Test Canon HV20

Canon HV20

Kaum ein Camcorder hatte in letzter Zeit so viel positive Vorschusslorbeeren eingeheimst wie die HV20. Zeit für uns, zu prüfen, ob die Kamera halten kann, was viele Anwender erwarten.

// 22:20 Do, 24. Mai 2007von

Verwunderlich ist die Zuneigung vieler potentieller Kaufintressenten nicht. Im Preissegment um die 1000 Euro bietet momentan kein anderes Gerät mehr Features, die für ambitionierte Filmer interessant sind. Die technisch ähnliche HV10 konnte ja bereits mit extrem guten Messwerten glänzen, zeigte jedoch einige Austattungsmängel. Fast alle diese Mängel bügelt die HV20 nun mit einem Schlag aus. So gibt es jetzt HDMI-Ausgang und Mikrofoneingang nebst Kopfhöreranschluss. Dazu kommt noch ein unerwarteter 25P-Modus mit Cinegamma-Funktionen, was die Kamera zum begehrenswerten Low-Budget Camcorder für szenische Filmer macht.



Nach dem Auspacken ist jedoch erst einmal kleine Enttäuschung angesagt. Die Anmutung der Kamera ist irgendwie nicht sonderlich hochwertig. Das Plastik-Gehäuse (und allen voran der Auswahl-Joystick) wirken etwas zerbrechlich und wackelig. Das bedeutet jetzt nicht, dass man Angst haben muss, die Kamera würde bei einem kleinen Stoß zerbrechen. Andere Kameras in dieser Preisklasse wirken allerdings deutlich „wertiger“ und fangen sich vermutlich auch nicht so leicht Schrammen ein, wie die HV20. Trotz des etwas größeren Filterduchmessers scheint das Objektiv ziemlich identisch mit dem der HV10 zu sein. Hier werden augenscheinlich keine größeren Linsen verbaut.



Kompakt, aber leider mit leichter Plastik-Anmutung – Die HV20 von Canon
Kompakt, aber leider mit leichter Plastik-Anmutung – Die HV20 von Canon


Nach dem Einschalten wird man mit einer grundsätzlich ergonomischen Bedienung belohnt. Allerdings dürfte dies vor allem für eher kleine Hände gelten (die der Tester zufälligerweise aufweist). Mit dem Daumen drückt man wahlweise die Menütaste oder navigiert mit dem darüber liegenden Joystick durch die Einstellungen. Wichtige Parameter wie Belichtungszeit oder Blende liegen dabei in der Hierarchie weit oben und sind schnell justiert. Vorausgesetzt man klickt nicht bei einer Seitwärtsbewegung versehentlich, weil der Joystick einen kaum spürbaren Druckpunkt besitzt.




Bedienung

Die Bedienung während des Filmens wollte uns nicht hundertprozentig überzeugen: Neben der mikrigen Zoowippe bemängeln wir definitiv einen fehlenden Fokus-Ring. Das Fokus-Rad neben dem Objektiv ist viel zu leichtgängig und bietet daher nur schwachen Ersatz. Gut gefallen hat uns die direkte Umschaltung von Auto- und manuellem Fokus direkt neben dem Rad. Völlig deplatziert wirkt jedoch die Fokus Assist-Taste. Unverständlich: Sie liegt weit ab vom Schuss am Display-Rand. So muss die Hand zum ein- und ausschalten immer vom Fokus-Rad genommen werden, wo sie beim Scharfstellen jedoch logischerweise gebraucht wird. Doch damit nicht genug: Um auf dem ansonsten ziemlich guten Display die Schärfe auch nur einigermaßen beurteilen zu können, ist die Peaking-Funktion unabdingbar. Allerdings ist diese ohne Focus Assist nur alternativ zur Zebra-Funktion einzusetzen. Beides gleichzeitig geht leider nicht, obwohl man in der Regel beide Funktionen parallel benötigt. Und zum Umschalten muss man tief ins Menü. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass die Peaking-Funktion sowieso schlechter wirkt als bei der Konkurrenz. Echte Schärfekontrolle funktioniert bei der HV20 daher nur mit einem externen Monitor.


Und noch ein kleiner Hinweis nebenbei: Wer hauptsächlich mit dem Sucher filmt, kann den Fokus Assist-Button gar nicht drücken, weil er ja am inneren Display-Rand sitzt.






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