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Test : Die Nikon Z 6II im Lesertest - 3x ProRes RAW in der Praxis

von Mi, 18.August 2021 | 7 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Genutzte Objektive und Zubehör



Genutzte Objektive und Zubehör



Welche Objektive habt ihr an der Kamera genutzt und wie haben sie funktioniert?

Guido // Ich habe ausschließlich das mitgelieferte f4/24-70mm Kit Objektiv für den Test genutzt. Damit lassen sich problemlos die meisten Drehsituationen im Dokumentarfilmbereich meistern. Zumal die Naheinstellgrenze der Optik über den gesamten Bennweitenbereich nur 30 cm beträgt. Man kommt also bei Bedarf auch schön nah ans Motiv.

Lediglich in Low-Light Situationen stößt man naturgemäß mit einer Anfangsöffnung von f4 an seine Grenzen und es empfehlen sich lichtstärkere Zooms oder Festbrennweiten. Ebenso natürlich in speziellen Aufnahmesituationen, wie bei Makroaufnahmen, oder wenn extremere Brennweiten von Nöten sind.

Der Kit-Optik fehlt das OLED-Display und die Funktions-Buttons der höherpreisigen Z-Mount Optiken. Außerdem hat sie nur 7 (statt 9) Blendenlamellen, was man an auch den Blendenflecken in meinem Testvideo sieht. Die Optik wirkt schlicht, wertig und solide und hat eine Transportposition, die man vor der Aufnahme durch Drehen des Zoomrades entriegelt.

Besonders gespannt war ich natürlich auf die AF-Performance der Z-Mount Optiken. Die war mit der Kit-Optik tatsächlich noch einmal etwas besser als die der F-Mount Optiken, oder der von Fremdherstellern (z.B. den Sigma Art-Optiken). Der AF reagiert schnell, zuverlässig und ist beim Fokussieren lautlos. Gerade das lautlose Fokussieren ist bei Videoanwendungen mit Ton ein willkommenes Feature. Auch insgesamt ist die AF-Performance verbessert. So werden z.B. Gesichter und Augen früher und zuverlässiger erkannt.

Der manuelle Focus-By-Wire funktioniert gut und es lässt sich, wie bei allen Nikkor Objektiven, auch im AF Modus jederzeit manuell eingreifen (override). Der Fokusring, der jetzt Control-Ring genannt wird, lässt sich nicht nur in der Drehrichtung ändern (für Leute die es von anderen Systemen in anderer Richtung gewohnt sind) sondern auch mit anderen Funktionen belegen, wie z.B. der Blende, oder den ISO-Werten.

Leider hat Nikon es bisher verpasst, bei ihren Z-Mount Objektiven auch eine lineare Fokusbewegung zu ermöglichen. Für Filmer wie mich, die zu 95% bei ihren Aufnahmen manuell fokussieren und dabei gerne einen Follow-Focus einsetzen, weil sie selber die Kontrolle über den Fokus haben möchten und eine manuelle Fokussierung organischer finden, ein ziemlicher Nachteil. Denn ohne diese Option wird die präzise Wiederholbarkeit einer manuellen Fokusbewegung praktisch unmöglich gemacht.

Das ist auch mein einziger Kritikpunkt an den Objektiven. Ob es möglich wäre, dies nachträglich per Firmware Update zu integrieren, kann ich nicht beurteilen. Andere Hersteller bieten allerdings diese Option und das ist für mich mit ein Grund, warum ich an der Z6 bisher meinen F-Mount Optiken treu bleibe.


Christopher // Ich habe das mitgelieferte Nikon Nikkor Z 24-70mm f4 kurz verwendet, aber keine Aufnahmen damit gemacht, da es durch die große Blende nicht attraktiv genug war. Auch ist der Look des Objektivs sehr klassisch und fast schon zu modern.

Mithilfe des mitgelieferten Adapters und eines Adapters für EF-Mount konnte ich alte F-Mount Nikkor Objektive (50mm f1.4 und 28mm f2.8) und ein Zeiss LWZ.3 21-100mm T2.9 Zoom verwenden. Beide Objektive haben eine sehr angenehme, wenngleich sehr unterschiedliche Charakteristik. Das Zeiss vermittelt in Kombination mit der Nikon Kamera ein sehr werbliches, perfektes Bild. Es deckt kein Vollformat ab, sondern nur Super35, doch konnte an der Nikon die entsprechend kleinere Abdeckung gewählt werden, was sehr praktisch ist.

Die alten Nikkor Optiken hingegen verleihen dem Bild eine cinematische Note, vor allem in Kombination mit dem Vollformat-Sensor der Kamera. Dies ist sehr ansprechend.



Andreas // Ich habe die Kitoptik verwendet sowie ein Makroobjektiv von Sigma.

