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Test : DJI Osmo Action 3: Back to the Roots - Hitzeprobleme gelöst?

von Mi, 14.September 2022 | 4 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Neues altes Gehäusedesign inkl. QuickRelease
Stärkere Akkus mit Transport/Ladegehäuse
Stabilisierungsmodi
Sensor und Kamera wie gehabt
Überhitzungstest bei 4K/60p und 4K/120p
Fazit
Preise



Wir hatten vorab Gelegenheit zu einem ersten kurzen Hands-On mit der neuen DJI Osmo Action 3. Neu ist bei der Osmo Action 3 neben der Rückkehr zum Gehäusedesign der Osmo Action (1), der duale Touchscreen, die deutlich verbesserte Akkuleistung, die neuesten Stabilisierungsalgorithmen von RockSteady und Horizon Balancing, mehr Tauchtiefe (auch ohne Tauchgehäuse), vertikale Aufnahmemodi und vieles mehr – hier unsere ersten Eindrücke.

DJI Osmo Action 3





Neues altes Gehäusedesign inkl. QuickRelease



Mit der Osmo Action 3 kehrt DJI zurück zum klassischen Action-Cam Design der DJI Osmo Action (1). Auch bei der Namensgebung findet sich ein Verweis auf DJIs „Back to the Root“ Besinnung mit der neuen Action 3: Das „Osmo“ im Namen hat nur die DJI Osmo Action (1) getragen – die DJI Action 2 hingegen nicht.

Mit dem sehr kleinen Gehäuse des Vorgängermodels war die Akkuleistung ohne Extra-Modul rech überschaubar gewesen – zudem dürfte das kleine Gehäuse vor allem für die Hitzeproblematik der DJI Action 2 verantwortlich gewesen sein. Von daher begrüßen wir das neue alte Gehäusedesign ausdrücklich (zu Akku und Hitzelimits weiter unten mehr).

Was wir jedoch beim Vorgänger sehr geschätzt haben, war das mit der DJI Action 2 eingeführte neue, magnetische Verschlußsystem (QuickRelease), das eine blitzschnelle Neumontage der DJI Action 2 erlaubte, ohne die bekannten GoPro Gewinde-Pins nutzen zu müssen (aber optional trotzdem verfügbar).

Schön zu sehen, dass die neue DJI Osmo Action 3 nicht alle Neuerungen des Vorgängers über Bord schmeisst, sondern den magnetischen QuickRelease Mechanismus beibehält – für uns tatsächlich eins der wichtigeren Argumente Pro DJI Action 3.

Mit dem neuen (alten) Gehäusedesign erhält die DJI Osmo Action 3 auch ihre Tauchfunktion ohne zusätzliches Tauchgehäuse zurück. Out of the Box kann sie jetzt bis zu 16m Tauchen – mit Tauchgehäuse gibt DJI 60m an.

Zwar bot DJIs erste ActionCam - Osmo Action (1) - auch einen Monitor auf der Frontseite an – dieser war jedoch nicht als Touchscreen ausgeführt. Somit lassen sich bei der neuen Osmo Action 3 jetzt auch alle Kamera-Einstellungen von vorne vornehmen.

Den Auslöser sowie den On/Off Button hat DJI bei der Osmo Action 3 übrigens merklich schwergängig gestaltet, was wir eher gut finden. Damit kann es bei heftigerer Action weniger schnell zu versehentlichem An/Ausschalten kommen. Bei der Bedienung sollte man jedoch sicher stellen, dass die Kamera auch nach dem jeweiligen Button-Druck auch die gewünshcte Aktion ausführt.



Stärkere Akkus mit Transport/Ladegehäuse



Beim Thema Stromversorgung dürfte die neue DJI Osmo Action 3 den größten Sprung im Vergleich zum Vorgänger gemacht haben. Mit 1.770 mAh pro Akku (i Vgl. zu 580 mAh zuvor) stellen die neuen Akkus jetzt rund dreimal soviel Strom zur Verfügung.

Doch auch beim Akku-Case und Transport hat DJI bei der Osmo Action 3 mitgedacht. So lassen sich die drei Akkus im Ladecase optimal geschützt transportieren. Geladen werden sie über eine USB-C Schnittstelle oder Wahlweise in der Kamera (ebenfalls via USB-C).

