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Basiswissen Videoproduktion : Halbbilder

von Mi, 6.Januar 2010


Auch wenn wir bisher vereinfacht davon ausgegangen sind, dass ein PAL-DV-Bild 720x576 Pixel und ein HD-Bild 1920 x 1080 Pixel besitzt, ist dies nicht in jedem Fall korrekt. Denn eigentlich werden nicht 25 Bilder (Frames) pro Sekunde übertragen, sondern 50 sogenannte Halbbilder (Fields). Dies ist noch ein Relikt aus der Entstehung des PAL-Fernsehens: Da die Leuchtschicht des Fernsehers früher nicht lange genug nachleuchten konnte, wurde zunächst nur ein Halbbild auf den Monitor geschrieben. Dabei wird nur jede zweite Zeile des Vollbildes ausgegeben, beziehungsweise jede zweite Zeile des Vollbildes ausgelassen. Um ein sichtbares Flimmern zu vermeiden, wird daraufhin das zweite Halbbild (also die bisher ausgelassenen Zeilen) in einem zweiten Durchgang zwischen die Zeilen des ersten Halbbildes geschrieben. In der englischen Fachsprache bezeichnet man dieses Verfahren daher auch Interlace-Technik, weil die Halbbilder quasi ineinander verwebt sind.

In der PAL-Fernsehnorm wird ein Vollbild immer aus zwei Halbbildern zusammengesetzt. Im Vollbildmodus wird dagegen immer das gesamte Bild ohne Zeilenversatz ausgegeben.



Solange man einen Film nur schneidet, spielt es keine Rolle, ob man die ausgegebenen digitalen Daten als Vollbild oder zwei Halbbilder betrachtet. Sobald man jedoch Effekte anwendet, die einzelne Positionen der Ursprungspixel verändern, bekommt man ein Problem. Denn die zwei Halbbilder wurden in einem zeitlichen Abstand von 1/50 Sekunde aufgenommen. Da man mit Video in der Regel bewegte Objekte aufnimmt, kommt es zu Objektverschiebungen zwischen den zwei Halbbildern. Dieses Problem lässt sich besonders gut demonstrieren, indem man ein Standbild eines Video-Vollbildes betrachtet. Wie man in der folgenden Abbildung gut erkennen kann, sind bei allen bewegten Objekten sogenannte Kammstrukturen sichtbar. Diese entstehen durch den zeitlichen Versatz der zwei Halbbilder bei der Aufnahme.

Dieser vergrößerte Ausschnitt eines DV-Bildes zeigt die deutlichen Kammstrukturen in bewegten Objekten. Diese entstehen durch die zeitlich versetzte Aufnahme von zwei Halbbildern.


  

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