Die Verarbeitung des Nikon 24-70 f4 fühlte sich wertig an und der Brennweitenbereich ist bewährt. Das kompakte Objektiv zeigte sich auch bei Offenblende schon sehr scharf. Davon war ich auf jeden Fall positiv überrascht. Die Bildqualität und die Farben haben mir gut gefallen. In kontrastreichen Situationen zeigten sich leichte chromatische Aberrationen. Diese wären für mich aber kein Deal-Breaker. Wir sprechen hier über ein bis maximal drei Pixel in der Breite in 4K. Einen Pluspunkt findet man auf jeden Fall im leisen Autofokus.

Das Sigma 105mm Macro 2,8 HSM Objektiv hat über den FTZ Adapter gut funktioniert, allerdings habe ich es nur manuell betrieben, teilweise mit einem Polfilter, um bestimmte Reflektionen zu minimieren.


Welches Zubehör habt ihr an / mit der Kamera genutzt und wie hat es funktioniert?

Guido // Neben dem bereitgestellten Kit habe ich noch ein Stativ (Gitzo Systematic GT3543XLS mit Manfrotto Nitrotech 8 Fluidkopf), ein Lavalier-Mikrofon (Sanken cos-11D) an einem Minirecorder (Tentacle Track E) und einen Diffusionsfilter (Tiffen Black Pro Mist 1/8) verwendet.
Aufgenommen habe ich auf Samsung 860 Evo 2,5 Zoll SSDs von 1TB Größe.

Bei der Aufnahme im Garten habe ich zur Aufhellung und als Augenreflex eine Broncolor F160 LED Leuchte und statt dem Stativ einen Syrp Magic Carpet Pro Slider eingesetzt. Bei den Tanzaufnahmen im Park einen DJI Ronin S Gimbal.

Ich verwende an modernen Optiken häufig Diffusionsfilter. Zum Einen um den Bildern etwas von der hohen Schärfe zu nehmen, die ich bei Videobildern nur bedingt ästhetisch finde. Und zum Anderen um etwas Atmosphäre (durch Überstrahlungen in den Lichtern) zu erzeugen.

So kam auch in meinem Test bei praktisch allen Aufnahmen ein Tiffen Black ProMist 1/8 zum Einsatz. Er reagiert im Gegenlicht allerdings recht giftig und ist daher bei bewegter Kamera nicht so leicht zu kontrollieren. Der Punkt von gut zu schlecht kippt recht abrupt. So fressen, je nach Einfallwinkel, oder bei direkter Sonne im Bild, meist große Teile des Bilds schon komplett aus. Also nicht unbedingt was man möchte. Für Dokumentarfilmeinsätze würde ich den also normalerweise nicht empfehlen.

Das restliche Equipment hat ohne Probleme funktioniert.


Christopher // Ich habe mit einem Sachtler System aktiv8T flowtech 75MS gedreht und für einige Testaufnahmen mit dem Gimbal Zhiyun Weebill LAB 3-Achsen Gimbal. Ansonsten wurde die Kamera mit dem Rig auf einer Schnellwechselplatte befestigt. Teilweise wurde ein ND4 IR Filter verwendet.

Als Licht wurden hauptsächlich Aputure Bi-Color Lampen verwendet und LEDTubes. Ansonsten habe ich verschiedene Materialien, wie Grid Cloth verwendet, um das Licht weicher zu gestalten. Es wurde ebenfalls mit Bounce gearbeitet.

Das Sachtler Stativ funktioniert prima und liefert samtweiche Bewegungen. Der Zhiyun Gimbal ist trotz Stabilisierung in der Post nicht zu empfehlen, da andauernd Mikroerschütterungen zu sehen sind.


Andreas // Mein Zubehör war: Manfrotto Stativ, Edelkrone Slider, Ninja V, Godox SL200 II / 150 II, Softboxen, Diffusor, Reflektor, Polfilter.
Alle Teile haben unauffällig funktioniert, was auf jeden Fall ein gutes Zeichen ist.



Dreherfahrungen und Testvideos
Drehformate und Nachbearbeitung


7 Seiten:
Einleitung
Dreherfahrungen und Testvideos
Genutzte Objektive und Zubehör
Drehformate und Nachbearbeitung
Leserbewertungen der Nikon Z6 II
Nachtrag - Tipps zum Rigging
  

[6 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Darth Schneider    16:09 am 18.8.2021
Ich könnte mir schon vorstellen das Nikon sich jetzt viel mehr auf den anspruchsvollen Video Sektor konzentrieren wird, da Canon ja jetzt da so viel Gas gibt… Ausserdem, die...weiterlesen
pillepalle    15:59 am 18.8.2021
@ rush Ja, auf die Fotofeatures bin ich bewußt nicht eingegangen (danach wurde auch nicht gefragt), denn wir sind ja eigentlich in einem Video/Filmforum. Es hätte wohl auch den...weiterlesen
rush    15:30 am 18.8.2021
Dem würde ich mich anschließen - scheint eine gute Variante aufgrund der unterschiedlichen Blickwinkel zu sein, auch weil es eben keine reine Lobhudelei ist sondern auch auf...weiterlesen
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