Audio Plugins auf der GPU berechnen - BRAINGINES GPU Audio

// 15:37 So, 7. Mär 2021von

Das Schweizer Unternehmen BRAINGINES hat sich der digitalen Audiobearbeitung verschrieben und will in Zukunft Musiksoftware-Produkte per GPU beschleunigen. Auf der Basis von VST3-Plugins will BRAINGINES die Rechenleistung der GPU in vielen Audioprogrammen bereitstellen. Das klingt in unseren Augen (oder besser Ohren?) nach einer ziemlich naheliegenden Idee, da die GPU (ähnlich den bereits breit eingesetzten DSPs) eine vorzügliche Plattform für Stream-Computing darstellt. Also für Daten die ohne große Programmverzweigungen gut parallelisiert werden können.


Wir haben in der Vergangenheit schon öfter mit Audio Entwicklern zu dieser Thematik Gespräche geführt und dabei bekamen wir bisher fast unisono zu hören, dass sich GPUs wegen ihrer hohen Latenz eigentlich nicht besonders gut für Audio Berechnungen eignen sollen.



Eben diese Hürde will BRAINGINES nun überwunden haben und wirbt auf ihrer Webseite mit Latenzen von 1ms, was ein fast unglaublicher Wert für Musikschaffende ist. Selbst die besten Audiointerfaces schaffen kaum unter 2 ms. Hinzu kommt, dass sich Audio-Latenzen im System an verschiedenen Stellen im System addieren und man diese in den seltensten Fällen vergleichen kann. Wir würden die Webseite einmal so verstehen, dass die GPU-Einbindung im besten Fall nur 1ms Latenz zur gesamten Latenz des Signalwegs hinzuaddiert.



Audio Plugins auf der GPU berechnen - BRAINGINES GPU Audio


Wer sich für die GPU-Plugins interessiert, kann diese aktuell auf der Webseite zum persönlichen Test anfordern. Es scheint sich um ein VST3-Bundle zu handeln, welches essentielle Tools für die tägliche Arbeit sowie seltene Kompressor-Emulationen, einen Spicy Exciter und einen Hybrid Reverb enthält. Kaufen kann man die Plugins über die Website noch nicht, aber der Entwickler spricht als zukünftigen Preis von ein "paar Tassen Kaffee".



Zugleich wollen die Schweizer auch einen Marktplatz für Drittentwickler starten, wofür ein eigenes GPU Audio SDK zur Verfügung gestellt wird.



Diese Technologie ist sicherlich (noch) nicht für jeden Videobearbeiter interessant, aber spannend genug, sie in nächster Zeit näher im Auge zu behalten.



Leserkommentare // Neueste
rush  //  19:25 am 8.3.2021
Der Bedarf im Audiobereich ist da gewiss deutlich geringer und nicht essentiell. Moderne Prozessoren lasten selbst große Projekte selten bis ans Limit aus - aber wenn doch...weiterlesen
ChillClip  //  18:12 am 8.3.2021
Na ganz toll ... wenn sich das durchsetzt, dann haben wir neben den Kryptominern weitere Preistreiber und Auskäufer für GraKas. Das kotzt mich schon seit Längerem an, dass die...weiterlesen
rush  //  13:41 am 8.3.2021
Hatte mich schon vor ein paar Tagen dort angemeldet - Mal sehen was bei rumkommt. Passe wahrscheinlich nicht ganz ins Schema. Auf jedenfall eine spannende Sache weil in der DAW ja...weiterlesen
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