowohl platzsparend als auch vor Schlägen geschützten Integration ins Kopfgehäuse zählen zu den seit vielen Jahren bewährten Sachtler-Designs und verrichten auch im FSB 10 zuverlässig ihren Dienst - und dies auch bei Temperaturen im Minusbereich, wo man die Dämpfungsstufen mit Handschuhen bedient.

Wir waren bei -5 Grad Celcius mit dem Sachtler FSB 10 unterwegs gewesen und die Fluiddämpfung funktionierte bei Schwenks genau so zuverlässig und weich wie bei Plusgraden.

10 Gegengewichtsstufen bei Sachtler FSB 10 Fluidkopf



In Sachen Gewichtsausgleich finden sich beim FSB 10 zehn gerasterte Stufen verbaut, die für Kameragewichte zwischen 4-12 kg ausgelegt sind (mehr hierzu im nächsten Kapitel).

Beleuchtete Libelle



Mittlerweile herumgesprochen habe sollte sich die bei fast allen Sachtler Fluidköpfen integrierte Beleuchtung der Libelle, die sich via kurzem Druck ein- und ausschalten lässt. Eine jener Funktionen, auf die man – einmal kennengelernt – nur noch schwer verzichten kann (- was allerdings jetzt auch andere Hersteller erkannt haben.)

Zu den ebenfalls kleinen aber feinen Funktionen zählen beim FSB 10 die in die oberen Kopfsektion integrierten ¼“ und 3/8“ Ersatzschrauben, die uns schon mehrfach gute Dienste erwiesen haben.

Ersatzschrauben beim Sachtler FSB 10



Für das Leveln verfügt der FSB10 über eine große Konterschraube, die gut in der Hand liegt und sichere Arretierungen des Kopfs erlaubt. Bei eng stehenden Beinen - was bei begrenztem Platzbedarf immer wieder mal vorkommen kann - würden wir uns allerdings eine etwas weiter nach unten geführte Kontermechanik wünschen. Hier kann man mit den Stativbeinen in`s Gehege kommen. (Mit der SpeedLevel Clamp, die mit ihren Klemmbacken deutlich weiter nach unten reicht, bietet Sachtler selbst auch eine entsprechende Alternative an.) Gerne hätten wir auch noch mehr Montage-Möglichkeiten am Sachter FSB 10 gesehen ( z.B. in Form von Gewinden mit Rotation-Lock für schnell mal angebrachtes Zubehör, wenn entsprechende Montage-Möglichkeiten an der Kamera fehlen).

Wie bereits beschrieben verfügt der FSB 10 Stativkopf über eine 100 mm Halbschalenaufnahme und hier lohnt es sich in Erinnerung zu rufen, dass die Größe der Halbschale weitreichende Folgen auch für das darunter befindliche Stativsystem hat. Wer sich beispielsweise bei der Entscheidung für ein Stativsystem zwischen 75mm und 100mm Halbschale befindet, sollte beachten, dass er mit der 75mm Aufnahme bei den Stativen merklich andere Leistungsdaten erhält.

Sachtler FSB 10 mit 100mm Halbschale



Während sich beispielsweise die Stativköpfe FSB 8 (75mm Halbschale) und FSB 10 (100 mm Halbschale) bei der maximalen Traglast nur um 2 kg unterscheiden, können zwischen einer 75 und 100 mm Halbschalenaufnahme bei den Stativen die doppelten Maximaltraglasten liegen ( z.B. Sachtler Speedlock CF 75 = max 20 kg versus Speedlock CF 100 = max 40 kg). Einziger Weg einen 75mm Stativkopf in einem größeren Stativ zu betreiben führt dann über Adapter-Lösungen (die Sachtler ebenfalls im Program hat aber über deren Praktikabilität wir nichts sagen können).

Wer im professionellen Umfeld mit Kameras wie der Canon C300 MK I+II, URSA MINI, Sony FS7, VariCam LT, den aktuellen REDs etc. unterwegs ist, dem raten wir auf jeden Fall zu einem Stativsystem mit 100 mm Aufnahme.



