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Praxistest : Panasonic VariCam LT

von Do, 9.Juni 2016 | 12 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Bildqualität / Praxis
4K Lowlight Tageslicht
Lowlight HFR ISO 2500 (HD)
4K Lowlight diffuses Kunstlicht
4K Lowlight bunt/diffuses Kunstlicht
4K Lowlight bunt/diffuses Mischlicht
4K Tageslicht 800 ISO
Kamerasetup & Handling
Sucher
Control Panel
Weißabgleich
Belichtung
HFR
Wechselmount
Grip Module
ND-Filter
Stromversorgung
P2 Reader / Karten
VariCAM LT Shoulder Mount mit integrierter Baseplate
Fazit



Hier ist unser Praxistest mit der Panasonic VariCam LT - der kompakten Alternative im Panasonic Cine S35 VariCam Portfolio. Wie schlägt sich die neue native 5000 ISO bei unterschiedlichen Available Light Situationen? Wie funktionieren die HFR-Funktionen im HD-Sensor Crop und wie gestaltet sich das Handling der VariCam LT?

Panasonic VariCam LT Setup



Im Februar diesen Jahres hatte Panasonic Professional die VariCam LT in Europa erstmalig vorgestellt – jetzt ist die kleine Schwester zur VariCam 35 als Serienmodell verfügbar und wir hatten Gelegenheit zu einem ersten Praxistest mit der VariCam LT.

Die VariCam LT (UVP = 18.000,- Euro) stellt zugleich auch den Auftakt bei slashCAM zu einem „Cine-Sommer“, in dem wir eine ganze Reihe von neuen S35 Cine-Cams bei uns erwarten. Der Fokus bei diesen Tests liegt hierbei in erster Linie auf Erfahrungen im praktischen Umgang/Handling mit den Kameras bei kurzen Testdrehs sowie auf der Bildqualität der Realaufnahmen.

Zunächst unser Testclip mit der VariCam LT, der vor allem nach Sonnenuntergang und bei Nacht und ausschließlich mit Available Light aufgenommen wurde:



Die neuen VariCams von Panasonic besitzen als einzige uns bekannte S35 Kameras eine sog. dual native ISO Funktion. Das bedeutet, dass am Single Chip MOS-Sensor der VariCams zwei unterschiedliche analoge Schaltkreise inkl. getrennter analog/digital Wandler anliegen: Einmal ausgelegt auf native ISO 800 und einmal auf native ISO 5000.



Mit dieser doppelten Schaltkreisauslegung soll bei der nativen ISO 5000 Aufzeichnung der VariCams ein höherwertigeres Signal bei schwachem Umgebungslicht zur Verfügung stehen.



Entsprechend waren wir bei unserem Testclip nach Sonnenuntergang und bei Nacht auf der Suche nach ganz unterschiedlichen Lichtquellen in Berlin unterwegs und haben Ricarda ein bißchen als „Licht-Junky“ in Szene gesetzt: Dämmerung am Fluß, Leuchtröhren in der Unterführung, Schaufenster- und Straßen/Brückenbeleuchtung standen bei den ISO 5000 Shots auf dem Programm, bei denen wir uns teilweise im Lowlight Grenzbereich der Kamera bewegt haben. Die Einstellungen am Schluß entstanden auf einem Berliner Hinterhof am späteren Nachmittag um auch ein Paar ISO 800 Tageslichteindrücke dabei zu haben.



Bildqualität / Praxis





4K Lowlight Tageslicht



Beim Weitwinkel-Shot am Anfang hat unsere Dauerlichtmessung am externen Belichtungsmesser 40 Lux Umgebungslicht notiert. Wir waren hier bereits nach Sonnenuntergang also ca. um 21:30 unterwegs. Die Auflösung und das Rauschverhalten sind für diese 5000 ISO Aufnahme auf gutem Niveau. Man sieht dem Bild an, dass hier noch mehr Lowlightpotential vorhanden ist.



