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Premiere Pro GH5s Vlog-L/Rec709 Verständnis Problem



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Frage von holm:


Hallo Leute

Ich habe jetzt lange im Netz und hier im Forum recherchiert aber bin leider nicht auf eine Antwort gekommen.
Hoffe, werde nicht gleich zerfetzt aber ich habe da einen Knopf in meiner Leitung.
Und zwar geht es um Vlog-L/Rec709 bzw. Lut's und Color-Grading. (Kamera Pansonic GH5s, spielt aber keine Rolle)

In Premiere Pro hat man ja zum einen die Option Input Lut und unter Creative die Option Look.

Meine Frage:

Wenn ich in Vlog-L aufnehme...muss ich dann zwingend zuerst im Input Lut Rec709 (Vlog L to Rec 709) auswählen und anschliessend einen Lut Look verwenden und Korrekturen machen oder kann man den Schritt mit den Input Lut Rec709 weglassen und direkt einen Look darauf hauen bzw. alles selber graden?Oder ist es besser zuerst Kamera spezifisch mit dem Rec709 alles zu "korrigieren" und dann zu graden? Ich glaube ich mache es mir selber da zu kompliziert aber vielleicht kann mir das jemand ja idiotensicher erklären.

Grüsse aus der Schweiz
holm



Antwort von WoWu:

Die korrekte Behandlung wäre eine return Funktion zur benutzten Log Funktion.
Das ist keine LUT, weil die, je nach Güte, nur Stützstellen bedient, also relativ ungenau ist.
Eine Return Funktion errechnet jeden Punkt der Kurve, ist also entsprechend genauer.
Das Ergebnis ist eine (quasi) lineare Darstellung und damit die Rücknahme der LOG Funktion.
Darauf wird normalerweise das Grading aufgesetzt.

Muss aber nicht sein. Wenn man erfahren genug ist, aus der LOG Übertragung ein korrektes Grading zu machen, geht es auch ohne.
Die Vielzahl an unterirdischen Gradings, die so auftauchen lassen aber den Schluss zu, dass das nicht oft der Fall ist.



Antwort von Niko M.:


Hallo Leute

Ich habe jetzt lange im Netz und hier im Forum recherchiert aber bin leider nicht auf eine Antwort gekommen.
Hoffe, werde nicht gleich zerfetzt aber ich habe da einen Knopf in meiner Leitung.

Schade, dass du das befürchtest. Aber ich kann es verstehen.
Hast wahrscheinlich bisschen mitgelesen hier.

Willkommen Holm !

Ich hoffe WoWu drückt sich nicht zu "abgehoben" aus, und kann dir helfen...





Antwort von ksingle:

Ich versuche es auch einmal mit meinen eigenen Worten:

Wenn Du mit dem V-Log-Profil aufnimmst, solltest du aus Sicht vieler Experten das Videomaterial zunächst mit einem entsprechenden LUT in den 709-Raum bringen. Damit hast Du schon mal die Vorteile des Flachen Profils genutzt, die Dir einen besseren Dynamikumfang ermöglichen. Anschließend nimmst Du ein LUT Deines Geschmackes und färbst/gradierst das Material nach Belieben. Oder Du lässt das zweite LUT weg und arbeitest mit den Onboard-Mitteln Deines Schnittprogrammes.

Natürlich ist es aber auch möglich, das flache Ausgangsmaterial direkt zu graden oder zu kolorieren. Für viele ist das jedoch nicht ganz so einfach, wie z.B. mit dem Standard-LUT von PANASONIC oder sogar angeblich noch etwas besser mit dem LUT von Joo (YouTuber). Beide LUTs bringen das Material optimal in den 709er Raum. Und beide LUTs kann ich Dir gerne überlassen, da sie kostenlos sind.

PN mit deiner Mailadresse.. und du hast sie schon bald.

Grüße aus Köln - Jürgen



Antwort von holm:

Hallo Leute!

Wow das ging aber schnell. Danke für die ausführliche Antwort.
Jedoch muss ich vielleicht noch anfügen dass ich mich mit dem filmen seit ca. 8 Jahren befasse. Verstehen muss man jedoch dass das alles rein auf Hobby Basis ist und je nach Zeit halt nicht immer gleich intensiv damit auseinandersetzten kann.
Da ich mir das alles selbst beigebracht habe und ich viel an dem Punkt bin wo ich nicht mehr den Durchblick habe mit den Fachbegriffen bin ich teils sehr unsicher.

@Niko M.

Hehe, jap ich Verfolge das Forum schon eine Weile und hab ab und zu Beiträge nach Fragen gesehen wo ich sagen musste...ok, ein Forum sollte doch genau dafür da sein um nochmals nachzufragen wenn jemand halt etwas nicht so genau Verstanden hat und mit den Fachgebriffen vertraut ist. In einem anderem Forum hiess es ich sei "Begriffsstutzig" da ich nochmals nachgefragt habe ob ich es richtig verstanden habe. Janu...so ist es halt.

