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Wie wählt Netflix seine Kameras aus? Ein Blick hinter die Kulissen des Netflix Messlabors

[15:39 Mo,4.Juli 2022 [e]  von ]    

Zu einer Art inoffiziellem Gütesiegel für professionelle Kameras hat sich die Netflix Approved Camera List entwickelt, auf der das größte Streaming-Portal festlegt, mit welchen Kameras seine Filme und Serien aufgezeichnet werden dürfen. Die Übersicht von Kameras, welche die Mindestanforderungen von Netflix erfüllen, umfasst Cine-Modelle wie etwa ARRIs ALexas, REDs DSMC2 Varianten, Canons C500/C700 oder Sonys Venice ebenso wie Prosumer-Cams wie Panasonics DSLM S1H oder Blackmagic Designs URSA Mini 4.6.

Netflix-Charts




Aufgelistet werden nicht nur die Kameras, sondern in Form kleiner PDFs auch die jeweils erlaubten Aufnahmemodi (Auflösung, Codec, Format, Farbraum) sowie weitere Kameraeinstellungen. Bei Auftragsarbeiten für Netflix Fiction sollte mindestens 90% der Footage mit Kameras von dieser Liste gedreht werden, damit die Qualität den offiziellen Netflix-Anforderungen genügen. Bei dokumentarischen Arbeiten zeigt sich Netflix flexibler und akzeptiert auch weniger als 90%. Netflix nimmt so Rücksicht auf besondere Aufnahmen (zum Beispiel Drohnen-, Crash-, Unterwasser- oder Highspeedaufnamen), die nur durch spezielle Kameras möglich sind, die eigentlich nicht auf der Approved Liste stehen.

Im folgenden Clip erläutert der Netflix Kameraspezialist Chris Pyrgrocki den Auswahlprozess für Approved Kameras und gibt einen Einblick in das Netflix Kamera-Messlabor:



Die Netflix Approved Camera List ist nicht nur wichtig für Filmer, die für Netflix produzieren wollen, sondern hat sich als ein gutes Kaufkriterium für semi-/professionelle Filmer entwickelt, da Netflix quasi als unabhängiger Prüfer fungiert, der viel Erfahrung im praktischen Umgang mit Kameras (und dem resultierenden Material) besitzt und schon aus Eigeninteresse ein besonderes Augenmerk auf die Bildqualität von Kameras legt. Potentielle Käufer können sich so auch ohne lange Recherchen und Fachkenntnisse sicher sein, keine grundsätzlich falsche Entscheidung zu treffen. Zudem garantiert die Netflix-Zulassung einer Kamera, daß diese auch eine relativ gute Investition in die Zukunft darstellt - angesichts des hohen Preises von Cine-Kameras ein wichtiges Kriterium.

Netflix legt auch dar, welche Kriterien eine Kamera erfüllen muss, um die Zulassung zu erhalten. So umfassen die Mindestanforderungen an Kameras eine Sensorauflösung von mindestens UltraHD 4K (3.830 x 2.160 Sensel), ein hochwertiges Aufnahmeformat wie z.B. RAW (X-OCN, REDCODE, Arriraw...) oder Intra-Frame Komprimierung (wie etwa XAVC, AVC-Intra oder ProRes) mit einer minimalen Datenrate von 240 Mbits/s, eine Gammakurve sowie die Aufzeichnung von Metadaten wie Timecode, Objektivinfos, Bildrate, ISO, WB usw.

Netflix-Testkasten-rot


Zusätzlich zu diesen technischen Daten prüft Netflix jede Kamera auch bezüglich von Aspekten wie dem Workflow, dem Farbdynamikbereich, dem Chroma Subsampling, dem Bildrauschen, der Farbreproduktion, dem Formfaktor und mehr. Wichtig ist für das letztendliche Urteil über eine Kamera auch das Feedback aus der Produktion bezüglich Stabilität und Zuverlässigkeit eines Kamerasystems oder der Unterstützung für ein spezifisches Aufnahmeformat. Netflix steht dabei im Kontakt mit den Herstellern, um sicherzustellen, daß jede Kamera optimal eingestellt ist, um ihre beste Performance abzuliefern. Denn auch bei den Herstellern ist das Netflix Approved Siegel hoch begehrt.

Netflix-Testkasten


Natürlich ist die Netflix Liste aber nicht absolut - es gibt auch viele andere Kameras, die hervorragende Bilder produzieren. So hat Netflix etwa keine Funktionalität berücksichtigt, die nur durch optionales Zubehör von Drittanbietern (wie etwa externen Rekordern) ermöglicht wird.

Link mehr Informationen bei www.youtube.com

  
[41 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
teichomad    14:33 am 3.8.2022
Damit wenigstens das Drehbuch kacke sein darf. Das Auge isst ja mit.
roki100    13:20 am 3.8.2022
99.9% der User wahrscheinlich nicht. Und 99.8% der User geht es hauptsächlich darum, dass die eigene Kamera von Netflix zertifiziert ist.
teichomad    09:29 am 3.8.2022
Hat hier jemand schon für Netflix produziert ?
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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