Kampf gegen KI-Fakes Neuer Algorithmus erkennt KI-Videos mit 98% Genauigkeit

// 14:14 Fr, 28. Jun 2024von

Als die ersten Videos von OpenAIs Video-KI Sora erschienen, war klar, dass demnächst - früher als erwartet - massenhaft täuschend echt aussehende Filme von KIs generiert werden können, zusätzlich zu den jetzt schon kursierenden DeepFakes, die leichter zu produzieren sind.


Schon jetzt stolpert man gelegentlich über Videos, bei denen sich die Frage stellt, ist das echt oder gefälscht? Zwar gibt es - noch - einige Merkmale an denen man mit bloßem Auge erkennen kann, ob ein Video "fake" ist, aber das wird in Zukunft angesichts des stetigen Fortschritts von Video-KIs immer schwieriger werden. Zudem hat nicht jeder Betrachter das für eine Erkennung von Video-KIs notwendige Wissen. Eine vollautomatische und zuverlässige Erkennung - am besten gleich in den sozialen Netzwerken interiert - wäre also ideal.


Neuer Algorithmus erkennt KI-Videos mit 98% Genauigkeit

Bisher haben sich Algorithmen zur Erkennung von KI-Videos allerdings schwer getan und keine zuverlässigen Resultate erzielt. Warum? Weil sie Methoden einsetzten, die eigentlich zur Erkennung von KI-generierten Bildern entwickelt worden waren. Doch die einzelnen Frames von KI-erstellten Videos weisen ganz andere typische Merkmale auf, als die Bilder von Bild-KIs wie etwa Stable Diffusion, DALLE3 oder Midjourney. Forscher der Drexel University in Philadelphia schlagen jetzt eine verbesserte Methode vor, um solche Videos sicherer als bisher identifizieren zu können.





Die Forscher trainierten ein spezielles, sogenanntes CNN (Constrained Convolutional Neural Network) mit den Videos von bekannten Video-KIs wie Sora, Pika und Stable Video Diffusion, um deren jeweils spezifische Eigenheiten auf einem Subpixel-Level für eine neue zuverlässigere Erkennung zu nutzen. Das CNN erreicht nicht nur eine deutlich bessere Erkennungsrate als die auf KI-Bilder spezialisierten Verfahren, sondern war auch in der Lage, anhand von nur wenig Trainingsmaterial die Erzeugnisse ganz neuer Video-KIs zu erkennen. Die Forscher prüften mittels einer eigenen Testreihe auch, ob die Komprimierung per H.264 die Performance der KI-Bild-Erkennungsalgorithmen im Falle der Videos negativ beeinflusste - sie tat es nicht.



Interessant ist auch die Visualisierung der Eigenheiten der verschiedenen Bild-/Video-KIs, indem deren charakteristische Rauschmuster extrahiert werden - diese variieren teils erheblich von KI zu KI, was sich nutzen läßt, um die betreffenden KIs zu identifizieren. Anhand der Rauschmuster kann auch eingeschätzt werden, wie ähnlich die unterschiedlichen Video-KIs in ihrer grundsätzlichen Stuktur sind - im folgenden Bild ist gut zu sehen, dass Pika (über dessen Algorithmus wenig bekannt ist) offensichtlich ein anderes Verfahren nutzt als z.B. Sora. Und dass Video-KIs generell andere Muster erzeugen als Bild-KIs.



Rauschmuster von Bild- und Video-KIs im Vergleich
Rauschmuster von Bild- und Video-KIs im Vergleich


Die Ergebnisse der Studie sind hoffnungsvoll: mit der vorgeschlagenen Methode lassen sich jetzt - und auch in nächster Zukunft - ziemlich zuverlässig von KIs generierte Videos erkennen. Es liegt allerdings in der Natur der Sache, daß diese Erkenntnisse auch dazu verwendet werden können, die typischen Merkmale von KI-Videos nachträglich zu verschleiern, um deren Entarnung zu vernhindern.


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