Aufgenommen wurde hier mit AVC-Intra 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt in 4K Cine Auflösung (4096x2160) mit 24fps bei ISO 5000 und einem Verschlußwinkel von 172,8°.

Das Kameragewicht unseres drehfertigen Kamera-Setups inkl. Zeiss Compact Prime, Panasonic Schulterbaseplate, großem Anton Bauer Cine 150er Akku, robustem Cine Follow-Fokus (Chrosziel) und ARRI MMB-2 Kompendium lag bei ziemlich genau 10 kg. Damit haben wir unseren Sachtler FSB8 Kopf am Limit gefahren, was dieser problemlos bewältigt hat.



Lowlight HFR ISO 2500 (HD)



Zu den Aufnahmeszenarien, die man kameraunabhängig grundsätzlich eher mit Vorsicht miteinander verbinden sollte, zählt die Kombination: HFR + Lowlight. Die hohen Frameraten „fressen“ Licht und Schwachlicht-Umgebungen steigern die Herausforderung zusätzlich: Genau mit diesem Szenarios haben wir die VariCam LT bei den „Kapuzen-Shots“ und den Extreme Close Ups konfrontiert – hier betreten wir Grenzbereiche ...



Die hier gezeigte Aufnahme entstand mit 200 fps. Hierbei schaltet die VariCam LT auf einen 1920er Crop und reduziert die verfügbare ISO von 5000 auf 2500. Das Gesicht von Ricarda wird hierbei zusätzlich von der Kapuze abgeschattet. Der Auflösungsunterschied im Vergleich zu 4K ist hier recht deutlich zu sehen – auch arbeitet der AVC Intra CodecCodec im Glossar erklärt hier jetzt im LT Format.



Diese Aufnahme entstand bei gleichen Aufnahmedaten allerdings ohne Abschattung und damit mehr Umgebungslicht. Eher zu erahnen ist hierbei eine der für uns klaren Stärken der VariCam LT: Hauttonreproduktion Out of The Box ohne viel Anpassung – und zwar auch im Lowlightbereich.

Das Debayering der High FramerateFramerate im Glossar erklärt Aufnahmen hat hingegen noch etwas Luft nach oben – ob dies einfach am LT-Codec liegt oder an der CodecCodec im Glossar erklärt Implementierung unter DaVinci Resolve 12.5 Beta (auf einem iMac 5K), können wir derzeit nicht sagen. Hier sind wir auch auf andere Tests gespannt. Doch nochmal: Hier setzen wir dem Bild einem maximalen Stresstest aus.



4K Lowlight diffuses Kunstlicht



Mit der Unterführung kommt das nächste Availabe Light Szenario hinzu - diffuses Kunstlicht (vermutlich Leuchtstoffröhren):

4K Cine, AVC-Intra 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt @24fps, ISO 5000, 172,8° bei ca 65 Lux Umgebungslicht



Da wir in der Mitte des Unterführung standen, konnten wir das Deckenlicht auf der Kameraseite als Reflex im Auge mitnehmen und sind auch hier ohne zusätzliches Licht oder Reflektor mit einem manuellen WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt via ATW unterwegs.

Die Abstufung der Hauttöne ist bei diesem V-Log-Shot bemerkenswert gut und bleibt auch mit den vielschichtigen Schattenbereichen im Gesicht natürlich. Die Highlights haben ein natürliches Roll Off und auch auf der Kaputze bleibt genug Zeichnung erhalten, obwohl Ricarda direkt unter einer der massiven Lampen steht.

Auch hier kam in DaVinci Resolve 12.5 lediglich die VLog_to_V709_forV35_ver101 zum Einsatz ohne weiteres Drehen an den Farben.



