Der finnische Fotograf Antti Karppinen demonstriert anhand einer Markenkampagne, wie Bild-KIs in Zukunft die Arbeit professioneller Fotografen verändern könnten. Karppinen experimentiert schon seit über einem Jahr mit den Möglichkeiten, welche bildgenerierende KIs bieten und hat einen eigenen Workflow entwickelt für Fotos, die durch die Kombination von echten Fotoshootings mit KI-Bildern entstehen.

Der erste Schritt der Produktion ist noch ganz traditionell: Karppinen schießt vor Ort einige Fotos seiner Models, ganz informell und ohne großen Aufwand. Diese - ungefähr 20 Fotos pro Model - dienen dann per textual inversion bzw Dreambooth als individuelles Trainingsmaterial für die KI (vermutlich Stable Diffusion). Karppinen kann dann diese neu gelernten Personen direkt in Prompts ansprechen und gezielt Bilder mit ihnen generieren. Die vorher fotografierten Models können dann mit Hilfe von KI in jede beliebige Umgebung in jeder beliebigen Kleidung dargestellt werden. Karppinen schafft sozusagen eine ganz neue eigene KI-Modeldatenbank.

Im folgenden einige der Fotos, die für das Projekt entstanden sind und die in Finnland demnächst auf den Straßen und in den Bussen zu sehen sein werden sowie Fotos vom Shooting der Trainingsaufnahmen. Interessant ist zu sehen, wie die Trainings-Fotos keinen Greenscreen oder spezielle Beleuchtung benötigt haben - die KI hat keine Probleme, trotzdem die Gesichter zu erkennen und jeweils ein internes Modell davon zu erschaffen, welches ihr ermöglicht, das jeweilige Gesicht - auch aus einer anderen Perspektive und mit einer völlig anderen Beleuchtung - in eine beliebigen per Prompt generierten Umgebung darzustellen. Noch sind die resultierenden Bilder nicht perfekt, aber dank der rasend schnellen KI-Entwicklung sollte die Qualität der Bilder in Zukunft schnell noch besser werden.

Ist das neue KI-Modell für eine Person erst einmal erstellt - was auch anhand einer Reihe von Selfies erfolgen kann - sind keine neuen Fotoaufnahmen mehr notwendig. D.h. dass dieselben Models auch für andere Kampagnen verwendet werden können, ohne dass neue Fotos gemacht werden müssten. Der Fotograf wird so in Zusammenarbeit mit einer Bild-KI zu einem Schöpfer, der durch seine Phantasie geleitet neue Bilder produzieren kann und nicht mehr beschränkt wird durch den Zwang, in der Realität Settings für seine Fotos zu nutzen oder zu bauen.

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Hier ein Tutorial, wie man das ganze selbst machen kann und mit der Hilfe von DreamBooth eigene Personen (oder auch Objekte) in Stable Diffusion verwenden und Bilder damit generieren kann - auf dem eigenen PC und dank Cloud-GPU sogar ohne die Notwendigkeit einer lokalen leistungsstarken Grafikkarte. (Danke an cantsin für den Hinweis)



















