Logo Logo
///  >

Tips : Backgroundcapturing

von Sa, 25.Mai 2002


Wer häufig unter Zeitdruck schneidet, wird sich schon oft darüber geärgert haben, dass immer der langwierige Capturingvorgang vor dem eigentlichen Schnitt steht. In professionellen Schnittumgebungen wird daher oft ein eigener Rechner als Einspielstation benutzt. Die schon aufgenommenen Clips stehen dann über ein Netzwerk den Schnittrechnern zur Verfügung. Dabei ist es auch möglich, auf Clip 1 zuzugreifen, während Clip 2 noch aufgenommen wird. Diese Idee hat mich auch zu Hause gereizt, dabei sollte allerdings das Capturen und Schneiden auf einem Rechner stattfinden.

Die ersten Versuche waren jedoch recht erfolglos. Wird die Captureapplikation der Videoschnittkarte zuerst geöffnet, bricht Premiere den Start bei der Meldung "Initializiere EPS - Importer" ab oder stürzt komplett ab. Wird zuerst Premiere gestartet, meldet die Capturesoftware "Videohardware in Use" und weigert sich ebenfalls zu starten. Eine funktionierende Lösung setzt daher zwei verschiedene Videokarten voraus. Das probierte ich als erstes mit einer DVNow und einer RaptorRT, da sich die beiden schon in meinem Rechner befanden. Weil FastForward von dazzle die Möglichkeit der LiveSzenenerkennung bietet, sollte die Karte für den Clipimport dienen. Die RaptorRT dagegen bietet mit ihrem analogen Ausgang auch die Möglichkeit ohne DV - Gerät zu schneiden und sollte daher für den Schnitt unter Premiere zuständig sein. Um den Premiereabsturz nach dem Start von FastForward zu vermeiden, wurden alle dazzle PlugIns aus dem Premiere\PlugIn - Verzeichnis entfernt.





Ebenso wurden alle Projektschablonen aus dem Premiere\Settings - Ordner gelöscht.





Danach startete Premiere mit den RaptortRT - Settings einwandfrei, im Hintergrund konnte FastForward zum Einspielen problemfrei gestartet werden. Obwohl auch die DVNow mittlerweile im .avi -Format capturen kann, ist es notwendig, die Dateien zu Canopusfiles zu machen. Dafür dient der Canopus DV - Fileconverter. Alle drei Programme liefen einwandfrei gleichzeitig, wobei das Capturing und Umrechnen im Hintergrund natürlich die Echtzeitmöglichkeiten der RaptorRT einschränkte.
Was jetzt noch störte, war der Zwischenschritt über den Canopus Fileconverter. Schon einige Zeit vorher hatte ich eine inoffizielle Beta das ScenalyzerLive erhalten ( Download unter www.scenalyzer.com/sclive20011115.zip ). Diese ermöglicht es, über eine Standardfirewirekarte mit einer LiveSzenenerkennung auch im Canopusformat aufzunehmen. Da die DVNow auf einer Standardfirewirehardware beruht, deinstallierte ich deren Treiber und band stattdessen die MS - Treiber von Windows ein. Der Scenalyzer wurde in den Voreinstellungen auf das Canopusformat gesetzt und speicherte fortan .avi - Dateien, die die RaptorRT einwandfrei verarbeiten konnte.





Allerdings startete Premiere nicht mehr, sobald der Scenalyzer gestartet war. Da jetzt die MS - Treiber für eine Standardfirewirekarte aktiv waren, mussten natürlich auch erst die MS - PlugIns und Settings von Premiere entfernt werden. Die Dateien:





und die Projektvorlagen:





Damit startete jetzt auch Premiere, wenn der ScenaylzerLive schon geöffnet war. Allerdings bekommt man bei dieser Lösung das nicht so effiziente Treibermodell Microsofts zu spüren. Auf meinem PIII800 brach der Scenalyzer bei der Verwendung von Echtzeitfunktionen der RaptorRT oftmals ab, so diese Kombination wohl eher auf schnelleren Rechnern eingesetzt werden sollte. Die nächsten Versionen des Scenalyzers sollen übrigens die Feature auch offiziell unterstützen.


Fazit

Backgroundcapturing funktioniert dann am besten, wenn zwei Videokarten im gleichen Dateiformat arbeiten, aber unterschiedliche PlugIns für das Schnittprogramm haben. Die Kombination ScenalyzerLive auf einer StandardFirewirekarte und eine RT-Canopuskarte unter Premiere dürfte nur eine von mehreren Möglichkeiten sein. Wer Spaß am Experimentieren hat findet vielleicht noch eine Gelegenheit, seinen Workflow zu verbessern.

hs


  


Weitere Artikel:


Test: Der Preis der zusätzlichen Leistung - Zwei und mehr GPUs unter DaVinci Resolve Mo, 5.August 2019
Viel bringt bekanntlich viel. Doch gilt das auch uneingeschränkt für den Betrieb von mehreren Grafikkarten unter Blackmagics DaVinci Resolve? Wir haben es mal wieder ausprobiert...
Test: Nvidia RTX 2080 Ti - Geschaffen für DaVinci Resolve? Di, 25.Juni 2019
Die AMD Radeon VII kann unter DaVinci Resolve mit viel Leistung für relativ wenig Geld überzeugen. Doch wo steht im direkten Vergleich das aktuelle Consumer Top-Modell von Nvidia?
Test: AMD Radeon VII - der DaVinci Resolve Afterburner Mi, 12.Juni 2019
Mit der AMD Radeon VII ist AMD im Februar eine echte Überraschung geglückt. Als leicht abgespeckte Profikarte für den Gaming- und Content-Creator Markt gibt es unerwartet viel Leistung zum Kampfpreis von 700 Euro...
Test: Auf Augenhöhe mit (Ti)tanen - AMD Vega 56 unter DaVinci Resolve 14 Mo, 2.Oktober 2017
Unser erster Eindruck der AMD Vega 56 Grafikkarte war gemischt. Doch mit ein paar Tricks kann man aus der 400 Euro Karte weitaus mehr herausholen, als der Preis vermuten lassen würde.
Kurztest: AMD RX Vega 56 unter DaVinci Resolve - erste Messwerte Do, 31.August 2017
Test: Nvidia GTX1080 Ti in Resolve und Premiere Pro - purer Luxus? Do, 20.April 2017
Test: Alles was das Herz begehrt? AMD RX 480 im Referenzdesign von Asus Do, 1.September 2016
Scoop: Geschenk von Nvidia? 10 Bit für GeForce-Karten! Do, 5.November 2015
Test: Blackmagic Design Intensity Pro 4K - laut, aber fair? Di, 26.Mai 2015
News: AMD Kaveri - günstiger Vorbote der PC-Zukunft? Mo, 20.Januar 2014
Editorials: Ist Intel das Zünglein an der Waage für OpenCL? Di, 10.Dezember 2013
Test: Poseidons Spross - GrassValley/Canopus Pegasus Di, 11.März 2008


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 22.Januar 2021 - 09:09
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*