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Ratgeber : Worauf beim Kauf eines Kamera Cages achten?

von Di, 4.Februar 2020 | 7 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Pro & Contra DSLM/DSLR Kamera Cage
Kamera-Schutz
Zubehör-Montage
Handling und Ergonomie
Preis/Leistung
Worauf gilt es also bei der Auswahl eines Kamera-Cages zu achten?
Stabilität
Montage-Optionen
Gewicht
Ergonomie
Rigg-Komponenten und Kompatibilität
Modularität
Verarbeitung und Service



Worauf sollte man grundsätzlich und unabhängig vom jeweiligen Kameramodell beim Kauf eines Cages für DSLMs oder DSLRs achten? Was sind die unterschiedlichen Konstruktions- und Designmerkmale? Wann macht ein Cage Sinn? Außerdem klären wir via Pro und Contra die Entscheidung für oder gegen einen Cage ...


Wir haben hier einmal die Argumente Pro und Contra Kamera-Cage für die kompakte DSLM/DSLR Kameraklasse versammelt, um die Entscheidung für oder wider einen Kamera-Cage für die eigene Kameraarbeit zu erleichtern.

Bevor wir in einem Folge-Artikel zu konkreten Kamera-Cages diverser Hersteller kommen, klären wir hier ebenfalls, worauf wir bei der Auswahl eines aktuellen Cages für DSLM/DSLR achten würden.

Wir starten mit unserem Pro & Contra DSLM/DSLR Kamera-Cage in der Hoffnung hier etwas Hilfestellung bei der Frage zu geben, ob man einen Cage benötigt oder nicht:



Pro & Contra DSLM/DSLR Kamera Cage





Kamera-Schutz



Wie kaum eine andere Kameraklasse bieten sich kompakte DSLM/DSLRs für den mobilen Einsatz an. Und mit „mobil“ meinen wir sowohl eine mobile Kamera in Form von Gimbal, Handkamera, montiert in/auf Fahrzeugen etc. als auch Kameras, mit denen man auf Reisen geht.


Für all diese mobilen Anwendungen bieten DSLM/DSLR Kamera-Cages Schutz. Gelegentlich lässt sich ein Stoß oder ein scharfkantiger Gegenstand beim Riggen, beim Dreh oder beim Transport nicht vermeiden und hier bietet ein Kamera-Cage zumindest einen Basis-Schutz.

Wer hingegen seine DSLM/DSLR in hochwertigen Kamerataschen, Pelicases etc. transportiert und/oder sie nur gelegentlich im mobilen Einsatz hat, dürfte sich die Investition in einen Cage - zumindest aus Schutz-Überlegungen heraus - eher sparen können.



Zubehör-Montage



Mit das wichtigste Argument für einen Cage dürfte die Montage von Zubehör sein. Wer an seine DSLM/DSLR Zubehör montieren muss wie: Extra Monitoring/Monitorrecorder, Kameralicht, externes Mikro, Timecode-Boxes, Funkstrecke, etc. dürfte mit einem Cage gut beraten sein.


Etwas spezieller aber nicht minder wichtig beim Thema Zubehör-Montage sind in den Cage integrierte Aufnahmeoptionen für Objektivadapter und Fokalreduktoren: Die Schnittstellen zwischen Kameragehäuse, Adapter und Objektiv stellen häufig eine Schwachstelle dar, die gerne auch mal mehr Spiel mitbringt als gewünscht. Im Cage integrierte Aufnahmen für diverse Adapter erhöhen die Stabilität entsprechender Kamerasysteme deutlich.

Alternativ oder auch ergänzend kann bei komplexeren Ausbauten auch ein ROD Support System Sinn machen – vor allem wenn auch Followfokus, Matteboxen, zusätzliche Objektivstützen oder auch größere, externe Akkus benötigt werden. Ein Cage kann hier ein erster Baustein sein.

