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Test : AJA HELO: Professionelles SDI und HDMI Live-Streaming inkl. Remote Webinterface

von Di, 16.Juni 2020 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Hardware
  Setup
  Monitoring
  Schnellanleitung Streaming
  AJA HELO - für wen?
  Fazit



Setup



Die AJA HELO lässt sich sowohl lokal via USB als auch remote via Ethernet und dazugehörigem Webinterface konfigurieren. Wir zeigen hier die „Remote-Variante“ via Ethernet.

Da die HELO über keinen On/Off Button verfügt, ist sie quasi startklar, sobald sie an das Stromnetz angeschlossen ist. (Tatsächlich kann man die HELO auch so konfigurieren, dass sie beim Start sofort losstreamt und/oder aufzeichnet.)

Defaultmässig startet die HELO mit dynamischer IP-Vergabe via DHCP. Um das Konfigurationsmenü der HELO im Netzwerk zu finden benötigt man zunächst eine USB-Verbindung zur Helo via AJAs e Mini Setup Programm (steht auf den Webseiten von AJA zum freien Download zur Verfügung).


Hier erhält man den aktuellen Netzwerkstatus und kann dann auch statische IP-Adressen, Gateways etc. konfigurieren (die IP Adresse der HELO lässt sich zur Not auch über die am Router angeschlossenen Geräte herausfinden).

Sobald der interne Webserver der HELO hochgefahren ist und diese via Ethernet mit dem Netzwerk/Internet verbunden ist, lässt sich das Menü der HELO aufrufen. Hierzu gibt man die entsprechende URL einfach in einen Webbrowser ein. Wir empfehlen für bestmögliche Funktionalität am Mac Firefox (und nicht Safari).

Nach Aufruf der HELO-URL landet man auf den gut strukturierten Config-Seiten der HELO-Box, die ziemlich selbsterklärend sind. Links oben lassen sich die einzelnen Menüscreens aufrufen. Hierzu zählen: „Status“, „Config“, „Scheduler“, „Recording Profiles“, „Streaming Profiles“ etc.


Ganz oben und in jedem Menü stets sichtbar findet sich eine VideoVorschau (Confidence Monitor), den wir bei anderen Streaming-Applikationen vermisset haben. Schön zu sehen, dass AJA hier mitgedacht hat. Auf dieser Videovorschau ist stets die jeweilig definierte Signal-Quelle zu sehen (SDI-In bzw. HDMI-IN).

Neben der Videovorschau befinden sich drei Buttons – von oben nach unten sind dies: Recording, Codec-Link, und Stream Start/Stop.

Auf der Status Seite finden sich alle relevanten Status-Informationen übersichtlich geordnet. Hierzu zählen: Anliegende Signale an den Inputs, Scheduler/Kalender-Status, Streaming Session, Recording Session, Netzwerk-Status sowie Firmware-Status.


Die einzelnen Bereich sind nochmal in diverse Detail-Infos unterteilt und bieten bestmöglich Auskunft über den Status des Gesamt-Streaming-Setups. Sollte eine Fehlersuche notwendig sein, lassen sich hier alle Stati schnell checken – sehr vorbildlich.

Im Config Menü werden vor allem die Videoquellen ausgewählt und - ebenfalls recht wichtig - Audio-Delays in Millisekunden angeglichen. Darüber hinaus lassen sich noch diveser Bildprocessing und Start-Up Paramater so wie AV Mute, etc. aktiveren.


Das Scheduler Menü stellt en echtes Highlight der HELO dar. Hier findet sich ein kompletter Kalender samt Automatisierungsfunktion integriert, der entweder lokal auf der HELO läuft oder auch andere Webkalender integrieren kann.

Mit Hilfe des Schedulers lassen sich Streaming- und Recordingzeiten bequem einprogrammieren. Wir haben den Scheduler kurz ausprobiert und einen Streamstart nach YouTube programmiert, der unkompliziert funktioniert hat. Wer an einem Ort zu unterschiedlichen Zeiten Streamevents managen muss, kann hier alle Events mit Start und Stoppzeiten eintragen und muss nicht einmal vor Ort sein, um das Streaming zu starten - ein sehr mächtiges Feature, das AJAs Erfahrung mit Produktionsumgebungen für Liveevents ganz gut veranschaulicht.


Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb des Schedulers ist natürlich, dass die interne Uhr der HELO mit der jeweiligen Ortszeit/Datum übereinstimmt. Die HELO Clock ist in allen Menüscreens stets auf der rechten Seite zu sehen. Änderungen lassen sich im System-Menü vornehmen.

Im Recording Profile Menü lassen sich vor allem die Parameter für einzelne Aufnahme-Parameter festlegen. Ebenfalls eine ziemlich durchdachte Funktion, weil man so zwischen Streams für die lokale Aufnahme / Backup via (SD Karte, Netzwerk, USB) und den gestreamten Video-Parametern unterscheiden kann.


Wer hingegen mit den gleichen Codec-Einstellungen aufzeichnen möchte, mit denen auch gestreamt wird, kann per Klick auf den Verlinkungs-Button „Independent Codec“, der ebenfalls ganz oben von jedem Menü aus zugänglich ist, eine entsprechende lokale Copy aktivieren. Hierbei werden dann für die lokale Aufzeichnung auch Bildrate, Geometrie (Breite und Höhe), Bitrate sowie alle „Advanced Settings“ aus dem Streaming Video Profil übernommen.

Aufnahme Profile (und Streaming Profile)lassen sich vom User selbst bis hin zur I- und P-Frame Implementierung beeindruckend tief individualisieren und als Preset abspeichern.

Im Streaming Profile Menü finden sich alle für das eigentliche Streaming zentralen Parameter. Hierzu zählen Bild- und Bitraten, Videocrops, Codeceinstellungen und vieles mehr.


Im Streaming Profil werden auch die eigentlich Streaming-Typen mit den dazugehörigen Schlüsseln eingestellt. Hier können RTMP, RTSP,RTP/UDP-TS sowie HLS mit dazugehörigen Eingabemasken ausgewählt und verarbeitet werden (mehr hierzu weiter unten im Abschnitt: Streaming Schnellanleitung).

Weitere leistungsstarke Funktionen stehen im Preset-Menü der AJA HELO zur Verfügung. Hier lassen sich Gesamt-Presets abspeichern, aufrufen sowie exportieren als auch importieren.


Wer mit mehreren AJA HELO Streaming-Boxen zu tun hat, kann Profile zwischen den Boxen so einfach austauschen oder Gesamt-Presets wiederverwenden, die an einem Ort mit komplexer Netzwerkinfrastruktur bereits funktioniert haben oder diese im „offline-betrieb“ in Ruhe aufsetzen und vieles mehr. Für uns eine weitere Funktion, die den professionellen Anspruch der AJA HELO unterstreicht.

Passend hierzu finden sich dann im System Menü neben User-Authentifizierungsoptionen, Zeit-Settings, UpnP Host-Einstellungen etc. dann auch die zentralen Netzwerk-Einstellungen. Hier können dann IP-Adress Modi, Gateways, DNS-Server uvm. eingestellt werden.

Damit haben wir auch schon die wichtigsten Remote Setup-Menüs der AJA HELO kurz vorgestellt. Für uns gibt es hier wenig Kritikpunkte. Die HELO glänzt beim Setup mit bemerkenswert umfassenden Einstelloptionen, die kaum Wünsche offen lassen.

Worauf man jedoch ein extra Auge haben sollte, ist vor allem bei der Eingabe über das Webinterface: Hier gilt es darauf zu achten, ob die Einstellungen, die man im Browser vornimmt auch tatsächlich übernommen wurden. Das gilt unsere Erfahrung nach für alle Webserver-basierten remote Setups. Hier empfehlen wir einen gelegentlichen Browser-Refresh, um sicherzustellen, dass die eigegebenen Parameter auch wirklich übernommen wurden.

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update am 3.Juli 2020 - 18:36
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