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Test : ProRes RAW vs Nikon N-Log Hauttöne im Vergleich - Nikon Z6 und Atomos Ninja V in der Praxis

von Di, 25.Februar 2020 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  ProRes RAW: Hauttöne und Belichtung
  ProRes Raw in Final Cut Pro X 10.4
  Nikon Z6 und Ninja V ProRes Raw Setup
  Fazit

Die Nikon Z6 stellt die erste und bislang einzige Vollformat DSLM dar, die in der Lage ist, ProRes RAW im Verbund mit dem Atomos Ninja V aufzuzeichnen. Wir wollten wissen, wie sich die Aufnahme- und die Postproduktionspraxis mit ProRes Raw darstellt und ob sich überzeugende Hauttöne aus dem ProRes Raw Material herausholen lassen. Als Vergleich haben wir auch in Nikon-N-Log aufgenommen - mit Teils überraschenden Ergebnissen...




Vorab wie gewohnt unser Testclip zu ProRes Raw mit der Nikon Z6, den wir mit Caro an einem sehr windigen, kalten Tag mit schnell wechselnden Lichtverhältnissen in Berlin aufgenommen haben. Zum Einsatz kamen neben der Nikon Z6 der Atomos Ninja V, eine Atom X Mini-SSD von Angelbird und das Nikkor Z 24-70mm f2.8 S. Als Cage hatten wir den kompakten Nikon Z6 Half-Cage von SmallRig dabei, auf den wir den Ninja V recht optimal auf der linken oberen Seite mit einem Magic Arm befestigen konnten.

Nikon Z6


Nach unserem Testlabor-Artikel zu ProRes Raw und der Nikon Z6 waren wir besonders gespannt, wie sich ProRes Raw in der Praxis verhalten würde. Bei unserem Tageslichtdreh mit Caro haben wir extern sowohl in ProRes Raw HQ als auch mit Nikon N-Log in ProRes HQ aufgenommen.



ProRes RAW: Hauttöne und Belichtung



Derzeit bleibt es tatsächlich noch etwas Trial&Error bis mehr Erfahrungswerte bzw. ein besser definierter Workflow und Belichtungsstandards für ProRes RAW mit der Nikon Z6 vorliegen. Umso überraschter waren wir, dass man doch mit vergleichsweise wenig Aufwand zu recht brauchbaren Ergebnissen bei Hauttönen mit ProRes Raw kommt.

Nikon Z6 ProRes RAW


Der mittlerweile besser etablierte LOG/LUT Nikon-Workflow ist zwar immer noch die schnellere und vor allem verlässlichere Variante (sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Postproduktion) - aber wir hatten uns die Verarbeitung von ProRes RAW tatsächlich noch komplexer vorgestellt (- doch hierzu mehr im folgenden Farbkorrektur-Kapitel).

Für die Belichtung unseres ProRes Raw Materials haben wir auf die Waveform-Anzeige des NinjaV gesetzt. Wer den Ninja V auf HDR-Monitoring (PQ/HLG) schaltet, sollte beim Waveformmonitor bei den Highlights nicht über 800 IRE kommen. Alles was darüber liegt, riskiert Artefakte sowohl im Luma- als auch im Chromasignal. Wer hingegen die 100 IRE Skala aktiv hat, erhält fast schon etwas zu viel Reserve, wenn man hier unterhalb von 100 IRE in den Lichtern bleibt.

Nikon Z6 ProRes Raw


Sowohl bei unseren N-Log als auch bei unseren ProRes Raw Aufnahmen haben wir vorab einen manuellen Weissabgleich durchgeführt. Die Farbgebung unterscheidet sich erwartungsgemäß trotzdem recht deutlich, was man ganz gut im Vergleich zwischen dem luma-korrigierten ProRes RAW und dem nur mit der Standard Nikon N-Log LUT versehenen ProRes Material sieht.

Überrascht hat uns, wie weit man bereits mit dem Luma-korrigierten ProRes RAW Material ohne weitere Farbkorrektur kommt.

Nkon Z6 ProRes RAW, nur Luma-korrigiert


Für die Aufnahme-Praxis würden wie den Look und das Verhalten von ProRes RAW versus Nikon N-Log wie folgt einordnen: Die Kombination aus Nikon N-Log und der Standard Nikon 709 LUT (Z6 N-Log-Full to REC709 Full 33 V01-00) ist der schnellste Weg, um zu einer vergleichsweise neutralen, realistischen Anmutung zu kommen. Wie viele andere Rec709 LUTs geht auch die Nikon LUT eher knallig zu Werke. Wir empfehlen hier vor allem die Kontraste und die Rottöne bei der Farbkorrektur im Auge zu behalten.

Nikon N-Log, Nikon REC 709 LUT und schnelle Farbkorrektur


ProRes Raw würden wir derzeit und nach unseren Erfahrungen hier eher als eine Art kreative Look-Option begreifen. Wer z.B. für ein freies Projekt auf der Suche nach einem eigenen, neuen Look ist, und diesen nicht über viele unterschiedliche Shots möglichst einfach reproduzierbar und konsistent halten muss, findet in der derzeitigen ProRes Raw Implementierung ein weites Feld, das zum Experimentieren einlädt. Zudem macht ProRes Raw auf Grund seiner geringen Systemressourcen bei der Verarbeitung durchaus Laune (s. hierzu auch das nachfolgende Kapitel). Und auch wenn es sich nur schwer eindeutig greifen lässt: In der Farbkorrektur meinen wir mit ProRes Raw über einen Tick mehr Flexibilität in der Farbkorrektur zu verfügen als mit N-Log.

Wollte man also die aktuelle ProRes RAW Implementierung und Nikon N-Log für die Aufnahmepraxis bewerten, kämen bei uns in etwa folgende Schwerpunkte heraus: Nikon N-Log = realistische Anmutung und schneller, reproduzierbarer Workflow / ProRes Raw = kreativ/experimenteller Look, zeitaufwendiger und schwieriger konstant reproduzierbar.

ProRes Raw in Final Cut Pro X 10.4


Nikon Z6im Vergleich mit:

Listenpreis: 2298 €
Markteinführung: November 2018
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: Z-Mount

Platz 13 DSLR/DSLM Bestenliste
FUJIFILM X-T3
Listenpreis: 1499 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Panasonic DMC-G81
Listenpreis: 899 €
Micro Four Thirds

4 Seiten:
Einleitung / ProRes RAW: Hauttöne und Belichtung
ProRes Raw in Final Cut Pro X 10.4
Nikon Z6 und Ninja V ProRes Raw Setup
Fazit
  

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    13:59 am 25.2.2020
Hi Gedo, thx für your comment and for sharing the Scratch tip. Sounds interesting. Looking forward to testing that with more time at hand. I agree that monitoring at the...weiterlesen
pillepalle    13:50 am 25.2.2020
Vielen Dank für's Testen! :) Das das RAW Material einfach zu graden sei haben ja auch schon andere berichtet. Trotzdem wäre es natürlich schön wenn Nikon in absehbarer Zeit...weiterlesen
Gedo    13:33 am 25.2.2020
Hi, In my short experience with Prores Raw, monitoring the signal is really the most problematic part. Wafeform cannot be trusted. First of all, nobody talks that ISO in recording...weiterlesen
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update am 29.November 2020 - 15:02
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