Alt vs. Neu und Marktstellung

Die neue GTX 1660 Ti hat dabei den Vorteil, in Zukunft noch zwei Jahre länger von Programmen und Treibern unterstützt zu werden und gleichzeitig weitaus weniger Strom zu verbrauchen. (ca. 120 W vs. 150W bei der GTX 1070). Dafür hat die alte GTX 1070 8 statt 6 GB Speicher und ist gebraucht bei Ebay schon immer öfter deutlich unter 200 Euro zu schießen. Für eine neue GTX 1660 Ti zahlt man hingegen aktuell (Sept. 2019) noch mindestens 260 Euro.



Geht man nur nach dem Preis so bekommt man bei AMD mit einer getunten Vega 56 in dieser Preisregion sogar noch mehr Leistung und 8 GB Speicher. Oder eine ähnliche Leistung mit einer RX480/570/580 für weitaus weniger Geld.



Wir finden die GTX 1660 Ti jedoch vor allem wegen ihres Stromverbrauchs als Notebook Chip höchst interessant. Zumal AMD in diesem Bereich aktuell keine vergleichbare mobile Lösung anbieten kann. Die mobile MAX-Q Variante der GTX 1660 Ti bietet trotz gedrosselter Leistung immer noch die vollen 288 MB/s Datendurchsatz mit 6GB GDDR6-RAM. Und das bei einer TDP von gerade noch 60W. Das macht den Einsatz in relativ flachen Modellen mit nicht allzu großen Netzteilen möglich. Dies betrachten wir noch in einem separaten Artikel näher.



Ein abschließender Blick auf die obligatorischen Benchmarks belegt dann auch die mehr aus ausreichende Leistung dieses Mittelklasse-Modells :



Resolve 4K Laptop

ModellMax Num Curved Nodes Full 24p PlaybackMotion BlurBlur im Glossar erklärtBetter,Large,30.0Spatial NR,small,50,50Spatial NR,small,100,100Temp NR 1 Faster Small 50 50 50Temp NR 2 better large 50 50 50Resolve Version

MacBook Pro 2016

94,58273,515.2

MacBook Pro 2018

197154125,515.2

MSI P65 GTX 1070Q

3819247,5241515.2

HP Pavillion 17 GTX 1660 Ti Max-Q

4018,5248,52413,516.1B2

MSI P65 S9F RTX 2070 Max-Q

62242418,5242416B4



Alle Werte stellen die Wiedergabe in fps dar,bis auf "Max Num Curved Nodes" (=Anzahl der maximalen Nodes bei ruckelfreier 24p-Wiedergabe).



Man sieht hier deutlich, was wir vorher schon stark vermutet hatten. Dank des schnellen Speicher-Interfaces liegt die GTX 1660 Ti Max-Q auf vergleichbarem Niveau mit einer GTX 1070 Max-Q. Beide sind unter Resolve rund doppelt so schnell wie das Macbook Pro 2018 (mit einer AMD Radeon Pro 560X GPU). Das ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Die RTX 2070 Max-Q spielt dagegen nochmal deutlich eine Liga höher, doch die Frage ist, ob man diese Leistung in einem mobilen Gehäuse auch wirklich sinnvoll nutzen kann. Denn tatsächlich legt bereits die GTX 1660 Ti in einem Laptop eine Performance an den Tag, die bei der täglichen Arbeit mit Resolve kaum etwas zu wünschen übrig lässt. Alles flutscht wie es soll, die meisten Funktionen stehen in Echtzeit zur Verfügung und die Oberfläche ist responsiv wie bei einer Mittelklasse-Workstation.



Dies gilt jedoch nur, solange die restlichen Komponenten im Laptop ebenfalls gut abgestimmt sind. So kann die GTX 1660 Ti ruckelfrei das Decoding von H.264 und H.265 Material übernehmen und damit sogar einen flüssigen 50/60p-Schnitt in 4K auf der Resolve Timeline bieten. Dies gilt jedoch beispielsweise nicht für 4:2:2 Formate in 10 Bit. In diesem Fall kann jedoch die Hardware in der CPU übernehmen, falls diese ebenfalls Videodecoder bietet. Doch solche Gedanken zu einem guten UND günstigen Laptop zur Videobearbeitung verfolgen wir sehr bald in einem Extra-Artikel auf slashCAM...




Fazit

Nvidias Lösungen sind meistens etwas teurer als vergleichbare AMD-Modelle, performen aber unter Resolve in der Regel auch einen Tick "runder". Die GTX 1660 Ti stellt dabei in unseren Augen ein extrem ausgewogenes Mittelklassemodell dar, das für die tägliche Arbeit mit Resolve mehr als ausreichend sein sollte. Weil sie schon auf der gerade aktuellen Turing Architektur basiert, stellt diese GPU eine relativ günstige und vernünftige Investition dar, mit der man sicherlich auch noch ein paar Jahre zufrieden arbeiten kann. Dies gilt umso mehr für die Laptop-Version, die bezogen auf Preisaufschlag, Stromverbrauch und Leistung in unseren Augen gerade die vernünftigste Laptop-GPU-Wahl mit einer gewissen Zukunftssicherheit darstellt.



Leserkommentare // Neueste
Bruno Peter  //  10:50 am 12.9.2019
Geht bei mir auch super, sogar mit der alten NVidia GTX 960-2GB Grafikkarte. Für das Preview wird mit "Optimized Media Format und Render Cache Format: DNxHR LB für mein rec.709...weiterlesen
Jörg  //  10:42 am 12.9.2019
tatsächlich? warum nicht in einer FHD timeline schneiden, zum Export auf 4K switchen, wenn denn erforderlich. Sanfter kann doch schneiden nicht...weiterlesen
maiurb  //  10:03 am 12.9.2019
Stand neulich vor der gleichen Entscheidung und habe mich für die GEFORCE GTX 1060 6GB entschieden. Die Karte hat ähnliche Werte wie die GTX 1660 Ti, war nur günstiger zu haben...weiterlesen
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