Payload 4-12 kg - für welche Kamera-Setups (und für welche nicht)?



In unserem oben bereits gezeigten Beispielclip zeigen wir mit einem Kamerasystemgewicht von insgesamt 7.8 kg ein typisches Setup für den Sachtler FSB 10. Da wir hier mit dem Zeiss Cp.2 und dem Cine Akku vergleichsweise kompakt bauen, benötigen wir für ein gut tariertes System lediglich 4 der 10 zur Verfügung stehenden Counterbalance Steps. Mit höheren Kameragewichten und vor allem mit längeren, schwereren Objektiven ( bsp eines der vielen auf der IBC vorgestellten Cine-Zooms von Zeiss oder Angénieux) sollte man keine Probleme haben, die weiteren Steps ebenfalls zum Einsatz zu bringen.



Wie bereits gesagt, richtet sich der FSB 10 explizit an die neue Klasse digitaler S35 Kameras wie der Sony FS7 (I und II), Canon C300 (MK I und II), Ursa Mini 4.6K, Panasonic VariCam LT, die aktuellen RED Kameras, etc.. Riggt man Leichtgewichte wie die Sony FS5 mit schwereren Objektiven, Cages und Monitor-Recordern hat man ebenfalls kein Problem, die minimalen 4 kg zu knacken. Eine ARRI Amira dürfte – ausgenommen besonders schwere Rigs mit großen Zooms, Funkschärfen, Cine Tapes etc. – ebenfalls kein Problem darstellen.

Im Gegensatz zu anderen Fluidköpfen (bsp. für größere Maximallasten: DV12 SB oder Video 15 SB oder für kleinere der FSB 8), die alle auch für leichte Kamerasetups ab 1kg ausgelegt sind, steigt der neue FSB 10 bereits mit 4 kg Minimalkameragewicht ein. Wer also häufig mit sehr unterschiedlichen Kamerasystemgewichten hantiert, muss entweder für leichtere Setups unterhalb von 4 kg einen extra Stativkopf dabei haben oder – zumindest bei Sachtler - doch in die höheren Fluidkopf-Klassen investieren.

All dies gilt wohlgemerkt für optimal austarierte Setups. Wir hatten auch mal die Canon 5D MK IV mit dem 24-105mm 1:4 auf dem FSB 10 und bei einer Counterbalance von 0 und einer maximalen vertikalen Dämpfungsstufe von 5. Hier kommt man zur Not auch mal zurecht - muss allerdings für alle vertikalen Kamerabewegungen mehr Führungskraft einsetzen und sollte keine weichen Stops erwarten.



Fazit



Mit dem neuen Fluidkopf FSB 10 schlägt Sachtler gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen stellt der FSB 10 mit einer UVP. von 1.900,- Euro den derzeit günstigsten Einstieg in die professionelle 100 mm Klasse bei Sachtler dar und zum anderen ist es genau der passende Kopf für das boomende Segment der neuen, leichteren S35 Digitalkameras. Im Hinterkopf sollte man beim Sachtler FSB 10 das 4 kg Minimal-Kamerasystemgewicht haben, das leichtere Kamerasetups - etwa im DSLR-Segment nicht bedient.

Wer hingegen vor allem mit Kameras wie der Sony FS7 oder Ursa Mini 4.6K unterwegs ist, erhält mit dem Sachtler FSB 10 einen bestmöglich hierauf abgestimmten Kopf. Dank hoher Verarbeitungsqualität und durchdachten Funktionen leistet sich der FSB 10 so gut wie keine Schwächen. Wenn Sachtler dann auch weiterhin seinem exzellenten Ruf für über Jahre zuverlässig arbeitendem Equipment treu bleibt, dürfte für viele die Investition in den neuen FSB 10 - wie häufig bei Sachtler - zu einem "No-Brainer" werden.


  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
rideck    11:44 am 31.1.2017
Also ich selbst benutze ein sehr leichtes Setup mit einem Video 20. Auch das funktioniert, wenn der Kopf ein wenig modifiziert wird. Ein kleines Schräubchen welches die...weiterlesen
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