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Test : Panasonics Vollformat BS1H in der Praxis - die aktuell beste Box-Kamera?

von Mo, 11.Oktober 2021 | 5 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Hauttöne und LOG/LUT Workflow
Gimbal- und Handheld-Setup
BS1H mit SmallRig und Zacuto Cage



Wir hatten vorab Gelegenheit zu einem ersten kurzen Dreh mit der neuen Panasonic Vollformat Box Camera BS1H und haben unterschiedliche Setups aufgeriggt: Mit diversen Cages und Griffen im kompakten Hand-Setup sowie am Ronin DJI RS2 inkl. Atomos Ninja V+ und SDI (!) Monitoring. Hier unsere ersten Aufnahmen und Erfahrungen mit der extrem modularen Panasonic BS1H.

Vorab unser Tageslichtdreh mit Caro bei dem neben der Vollformat Panasonic BS1H das aktuell LUMIX S50 mm F1.8 sowie das Lumix 20-60 mmF3.5-5.6. Zum Einsatz kamen.


Darüber hinaus waren der DJI Ronin RS2, der SmallRig 3024 / DC-BGH1 Cage, der Zacuto BGH1-Cage, der Atomos Ninja V+ sowie unser Genustech Eclipse Vario-ND mit von der Partie.



Hauttöne und LOG/LUT Workflow



Die Panasonic BS1H verfügt über den gleichen leistungsstarken Vollformat-6K Sensor wie die Flaggschiff Panasonic S1H DSLM.

Damit einher geht einer der besten am Markt befindlichen Dynamikumfänge in dieser Kameraklasse und ein sehr robustes 6K 10 Bit V-Log Recording.

Dies zeigt sich auch bei der Hauttonreproduktion im LOG/LUT Betrieb. Typisch für Panasonic ist die eher zurückhaltend/neutral agierende Farbgebung im Verbund mit der hauseigenen V709-LUT.

Die Colorscience dürfte damit 1:1 mit jener der Panasonic S1H/ S1 übereinstimmen und entsprechend einfach sollte sich auch das V-LOG Material der BS1H mit anderen Panasonic V-LOG Kameras mischen lassen.

Panasonic V-LOG bietet viel Flexibilität in der Postproduktion und lässt sich von LOG/LUT-Workflows über ACES bis hin zu freien, persönlichen Grades je nach Vorgabe verarbeiten. Persönlich ziehen wir letztere Variante bei V-Log Material vor, die zwar etwas zeitintensiver ist, jedoch in unseren Augen stets einen recht hochwertigen Look erzeugt.



Gimbal- und Handheld-Setup



Tatsächlich war der Box-Faktor der Panasonic BSH1 eine kleine Offenbarung beim Thema Gimbalsetup für uns: Da die BS1H mit gerade Mal 585g nur die Hälfte einer S1H wiegt, erhält man hier ein sehr leichtes und vor allem auch leicht zu tarierenden professionelles Gimbal-Setup. (selbst mit doppelt so leistungsfähigem Akku und SmallRig Cage ist die BS1H noch rund 400 g leichter als die S1H ebenfalls mit Akku und SmallRig Cage).

Wir können uns nicht erinnern, jemals eine Kamera so schnell auf dem DJI RS2 Gimbal tariert zu haben. Neben Remote-, Studio- und szenischen Setups sehen wir die BS1H somit ausgesprochen gut für die Gimbalmontage geeignet, (womit die im Vgl. zur S1H fehlende Sensorstabilisierung für viele verschmerzbarer werden dürfte).

Für das externe Monitoring stehen gleich zwei externe Schnittstelle zur Verfügung: HDMI und SDI. Vor allem die SDI-Option stellt ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Panasonic BS1H da, die sich damit von Mitbewerbern wie Z-Cam und anderen (wie auch durch das externe ProRes RAW UND BMD-Raw Recording) absetzt. Wenn wir wählen können, greifen wir für das Monitoring klar zur SDI-Option – insbesondere bei sich bewegenden Systemen wie Gimbaln, da hier eine robuste Kabelsicherung bei angenehm unkompliziertem Setup gegeben ist.

