Nachdem die MAVO Edge 8K bereits seit einer Zeit auf dem Markt ist, schiebt Kinefinity mit der MAVO Edge 6K noch ein weiteres Vollformat Modell mit etwas geringerer Auflösung hinterher.
Im Gegensatz zu unserem letzten Test der Mavo LF ist der Markt der sogenannten Large Format Cinema Cameras mittlerweile deutlich angewachsen. Nicht nur, dass fast jeder wichtige Hersteller mittlerweile mindestens ein dediziertes Cine-Kamera "Large Format (LF)" Modell im Markt platziert hat. Gleichzeitig sind inzwischen auch noch zahlreiche hybride Kleinbild-Vollformat-Fotoapparate mit mächtigen Codecs und hohen Frameraten erschienen, die ebenfalls hochqualitativ szenisches Arbeiten ermöglichen. Mit 4K-8K Auflösung finden sich mittlerweile zahlreiche Vollformat-Modelle von Canon, Nikon, Panasonic und Sony, welche über einen externen Recorder sogar RAW-Aufzeichnung ermöglichen.
ProRes statt RAW als erste Formatwahl
Und dies führt uns gleich zum ersten großen Punkt der MAVO Edge 6K. Die Kamera erlaubt eine interne Aufzeichnung in diversen ProRes Dialekten (Proxy, 422/LT/HQ, 4444/XQ), jedoch kein ProRes RAW, welches ursprünglich einmal an- und dann wieder abgekündigt worden war. Auch das ehemals bereits eingesetzte, komprimierte KineRAW dürfte wohl dem bekannten juristischen Gebaren von RED zum Opfer gefallen sein und wird von Kinefinity schon länger nicht mehr angeboten. Allerdings fand sich bei unserem Modell in der Beta-Firmware eine Option für "uncompressed RAW". Hier sind die Datenraten jedoch astronomisch und nur in den seltensten Anwendungsfällen praktikabel. Ein kurzer Test dieses Formats scheiterte bei uns zudem an einer stark verzerrten Vorschau-Darstellung. Offiziell soll Uncompressed RAW jedoch sowieso erst mit einem Firmwareupdate im zweiten Quartal 2022 zur Verfügung gestellt werden.

Letzten Endes ist die Edge 6K somit primär eine ProRes Kamera geworden, die dieses Format mit hohen Auflösungen und hohen Frameraten zuverlässig nutzt. Dies ist insofern noch etwas besonderes, weil viele andere "ProRes-fähigen" Kameras dieses Format oft nur bis zu einer Auflösung von 4K und/oder mit relativ niedrigen Frameraten aufzeichnen können.
Sony 6K DUAL ISO Sensor mit bis zu 12 Bit
In der MAVO Edge 6K wurde ein 6K-Fullframe-Sensor mit "normalen" Kleinbild-Vollformat 4:3-Abmessungen von 36 x 24mm verbaut, der dem Sensor in der Mavo LT entsprechen dürfte. Er kann mit maximal 6016 x 3984 Pixeln ausgelesen werden. Da der Sensor ein Bayer-Pattern besitzt, machen in 6K die hohen 4:4:4 oder sogar 4:2:2 Abtastungen von ProRes auf den ersten Blick weniger Sinn als RAW, denn man speichert in ProRes dann mit unnötig hoher Redundanz. Die 4:4:4-Formate speichern jedoch in 12 Bit, während alle ProRes 4:2:2 Formate "nur" in 10 Bit arbeiten.
Vor allem gegenüber der DSLM-Konkurrenz bietet die MAVO Edge 6K höhere Bildraten. Im einzelnen sind dies:
FF 6K 2.4:1 (6016x2520), 0.2-75fps
FF 6K 17:9 (6016x3172), 0.2-60fps
FF 5K 2.4:1 (5120x2160), 0.2-86fps
FF 5K DCI (5120x2704), 0.2-70fps
FF 6K 3:2 OG (6016x3984), 0.2-48fps
FF 5K 4:3 (5376x3984), 0.2-48fps
FF 5K 6:5 (4864x3984), 0.2-48fps
S35 4K HD 2.4:1 (3840x1600), 0.2-150fps
S35 4K DCI (4096x2160), 0.2-112fps
S35 4K 4:3 (4096x3072), 0.2-80fps
S35 3K 1:1 (3072x3072), 0.2-80fps
3K 2.4:1 (3072x1200), 0.2-195fps
3K DCI (3072x1620), 0.2-144fps
2K 2.4:1 (2048x860), 0.2-270fps
2K HD 2.4:1 (1920x800), 0.2-290fps


















