Aktuelles Jahresrückblick 2025 war richtig viel los - spannende Kameras und mehr

Jahresrückblick 2025 war richtig viel los - spannende Kameras und mehr

Kameratechnisch ging es 2025 hoch her, mit sehr vielen "erstmals" - darunter RED Raw bei Nikon, Open Gate bei Canon und Panasonic, einen 33MP Partially Stacked CMOS bei Sony, ebenso wie einen integrierten Sucher in der kompakten Sony Cinema Line. Außerdem kam die erste Cine-Kamera von Fujifilm auf den Markt - und Drohnen werden ab jetzt auch in 360° filmen.

// 16:11 Mi, 7. Jan 2026von

Auffällig viel tat sich dabei im preislichen Mittelfeld - so stechen bei Kameras mit Videoschwerpunkt nicht weniger als sechs spannende Neuvorstellungen zwischen 2000 und 4000 Euro ins Auge, wobei die größten Wellen zweifelsohne die Nikon ZR schlug.





Nikon ZR - großer Wurf mit kleiner Kamera

Die Nikon ZR ist die erste Kamera, welche nach der Übernahme von RED zeigt, wohin die gemeinsame Reise gehen könnte - und das zu einem mehr als kompetetiven Preis. Die Kombination aus RED RAW Colorscience, 6K RAW 50p, sehr gutem, großem Display und bewährter Nikon-Technik wie zuverlässigem Autofokus, lüfterlosem und trotzdem hochwertigem thermischen Design, hohe Verarbeitungsqualität, gute Akkulaufzeiten etc. machen die Nikon ZR zu einer der hochwertigsten und spannendsten Kameras im Sub 2.500 Euro Segment.


Jahresrückblick 2025 war richtig viel los - spannende Kameras und mehr : nikonZR


[Die Nikon ZR in unserem Praxistest und Labortest.]





Canon Cinema EOS C50 - Entry-Level Cine-Cam mit Open Gate

Mit der C50 stellte Canon seine bisher kompakteste Kamera im Cinema EOS Portfolio vor, quasi als Konkurrenz zur FX3. Zugleich bietet sie hier auch als erste eine Open Gate-Aufzeichnung (bis 30p), bei der die gesamte Fläche des Sensors für eine maximale Auflösung oder flexible Formatwahl genutzt werden kann.



Weitere Merkmale sind internes 7K RAW Recording, integrierter Lüfter für lange Aufnahmezeiten, verlässlicher Dual Pixel AF, Canon Log 2, Timecode In/Out, bewährte Canon Colorscience sowie der beiliegende XLR-Handgriff.



[Die Canon EOS C50 in unserem Praxistest und Labortest.]


Canon Cinema EOS C50
Canon Cinema EOS C50






Canon EOS R6 Mark III

Ähnliche Specs hat Canon jedoch auch in seine Mittelklasse Hybrid-DSLM EOS R6 Mark III gepackt, welche Ende November auf den Markt kam. In ihr findet sich der gleiche Vollformatsensor, allerdings anders als bei der C50 beweglich gelagert, gepaart mit dem DIGIC X Prozessor. Möglich ist eine interne 7K RAW Aufnahme in Canon RAW Light mit bis zu 50/60p sowie auch eine Open Gate Aufnahme, ebenso wird Canon Log 2 unterstützt.



Mangels Lüfter greifen in einigen Formate Aufnahmelimits, um Überhitzung zu vermeiden. Mit einer UVP von ca. 2.900 Euro liegt der Preis etwa 900 Euro unter dem der C50.





(Unsere Praxis- und Labortests der Canon EOS R6 Mark III folgen in Kürze.)





Sony A7 V - Workhorse-DSLM

Mit einem ähnlichen UVP um die 3.000 kam bei Sony wiederum die Vollformat-DSLM A7 V, ausgestattet mit einem 33MP Partially Stacked CMOS Sensor sowie dem komplett neuen BIONZ XR 2 Prozessor. Beides zusammen sorgt unter anderem für viel Geschwindigkeit, welche sich an mehreren Stellen bemerkbar macht - im Videobetrieb bietet die A7 V unter anderem 10 Bit 4K 60p ohne Crop (herunterskaliert von 7K-Auflösung mit Full Pixel Readout / ohne Binning).


Sony A7 V
Sony A7 V

Dafür fehlen der A7 V eine RAW-Aufnahme und Open Gate, wodurch sie sich weniger in szenischen Bereichen verortet als bei Events, im Journalistisch/Dokumentarischen sowie beim hybriden Wildlife/Sport. Dort glänzt sie u.a. mit herausragender AF-Performance, klassenbester Akkulaufzeit, 4K 50/60p ohne Hitzelimits, herausragende Fokus-Monitoring-Tools, sehr gute Stabilisierung, einfach zu gradendes S-Log3 inkl. S-Cinetone Profil und die beste am Markt befindliche Monitorkonstruktion.