Für unser Gimbal-Setup mit der Panasonic BS1H haben wir den DJI RS2 im Verbund mit dem Atomos Ninja V+ inkl. AtomX SDI-Modul genutzt, was Dank dünnem SDI-Kabels auch optimal funktioniert hat.

Die Panasonic BS1H verblieb während des Gimbal-Betriebs geschützt im Cage und ermöglichte damit sehr schnelle Umbauten zum Hand-Setup.

Da beide Cages über (von uns sehr geschätzte) Nato-Rails verfügen, konnten wir hier angenehm schnell und unkompliziert unseren Holzhandgriff an der Seite befestigen inkl. Atomos Ninja V+ via MagicArm ebenfalls am Cage (+ optionalem zusätzlichen Shape-Handgriff) und hatten sofort ein optimal in der Hand liegendes Kamerasystem - mit gegenüber einem Klappdisplay deutlich hochwertigerem Monitoring. (Lediglich den sehr guten S1H Sucher haben wir an dieser Stelle leicht vermisst).

In Sachen Bedienung hat die BS1H gegenüber der BGH1 deutlich zugelegt. Hier eine Übersicht über das Schalter- Schnittstellen und Gewinde-Layout:

Für unseren Testdreh haben wir vor allem reichlich Gebrauch von den Funktionstasten gemacht, auf die sich per langem Knopfdruck komfortabel individuelle Funktionen legen lassen. So hatten wir per externem Button stets schnellen Zugriff auf: Blende, Verschlußwinkel, ISO, Weißabgleich, Menü-Overlay On/Off etc.



BS1H mit SmallRig und Zacuto Cage



Da die Panasonic BS1H über die exakt gleichen Höhe-/Tiefenabmessungen (93x93mm) wie die MFT BGH1 verfügt, passen die von uns getesteten BGH1-Cages von Zacuto und SmallRig auch problemlos an die BS1H. Beide Cages unterscheiden sich in unserer Praxiserfahrung deutlich von ihrer Einsatzschwerpunkten.

Panasonic BS1H, SmallRig Cage und Atomos Ninja V+


Wer vor allem einen preiswerten Schutz für die BS1H sucht und darüber hinaus vor allem mit Gimbal-Setups unterwegs ist (und weniger mit handgehaltenen Systemen, szenischen Setups inkl. Stativ oder Schultersystemen) ist mit dem konkurrenzlos günstigen SmallRig BGH1 Cage sehr gut bedient. Top sind hier guten Montagemögichkeiten für Gimbalaufnahmen auf der Unterseite des Cages. Gerne hätten wir hingegen noch eine zweite Nato-Rail auf der rechten Seite gesehen.

Der Zacuto-Cage kostet klar mehr – bietet dafür aber auch deutlich mehr.

Hier finden sich dann insgesamt 3 ( !) Nato-Rails (links, rechts und oben), modulare Cage-Seiten die man bei Bedarf auch weglassen kann, 2 ARRI-Rosetten sowie deutlich mehr Gewindebohrungen und Lockpin-Aufnahmen. Wer also vor allem einen Cage sucht, der sich gut für schwerere, szenische Setups ausbauen lässt, ein optimales Handsystem mit vielen justierbaren Griffmöglichkeiten oder ein Schultersystem (mit Sucher!) konfigurieren will, ist mit dem Zacuto Cage am besten bedient.

Dank an dieser Stelle an Foto Erhardt für die schnelle Bereitstellung des SmallRig 3024 Cage sowie an BPM für die unkomplizierte Lieferrung des Zacuto BGH1 Cages.



Remote-Setups und Lumix Sync App



Für viele dürften die Remote-Optionen einer BOX-Kamera mit zu den wichtigsten Funktionen zählen – Anwendungsszenarien hierfür sind sowohl Studio-Setups im Mehrkamera-Verbund, schwer zugängliche Installationen am Set oder auch Drohnen-Anwendungen.