Wer hingegen entsprechendes Zubehör an seiner DSLM/DSLR nicht benötigt oder einfach nur möglichst minimal - vielleicht auch bewußt im „Stealth-Modus“ möglichst unauffällig unterwegs sein möchte (oder wer grundsätzlich für entsprechende Projekte mit umfangreicherem Rigging zu größeren Kameras greifen kann), dürfte einen DSLM/DSLR Cage nicht wirklich benötigen.



Handling und Ergonomie



Ein weiteres, recht wichtiges Argument Pro Cage sind die Handling- und Ergonomie-Optionen moderner Cage-Systeme welche die Handhabung des eher auf Fotografie ausgelegten Formfaktors von DSLM/DSLRs deutlich verbessern können.


Hierzu kann bereits eine so „einfache“ Erweiterung wie ein Handgriff (Top-Handle) beitragen, der sich stabiler am Cage (als am Blitzschuh) montieren lässt. Wer seine Kamera den ganzen Tag in der Hand hält und sie nicht für jede Aufnahme aus einer Tasche herausholen möchte, wird einen „banalen“ Tragegriff recht schnell zu schätzen wissen: Vor allem wer seine DSLM/DSLR bislang seitlich an der integrierten Handausformung der Kamera getragen hat - was bei erhöhten Kameragewichten (Mikro, Monitorrecorder etc.) auf Dauer krampfig werden kann – hat hier einiges zu gewinnen.

Gleiches gilt für die Montage von zusätzlichen, seitlichen Handgriffen. Mit immer besser werdenden Objektiv- und Sensorstabilisierungssystemen gerade auch in der kompakten DSLM/DSLR Klasse kann ein zusätzlicher seitlicher Kameragriff genau das Quäntchen mehr an zusätzlicher Stabilisierung bei der manuellen Kameraführung bringen, so dass in der einen oder anderen Situation auf einen Gimbal verzichtet werden kann.

Und schließlich gilt dies auch für ein ergonomisch besseres Handling von zusätzlichem Monitoring: Wer bislang seinen Monitor(-Recorder) am Blitzschuh der Kamera befestigt hatte, wird verdrehsichere, mit Lock-Pin versehene Montage-Optionen, etc. zu schätzen wissen. Und dies umso mehr, wenn je nach Ausbaustufe unterschiedliche Montage-Punkte am Cage zur Verfügung stehen, um eine optimale Tarierung zu ermöglichen.

Und auch hier gilt im Umkehrschluss: Wer mit dem Handling seiner DSLM/DSLR zufrieden ist, und weder bei der Aufnahme noch beim Transport eine bessere Ergonomie vermisst, benötigt wahrscheinlich keinen zusätzlichen Kamera-Cage. Wir sagen hier bewußt „wahrscheinlich“ - raten würden wir bei intensiverem Kameragebrauch einfach mal dazu einen Top-Handle probeweiser zu montieren und zu beobachten, wie sich das Kamera-Handling verändert.



Preis/Leistung



Kamera-Cages gibt es mittlerweile in vielen Preisklassen von No-Name bis zum etablierten Hersteller und auch günstige Kamera-Cages bewegen sich von der Verarbeitung vielfach bereits auf recht hohem Niveau. Tatsächlich sollte eine Anschaffung eigentlich kaum noch am Preis scheitern. Wichtiger finden wir dann auch die Frage wann und ob es sich lohnt, in einen Cage zu investieren.

Als Regel würden wir aufstellen: Ein Cage lohnt sich, wenn mit dessen Hilfe bessere Filme produziert werden. Wenn ein Kameralicht hingegen den Film besser macht oder ein Lavalier oder ein Stativ, dann wäre es eher kontraproduktiv, als erstes in einen Cage zu investieren. Oder anders gesagt: Ein Cage dürfte in vielen Fällen als Zubehör dann Sinn machen, wenn Basis-Investitionen in Filmequipment bereits getätigt wurden. Ein Cage steht eher am Ende als am Anfang bei der Investition in Filmequipment.

Dies macht auch durchaus Sinn, zumal die individuelle Praxis darüber entscheiden sollte, ob man einen Cage benötigt oder nicht. Und hier gilt es erstmal Erfahrung mit seinem vorhandenen Equipment zu sammeln.