[Die Sony A7 V in unserem Praxistest und Labortest.]






Sony FX2 - Entry-Level Cine-Cam mit Sucher

Noch vor der A7 V hatte Sony die FX2 gelauncht - die Entry-Level Cine-Cam (Kostenpunkt ca. 3200 Euro) zeichnet sich durch ihren neigbaren, integrierten Sucher aus, ein Novum bei Sony FX-CineKameras im Entry Bereich. Sie bietet darüberhinaus ein modernisiertes Gehäuse auf FX3-Basis, einen verbesserten AF, 15+ Blendenstufen Dynamikumfang, S-Cinetone und CineEI Modi sowie einen neuen BIG6 (Home)Screen.


Sony FX2
Sony FX2

Nicht neu ist jedoch ihr Sensor-Design, was einige Einschränkungen mit sich bringt, so steht 10 Bit 4K 50/60p nur im S35-Crop zur Verfügung. Gerade in diesem Modus ist die Kamera auch für viele szenische Einsatzzwecke (u.a. durch den neuen Sucher oder den Autofokus) sehr gut gerüstet und bietet hier bis 60p eine ebenso gute Bildqualität ohne Tadel - und dies dann bei Rolling Shutter Zeiten um die 12 Millisekunden.



[Die Sony FX2 in unserem Praxistest und Labortest.]








Panasonic LUMIX S1II

Fast in Vergessenheit geraten ist bei alldem die Panasonic LUMIX S1II. Sie erschien schon im Mai und brachte viele interessante Videofunktionen mit, etwa - auch bei Lumix erstmalig - eine 5.1K 10 Bit Open Gate 50/60p Aufnahme, interne ProRes und ProRes Raw-Aufzeichnung, verbesserte AF-Funktionen, Stabilisierung für anamorphotische Aufnahmen, False Color und 32 Bit Audio Unterstützung. Auch hier findet sich ein partially stacked CMOS-Sensor im Vollformat, welcher jedoch im Vergleich zur Sony a7 V "nur" mit 24MP auflöst.



[Die Panasonic LUMIX S1II in unserem Praxistest und Labortest.]


 Panasonic LUMIX S1II
Panasonic LUMIX S1II





Erstes video-optimiertes Nikkor und weitere Objektiv-Highlights

Natürlich gab es auch bei den Objektiven berichtenswerte Neuigkeiten, bei denen wir an dieser Stelle nur einige herausgreifen können. So stellte Nikon mit dem NIKKOR Z 28-135mm f/4 PZ sein erstes speziell für Video entwickeltes Vollformat-Z-Objektiv vor. Auch erschien das aktualisierten NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II; das Profi-Objektiv der S-Linie ist leichter geworden und bietet einen verbesserten Autofokus.


Jahresrückblick 2025 war richtig viel los - spannende Kameras und mehr : nikkor

Panasonic lancierte das besonders kompakte LUMIX S 24-60mm F2.8 Zoomobjektiv mit neuem Linearmotor und optischem Encoder sowie einem Fokusring, der sich auch als Steuerring für andere Belichtungsfunktionen umwidmen lässt.



Bei Sigma wurde die ART-Serie mit weiteren, sehr lichtstarken Brennweiten ausgebaut – neu verfügbar sind hier das 135mm F1.4 DG | Art sowie das überarbeitete 35mm F1.2 DG DN II | Art, beide für Vollformat. Für Super35-Filmer interessant ist außerdem das neue Zoomobjektiv für spiegellose APS-C-Kameras, das Sigma 17-40mm F1.8 DC | Art, da für den L-Mount, Sony E-Mount sowie FUJIFILM X und Canon RF erhältlich ist.






Noch mehr Cine-Kameras - mit 12K, Mittelformat oder High-Speed

Blackmagic verbaut seit letztem Jahr den Vollformatsensor aus der URSA Cine 12K LF auch im kompakteren PYXIS-Format (1,59 kg). Zur NAB erstmals vorgestellt, gab es sogar preislich nochmals eine Überraschung, als die Kamera dann beim Launch im Herbst nochmals günstiger als gedacht angeboten wurde; die Blackmagic PYXIS 12K ist aktuell um die 4.500 -5.200 Euro (je nach Mount) zu haben.


Blackmagic PYXIS 12K
Blackmagic PYXIS 12K

Dabei stellt die Pyxis 12K vor allem eine 4K/8K-Kamera dar, denn die Grundidee hinter Blackmagics 12K-Auflösung ist ja primär, dass man für ein sehr gutes 4K/8K Debayering einen Sensor mit noch höherer Auflösung zum Downsampling nutzt. Die Kamera liefert grundsätzlich die gleiche, ausgezeichnete Bildqualität ab wie die URSA Cine 12K LF, allerdings bei längeren Rolling Shutter-Zeiten und halbierten max. Bildraten - siehe unseren Labortest (Praxistest folgt).