LUMIX SYNC APP


Und für all das bringt die Panasonic BS1H recht spannende Optionen mit, von denen wir die WIFI/Bluetooth Remote via Panasonic Luxmix Sync App ebenfalls kurz ausprobiert haben - doch der Reihe nach:

Neben den bereits genannte HDMI- und SDI-Schnittstellen verfügt die Panasonic BS1H auch über Ethernet (IP Streaming), Genlock IN sowie Timecode IN/OUT Schnittstellen (letztere auf robuster BNC-Basis). Vor allem Studio und Mehrkamerasetups dürften damit sehr gut bedient werden.

Darüber hinaus finden sich Lanc für Kamerahandbedienungen sowie als drahtlose Remote-Funktionen Bluetooth und WIFI an Bord womit sich u.a. via Lumix Sync App die BS1H fernsteuern lässt.

Letztere App haben wir mit der Panasonic BS1H unter iOS kurz als Kamera-Remote ausprobiert und die Verbindung hat auf Anhieb geklappt. Mit Lumix Sync lassen sich nicht nur Daten und Kameraeinstellungen übertragen sondern auch die gesamte Kamera Remote steuern: Blende, Verschlußwinkel, ISO und auch manuelles Fokussieren inkl. Fokusvergrösserung sind hiermit möglich – mit durchaus erträglichen Latenzen.

Unser Tip: Wer mit der Panasonic BS1H ProRes RAW oder Blackmagic RAW am externen Monitorrekorder aufnehmen möchte und für die externe Menüübertragung nicht auf einen extra SDI-Monitor setzen möchte, kann die essentielle Einstellungen inkl. Rec Start /Stop bequem via App steuern. (Da der SDI und der HDMI-Ausgang jedoch parallel ausgeben sind auch zwei Monitore oder eine Switching im entsprechenden SDI/HDMI Monitor möglich).



Großer Akku für lange Drehzeiten



Zum Schluß unserer ersten Praxiserfahrungen mit der neuen Panasonic Vollformat Box-Kamera wollen wir noch kurz auf das Energiekonzept der BS1H verweisen. Unserer Testkamera lag der VW-VBD58 bei, der bei 7,2V über 5800 mAh / 42 Wh verfügt.

Damit ist er knapp doppelt so leistungsfähig wie der Akku der Panasonic S1H - muss jedoch weder einen hochauflösenden Sucher noch ein Klappdisplay oder eine Sensorstabilisierung versorgen.

Damit wird die Panasonic BS1H zu einem echten Dauerläufer. Nach knapp 2 Stunden Drehzeit im On/Off Betrieb hatten wir erst 25% Akkuladung verbraucht. Je nach Anwendung/Arbeitsweise kann man hier sogar mit nur einem Akku knapp durch einen Drehtag kommen.



Vorläufiges Fazit



Soweit unsere ersten Praxiserfahrungen mit der neuen Vollformat Panasonic Box-Kamera, die positiver ausfallen, als wir ursprünglich gedacht haben:

Das modulare Konzept funktionierte bei uns bemerkenswert gut. Unsere Lust am modularen Basteln und individuellem Ausbau hat die BS1H auf jeden Fall geweckt.

Wer auf einen State of the Art AF verzichten kann, erhält hier eine Top Vollformat Kamera auf hohem Bild-, Verarbeitungs- und Ausstattungsniveau bei zugleich größtmöglicher Flexibilität.


  

[12 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Vectorizer    16:34 am 17.10.2021
Ach und wo ich grade am Posten bin: Kann man eigentlich bei euch seinen Usernamen ändern? Vectorizer hab ich mir vor 1 Millionen Jahren als Teenager mal ausgedacht... würde das...weiterlesen
Vectorizer    16:31 am 17.10.2021
Moin Rob! Vielen Dank für deinen Test! Ich würde gerne einen Wunsch äußern: Du bist ja oft zum Kameratesten in der Nähe des Reichstagsgebäudes unterwegs und mir fällt auf,...weiterlesen
lensoperator    18:30 am 15.10.2021
Irgendwie nen cooles gerät. Und Leitz ist gestern der L-Mount Allianz beigetragen. https://www.photografix-magazin.de/l-mo ... -mitglied/
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update am 17.Oktober 2021 - 15:00
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