Wer bereits an diesem Punkt steht und sich jetzt auf die Suche nach einem Cage macht, findet hier nun unsere wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines DSLM/DSLR Kamera-Cages aufgelistet.



Worauf gilt es also bei der Auswahl eines Kamera-Cages zu achten?





Stabilität



Die Stabilität eines Kamera-Cages sollte eigentlich Grundvoraussetzung für dessen Existenz sein. Die Praxis zeigt allerdings, dass es nicht ganz so einfach ist, weil „Stabilität“ in diesem Fall von mehreren Faktoren abhängig ist. Vordergründig ist da erstmal die Konstruktionsweise des Kamera-Cages selbst. Bereits hier gibt es eine Reihe von Unterschieden, die sich auch je nach Anwendung unterscheiden: Universal Cages, Half-Cages, und Full Cages.


Sogenannte Universal-Cages sind Kamera-Cages die sich zumeist in ihrer Höhe und Breite verändern lassen und nicht für ein bestimmtes Kameramodell sondern für möglichst viele DSLM/DSLRs konstruiert wurden. In der Regel handelt es sich hierbei gleichzeitig auch um sogenannte, Half-Cages also „Halbe“ Cages, die zur rechten Kameraseite hin offen sind.

Da Half-Cages konstruktionsbedingt weniger Befestigungsmöglichkeiten als geschlossene Cages für die Kamera bieten, ist es hier besonders wichtig, auf einen guten Sitz der Kamera im Cage zu achten. Für die Fixierung der Kamera im Cage sind zumeist extra Bodenplatten der Half-Cages verantwortlich. Entsprechend würden wir bei der Auswahl vor allem die Verdrehsicherheit und die Fixierwirkung der Bodenschraube/Bodenplatte prüfen. Auch sollte hier gecheckt werden, wie gut sich Objektive mit montiertem Universal Cage wechseln lassen.

Cage mit integrierter Stütze für Speedbooster


Wer Fokal-Reduktoren oder andere Adapter an seiner DSLM/DSLR betreiben möchte, sollte bei der Auswahl des Cages unbedingt darauf achten, dass diese problemlos montiert werden können. Besonders clever sind hier Cage-Systeme die Stütz- oder Aufnahmeoptionen für entsprechende Adapter bereits integriert haben.

Weitere Stabilität erhalten Universal Cages durch ihre in der Höhe verstellbare Top-Plate. Wer DSLM/DSLRs von Sony oder Panasonic nutzt und hier mit den XLR-Audio-Adaptern am Blitzschuh unterwegs ist, (oder deren Anschaffung plant), sollte auf die Aussparung des Blitzschuhs durch die Top-Plate des Cages achten (ebenso bei Full-Cages).

Doch auch bei umlaufenden Kamera-Cages für DSLM/DSLRs - die in der Regel dann für spezielle Kameramodelle entworfen sind - gibt es deutliche Unterschiede bei der Anzahl der Befestigungspunkte und damit auch bei der finalen Stabilität der Kamera im Full-Cage.

Sollte die Kamera beispielsweise neben dem Stativgewinde im Boden noch einen Pin aufnehmen können, macht es durchaus Sinn, wenn der jeweilige Cage diesen auch bedient.

In letzter Zeit kommen immer mehr Cages für DSLM/DSLRs auf den Markt, welche die Ösen für die Befestigung von Kameragurten für eine bestmögliche Fixierung der Kamera im Cage via kleiner Inbus-Schraube (meistens M2) vorsehen. Unserer Meinung nach eine ziemlich clevere Sache (– auch wenn die Montage zumeist eher frickelig ist und man nicht erwarten sollte, den Cage besonders schnell während des Drehs wieder abbauen zu können …).

Cage mit Fixierung via Gurt-Öse


Der Vorteil der zusätzlichen Fixierung via Schraube durch die Gurt-Öse ist die stark erhöhte Verdrehsicherheit der Kamera im Cage.