4K Lowlight bunt/diffuses Kunstlicht



Hier haben wir eine Szene mit diffus unterschiedlichen Farbtemperaturen:

4K Cine, AVC-Intra 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt @24fps, ISO 5000, 172,8°



Ricardas Gesicht nimmt hier das eher rötliche Licht der nächstgelegenen rot gefärbten Lampe auf ohne jedoch in unnatürliche Fehlfarben abzugleiten. Die Farbtrennung der einzelnen Lichter und die Farbkonstanz auf ihrem Gesicht in die Schatten hinein funktioniert ebenfalls ausgesprochen gut – von unserer Seite gibt es hier kaum etwas zum Kritteln ...



4K Lowlight bunt/diffuses Mischlicht



In der folgenden Aufnahme haben wir ein Szenario mit bunt diffus gemischtem Kunstlicht:

4K Cine, AVC-Intra 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt @24fps, ISO 5000, 172,8°, >10 Lux Umgebunsglicht



Von links wird Ricardas Gesicht von der Brückenbeleuchtung minimal erhellt, von rechts kommt eine Straßenlaterne und zusätzlich sind die roten Rücklichter der vorbeifahrenden Autos als Reflex auf ihrem Gesicht zu sehen. Wir sind hier deutlich unter 10 Lux Umgebungslicht unterwegs und bewegen uns hier erneut im Grenzgebiet von S35 Kameras.

In den dunklen Bildbereichen ist wie zu erwarten NoiseNoise im Glossar erklärt zu sehen – das überraschende an der Aufnahme für uns ist jedoch wieder die unter diesen Extrembedingungen relativ gelungene Hauttonreproduktion ohne weitere Anpassung.



4K Tageslicht 800 ISO



Hier sind wir aus dem Lowlightbereich in den Tageslichtbereich gewechselt:



Bei der Aufnahme kam ebenfalls das 35mm CP.2 zum Einsatz – Die VariCam LT wurde hier mit nativen 800 ISO in 4K bei 24fps betrieben. An der Hoftür spiegelt sich das Licht das durch die Fenster von der Straßenseite von der Kameraposition her einfällt.



Auch bei den Tageslichtaufnahmen haben wir lediglich die Vlog_to_V709_forV35_ver101 LUT in DaVinci Resolve eingesetzt ohne die Farben zu verändern.

Allerdings haben die 709 Farben bei Tageslicht deutlich mehr „Punch“. Daher haben wir bei diesen beiden Aufnahmen die Sättigung etwas reduziert - wohl eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Für uns erneut eine fein abgestufte Hauttonreproduktion direkt aus der Kamera.



Kamerasetup & Handling





Sucher



Als Sucher kam der eigens für die Panasonic VariCam LT entworfene Sucher (AU-VCVF10G) zum Einsatz.



Wie alle hier genutzten Accessories und die VariCam LT Selbst ist es komplett in Metall gearbeitet und hinterlässt wie die gesamte Kamera einen äußerst robusten Eindruck. Mit dem seitlich integrierten Klickwheel lassen sich entweder Kamera- oder Suchermenüs auswählen und navigieren – mal erhält hier am Sucher damit bereits Zugriff auf essentielle Kamerafunktionen. Wir sind große Freunde von programmierbaren Funktionsbutton – davon kann es eigentlich nie genug geben – am Sucher befinden sich hiervon zwei (insgesamt standen bei unserem VariCam LT Setup 14 frei belegbare USER-Buttons zur Verfügung: 10 an der Kamera, 2 am Sucher und 2 am Grip-Modul - wobei 6 bereits am Control Panel recht sinnvoll). s.u. belegt sind

Als Alleinstellungsmerkmal dürfen beim VariCAM LT Sucher die zwei mechanischen Einstellringe gelten, wovon der eine gewohnt für die Dioptrin-Korrektur - der andere jedoch für eine optische Sucherbildvergrösserung zuständig ist. Man erhält hierbei eine willkommene Ergänzung zur digitalen Fokusassist Funktion.



