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Test : Im Schatten der URSA - Blackmagic Micro Cinema Camera

von Fr, 13.Mai 2016 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Sensorgedanken
  Sonstige Ausstattung
  Bedienung
  Unterschiede zur Pocket Cinema Camera
  Aus dem Messlabor
  Fazit

Schon vor einem Jahr ging die Blackmagic Micro Cinema Camera bei der Vorstellung der URSA Mini 4,6K etwas unter, welche seinerzeit (immerhin nicht nur der Micro Camera) praktisch die gesamte Show stahl.

Die Blackmagic Micro Cinema Camera



Und auch aktuell sind alle Augen auf die Auslieferung URSA Mini 4,6K gerichtet, so dass fast niemandem aufgefallen zu sein scheint, dass nun auch die neueste Cinema Camera lieferbar in den Regalen vieler Händler weilt. Wie auch bei der großen Schwester hatte die Lieferverzögerung offiziell einen ähnlichen Grund: Die Micro Cinema Camera sollte nämlich ebenfalls einen Global Shutter erhalten, was sie in ihrer Preislage einzigartig gemacht hätte. Nun ist gerade dieser Global Shutter wie bei der großen Schwester aus der Feature-Liste gestrichen worden, was die Kamera auf dem Datenblatt nun wieder deutlich näher an die berühmt/berüchtigte Pocket Cinema Camera heranrückt. Dabei teilen sich nun beide Modelle nicht nur die Sensel-Auflösung (1920 x 1080) bei gleicher Chipfläche (12.48mm x 7.02mm, Horizontaler Crop-Faktor ca. 2,88). Auch die Dynamikangabe des Herstellers ist mit 13 Blendenstufen identisch geblieben. Was uns etwas irritiert...



Sensorgedanken



Es könnte sich dennoch vielleicht nicht ganz um den gleichen Sensor wie bei der Pocket handeln, sondern wahrscheinlich um ein Update. Auf jeden Fall wurde offensichtlich -wie bei der Pocket- ein Fairchild-Sensor aus der 1910 Serie verbaut:



Alle 1910-Modelle werden aktuell nur noch mit Global Shutter-Option angeboten, welche aber offensichtlich bei der Micro Cinema Camera nicht genutzt werden konnte. Was Read-Noise und Dynamic Range angeht sind diese Sensoren auf dem Datenblatt jedoch sogar noch besser als der LTN4625, der praktisch sicher in der URSA Mini 4,6K verbaut ist. Auch die Senselabmessungen sind im Vergleich mit 6.5 µm x 6.5 µm noch größer (statt 5,5 µm) und der Read-Noise ist mit 1,2 vs. 2 e- ebenfalls bedeutend besser angebenen. Kurz gesagt: Nach diesem Datenblatt sollte die Micro Cinema Camera sogar noch eine bessere Dynamik besitzen, als die URSA Mini 4,6K. Vielleicht will Blackmagic das nur nicht laut aussprechen, um die URSA 4,6K als Zugpferd nicht unattraktiver erscheinen zu lassen. Bei der Vorstellung vor einem Jahr (2015) sprach Blackmagic noch davon, dass die 13 Blendenstufen für den Global Shutter gelten würden, was laut Datenblatt auch ganz gut hinkäme. Der Rolling Shutter agiert laut Datenblatt jedoch noch deutlich besser. Mit der Abschaffung des Global Shutter Features wurden die Dynamikangaben auf der Webseite jedoch nicht geändert, sondern es bleibt bei 13 Blendenstufen.
Vielleicht ist bei der URSA 4,6K aber auch noch eine aufwändigere Signalverarbeitung am Werke, die den Dynamic Range weiter anhebt. Für eine unterschiedliche Verarbeitung spricht dabei auch, dass die Micro Cinema trotz ähnlichem Sensoraufbau in Resolve ein anderes LUT-Profil besitzt als die URSA.

Wenn man nun sowieso auf den Global Shutter verzichten muss, ist es natürlich traurig, dass Blackmagic hier nicht den Sensor aus der klassischen Blackmagic Cinema Camera mit 2,4K Auflösung gewählt hat. Denn dieser Sensor liefert nach wie vor eine nahezu perfekte RAW-Auflösung zum herunterskalieren auf FullHD. Dazu ließen sich dann auch günstige 0,71x SpeedBooster Clones verwenden, um auf einen sehr pragmatischen Crop-Faktor von 1,64 zu kommen.

Mit dem aktuellen Chip der Micro Cinema Camera kommt man dagegen "nur" auf einen Cropfaktor von ungefähr 2,04, was in manchen Fällen doch spürbar zu wenig ist. Um immerhin auf 1,64 zu kommen kann man zwar einen speziellen 0,58x SpeedBooster von Metabones kaufen, jedoch kosten solche Focal Reducer dann mit fast 800 Euro meist fast noch einmal so viel wie die Kamera selbst.

Zum Rolling Shutter selbst können wir dagegen auch gutes berichten. Er ist gegenüber typischen Systemkameras deutlich schneller und liegt praktisch mit der URSA Mini 4,6K gleich auf, die auch schon sehr positiv aufgefallen ist. Nachdem in diesem Jahr auch die Sony A6300 als Konkurrent zur Micro Cinema aufgetaucht ist, kann Blackmagic gerade auf diesem Gebiet gegen Sony besonders punkten.

Sonstige Ausstattung / Bedienung


4 Seiten:
Einleitung / Sensorgedanken
Sonstige Ausstattung / Bedienung
Unterschiede zur Pocket Cinema Camera / Aus dem Messlabor
Fazit
  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   Letzter Kommentar:
leonhard dy kabrio    16:17 am 13.5.2016
Jo und nein! ich bin immer noch auf der Suche nach einer kleineren 1zoll-Cam 4k. Meine Vorgaben sindwären gewesen, Sony hat die Fs-5 als was sie ist in 1 Zoll 4k super und fertig...weiterlesen
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update am 11.Juli 2020 - 12:02
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