Logo
///  >

Erfahrungsberichte : Mit angezogener Handbremse: H.265/HEVC Decoding und Scrubbing im Jahre 2019

von Di, 2.Juli 2019 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  H.265 ist kein Codec für schnelle Bearbeitung
  H.265 - Viele Formate
  Flüssiger Schnitt?
  Fazit

Auf der einen Seite gibt es Puristen, die am liebsten nur mit unkomprimiertem RAW arbeiten wollen. Auf der anderen Seite stehen die Pragmatiker, die schon beim Dreh - meist aus unterschiedlichen Kostengründen - auf Kompression setzen. Stark komprimierte Formate wie H.264 oder das gerade aufkommende H.265 zeigen dabei vor allem Vorteile wenn in kurzer Zeit viel Material anfällt, also bei Dokumentation oder Event-Berichterstattung. Denn der verbrauchte Speicherplatz liegt gegenüber RAW Formaten - ganz grob gesagt- um den Faktor 20-40 niedriger. Und das bringt tatsächlich viele handfeste Vorteile beim Datenhandling (also bei Aufzeichnung, Transfer und Archivierung).



H.265 ist kein Codec für schnelle Bearbeitung


Allerdings nicht bei der Bearbeitung. Denn die extreme Kompression benötigt beim Entpacken des Videostroms in Echtzeit eine Menge Prozessorleistung. Das seit über einem Jahrzehnt (!!) etablierte H.264 ist zwar mittlerweile auf jedem aktuellen Rechner und auf vielen Gadgets -auch dank spezialisierter Hardware- ruckelfrei abspielbar. Für H.265 gilt dies jedoch noch nicht. Und selbst mit potenter Hardware ist es nach wie vor sehr schwer in einem 4K-H.265-Strom einigermaßen bequem scrubben zu können. Das Rückwärts-Abspielen über einen Zeitraum von mehr als einer Sekunde (also meist etwas mehr als den Frames einer komprimierten GOP-Struktur) ist ebenfalls nicht trivial zu implementieren. Hier versagen prinzipbedingt fast alle Hardware-Decoder, die in erster Linie darauf ausgelegt sind, einen Videostrom in der Zeit "nach vorne" zu decodieren. Doch auch die reinen Software-Decoder sind hier kaum besser. Ruckeln und größere Pausen zwischen stehenden Frames gibt es hier fast immer zu sehen.

H.265/HEVC verhindert faktisch ein weiches Schnittgefühl.



Wir haben teilweise noch analoge Schnittsysteme erlebt und sind aus dieser Zeit ein gewisses Schnittgefühl gewohnt, dass sich in der digitalen Welt bei Schnittsystemen nach wie vor selten einstellt. Die c´t beschrieb dieses Gefühl einmal etwas infantil, aber dennoch treffend mit dem Begriff "Schwuppdizität". Und das ist eigentlich auch unser Ideal: Eine Oberfläche, auf der der Schnitt sprichwörtlich "flutscht" und sich somit niemals hakelig bremsend anfühlt.

Damit meinen wir nicht nur (aber auch), dass das Rückwärts- und Vorwärts-Shutteln sofort beginnt, wenn man die entsprechende Taste drückt. Auch die beschleunigte Wiedergabe in beide Richtungen sollte "nahtlos" und ohne Ruckeln in beide Richtungen gelingen. Und wenn man mit dem Timeline Marker eine Stelle sucht, sollte dieser ebenso präzise wie geschmeidig reagieren und nicht das Gefühl vermitteln, er muss mit der Maus an seine Position gezwungen werden, während der Prozessor mit dem Decodieren nicht hinterher kommt. Für uns persönlich ist dieses "Gefühl" bei einem Schnittsystem einer der wichtigsten Punkte. Dennoch scheinen nicht viele Hersteller ihren Fokus auf ein butterweiches Schnittgefühl zu legen. Wir haben sogar unter anderem deswegen unser Testsystem mal wieder aufgerüstet, um aktuelle Schnittsysteme von ihrer besten Seite erleben zu können. Mit nun etwas ernüchternden Erleb- und Ergebnissen…

H.265 - Viele Formate / Flüssiger Schnitt?


3 Seiten:
Einleitung / H.265 ist kein Codec für schnelle Bearbeitung
H.265 - Viele Formate / Flüssiger Schnitt?
Fazit
  

[59 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
vaio    08:43 am 2.8.2019
Es ist nun wirklich so, dass alle paar Jahre die selbe Problematik da ist. Erst mit MPEG2 und DV, dann h264 und jetzt aktuell mit h265. Die Bearbeitung wird vermutlich erst mit...weiterlesen
Jott    07:48 am 2.8.2019
Bei Problemen: 1. und 3. sind kostenlos und sofort verfügbar.
wolfgang    07:36 am 2.8.2019
4. warten bis die nvidia Karten mit mehr NVDEC Einheiten kommen. 2 davon hat heute gerade die Quadro RXT 5000, und die hat noch ein schmäleres Interface als die Consumervariante...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Erfahrungsberichte: Videoschnitt-Kombi: Final Cut Express HD 3.5 auf Intel iMAC So, 27.August 2006
Seit der Einführung der neuen Macs mit Intel-Prozessoren hat Apple Stück für Stück die hauseigene Software-Palette angepasst. Wir haben das Paket aus iMAC und Final Cut Express HD 3.5 einem Kurzcheck unterzogen.
Test: Videovorschau in 4K - Blackmagic DeckLink 4K Extreme 12G Mo, 2.Dezember 2019
Was kann eine Videoschnittkarte wie die DeckLink 4K Extreme 12G, was eine Grafikkarte nicht kann? Wir haben einmal versucht genau hinzusehen...
Test: Loupedeck+ Steuerpult u.a. für Premiere Pro CC - flexibel und ungezähmt Di, 30.April 2019
Loupedeck verspricht mit seinem externen Controller einen deutlichen Produktivitätsschub in diversen Applikationen. Wir haben uns das aktuelle Steuerpult einmal näher unter Premiere Pro angesehen...
News: RAW WARS - Wachsende ProRes RAW Unterstützung, aber noch kein Durchbruch // NAB 2019 Di, 9.April 2019
Pünktlich zur NAB haben einige Hersteller die Unterstützung von ProRes RAW angekündigt. Doch der Support von vielen wichtigen Softwareschmieden (und Kamera-Modellen) steht nach wie vor aus...
News: Viele Neuigkeiten für Adobe Premiere Pro, After Effects und Audition zur // NAB 2019 Mi, 3.April 2019
News: Adobe CC Updates: Premiere Pro, After Effects und Audition // IBC 2018 Mi, 12.September 2018
News: Neue CC-Funktionen u.a. für Adobe Premiere Pro und After Effects zur // NAB 2018 Di, 3.April 2018
Grundlagen: Smartphone-Filmen: Die Krux mit der variablen Framerate Mo, 5.März 2018
Ratgeber: Videobearbeitung unter Linux 2018 Di, 27.Februar 2018
News: Neues im Adobe Premiere Pro und After Effects CC Update Januar 2018 Mi, 31.Januar 2018
News: Adobe Creative Cloud - Neue Funktionen für Video- und Audio-Applikationen // IBC 2017 Mi, 13.September 2017


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:

Specialsschraeg
15. Juli - 31. Dezember /
Shorts at Moonlight online
21. Juli - 7. November / Bielefeld
31. Bilderbeben zum Thema „Abschied“
30-31. Oktober / Espelkamp
Filmfestival SPITZiale
6-8. November / Freyung
Kurzfilmfest Dreiländereck
alle Termine und Einreichfristen


update am 8.August 2020 - 15:02
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*