Was uns beim Schnittstellenlayout der Suchereinheit sehr gut gefallen hat, ist die Konzeption hin auf offene Standards. Der Sucher wird mit Standard-BNC Steckern (SDI) angeschlossen und mit einer gewöhnlichen 4-Pin Hirose Buchse mit Strom versorgt. Wer also nicht den hochqualitativen OLED Panasonic Viewfinder (UVP 7.140,-) nutzen möchte, sollte keine Probleme haben, Alternativen an der VariCam LT zu betreiben. Als Befestigungsmöglichkeit bieten sich hierfür die diversen eingelassenen Gewinde am Handgriff der VariCam LT an.



Control Panel



Das Control Panel der VariCam LT befindet sich nicht wie bei der großen Schwester VariCam 35 (und allen uns bekannten Cine-Cams) auf der linken Kameraseite, sondern am Ende der Kamera mobil gelagert auf einer stabilen Schnellverschluß-Halterung. Für viele dürfte das erstmal ungewohnt sein – vor allem für diejenigen, die hauptsächlich am Sucher arbeiten und einen tiefen Zugriff auf Menüfunktionen benötigen.



Wer hingegen eher mit externen Displays arbeitet oder wem das ca. 5“ Control-Panel, das auch als Monitor funktioniert, ausreicht, der dürfte sich über die neu gewonnene Flexibilität freuen. Auch wenn im Team gearbeitet wird, und Fokuspulling oder Kamera-Setup nicht vom „Lichtsetzenden“ bewerkstelligt werden müssen, bietet das kabelgebundene (ca. 50cm) Control Panel Vorteile, ebenso bei mobilen Anwendungen.



Die Button/Menübelegung orientiert sich hierbei am klassischen, einfachen 2x3 „Cine-Layout“, wie es seit geraumer Zeit von den Alexas her bekannt ist: Die obere Dreier-Reihe besteht hierbei aus FPS, LUT und Shutterangle – zur unteren Dreier-Reihe gehören ISO, Bildformat und Farbtemperatur. Zusätzlich finden sich noch Akku-Status, Audio-Pegel, Systemfrequenz in fps und Speicherkarten-Status. Mit Hilfe des Dreh/Klickwheels und den 6 Main-Buttons lassen sich alle wesentlichen Kamera-Funktionen schnell einstellen. Wer tiefer ins Menü abtauchen muss, findet über die Kombination Menü-Button und Klickwheel eine reaktive Menünavigation vor.



Auch hier ist eine user-definierte Buttonbelegung möglich, die wir jedoch nicht ausprobiert haben, weil das bekannte Layout gut für uns funktioniert hat.



Mit dem auf der linken Displayseite befindlichen „VIEW“ Button wird das Display von der Menu/Status Anzeige in einen Viewer/Monitor geschaltet. Im kamerainternen I/O Menü lässt sich das Monitorrouting auswählen. Wir hatten hier den SDI-Feed für den EVF drauf gelegt– also quasi den EVF noch einmal auf das 5“ Display gespiegelt, der uns dann auch als Monitor für die Kontrolle des jeweils letzten Shots diente.



Weißabgleich



Für den WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt stehen bei der VariCam LT zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Entweder die manuelle Eingabe von KelvinKelvin im Glossar erklärt oder der WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt via ATW. Bei Letzterem werden bis zu 12 Farbtemperatur-Werte gespeichert, die später nochmal aufgerufen werden können – ein sehr gutes Feature, um zu vorherigen Meßwerten nochmal zurückkehren zu können. Kommen weitere Weißabgleich-Speicherwerte hinzu werden die ersten wieder überschrieben.



Der manuelle WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt via ATW ist hierbei in zwei Schritte unterteilt. In einem ersten Schritt wird mit der „Y GET“ Funktion das Luma-Signal analysiert – wir empfehlen „Y GET“ auf einen Funktionsbutton zu legen. Hier sollte man bei einem Wert von 70% landen. Liegt dieser nicht an, wir die BlendeBlende im Glossar erklärt entsprechend nachgeregelt. Hat man die Lichtmenge entsprechend eingestellt, kann über die Toggle-Taste an der linken Kameraseite ATW aktiviert werden. Der Farbwert wird hierbei vergleichsweise zügig geholt (nicht ganz so schnell wie bei der Amira) aber trotzdem ausreichend schnell.