Als Material kommt bei den Kamera-Cages für DSLM/DSLRs zumeist eine Aluminium-Legierung zum Einsatz. Es gibt jedoch auch Kamera-Cages die, wie die höherwertigeren Kameragehäuse, auch auf Magnesium-Legierungen setzen.



Montage-Optionen



Wer einen Cage nutzt, hat meistens eine ganze Reihe von zusätzlichen Geräten am Cage im Einsatz und das bedeutet zum einen, dass diese ergonomisch sinnvoll am Cage montiert werden müssen und es andererseits diverse Kabel am Cage möglichst effektiv zu führen gilt. Es macht durchaus Sinn, sich bei der Auswahl des Cages die maximale Anzahl an externen Geräten, deren sinnvolle Positionierung, sowie bestmögliche Kabelführung/Sicherung zu vergegenwärtigen.

Soll Zubehör an Magic Armen am Cage befestigt werden, würden wir hier stets darauf achten, dass auch ein Paar mit Lock-Pin-Aufnahmen versehene Gewinde zur Verfügung stehen. Auch eine noch so beeindruckende Anzahl von Gewindebohrungen hilft nicht weiter, wenn sich Zubehör zu schnell lockert.

Kamera Cage mit diversen ARRI Lockpin Aufnahmen


Insbesondere für Monitorrecorder am Magic Arm die zusammen mit Akkus und SSDs eine beachtliche Hebelwirkung entfalten können, sind entsprechend gegen Verdrehung gesicherte Gewinde eine gute Option. Eine gelegentliche Kontrolle des Sitzes sollte zwar trotzdem erfolgen – besser als Gewinde ohne zusätzliche Lockpins sind diese jedoch allemal.

Andere Optionen für die Montage von Zubehör am DSLR/DSLM-Cage sind Schienensysteme mit entsprechender Klemmung. Vor allem bei zusätzlichen Griffe können Schienen mit einer schnell verstellbaren Gewichtsjustage punkten. Hier würden wir vor allem auf Standards bzw. weit verbreitete Systeme wie NATO-Rails achten. Einige Cages bieten von Hause aus bereits integrierte Schienensysteme an. Entsprechende Rails können an den meisten Cages auch nachträglich montiert werden. Hier gilt es dann darauf zu achten, dass die nachträglich montierten Schienen nicht andere, wichtige Montage-Optionen überdecken.

Seitlicher Handgriff mit ARRI-Rosetten und Nato-Aufnahme


Wer hingegen vor allem unterschiedliche Winkel von externen Griffen am Cage benötigt, dürfte mit ARRI-Rosetten und/oder entsprechenden Schnellverschußsystemen am besten bedient sein. Hier gibt es mittlerweile recht clevere Schnellverschlüsse die Griffrotationen quasi „on the fly“ ermöglichen.

Ein bei aktuellen DSLM-Systemen immer wichtiger werdender Punkt sind externe SSD-Montagen die via USB-C an die Kamera für hochwertige Formataufzeichnungen angeschlossen werden. Da externe SSD-Lösungen nicht immer den gleichen Formfaktor bieten – was insbesondere für USB-C SSDs gilt - macht es für entsprechende Aufnahmeszenarien Sinn, sich zu überlegen wo und wie die SSD bestmöglich am Cage befestigt werden soll.


Da USB-C (leider) nicht zu den gegen Zug gesicherten Interfaces zählt, kommt dem Thema Kabelsicherung/Klemmung hier dann ebenfalls nochmal Bedeutung zu. Wir würden bei einer entsprechenden Halterung bzw. am Cage selbst stets auch auf Kabelsicherungen sowohl an der Kamera als auch an der USB-C SSD achten. Gleiches gilt für das Sichern von HDMI-Kabeln für MonitoringRecording.

Und schließlich ist auch nicht unwesentlich, wo sich welche Montage-Optionen befinden. Wenn ich auf Blitzschuh-Aufnahmen am Cage angewiesen bin: Befinden sie sich auf der für meinen Workflow passenden Position am Cage? Wo befinden sich die 3/8“ Gewinde etc.