Nach ca. 1 Stunde im On/Off Vdeobetrieb mit insgesamt knapp 30 Minuten 4K Videoaufnahmen auf der Karte hatten wir noch ca. 20% Akku übrig. Ein guter Wert für diese Kameraklasse. DJI gibt unter Laborbedingungen (HD-Aufnahme, ausgeschalteten Bildschirmen, keine Stabi etc.) 160 Minuten Operating Time pro Akku an.



Stabilisierungsmodi



Bei den Stabilisierungsmodi gibt DJI drei EIS-basierte Modi an: RockSteady 3.0, HorizonBalancing sowie HorizonSteady. RockSteady 3.0 stellt wie gehabt den allgemeinen Stabilisierungsmodus dar, der auch über alle Auflösungen und Frameraten stets zur Verfügung steht.

DJI empfiehlt RockSteady für sportspezifische Aufnahmen wie Fahrradfahren oder On-The-Go handgehaltenes Filmen, was wir durchaus bestätigen können. Bei unseren Aufnahme mit direktr Montage am (nicht gefederten) Gravel-Bike stellte die RockSteady-Stabilisierung den besten Kompromiss aus Auflösung und Stabilisierung dar.

HorizonSteady stabilisiert wie RockSteady in alle Richtungen und bringt zusätzlich noch eine Horizont-Korrektur mit sich, die sich über alle Winkel erstreckt. Hiermit sind also auch 360° Grad Rotationen inbegriffen. DJI empfiehlt Horiszon Steady für Sportarten wie Surfing u.a.

HorizonBalancing dürfte für viele Filmer die spannendste Stabilisierung darstellen, da hier gekippte Horizonte bis 45° inkl. 4K 60p Aufnahme korrigiert werden. Das HorizonBalancing stellt damit einen Mittelweg zwischen Rocksteady und HorizonSteady dar und wird von DJI in dynamischen Umgebungen wie FPV Hindernis-Rennen etc. empfohlen.

Wer die Stabilisierungsmodi nutzen möchte, sollte jedoch im Hinterkopf haben, das diese alle via EIS funktionieren und damit einen entsprechenden Sensor-Crop benötigen. Am deutlichsten fällt der Crop auf, wenn mit maximalem Weitwinkel (UltraWide) gefilmt wird. Während Rocksteady noch einen gemäßigten Crop mit sich bringt, nutzt HorizonBalancing einen massiven Crop.



Sensor und Kamera wie gehabt



Vergleicht man die Tech-Specs zum Vorgänger scheint sich hier nicht sonderlich viel getan zu haben. Der Sensor besteht aus einem 1/1.7-inch CMOS Sensor, die FOV der Optik liegt bei 155° und auch bei der Blende bliebt es bei einer f/2.8. Die Fotoauflösung bleibt ebenfalls bei maximalen 4.000 x 3.000 Pixeln.

Und auch bei der maximalen Datenrate, der Bittiefe und den zur Verfügung stehenden Farbprofilen orientiert sich die DJI Osmo Action 3 am Vorgänger. Maximal stehen hier 8 Bit bei 130 Mbit/s zur Verfügung. Entsprechend steht neben der Standard-Farbgebung DJIs moderates „Log-Format“ D-Cinelike zur Verfügung, das wir für all diejenigen empfehlen, die etwas mehr Spielraum bei der Farbkorrektur in der Nachbearbeitung zu schätzen wissen.



Überhitzungstest bei 4K/60p und 4K/120p



Beim Thema Hitzelimits hat sich bei der DJI Osmo Action 3 gegenüber dem Vorgänger – hier unser Test der Action 2 tatsächlich etwas bewegt - wenn auch gesagt werden muss, dass die Osmo Action 3 nicht völlig frei von Hitzelimits agiert.

So haben wir in diversen Tests mit der aktuellen Firmware der Osmo Action 3 mehr als doppelt so lange Laufzeiten wie beim Vorgänger in 4K 60p mit aktiviertem Rocksteady notieren können. Nochmal kurz zur Erinnerung: Bei der DJI Action 2 waren wir im 4K 60p RS Betrieb auf 07:30 Minuten im 4K 60p RS Betrieb gekommen.

