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Praxistest : PANASONIC AU-EVA1: Handling, Vergleich zur Canon C200, Rigging, Sucher vs Monitor, Fazit uvm. Teil 2

von Mo, 4.Dezember 2017 | 6 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Layout und Handling
  EVA1 Multifunktions-Handgriff
  Rigging (Schulter, Gimbal etc)
  Fokus und Belichtung
  EVA1 10 Bit vs C200 8 Bit und RAW
  Sucher vs Monitor
  Fazit

Im abschließenden Teil unsere Panasonic EVA1 Praxistests schauen wir auf das Layout und Handling der EVA1, stellen Rigging-Optionen vor, vergleichen den Belichtungsspielraum mit der Canon C200, stellen die Frage nach Sucher vs Monitor und kommen zu unserem finalen Fazit.

Panasonic AU-EVA1



Vorab hier nochmal unsere kleiner Testshoot mit der EVA1, bei dem wir sohwohl tagsüber als auch nachts gedreht haben und bei dem wir uns auch nochmakl speziell die Hauttonwiedergabe der EVA1 angeschaut haben:



Und hier unser Praxistest Teil 1 inkl. Skintone, 50p, Nightshot u.a. Material.



Layout und Handling



Beim ersten in die Hand nehmen der Panasonic EVA1 fallen 2 Merkmale auf: Zum einen ist die EVA1 mit ihren ca. 1.200 g (Gehäuse only) ein echtes Leichtgewicht. Vergleich man dieses Gewicht in der 4K 10 BitBit im Glossar erklärt Klasse liegt eine ebenfalls in unseren Augen schon leichte Sony FS7 bsp. bereits bei 2kg (Gehäuse only). Dieses erstaunlich geringe Gewicht dürfte auf das Verbund/Kunststoff Gehäuse der EVA1 zurückzuführen sein, was dann auch etwas „plastmäßig“ rüberkommt. Wie robust das Gehäuse im Alltagseinsatz ist, dürften erst Langzeittests erweisen.

Panasonic AU-EVA1 – schultergeriggt mit Shape und Chrosziel Komponenten



Zentrale Funktionen und Schalterelemente befinden sich auf (gewohnt) hohem Niveau. Gelungene Beispiele hierfür sind die professionellen Metall-Kippschalter für WB,USER,ISO/dB sowie On/Off und insbesondere der stabil gearbeitete EF-Mount, der auf gute Nehmerqualitäten des Gehäuses schließen lässt.

Panasonic EVA1 mit gut verarbeiteten Schalterelementen



Zur Erinnerung: Wir hatten bei unserem Testdreh mit Ricarda unter anderem das knapp 2 Kilo schwere Cine Sigma 50-100mm T2 am EF-Mount der EVA1 montiert und dies ohne Objektivstütze (was man im Alltagsbetrieb bitte nicht machen sollte – unsere Objetivstütze war gerade woanders unterwegs). Trotz der vergleichsweise schweren Optik hatten wir beim Schärfeziehen mit unserem viel Drehmoment zur Verfügung stellenden Chrosziel Studio-Follow-Fokus keinen wahrnehmbaren Flex am Mount: Der Objektiv-Mount der EVA1 verfügt damit über eine ansprechend hohe Solidität (was leider nicht selbstverständlich ist).

Stabiler EF-Mount bei der Panasonic EVA1 hier mit Cine-Sigma 18-35 T2.0



Die Panasonic EVA1 zeichnet derzeit intern max 4K Cine 10 BitBit im Glossar erklärt 4:2.2 in H.264 mit 24, 25 oder 30 fps und einer max. DatenrateDatenrate im Glossar erklärt von 150 Mbit/sMbit/s im Glossar erklärt auf. Auf eine 128 GB SDCX Karte passen 1h 50 min in höchster 4K 10 BitBit im Glossar erklärt Qualität. Da die EVA1 zwei Cardslots mitbringt, stehen bei 2 x128 GB über 3,5 Stunden an Gesamt-Aufnahmekapazität zur Verfügung oder 110 Minuten inkl. 1:1 Sicherungskopie. Mehr zum Thema 10 BitBit im Glossar erklärt Qualität im Kapitel EVA1 vs Canon C200. In 10 BitBit im Glossar erklärt liegt die maximale FPS der EVA1 bei 30 fps. Hier hätten wir gerne 50 fps gesehen. Diese stehen leider nur in 8 BitBit im Glossar erklärt zur Verfügung. Wer 50 fps in 10 BitBit im Glossar erklärt benötigt, muss zu externen Recordern greifen. Bei unserem Testdreh hatten wir den Atomos Shogun Inferno im Auto-Trigger Modus einfach „mitlaufen“, der mit dem aktuellen Firmware-Update völlig problemlos funktioniert hat.

