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AG DOK: unbegrenzte Mediatheken enteignen Dokumentarfilmproduzenten

[13:52 Mo,5.Februar 2018 [e]  von ]    

Kürzlich hätte sich die Politik über eine Erneuerung des Telemedienauftrags (Teil des Rundfunkstaatsvertrags) einig werden sollen. Darin geht es ua. um die Online-Aktivitäten der Sender, etwa wie lang von ihnen veröffentlichte Texte im Internet sein dürfen, ohne daß diese "presseähnlich" werden (ein großer Streitpunkt mit Verlagen), und auch in welchem Rahmen gesendete Beiträge im Web abrufbar sein sollen. Hier soll nach Wunsch der Sender die zeitliche Begrenzung der Mediatheken wegfallen, was Dokumentarfilmer bereits bei Bekanntwerden der Pläne auf die Barrikaden rief.

Anläßlich der -- nun doch wieder vertagten -- Entscheidung erschien in der FAZ ein Beitrag des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok), Thomas Frickel, in welchem er nochmal in aller Deutlichkeit darauf hinweist, wie problematisch eine unbegrenzte Bereitstellung von für das Fernsehen produzierten Dokumentarfilmen in den Mediatheken wäre. Der Grund ist denkbar einfach: diese Filme laufen zwar im Fernsehen, sind aber von den Sendern in der Regel nicht voll finanziert, oft steuern sie sogar nur ein Drittel der Produktionskosten bei. Der Rest muß von jenen, die diese Filme drehen, anders finanziert werden -- hauptsächlich über eine nachträgliche Distribution bzw. Lizensierung, unter anderem auch im Internet. Dies ist bereits heute nicht einfach, dürfte aber, wenn die Filme nach ihrer Ausstrahlung für immer und für lau in einer Mediathek zu sehen sind, beinahe unmöglich werden.



Das oft vorgebrachte Argument, ein durch die Rundfunkabgabe öffentlich finanziertes Programm müsse auch unbegrenzt zugänglich sein, könne daher in diesem Fall gar nicht angewendet werden, da diese Inhalte eben nicht durch die Abgabe finanziert seien. Wo die milliardenhohen Einnahmen aus der Rundfunkabgabe genau landeten, sei schwer nachzuvollziehen -- bei den kleinen Produzenten jedenfalls nicht. Und das ist natürlich das wahre Problem an der ganzen Sache.



Bild zur Newsmeldung:
mediatheken

Link mehr Informationen bei www.faz.net

    
[17 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
dosaris    09:49 am 6.2.2018
alle Positionen/Darstellungen laufen hier auf die Konsequenz hinaus, auf welche Vertragskonditionen sich Video-Produzenten (im weitesten Sinne) einlassen wollen! Man muss wohl...weiterlesen
Alf_300    06:06 am 6.2.2018
Jeder kennt die Geschichte vom "Das Boot Kameramann" der nachträglich 600.000 Euroe erstritten hat, weil der Film ein großer finanzialler Erfolg war. Muß nun im Gegenzug jeder...weiterlesen
Drushba    02:56 am 6.2.2018
Das habe ich auch. Mir fällt dabei auf, daß die meisten guten Festivalfilme nicht mehr aus Subventionseuropa stammen. Dagegen habe ich etliche gute Filme aus Südamerika,...weiterlesen
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