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Test : Die Blackmagic Design URSA Mini 4,6K im slashCAM-(Mess-)Test

von Fr, 8.April 2016 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Einleitung
 Aus dem Messlabor

An der Kamera selbst hat sich erwartungsgemäß wenig gegenüber unserem letzten Test des günstigeren 4K-Schwestermodells getan. Gleiches Gehäuse, gleiches Handling, fast gleiche Menüführung bis auf die neuen Funktionen für den neuen Sensor.

Aufgefallen ist uns dennoch, dass sich die manchmal etwas nervende LED an der Rückseite des Displays bei unserem 4,6K-Modell im Menü auch dimmen, bzw. sogar ganz abschalten lässt. Wir hatten die permanent leuchtende LED noch am 4K Modell kritisiert, können diesen Menüpunkt vielleicht rückblickend auch einfach übersehen haben.

Die URSA 4,6K wird ohne Akku (aber mit Netzteil) ausgeliefert. Wer jedoch keine eigene Akku-Kabellösung einsetzen will, kann aktuell nur V-Mount-Akkus benutzen. Hierfür muss man jedoch obligatorisch die URSA VLock Battery Plate für 115 Euro hinzukaufen, ohne welche sich V-Mount Akkus nicht an der Kamera befestigen lassen.

Kritikwürdig bleibt in unseren Augen, die nur sehr grobe Akkustand-Anzeige, aber vielleicht ist bei der enormen Auswahl an Dritthersteller-Akkus eine exakte Prozent/Zeit-Angabe nur schwer zu realisieren. Alternativ ließ sich bei uns auch eine Spannungs-Anzeige des Akkus in das Display einblenden, jedoch will auch diese Zahl richtig interpretiert werden.

Ebenfalls vermisst man zum Herumtragen bei der nackten URSA Mini einen Griff an der Oberseite, der sich jedoch nicht einzeln erwerben lässt. Stattdessen findet er sich (zusammen mit einer Schulterauflage und einer Side-Handle-Verlängerung) im URSA Mini Shoulder Kit Paket für 465 Euro. Der Seitengriff selbst ist jedoch im Lieferumfang der URSA Mini.

Als tatsächlich großen Schritt empfinden wir die zusätzliche Möglichkeit RAW jetzt auch mit 4:1 Kompression zu filmen. Wir konnten die genannten Kompressionsraten jedoch nicht ganz nachvollziehen, haben allerdings hierfür auch viel schlecht komprimierbares Rauschen in unserem Testbild aufgezeichnet. In 24p RAW (ohne die Audio Datei) kamen wir bei unseren Aufnahmen auf ca. 255 MB/s für “pures” RAW (also quasi 1:1), auf 140 MB/s bei 3:1 und auf 105 MB/s bei 4:1. Einen visuellen Unterschied konnten wir zwischen den RAW-Stufen nicht erkennen. Die von uns hierbei eingesetzte SanDisk Extreme PRO CFast 2.0 Karte arbeitete dabei in allen Formaten problemlos mit.



Aus dem Messlabor



Doch kommen wir zum spannendsten Teil unseres Artikels, der Bildqualität. Schließlich suggeriert Blackmagic mit der krummen Sensorauflösung von 4,6K, dass die zusätzlichen Bayer-Pixel effektiv dazu genutzt werden können, um die grundsätzliche schwache Chroma-Auflösung typischer 1:1 Bayer-Readout-Sensoren auszubügeln. Unser slashCAM-4K Schärfe-Testchart deckt genau diesen typischen Problemfall auf, bzw. ab.

Das Downscaling gelingt intern in ProRES deutlich besser als bei allen Konkurrenten mit 1:1 Sensor-Readout (auch gegenüber Kameras aus dem eigenen Hause):



Diese Qualität hält sich übrigens über alle Frameraten. Gegenüber dem internen 4K-Skaling einer Samsung NX1 oder einer Sony A7R2 im 4K-Crop fehlen allerdings ein paar hauchfeine Nuancen in den Sweeps:

Die Samsung NX1 ist immer noch unsere 4K-Schärfe-Referenz.



Außerdem wird nach wie vor die typische Chroma-Verpixelung des Blackmagic Deinterlacing sichtbar. Allerdings deutlich unaufdringlicher als bei den 1:1-Readout-Modellen. Auf jeden Fall sind die debayerten Bilddetails definitiv um Klassen besser als alles, was wir bisher von Sensoren mit 1:1 4K-Sensor-Readout gesehen haben.

In RAW muss man sich selber um das Debayering kümmern. Hier einmal der Ausschnitt in 4,6K RAW:



Wie man sieht hatte unser Modell auch schon ein paar Dead Pixel, die in ProRES automatisch herausgefiltert werden.

Ohne weitere Eingriffe (die allerdings zahlreich möglich sind) sah bei uns eine korrektes UHD-Downscaling dann so aus:



Zur Schärfe lässt sich also sagen, dass die 4,6K nicht ganz so gute Chroma-Ergebnisse bringen, wie 5-6K Sensorauflösung. Doch dabei sollte man auch nicht vergessen: Diese 4,6K sind ein Kompromiss gegenüber einem 6K-Downsampling, der auf der Habenseite größere Sensel in einem perfekt genutzten S35-Bildkreis bietet, die für die grandiose Dynamik und gutes Low-Light-Verhalten sorgen. Und genau das sieht man dann auch bei wenig Licht...

Low-Light


Blackmagic Design URSA Mini 4,6Kim Vergleich mit:

Listenpreis: 5600 €
Markteinführung: März 2016
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: EF-Mount (aktiv)/PL-Mount/B4-Mount

Platz 16 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Blackmagic Design URSA Mini Pro
Listenpreis: 6800 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Panasonic AU-EVA1
Listenpreis: 8675 €
Super35 / APS-C

5 Seiten:
Einleitung / Aus dem Messlabor
Low-Light
1200 Lux / Rolling Shutter
Erstes Zwischen-Fazit / Keine Kritik?
  

[45 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
iasi    17:17 am 12.4.2016
Also wenn ich den DR nicht ausnutzen kann, ohne dass FPN zuschlägt, ist der DR eben doch ziemlich eingeschränkt. Unterbelichtung bedeutet doch nicht, dass man im Histogramm...weiterlesen
iasi    17:12 am 12.4.2016
Du bringst hier etwas durcheinander: Das eine ist das dann unterbelichtete Raw-Material, das andere ist das durch den hohen ISO-Wert hellere Vorschaubild auf dem Monitor. Anhand...weiterlesen
cantsin    16:06 am 12.4.2016
Ja, DSLRs arbeiten anders - bzw. hier zeigt sich wieder, dass 'Raw' nicht gleich 'Raw' ist. Bei den DSLRs wird das Raw-Signal später in der Verarbeitungskette abgegriffen,...weiterlesen
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