Viel 4K 10 BitBit im Glossar erklärt Aufnahmekapazität auf günstigen SD Karten



Die EVA1 verfügt über integrierte ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt in gebräuchlicher Abstufung, die clear, 2, 4 und 6 Blendenstufen zur Verfügung stellen (also genau die gleichen Abstufungen wie bsp. bei der Sony FS7, C300, Ursa Mini Pro u.a.). Bei unserem Testdreh mit typisch grauem Berliner Winterhimmel hatten wir selbst mit maximal geöffneter BlendeBlende im Glossar erklärt (T2.1) keine Probleme. Die ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt dürften in den allermeisten Situationen ausreichen.

Die Panasonic EVA1 bietet insgesamt 9 frei programmierbare Userbuttons, wovon sich 2 zusätzlich zum Blenden-/Menürad, Aufnahmeknopf und Menübutton auf dem ergonomisch sehr gut geformten Multifunktionsgrip befinden. Der Multifunktionsgriff bietet damit insgesamt 5 (!) externe Funktionseinheiten. Wir sind große Anhänger von möglichst vielen externen Funktionen.

Insgesamt sind das Schalterlayout und die Funktionsverteilung bei der EVA1 äußerst gelungen. Das merkt man sowohl an Details wie den taktilen Griffhilfen, um Buttons auch blind bedienen zu können als auch an der Gesamtverteilung. Die linke Kameraseite ist dem DOP vorbehalten. Hier (und optional auf dem Multifunktions-Handgriff) befinden sich alle zentralen Bedienelemente auf externen Schaltern. Hierzu zählen: ND +/-, IrisIris im Glossar erklärt, WB, USER, ISO/dB, One Push AFPush AF im Glossar erklärt, PeakingPeaking im Glossar erklärt, SpotMeter, Menü, Menünavigationsklickrad, EIS, Waveform, Thumbnail, Home und Lock-Button sowie die via Klarsichtkunststoff abgedeckte Audioabteilung mit ihren Pegelrädern für die 2 XLR-Eingänge.

Gelungene Schnittstellenplatzierung bei der EVA1 inkl. TC IN/Out



Die XLR-Eingänge selbst sowie der Kopfhöreranschluss und – ebenfalls bemerkenswert – TimecodeTimecode im Glossar erklärt IN/Out - befinden sich hingegen auf der äußersten rechten Kameraseite. Wer also mit Ton-Assistenten unterwegs ist, kann hier vorbildlich seine XLR-Kabel zu rechten Seite wegführen, bei Bedarf zusätzlich TimecodeTimecode im Glossar erklärt zum syncen anbieten und kommt sich bei all dem nicht mit dem DOP in`s Gehege. Ergonomisch sinnvoller kann man die Option für den Crew-Betrieb kaum lösen. Das gilt ebenfalls für den auf der hinteren, linken Seite befindlichen 6G/3G-SDI-Out und den ebenfalls hinten paltzierten HDMI-Out (Standardgröße) falls zusätzliche Monitoring- und oder Recording-Optionen gewünscht sind. Das bemerkenswert gelungene Funktionslayout mündet dann in einen ebenfalls gut durchdachten Lüfter-Austritt auf der hinteren Kameraseite, kurz oberhalb der Batterie. Das hat zur Folge, dass im Schulterbetrieb die Abluft nach hinten geführt wird (und nicht zur Seite ins Ohr des DOPs wie bei anderen Kameramodellen).