Die Farbwiedergabe der VariCam LT gerade bei Hauttönen und insbesondere im Lowlight Bereich gehört zu den großen Stärken der VariCam LT – s. hierzu auch unseren Testclip und die entsprechenden Stills.



Belichtung



Die VariCam LT verfügt über die klassischen Belichtungshilfen: Zebra 1, 2, und WaveformmonitorWaveformmonitor im Glossar erklärt sowie zusätzlich über eine Falsecolor-Funktion. Wir sind bei unseren V-Log-Aufnahmen gut mit der REC-709-Monitor-Lut und 100% Zebra zurechtgekommen - mit einem eher seltenen Blick auf den Waveformmonitor.

Wer in seiner Drehpraxis viel den Waveform-Monitor einsetzt, findet jedoch bei der WFM-Funktion der VariCam LT einen extrem kleinen WFM vor. Wir haben im Menü keinen Punkt gefunden, diesen größer zu schalten – falls wir da was übersehen haben – einfach weiterlesen – falls nicht würden wir uns beim nächsten Firmwareupdate für die VariCam LT über eine entsprechend größere WFM-Overlay Funktion freuen.



HFR



Bei den HFR-Funktionen stehen folgende Kombinationen in Abhängigkeit von Sensorauslesung und CodecCodec im Glossar erklärt zur Verfügung: In 4K/UHD ist in AVC-Intra 4K422 bei max 30p Schluß. Bleibt man bei den 4K-Auflösungen und nutzt den AVC-Intra 4K-LT CodecCodec im Glossar erklärt sind max. 60P möglich. In 2K-Auflösung sind mit AVC-Intra 2K422 im Sensorcrop bis zu 120fps möglich und mit AVC-Intra 2K-LT bis zu 240 fps.



Um entsprechende Frameraten einzustellen, bedarf es also der jeweils passenden Wahl von CodecCodec im Glossar erklärt, Sensorauslesung und schließlich FPS. Zusätzlich wird die System-FPS abgefragt, auf die hin bei HFR-Aufnahmen konformt werden soll. Dieses Konforming hin auf die FPS der Ziel-Timeline kann jedoch auch (zumindest bei uns in DaVinci Resolve) ignoriert werden.



Die maximalen Bildraten zwischen 120-240 fps inkl. Sensorcrop und LT-Codec würden wir von der Bildqualität her eher für Ausnahmefälle vorsehen. Zu den vielen anderen Kombinationsmöglichkeiten können wir in unserem kurzen Testzeitraum nichts sagen. Wir empfehlen hier am besten die eigenen Zielvorgaben hinsichtlich HFR und Codecqualität bei einem individuellen Test der VariCam LT selbst kurz zu checken – die Kombinationen sind hierbei recht umfangreich.

Optimierungspotential sehen wir jedoch bei den relativ langen Umschaltzeiten zwischen unterschiedlichen Frameraten und Bildformaten. Hierfür muss die VariCam LT ausgeschaltet und wieder hochgefahren werden. Ein Systemboot dauert ca. 20 Sekunden – OK im szenischen Umfeld – etwas lang für den Broadcastbereich.



Wechselmount



Für uns mit eines der Highlights der VariCam LT ist der als Wechselmount ausgeführte Objektivmount der VariCam LT. Der Wechsel von Canon EF auf PL hat keine 2 Minuten gedauert und geht kinderleicht von der Hand. Hierfür sind lediglich zwei Inbusschlüssel unterschiedlicher Größe von Nöten.

Panasonic VariCam LT Wechselmount



Da wir mit auf PL umgebauten Zeiss CP.2 Optiken unterwegs waren, können wir nichts zur EF-Funktionalität des Wechselmounts aus eigener Erfahrung sagen. Es handelt sich hierbei lt. Datenblatt jedoch um einen aktiven EF-Mount, der zwar keine AF-Funktion, dafür jedoch bei einigen EF-Optiken Auto-Iris, OIS sowie ZoomZoom im Glossar erklärt Status Display unterstützen soll.

