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Test : Sony Venice 2 - 8K-Sensor-Qualität, Debayering und Rolling Shutter

von Mo, 14.März 2022 | 2 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Debayering
Rolling Shutter
Sonstiges



Die Sony Venice 2 geizt nicht mit Superlativen und zeigt, welche technischen Highlights Sony für die Kinoproduktion im Jahre 2022 in die Waagschale werfen kann. Wir hatten ja bereits ein paar technische Hintergründe beleuchtet, jedoch können wir nun erstmals eine finale Version der Kamera testen. Und dafür werfen wir zuerst einmal einen dedizierten Blick auf das Debayering und das Rolling Shutter Verhalten.





Debayering



Bei uns fand sich das Top-Modell mit dem 8.6K (8640x5760)-Sensor, der mit maximal 60 fps in 17:9 ausgelesen werden kann. Im internen X-OCN Format können aktuell bis 8K60p aufgezeichnet werden, zusätzlich gibt es eine ProRes 4444 Aufnahmemöglichkeit mit bis zu 4K-Auflösung.

Wie kaum anders zu erwarten gelingt der Venice das 4K-Debayering in allen Formaten und Frameraten tadellos, wodurch sich die Zahl der relevanten Testbilder in Grenzen hält. Hier einmal das 8K->4K Debayering in X-OCN aufgezeichnet:

Die Sony Venice 2 im 8K->4K Downsampling von 24-60fps



Und das gleiche noch einmal mit erhöhtem Kontrast, um eventuelle Artefakte besser herauszustellen.

Die Sony Venice 2 im 8K->4K Downsampling von 24-60fps



Es sind praktisch alle 4K-Details sichtbar - und dies nahezu artefaktfrei. Dieses bestmögliche Ergebnis ist einem 2:1-Sensor-Readout geschuldet, der zudem noch im RAW-ähnlichen X-OCN aufgezeichnet wurde.

Alternativ kann der 8,6K-Sensor auch in einem S35-Fenster ausgelesen werden, welches dann mit 5,8K Senseln Breite in 17:9 ein 6K->4K Debayering ermöglicht. Dieses stellt die feinsten 4K-Details nun etwas "gedämpfter" dar:

Die Sony Venice 2 im 6K->4K Downsampling von 24-60fps



Und auch hier lassen sich bei einer Verstärkung des Kontrastes kaum Artefakte ausmachen:

Die Sony Venice 2 im 6K->4K Downsampling von 24-60fps





Rolling Shutter



Bei der Messung der Rolling Shutter Auslesezeiten brachte uns die Venice an unsere Grenzen. Bzw. an die Grenzen unseres Messverfahrens. Denn dieses funktioniert aktuell nur bis ca. 2 ms valide und es brauchte nicht nur viel Geduld, sondern auch etwas Glück, um unsere Messungen mehrfach zu bestätigen. Doch dafür bekamen wir Zahlen zu sehen, die wir im Jahre 2022 noch nicht bei einer Vollformat-Cine-Kamera erwartet hätten:

Um den gesamten 8K-3:2 Sensor mit allen Senseln (8640x5760) bei 24-30 fps auszulesen, benötigte die Venice 2 nur erstaunliche 3,9 Millisekunden. Nutzt man den 8K-Sensor in üblichen 16:9-/17:9-Formaten mit 4320 Zeilen bei 24-50fps, so verkürzt sich die Auslesezeit weiter auf 2,9 Millisekunden. Unerklärlicherweise gibt es hier jedoch einen Ausreißer: Mit 60p wird der Sensor in dieser Framerate nur noch mit sehr durchschnittlichen 14,4ms ausgelesen.

Noch besser wird es im S35-6K-Fenster, denn hier ließ sich der Sensor bei 5792 x 3056 Senseln durchgehend mit 24-60fps in 2,1 Millisekunden (!) auslesen. Spätestens dies sind Werte, die einen Global Shutter Sensor ist fast allen Anwendungen überflüssig machen können. Die Bestwerte der gesamten Konkurrenz mit Rolling Shutter Sensoren liegen bei 4K-S35 Auslesung aktuell (März 2022) noch mindestens über dem Dreifachen.



Sonstiges



Weil wir ähnliches immer wieder bei Kameras im vierstelligen Preisbereich gerne kritisieren, wollen wir folgende Einschränkung der Venice auch nicht unerwähnt lassen: Die Suchervergrößerung stellt selbst bei der maximalen, vierfachen Vergrößerung nicht jedes Pixel des 8K-Sensors dar, weshalb sich über den Sucher 8K-Schärfe Details nicht sicher beurteilen lassen. Da eine externe 8K-Monitor-Vorschau ebenfalls nicht einfach zu realisieren ist, halten wir eine exakte 8K-Suchervergrößerung für ein ziemlich relevantes Feature. Gerade in diesem Preisbereich an einer 8K-Referenz-Kamera.



Fazit - Sensor-Verhalten - Sony Venice 2



Ein perfektes 4K-Debayering hatten wir bereits erwartet, jedoch überraschte uns zudem die Venice 2 8K als neue, absolute Rolling Shutter Referenz, welche die gesamte Konkurrenz ohne Global Shutter Sensor aktuell hinter sich lässt.

Allerdings wollen bzw. müssen wir die Spannung noch etwas halten, denn es steht ja noch ein Elefant namens Dynamik im Raum. Sony verspricht für die neue Venice ja nicht weniger als 16 Blendenstufen, was in der Branche ebenfalls als Referenzwert gehandelt wird. Wir sind schon dran und hoffen euch bald unsere Gesamteinschätzung zur technischen Seite der neuen 8K Venice präsentieren zu können...


Sony VENICEim Vergleich mit:

Listenpreis: 37000 €
Markteinführung: Juni 2018
Sensorgrößen-Klasse:
Kleinbild-Vollformat, FX
Mount: E-Mount/PL-Mount

Platz 4 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
RED SCARLET-W
Listenpreis: 19000 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Canon EOS C70
Listenpreis: 5219 €
Super35 / APS-C

  

[59 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
andieymi    09:37 am 30.3.2022
Dazu muss man sagen, dass Dual ISO und native ISOs eben ein schlechtes Beispiel sind, weil die Regel durch Dual-ISO mit 2 nativen Basen quasi gebrochen wird. Du hast nämlich -...weiterlesen
klusterdegenerierung    08:54 am 30.3.2022
Hallo Mantas, entweder habe ich mich undeutlich ausgedrückt, oder wir missverstehen uns, denn ich sagte ja was ganz ähnliches wie Du. Wie Du auf diesen Diagrammen sehen kannst,...weiterlesen
Mantas    08:24 am 30.3.2022
Leider passiert das echt öfters, wenn man dich korrigieren oder auf was aufmerksam machen möchte, irgendwann macht es keinen Spaß. Naja Schwamm drüber. sorry, aber...weiterlesen
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update am 4.Juli 2022 - 18:54
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