Panasonic AU-EVA1



Mit dem EIS-System (Electronic Image Stabilisation) verfügt der Oversampling-Sensor der EVA1 auch über eine elektronische Bildstabilisierung. Verwendet man Objektive, die eine optische Bildstabilisierung besitzen, schaltet sich die EIS automatisch ab. Beides zusammen: EIS und optische Bildstabilisierung lassen sich also nicht zeitgleich nutzen. Von der EIS sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Wir empfanden das EIS-System bei manuellen Objektiven zwar als Zugewinn und würden sie da auch stets bei Handkamera-Drehs empfehlen. Die optische Bildstabilisierung bei entsprechenden Objektiven arbeitet jedoch noch einen Tick effektiver. Für eine bestmögliche Funktion des EIS der EVA1 sollte die jeweilige BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt der genutzten manuellen Optik extra eingeben werden. Also ein Nice to Have aber nicht wirklich essentiell.

Die Akku Leistung des EVA1 liegt auf gutem Niveau. Wir hatten im On/Off Betrieb nach 3 Stunden noch die Hälfe der Akku-Kapazität. Mit 2-3 Akkus je nach Arbeitsweise sollte man locker durch einen Drehtag kommen.

Panasonic EVA1 Audiopegel hinter Abdeckung – Kanalbelegung via Menü



Auffällige Latenzen haben wir nicht feststellen können – weder beim Monitor Bild noch beim Audio-Monitoring via Kopfhörer – leider keine Selbstverständlichkeit im Sub-10.000 Euro Segment.

Panasonic EVA1 mit vorbildlichen Zubehör-Optionen



Eine besondere Erwähnung verdienen die Mounting-Möglichkeiten, die die EVA1 von Hause aus mitbringt. Schraubt man den oberen Tragegriff ab, stehen 8 Gewindebohrungen in 1/4“ zur Verfügung - was quasi einer eigenen Top-Cheese-Plate gleichkommt. Weshalb trotzdem eine zusätzliche Cheeseplate Sinn machen kann, klären wir im Rigging-Kapitel. Der Bedienung des LCD-Monitors inkl. der Frage Sucher vs Monitor sowie das Arbeiten mit dem Handgriff behandeln wir in eigenen, nachfolgenden Kapiteln.

Wie man bereits merkt, sind wir vom Handling und vom Layout der EVA1 ziemlich angetan. Tatsächlich finden wir hier kaum Kritikpunkte sondern eher im Gegenteil: Andere Hersteller können sich bei Thema Layout und Gewicht (vorausgesetzt das EVA1-Gehäuse übersteht auch Langzeitbelastungen) eher noch eine Scheibe von der EVA1 abschneiden. Kompliment an Panasonic an dieser Stelle.

EVA1 Multifunktions-Handgriff


Panasonic AU-EVA1im Vergleich mit:

Strassenpreis: 8264 €
Markteinführung: November 2017
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: EF-Mount (aktiv)

Platz 2 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Sony PXW-FS5
Strassenpreis: 4915 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Blackmagic Design URSA Mini 4K
Strassenpreis: 2757 €
Super35 / APS-C

6 Seiten:
Einleitung / Layout und Handling
EVA1 Multifunktions-Handgriff
Rigging (Schulter, Gimbal etc)
Fokus und Belichtung / EVA1 10 Bit vs C200 8 Bit und RAW
Sucher vs Monitor
Fazit
    

[48 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
wolfgang    13:39 am 13.12.2017
Bei einem Punkt gehe ich übrigens aber nicht mir: die EVA1 ist sicherlich keine Varicam. Da fehlt dann offenbar schon noch ein wenig.
wolfgang    09:28 am 13.12.2017
Grading ist immer eine Frage der Kultur und des persönlichen Geschmacks. Und die Positionen dürften mit HDR noch mehr auseinanderliegen als bisher. Und manche haben eben gar...weiterlesen
TonBild    09:14 am 13.12.2017
Na, gerade die Farben finde ich bei dem Video etwas kühl und deutlich blasser als man es in Europa bei den Hauttönen gewöhnt ist. Ok, sie passen aber zu der Winterstimmung in...weiterlesen
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