Gewicht



Dem Thema Gewicht kommt gerade bei mobilen Systemen eine besondere Bedeutung zu. Häufig (aber nicht immer) lässt sich bei entsprechenden DSLM/DSLR Cage Systemen eine umgekehrte Relation zwischen Gewicht und Stabilität feststellen (s.hierzu auch unser Stabilitäts-Kapitel).

Half-Cages meistens leichter als Full-Cages


Spürbar leichter als ihre Full-Cage Pendants sind zumeist Half-Cage Konstruktionen. Wer auf der Suche nach maximaler Gewichtsersparnis (oder Universal-Cages ist) dürfte mit Half-Cages gut beraten sein. Im Hinterkopf sollt man hierbei allerdings behalten, dass die Kamera ihren umlaufenden Schutz verliert und auch weniger Montage-Optionen bei Half-Cages zur Verfügung stehen.

Bei gewichts-kritischen Setups beispielsweise für Gimbals oder Drohnen würden wir vorab checken, ob ein Cage tatsächlich zwingend benötigt wird. War die Kamera zuvor in anderen Setups mit Cage unterwegs und soll diese nun auf mobilen Systemen installiert werden, kann neben der Gewichtskontrolle eher auch ein schneller Wechsel vom Cage runter auf das mobile System wichtig sein.

In dem Fall können Half-Cage-Systeme punkten, da sie meist eine eigene Bodenplatte an der Kamera für die Montage benötigen. Wenn diese Bodenplatte kompatibel mit dem Montagesystem des Gimbals oder der Drohne ist, hat man einen echten Geschwindigkeitsvorteil - doch dies gilt es vorab zu prüfen. Auch sind DSLM/DSLRs aus Half-Cage-Systemen in unserer Praxis meistens deutlich schneller auszubauen als aus umlaufenden Kamera-Cages.



Ergonomie



Für die Beurteilung der bestmöglichen Bedienung der Kamera im Cage empfehlen wir stets das geriggte Gesamtsystem im jeweiligen Anwendungsszenario im Blick zu haben. Cage A mag ohne weitere installierte Komponenten deutlich besser in der Hand liegen als Cage B. Wenn sich jedoch die jeweiligen Komponenten nicht ergonomisch sinnvoll montieren lassen, macht auch der noch so handschmeichlerische Cage keinen Sinn.


Checken würden wir stets auch die Erreich- und Ausführbarkeit der wichtigsten Funktionen: Lassen sich alle Klappen der Kamera problemlos öffnen? (Akku-Klappe nicht vergessen!) Muss ich per Hand an den Fokus/Zoom Ring des Objektivs herankommen oder bin ich ausschließlich mit Follow-Fokus unterwegs? Wie gut lässt sich der interne Monitor der DSLM/DSLR im montierten Cage ausklappen (sofern es sich um einen beweglichen Monitor handelt)? Wo wird am Cage wie mein wichtigstes Zubehör befestigt (siehe hierzu auch das Thema „Montage-Optionen“)?

Wer eine bestimmte Präferenz beim Material und/oder der Funktion von Handgriffen hat (Holz- oder Metallhandgriff, inkl. Remote-Funktionen, bestimmte Montage-Optionen etc.), sollte genau prüfen, ob die gewünschte Ausführung mit dem Rest des Cages zusammenpasst. Auch wer bereits in Zubehör investiert hat, tut gut daran, zu prüfen, ob, wie und wo es sich am Cage befestigen lässt.



Rigg-Komponenten und Kompatibilität



Bei der Auswahl eines Cages (und auch anderer Rigg-Komponenten) würden wir auf jeden Fall auch das Gesamtsortiment an Rigging-Zubehör eines Herstellers mit im Auge behalten. Befindet sich Zubehör, dass ich eventuell zukünftig benötige, bereits beim Hersteller meines Cages im Sortiment? Lässt sich diese Frage mit Ja beantworten, gewinnt man auf jeden Fall etwas Zukunftssicherheit. Fällt die Antwort hingegen negativ aus, sollten Kompatibilitäten geprüft werden.