Mit der GFX Eterna 55 wiederum betrat nochmal ein neuer Player den Cine-Kameramarkt. Und zwar steckt Fujifilm dafür den GFX 102MP CMOS II HS Mittelformatsensor nebst X-Processor 5 aus seiner Systemkamera GFX100 II in ein größeres Gehäuse mit "Kinoergonomie". Er ist hier nicht beweglich gelagert, dafür mit einem neu entwickelten, optischen Tiefpassfilter versehen, auch ein variabler, elektronischer ND-Filter ist an Bord. Mit einem Listenpreis von 16.499,95 Dollar kostet das ganze etwa doppelt soviel wie die GFX100 II.






Auch von ARRI gab es neues in Form der ALEXA 35 Xtreme, die mit Highspeed-Aufnahmen mit bis zu 660 fps zusätzliche Spezialkameras à la Phantom bei den meisten Drehs überflüssig machen soll. Der ebenfalls neu entwickelte ARRICORE Codec soll eine effizientere Aufzeichnung mit geringeren Datenraten bei gleichbleibender Qualität ermöglichen.



Allerdings kamen aus München im lezten Jahr auch nicht so gute Nachrichten. So wurde die Lichtfabrik in Stephanskirchen geschlossen, und grundsätzlich werden bei ARRI Investoren gesucht.





Außerdem: 360°-Drohnen, Video-KI mit Ton - und keine Hero14

Bei einem Blick zurück ist ja immer auch interessant, was nicht zu sehen ist. Recht prominent fehlt da etwa eine Hero14 Black - tatsächlich war 2025 das erste Jahr seit langem, in dem keine neue Spitzen-Actioncam von GoPro auf den Markt kam. Der einstige Platzhirsch überlässt wie es scheint seinen (wahrscheinlich ohnehin zunehmend gesättigten) Kernmarkt der chinesischen Konkurrenz – von DJI kam beispielsweise die Osmo Action 6 (erstmals mit variabler Blende).



Dafür kündigen sich die ersten 360°-Drohnen an - DJI soll eine in Petto haben, während Antigravity (eine von Insta360 ausgelagerte Sparte) seine A1 bereits ausliefert. Das besondere an diesem Drohnenkonzept ist, dass (ähnlich wie schon bei den nicht fliegenden Surround-Kameras) kein spezifischer Bildausschnitt beim Filmen festgelegt wird, sondern dieser erst später ausgespielt werden kann (Fly first, frame later). Komplett neu an der Steuerung ist dadurch auch, dass das Flugbild getrennt unabhängig von der Flugrichtung existiert - man kann sich während des Fliegens in einem Automatikmodus also frei umsehen.





Und was gab es noch bemerkenswertes letztes Jahr? Als praxisnahes Detail fällt uns beispielsweise ein, dass - nach vielen Jahren Wartezeit - Dank Blackmagic DaVinci Resolve endlich ein Apple ProRes Encoding auf Windows-Rechnern Einzug hielt.



Global gesehen deutlich weitreichendere Konsequenzen hat allerdings Googles Veo 3 - die Video-KI erschien im Sommer als erste ihrer Art mit voll integriertem Sound und rückte künstlich generierte Videos nochmal eine ganze Ecke weiter Richtung "grundsätzlich (miss)brauchbar".



Dass die Grenze zwischen völlig echt und errechnet zunehmend verwischen wird, zeigte sich auch beim Launch des Google Pixel 10 Pro (XL): in diesem Smartphone wurde Generative KI direkt in der Kamera eingebettet und sorgt dort für einen bis zu 100-fachen (!) Superzoom. Die Details in den Fotos werden folglich größtenteils dazuerfunden, wenn auch wahrscheinlich oft plausibel.






Und was kommt?

Bleibt zu hoffen, dass wir auch im kommenden Jahr viel zu berichten haben werden (außer über steigende Preise aufgrund der Speicherkrise).


Mit etwas Glück sehen wir zum Beispiel eine Sony FX8 zur NAB – dazu gab es im Sommer ein entsprechendes Gerücht, das sich im Herbst (noch?) nicht bewahrheitet hatte, jedoch definitiv weiterkokelt. Interessant an den geleakten - und somit noch sehr unsicheren - Daten zur FX8 wäre die Sensorauflösung – und zwar soll Sony hier den von Blackmagic eingeschlagenen Weg folgen und einen 12K-Sensor verbauen.



Wie es mit Nikon und RED weitergeht, hatten wir wiederum in diesem Artikel schon laut überlegt – richtig spannend fänden wir nämlich, wenn ein Pendant zur kleinen ZR im nächsthöheren Kamerasegment käme. Die Zutaten dafür wären jedenfalls da, allem voran der 45MP Stacked Sensor aus der Nikon Z8/Z9 (in der ZR werkelt bekanntlich der Sensor aus der Nikon Z6 III).



Welche neuen Kameras würdet ihr gerne sehen in 2026?


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