Vincent Laforet über die BMCC: Toll, aber...

Ganz anders dagegen Vincent Laforet, prominenter DSLR-Filmer der ersten Stunde, der als bisher erster seine Erfahrungen mit der Kamera in einem langem Text zusammengetragen hat. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um einen ausgiebigen Test -- diverse Punkte wie ua. Rolling Shutter-Verhalten kommen darin nicht zur Sprache -- sondern es ist ein Bericht darüber, was Laforet an der Kamera gefällt und was ihm störend aufgefallen ist. Zusammenfassen kann man das (wenig überraschend) in etwa so: super Bild, unerfreuliches Handling. Und dann ist da noch die Sache mit der Sensorgröße...



Die Blackmagic Kamera produziere eines der besten Bilder in der heutigen Videowelt, so Laforet, mit einem sehr cinematischen und organischen Look, sowohl im RAW-Modus als auch in ProRes oder DNXxHD. Auch der Dynamikumfang sei beeindruckend, und schön scharf sei das Ganze auch. Ein eindeutig positives Urteil, was allerdings von den weiteren, eher kritischen Ausführungen überlagert wird, sodaß der Gesamttenor seiner Einschätzung beinahe negativ ausfällt. So sehe die Kamera zwar schick aus aber ohne Zubehör liegt sie sehr schlecht in der Hand. Das Display spiegelt wohl ziemlich, was die Bildbeurteilung bei Außendrehs erschwert. Der eingebaute Akku hält nicht lange genug (eine externe, portable Stromversorgung, die sich ja durchaus organisieren ließe, hatte er nicht zur Hand). Der Blendenwert läßt sich anscheinend nur stufenweise hoch- und runterregeln, nicht aber numerisch exakt festlegen. Der Zugriff auf die SSD ist ihm zu umständlich. Und der größte Kritikpunkt vor allem: die Sensorgröße der Blackmagic Camera (hier in unserem Sensorgrößenvergleich) in Kombination mit dem EF-Mount. Im Vergleich zu einem Full Frame Sensor, wie man ihn in einer Canon 5D findet, biete die Chipfläche der BMCC ungenügend Spielraum zur Schärfestaffelung. Außerdem stehen aufgrund des Cropfaktors von 1:2.3 (noch) wenig richtig weitwinklige Optiken zur Verfügung. Sein Fazit lautet daher: im Prinzip ein fantastischer erster Versuch, aber für ihn persönlich erst interessant, wenn ein Modell mit größerem Sensor erscheinen sollte.



Blackmagic Cinema Camera wird ausgeliefert -- Meinungen und Netzinfos : BMC1




Uns erinnert das vor allem an die alte Frage nach dem zur Hälfte gefüllten Glas: ist es halb leer oder halb voll? Laforet blickt aus der Perspektive eines Video-DSLR Filmers auf den Sensor, und sieht folglich einen sehr kleinen. Aus traditioneller Videographen-Sicht stellt sich das ein wenig anders dar -- da fällt der Chip im Vergleich eher groß aus, und bietet ganz ordentliche Gestaltungsmöglichkeiten. Was das unpraktische Handling der Kamera und das benötigte Zubehör betrifft, so müsste man gerechterweise auch hier zum Vergleich Video-DSLRs heranziehen, und diese sind -- und waren vor allem bei ihrer Einführung -- bekanntlich in Punkto Ergonomie, Bedienung und Ausstattung für Videozwecke etwas dürftig, was zu einem wahren Zubehör-Boom geführt hat, nicht aber die Leute davon abhält, mit ihnen zu drehen. Insofern mißt Laforet bei seiner Beurteilung der Kamera unseres Erachtens mit zweierlei Maß. Übrigens sieht er das genauso -- er will nach jahrelangem Rumstöpseln mit seiner Canon jetzt eine Kamera, die er drehfertig aus dem Karton fischen kann, seine Geduld sei auf dem Gebiet aufgebraucht.



Wir nehmen uns aus seinem Text daher vor allem dieses mit: in Punkto Bildqualität scheint die Kamera tatsächlich wie versprochen zu liefern -- das heißt, man bekommt hier zu einem Basispreis von ca 2700 Euro ausgezeichnete, unkomprimierte Bilder. Wir lagen also mit unserer Einschätzung damals nicht falsch... Dafür muß man bereit sein, diverse Kinderkrankheiten sowie einen möglicherweise nicht ganz ausgereiften Workflow in Kauf zu nehmen (was wiederum keine größere Überraschung darstellt).





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