Hier würden wir dann vor allem auf nicht-proprietäre Griffmontagen, die Möglichkeit Kabelklemmsysteme von anderen Herstellern sinnvoll zu montieren, verbreitete Stativaufnahme-Standards bei Bodenplatten, etc. achten.



Modularität



Welchen Grad an Modularität benötige ich bei meinem DSLM/DSLR-Cage in der Praxis? Diese Frage wird mit immer mächtiger werdenden DSLM/DSLR-Systemen - s.a. internes RAW-Recording - immer wichtiger. Hier dürften die Fähigkeiten und das Hauptarbeitsfeld des Users/Operators im Zweifel eher der limitierende Faktor sein.


Wer seine DSLM/DSLR sowohl handgehalten im Minimal-Rig, als auch im EB/ENG Setup bis hin zu schwerer geriggten Indie/Cine Produktionen im Einsatz hat, wird sich über ein Cage-System freuen, dass mit hoher Modularität punktet. Hier ist der Blick auf bestmögliche Ausbauvarianten für die Spannbreite der abzudeckenden Projekte wichtig.

Wer hingegen absehen kann, dass das Anwendungsgebiet seines DSLM/DSLR-Setups eher eng definiert ist (und bleibt), kann mehr Fokus auf die bestmögliche Ausstattung für das entsprechende Anwendungsgebiet legen. Bei der Auswahl des Cages bedeutet das in der Praxis, dass modulare Ausbauoptionen weniger stark ins Gewicht fallen.



Verarbeitung und Service



In den letzten Jahren hat sich das Verarbeitungs-Niveau der Kamera-Cages stetig erhöht - während die Preise eher gefallen sind. Unserer Erfahrung nach unterscheiden sich die aktuellen Cages beispielsweise von etablierten und Low-Cost Anbietern weniger in der Cage-Qualität selbst, als vielmehr bei kleinem (aber wichtigem) Cage-Zubehör sowie beim Service.

Hier geht es dann um Dinge wie bsp. die Qualität von Schrauben. Wie stabil sind Schraubenköpfe gearbeitet und wie schnell neigen sie zum Verdrehen oder gar Reißen? Wie sauber sind (integrierte) Kameraplatten gearbeitet? Wer sich mit hackseligen, stets verkeilenden Kameraplatten mal herumgeärgert hat, weiss, wie nervig das beim Dreh sein kann.

Auch wenn Ersatz für eine Kabelklemmung oder eine exotischere, längere Schraube für die Griffbefestigung benötigt wird und es keinen Ansprechpartner oder Service-Punkt in Europa gibt, können sich recht langwierige Suchaktionen anschließen, während denen der Cage nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden kann.

Wir raten hier zur Recherche im Umfeld eines Herstellers. Finden sich viele Reklamationen im Netz oder Beschwerden über schwierige Erreichbarkeit oder schlechten Service, würden wir eher davon abraten und im Zweifelsfall ein Paar Euro mehr investieren.

Wobei einige etablierte Hersteller mittlerweile auch bei Low-Cost Kampfpreisen aus Fernost mitziehen - doch dazu mehr im zweiten Teil unseres Cage-Artikels, in dem wir uns diverse Kamera-Cages etwas genauer anschauen wollen ...


  

[56 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Frank Glencairn    23:14 am 7.2.2020
Da war die Pocket ja auch keine B/C Kamera. Hier sind noch ein paar bessere Bilder von dem Gestell. Das stammt eigentlich von meiner alten FS100. Damals gabs noch keine Cages...weiterlesen
roki100    21:49 am 7.2.2020
Frank hat mit der keine Pocket "The One" gedreht und da sah die kleine Pocket wie ne Arri aus, mit MatteBox und alles drum und dran. ;) Und er hatte ganze Aufrüstung dabei, Kran,...weiterlesen
cantsin    21:39 am 7.2.2020
Frank wird es wohl bei einer als B- und C-Kamera genutzten Pocket (vermute ich) darum gehen, die Kamera in Positionen/Winkeln und Situationen einsetzen zu können, in denen eine...weiterlesen
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update am 28.Februar 2020 - 10:39
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