Bei der Osmo Action 3 landen wir bei 4K 60p RS bei 18:26 Minuten die wir bis auf 20 Minuten verlängern konnten, sobald wir die Monitore abgeschaltet und RockSteady deaktiviert hatten. Damit bietet die DJI Osmo Action 3 deutlich längere Laufzeiten als der Vorgänger – doch eine 4K 60p Aufnahme über die gesamte Akkulaufzeit haben wir unter kontrollierten Bedingungen in der Redaktion nicht zu Gesicht bekommen. In vielen Fällen dürfte man damit in der Praxis jedoch zurecht kommen. Denn bei unserem ca. 1 stündigem Dreh bei frühherbstlichen Temperaturen, gelegentlichem Fahrtwind und im On/Off Betrieb haben wir kein einziges Mal eine Hitzewarnung gesehen. Wer jedoch besonders lange 4K 60p Aufnahmezeiten benötigt, dürfte woanders eher fündig werden.



Fazit



Mit der Osmo Action 3 greift DJI auf das bewährte Gehäusedesign der Osmo Action (1) zurück und beendet vorerst den Ausflug in die stärker modular konzipierte ActionCam Welt. Belohnt wird diese Rückbesinnung mit spürbar längeren Akkulaufzeiten, mehr als doppelt so langen Betrieb ohne Hitzeabschaltung und einer Tauchfähigkeit Out-of-the-Box von 16m, die sich mit dem Tauchgehäuse auf 60m ausbauen lässt.

Hinzu kommt ein jetzt touchbasiertes Display auf der Vorderseite mit dem sich alle Kameraeinstellungen auch einfach im Selfie-Betrieb einstellen lassen sowie vertikale Filmoptionen für Social Media.

Ebenfalls mit an Bord der DJI Osmo Action 3 ist das unserer Meinung nach aktuell beste und am schnellsten zu bedienende Befestigungssystem für Action Cams (magnetische QuickRelease System).

Nachbessern darf DJI bei der Osmo Action 3 nach wie vor bei der Hitzebeständigkeit und bei der Farbtiefe - 10 Bit Log sollten mittlerweile möglich sein. Auch würden wir uns im Kamera OnScreen-Menü Statusinfos über die verbleibende Aufnahmezeit und den aktuellen FOV-Modus wünschen.


Preise



Die Osmo Action 3 Standard-Combo kostet ab €359 (abhängig von MwSt.) und enthält die Osmo Action 3, den Osmo Action 3 Extreme Akku, den Osmo Action 3 Schutzrahmen, die Osmo Action 3 Schnellverschluss-Adapterhalterung und die Osmo Hafthalterung (flach). Die Osmo Action 3 Adventure-Combo kostet ab €459 und enthält die Osmo Action 3, drei Osmo Action 3 Extreme Akkus, den Osmo Action 3 Schutzrahmen, zwei Schnellverschluss-Adapterhalterungen, eine Hafthalterung (flach) und die Osmo Action 3 Akkuladeschale (multifunktional).

(Da wir soeben erst von der IBC zurück sind, ist dieser Test noch Work in Progress und wird fortlaufend ergänzt / Beispiel-Videos werden eingebettet, sobald verfügbar)


  

[5 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
medienonkel    12:14 am 15.9.2022
Angeblich soll bei der Action 3 per FW-Update noch 10 bit nachgeliefert werden. https://youtu.be/xqDLMpeIyUo?t=434
Jan    21:39 am 14.9.2022
Bei 120 FPS ist auch schon nach neun Minuten Schluss wegen Hitzewarnung bei 25°. Ebenfalls soll sich der Bildwinkel bei bester Stabilisierung extrem verengen. Das sind so die...weiterlesen
medienonkel    19:01 am 14.9.2022
Danke für die Antwort. Nennt mich ab jetzt bitte nur noch M. Das war´s Ms. Moneypenny... sie können gehen ;-)
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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update am 30.September 2022 - 15:39
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