Der EF/PL Wechselmount dürfte auch für Verleiher ein interessantes Feature sein.



Grip Module



Das Grip Module der VariCam LT ähnelt stark in Form und Funktionsumfang dem Sony Smart Grip, wie man ihn von der FS7 her kennt.



Er liegt ähnlich gut in der Hand und verfügt über einen Record-Button der mit dem Daumen ausgelöst wird. Hinzu kommen noch zwei frei programmierbare Userbuttons und ein Iris-Rad. Das Grip Module vermittelt einen robusten Eindruck.



(Nachdem Sony bei der FS7 lange Zeit mit der Reaktivität des Blenden-Rads zu kämpfen hatte, würde uns hier interessieren, wie reaktiv die VariCam LT hier im Verbund mit EF-Optiken und dem AU-VGRP1G Grip Modul ist (wir hatten nur PL im Einsatz)– wer Gelegenheit hat dies zu testen – gerne hier Feedback geben).




ND-Filter



Immer häufiger finden sich im S35 Kamerasegment jetzt „multi-use“ Cine-Kameras die über integrierte ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt verfügen. Eine Entwicklung die wir sehr begrüßen.

ND-Filter Rad auf der Vorderseite des VariCam LT Gehäuses



Die VariCam LT macht hier auch keine Ausnahme und verfügt auf der linken Kameraseite über ein ND-Filterrad mit dem sich klassisch-mechanisch 0.6ND, 1.2ND, 1.8ND und clear einstellen lassen.




Stromversorgung



Uns standen für unseren Ausflug in die Berliner Dämmerung zwei neue Anton Bauer 150er Cine Akkus zur Verfügung, von denen einer sowohl für die Nachtaufnahmen als auch die Tageslichtshots am nächsten Nachmittag ausreichte und am Ende noch 25% Ladung anzeigte. Mit dem Verbrauch von 75% Akkuladung haben wir die 250 GB P2 Express Karte zur Hälfte inkl. diverser Testshots gefüllt. Als Daumenregel würden wir also anwenden: Zwei 150er Akkus für eine 250 GB P2 Express Karte bei überwiegend 4K Recording.



Die Bauform der neuen Anton Bauer Cine-Akkus kommt dabei der Gewichtsverteilung nach hinten zu Gute, weil sie eher als Würfel denn als rechteckiger Quader ausgelegt sind was im Cine Bereich mit schweren Vorbauten grundsätzlich von Vorteil sein dürfte.



P2 Reader / Karten



In Sachen Aufnahmemedien bleibt Panasonic (genau wie Sony) im Cine-Bereich bei hauseigenen Formaten. Bei Panasonic ist das Speichermedium der Wahl die neue ExpressP2 Karte, die es derzeit nur in der 256 GB Ausführung zu geben scheint. Der Preis für die neue ExpressP2 Karte war vor kurzem gesenkt worden und liegt jetzt in Europa um die 1.200,- Euro netto.



Die neue expressP2 Karte hat bei unseren Tests ohne Aussetzer in der Panasonic VariCam LT funktioniert. Allerdings hätten wir gerne einen zweiten Card-Slot gesehen. Den gibt es zwar – doch nicht für expressP2 Karten sondern für SD-Karten für Proxy Aufnahmen.

Für das Laden in das Schnittsystem kam der ebenfalls neue expressP2 drive (AU-XPD1) zum Einsatz. Das Überspielen des Quellmaterials funktionierte auf dem aktuellen iMac 5K problemlos unter DaVinci Resolve. (Aufgefallen ist uns jedoch, dass die Karte recht heiß im Reader geworden ist).



