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Interviews : Carmina Burana trifft auf Motion Control -- über die Produktion von MeTube 2

von Mi, 15.Juni 2016 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Interview mit den Filmemachern
  Pre-Visualisierung, Dreh, Motion Control, VFX

Vor einiger Zeit hatten wir einen echten Hingucker im Clipkanal: MeTube 2 verbindet einen gefakten Anfänger-Look mit professioneller und skurriler Bildopulenz und spielt dabei gehörig mit den Zuschauererwartungen. Das Video, welches auf dem diesjährigen Sundance Festival seine Premiere feierte, kommt mit einer ziemlichen Wucht daher -- das Making-of vermittelt einen Eindruck von der Materialschlacht beim Dreh (auf dem Wiener Neustädter Hauptplatz mit etwa 110 beteiligten Personen), wirft aber gleichzeitig nochmal mehr Fragen auf. Etwa wie man ein solch (größen)wahnsinniges Projekt überhaupt gestemmt bekommt.

Einige davon konnten wir glücklicherweise den Filmemachern Daniel, Eugen und Florian stellen -- über den Produktionsablauf, welches die besonderen Herausforderungen beim Dreh und in der Postproduktion waren, aber auch wie man RED-Material nach schäbigem MiniDV aussehen läßt... Aber vorab nochmal das Video:




Der Behind-the-scenes Clip:






Interview mit den Filmemachern



Wie ist die Idee entstanden? War der Erzählrahmen und der eingebaute Stilkontrast eines verwackelten YouTube-Looks von Anfang an Teil des Plans?

Beim ersten Teil -- also MeTube 1 -- simulierten wir eine schäbige Webcam. So konnten wir die Erwartungshaltung des Viewers unten ansetzen. Das gleiche sollte mit einem beschädigten MiniDV Look auch im zweiten Teil passieren: Erst unspektakulär anfangen, um im Verlauf des Clips die Action steigern zu können. Was nicht geplant war, war der 4 zu 3 Ausschnitt, den wir erst in der Post festlegten.


Wie war denn der Zeitrahmen bzw. das Verhältnis der diversen Produktionsschritte (Preproduction, Dreh, Post etc.)?

Mai 2014

Beginn der Drehbucherstellung: Hier war die Herausforderung, dem ersten Teil gerecht zu werden, und eine gelungene Fortsetzung zu erfinden. Ein Jahr musste die Basisidee gären, bevor sie zu 4 Seiten Drehbuch wurde.

Juni 2014 - März 2015

Wir konnten die Bayerische Staatsoper als Hauptpartner gewinnen. Neben der finanziellen Unterstützung stellten sie uns auch 200 Mann für die Score Aufnahme, die im November 2014 stattfand, zur Verfügung. Nachdem der Film aussehen sollte wie eine durchgehende Kamerabewegung, entschieden wir uns, ein 3D Animatic herzustellen, in dem wir die Ausmaße des Sets und die Handlung des Films rudimentär darstellen konnten. Das hat uns zu dem Schluss gebracht, dass wir das Set nicht in einem österreichischen Studio wie anfänglich geplant drehen konnten. Der geeignete Platz musste gesucht werden. Gefunden wurde der großzügig gestaltete Hauptplatz in Wiener Neustadt. Dieser bot ausreichend Raum für unser Vorhaben und auch die Authentizität, die nur schwer im Studio nachzuempfinden gewesen wäre. Ständiger Lichtwechsel, Zuschauer und Wetter waren dafür hier die grossen Risikofaktoren.



April/Mai 2015

Die Vorproduktion lief auf Hochtouren, letzter Cast wurde gesucht/gefunden und Ausstattungselemente / Requisiten und Kostüme besorgt bzw. hergestellt.

21-23 Juni 2015

Hauptdreh am Wiener Neustädter Hauptplatz mit bis zu 110 Personen -- Team, Schauspieler und Komparsen. Unter anderem am letzten Tag ein intensiver Nachtdreh (Freiluftdisco), bei dem uns die Mitbewohner von Wiener Neustadt unterstützt haben, indem sie nicht wegen Lärmbelästigung auf die Barrikaden gestiegen sind.

Juli 2015 - Januar 2016

Der Schnitt wurde so schnell es ging fertiggestellt, danach begann die VFX-lastige Postproduktion bei der mehr als 180 Menschen beteiligt waren. Ohne starke Partner in Budapest (Digic Picture), Los Angeles, Paris, Warschau, London und Wien wäre dies nicht möglich gewesen. Im November 2015 dürften wir MeTube 2 in einer rohen Effektversion in Sundance nachreichen (reguläre Deadline wäre September, für uns die very late Deadline). 4 Tage später kam die Selektionszusage für den Best foreign Short Wettbewerb am Sundance FF. Der Film wurde erst eine Woche vor Festivalstart fertig (15. Januar). Wir sind heilfroh, dass sich das mit vereinten Kräften ausgegangen ist. Ohne diese wichtige Deadline würden wir wahrscheinlich noch heute dran sitzen.

Pre-Visualisierung, Dreh, Motion Control, VFX


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Einleitung / Interview mit den Filmemachern
Pre-Visualisierung, Dreh, Motion Control, VFX
    

[19 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob    16:44 am 22.6.2016
+1 rob
arfilm    15:33 am 22.6.2016
Ich hab den allergrößten Respekt vor euch, Flo. Wahnsinn, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Mich hat der Streifen komplett vom Hocker gehauen, das Konzept ging genau auf....weiterlesen
-paleface-    20:20 am 21.6.2016
Ist doch schön mal von einem Projekt zu lesen wo mal wieder viel Manpower genutzt wurde in Zeiten wo Budgets nur für "Einmannarmeen" reichen.
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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