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Workshop : Canon 5D Mark III Video-DSLR im One-Man Interview-Setup

von Mo, 12.Mai 2014 | 7 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Objektivwahl



Objektivwahl



Der Objektivwahl kommt bei einer One-Man Show eine besondere Bedeutung zu. Ein Objektivwechsel während des Interviews kostet Zeit und kann den Gesprächsfluss empfindlich stören. Ein Zoom ermöglicht hingegen schnell unterschiedliche Ausschnitte festzulegen, teilweise einfach zwischen zwei Fragen, ohne die Kamera umstellen zu müssen.

Unterschiedliche Ausschnitte sorgen wiederum für etwas mehr Abwechslung bei Talking Heads Szenarien, stellen jedoch auch eine zusätzliche Fehlerquelle bei einem One-Man-Team dar. Hier sollte man für sich selbst klären, ob man mit dem Mehraufwand zurecht kommt oder nicht.

Die zuvor ermittelte Kamera-Motiv-Distanz spielt nun ebenfalls in die Wahl des Objektivs mit hinein. Eine manuelle Schärfenachfühung während des Interviews kommt nicht in Frage. Wir sind also auf das einmalige Festlegen der Schärfe angewiesen und nutzen hierfür eine hyperfokale Schärfeebene. Hierbei ist es wichtig, einzuplanen, dass unsere Gesprächspartnerin während des Interviews ein wenig Raum für Bewegung hat – eine Schärfeebene von 2-3cm von den Augen bis zum Ohr wäre hier nicht praktikabel. 30-50 cm sollte die Schärfeebene schon haben.

Bei 2m Abstand zur Kamera bedeutet dies bei einer Brennweite um die 65mm eine Blende 5.6 oder 8. Eine Blende 2 würde zwar ein vielleicht schickeres Portraitbild erzeugen aber zum einen wäre der Hintergrund und damit die Druckpresse dann schon recht unscharf und zum anderen benötigen wir dafür einen extra Kamera-Operator der die Schärfe kontinuierlich nachführt. Für unser One-Man-Set-up also nicht zu gebrauchen.


Canon EF 24-105mm f/4L IS USM


Da wir also sowieso auf eine f 5.6 oder 8 abblenden, müssen wir keine sonderlich lichtstarke Optik einplanen. Damit ergibt sich als ziemlich ideales Interview-Zoom für unsere Zwecke das Canon EF 24-105mm f/4L IS USM, das wir entsprechend auch an der Canon 5D Mark III genutzt haben. Ein Objektiv, das man mit seiner Anfangsblende von f4 vielleicht vorschnell aussortieren würde – gerade in Zeiten, in denen sich das Rennen um höchstmögliche Lichtstärke bei Optiken so extrem in den Vordergrund spielt. (Dass es auch noch eine Bildstabi eingebaut hat, ist zwar für diesen Zusammenhang nicht weiter von Bedeutung, platziert es jedoch bei unserer persönlichen Beurteilung von videotauglichen AF-Fotooptiken ziemlich weit vorne).

Auf der anderen Seite bedeuten eine Blende 5,6 / 8, dass man mit der ISO auf ca. 800 operieren muss, wenn wir unserem Interviewpartner eine Sonnenbrille für zuviel Licht ersparen wollen. Da ISO 800 jedoch für dieses Setup und bei der Canon 5D Mark III noch sehr akzeptable Bildergebnisse liefert, haben wir mit den leicht erhöhten ISO-Werten hier keine Probleme und damit den für uns besten Kompromiss aus ausreichender Schärfeebene bei noch guter Bildqualität ohne übermäßig hellen Lichtaufbau.

Räumlichkeit
Drei-Punkt-Licht


7 Seiten:
Einleitung
Räumlichkeit
Objektivwahl
Drei-Punkt-Licht
Mikrofonierung
Bildkontrolle
Fazit
  

[51 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    08:07 am 19.5.2014
Hallo Jott, sehe die Vorteile der Fellonis ähnlich. Was BiColor betrifft: Für Interviews mit klassischem Drei-Punkt-Licht reicht die Lichtstärke völlig aus. Wenn Du hingegen...weiterlesen
Jott    05:51 am 19.5.2014
Diese stufenlos regelbaren Modelle halte ich für witzlos. Man erkauft sich das ja mit halbierter Leistung, da sich die Anzahl der LEDs in Tungsten und Daylight aufteilt. Mit...weiterlesen
rob    23:43 am 18.5.2014
Ein Ersatz für einen Weißabgleich sind LEDs nicht - da gebe ich Dir Recht. Viele Grüße Rob
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update am 2.Dezember 2021 - 15:27
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