VariCAM LT Shoulder Mount mit integrierter Baseplate



Unser VariCam LT Set-Up beinhaltete ebenfalls die neue VariCam LT Baseplate mit integrierter Schulterstütze (AU-VSHL2G). Auch hier fällt zunächst die solide Vollmetallausführung auf. Mit einem integrierten Verschiebebereich von satten 17cm lässt sich die VariCam LT je nach konfiguaration optimal auf der Schulter ausbalancieren. Für die Verschiebung muss lediglich ein Klemmhebel an der Seite gelöst werden.



Via seitliche Rosetten wird der Arm für das Griffmodul angeschraubt und für die Rohrklemmung stehen sowohl vorne als auch hinten 19mm Aufnahmen zur Verfügung.

Wir hatten die VariCAM LT auf einer ARRI VCT-14 Schnellverschluß Stativplatte und die VCT-14 Aufnahme hat problemlos funktioniert.

Wie bereits beschrieben waren wir mit einem drehfertigen Kameragewicht von 10 kg unterwegs – allerdings mit vergleichsweise eher schweren Komponenten. Wer auf leichte EF-Optiken statt PL setzt, beim Kompendium und beim Follow Fokus auf leichtere Konstruktionen zurückgreift und statt eines 160er einen 90er Akku montiert, dürfte drehfertig locker auf 7 kg und weniger kommen.



Fazit



Das 4K Bild der VariCam LT überzeugt in diesem Praxistest und punktet mit natürlicher Wiedergabe ohne übertriebene Schärfe. Als sehr gelungen sehen wir die Farbwiedergabe der VariCam LT - insbesondere bei Hauttönen und hier noch einmal besonders im Lowlightbereich. Die dual native ISO Funktion dürfte hierzu ihren Anteil beitragen.

Unsere Kritik fällt überschaubar aus: Hierzu zählt die Wartezeit beim FormatFormat im Glossar erklärt, bzw HFR Wechsel durch den Reboot, der sehr kleine Waveform-Monitor und der fehlende zweite Cardslot.

Die VariCam LT bietet Panasonic-typische grundsolide Verarbeitung und eine sehr durchdachte Allround-Ausstattung, die sich so gut wie keine größeren Schnitzer erlaubt. Bereits diese Allrounder-Qualität schiebt die VariCam LT im aktuellen höherwertigeren S35-Segment ganz weit nach vorne. Hierzu zählen eingebaute ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt, der sehr leicht zu wechselnde EF/PL Mount, das Griffmodul, das übersichtliche und intuitiv gehaltene Bedienkonzept und standardisierte In/Outs für Strom und EVF. Raw mit externen Recordern via Convergent Design / Atomos ist ebenfalls angekündigt.




Panasonic VariCam LTim Vergleich mit:

Strassenpreis: 17500 €
Markteinführung: Mai 2016
Sensorgrößen-Klasse:
Super35 / APS-C
Mount: EF-Mount (aktiv)/PL-Mount

Platz 6 Wechseloptik-Camcorder / Cinema Kamera Bestenliste
Canon EOS C300 Mark II
Strassenpreis: 10088 €
Sensorgrößen-Klasse: Super35 / APS-C
Canon EOS C200
Strassenpreis: 7693 €
Super35 / APS-C

  

[27 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Pianist    16:20 am 11.1.2017
Ja, und es ging auch um MII-ZAZEN, wenn ich mich richtig erinnere. Ist ja schon eine Weile her. Wobei ich jemanden kenne, der für seine Archivbestände immer noch zwei...weiterlesen
Valentino    15:40 am 11.1.2017
Als alter EB-Hase meint Matthias eher um die großen Schulterkameras von Panasonic, die jeden Tag bei jedem Wetter eingesetzt werden. Danach hat man auch bei einer DVX100 mit...weiterlesen
7nic    09:51 am 11.1.2017
Nein. Hatten aber auch nur eine NV-GS 400 und eine DVX-100. Funktionieren noch, machten nie Probleme. Sind jetzt beide etwa 12 Jahre alt. Aber oft benutzt werden sie schon länger...weiterlesen
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