Also spielt es überhaupt keine Rolle ob ich zuerst beim Input Rec709 auswähle und dann das Grading mache oder direkt das Grading mache?
Ich muss sagen ich finde es auch schöner wenn alles selber gemacht ist anstelle eines LUT's. Nur möchte ich es verstehen falls ich mal damit rumspielen möchte und dann genau wissen möchte was ich da genau mache.

Es gibt also in diesem Sinne kein richtig oder falsch oder?

Also entweder Reg709 als Input, dann Look und dann Grading oder direkt Grading auf VLog-L.

Entschuldigt wenn ich noch nicht viel in dem Forum dazu beigetragen habe, aber vieles ist für mich zu kompliziert. Werde aber schauen dass ich auch den ein oder anderen Tip abgeben kann.

Falls es jemand interessiert was ich so mache...(bis jetzt hauptsächlich Sport, Snowboarden gefilmt) kann gerne mal Oilers and Friends auf Vimeo abchecken :) Bis heute war ich mit einer GH2 unterwegs...nun gewechselt auf eine GH5S :)

@ksingle

Wow danke, damit hat sich ja fast alles an meinen Fragen erledigt. Danke viel vielmal! Also heisst es macht Sinn IMMER (als nicht professioneller) den Input auf Rec709 zu setzten und anschliessend ALLES an Korrekturen zu machen? Gegebenfalls mit einem Look (Lut) mit anschliessendem korrigieren oder gleich selber alles korrigieren...



Antwort von WoWu:

Wenn Du nicht zunächst die Linearisierung (709) vornimmst, hast Du es mit verschobenen Farbwerten zu tun, was ein Grading ziemlich erschwert bzw. viel Erfahrung voraussetzt.
Daher mein Tipp ... erst linearisieren.
Und auch den "Look" erst ganz zum Schluss.



Antwort von holm:

Wow! Ihr seid die besten! Ich kapiere es immer mehr! Super!

Also für mich nochmals zusammengefasst.

Vlog-L in Premiere imporiteren danach Input Rec709 und dann anschliessende Korrektur und ganz am Schluss (wenn alle Korrekturen gemacht sind und falls gewünscht) den Look drüber hauen.
Ist es dann nicht so sinnvoll nach dem Look noch Korrekturen zu machen oder sind dass dann nur Feinjustierungen? Ich bin auch kein Fan von diesen Luts im Generellen, finde es aber noch eine nette Spielerei um zu schauen wie sich der Look verändert. Und falls mir einer gefällt frage ich mich ob ich den dann noch gross ändern kann oder ob dies keinen Sinn macht und man so oder so schon vor dem Look macht. Eigentlich kann ich ja gleich die ganzen Luts weglasen um rein zu kommen und gleich nach dem Rec709 alles selbst versuchen so hinzubekommen.

Coole Sache wie schnell hier einem geholfen wird! Echt tausend Dank!

Kleine Frage noch dazu (mehr Verständnis). Wenn ich anstelle VLog-L mit Cine D z.b. Aufnehme muss dann auch das REc709 drüber vor der Bearbeitung und Look oder erübrigt sich das weil man mit dem Cine D Profil schon die korrekten Farbwerte aufnimmt und anschliessend gleich einen Look drüber legen kann oder graden?



Antwort von Frank B.:



...Verstehen muss man jedoch dass das alles rein auf Hobby Basis ist und je nach Zeit halt nicht immer gleich intensiv damit auseinandersetzten kann.
Da ich mir das alles selbst beigebracht habe und ich viel an dem Punkt bin wo ich nicht mehr den Durchblick habe mit den Fachbegriffen bin ich teils sehr unsicher.

...ich Verfolge das Forum schon eine Weile und hab ab und zu Beiträge nach Fragen gesehen wo ich sagen musste...ok, ein Forum sollte doch genau dafür da sein um nochmals nachzufragen wenn jemand halt etwas nicht so genau Verstanden hat und mit den Fachgebriffen vertraut ist. In einem anderem Forum hiess es ich sei "Begriffsstutzig" da ich nochmals nachgefragt habe ob ich es richtig verstanden habe. Janu...so ist es halt.

Das alles finde ich sehr sympathisch. Es geht mir oft genau so. Ich filme seit 1991 als Amateur und komme trotzdem oft an meine Grenzen bezüglich der Technik und habe Verständnisprobleme. Hier im Forum gehts auch oft hart zur Sache, manchmal auch sehr unsachlich zu. Man darf kein allzu weiches Fell haben. Aber man lernt eben auch sehr viel über die Jahre.



Antwort von mash_gh4:


Die korrekte Behandlung wäre eine return Funktion zur benutzten Log Funktion.
Das ist keine LUT, weil die, je nach Güte, nur Stützstellen bedient, also relativ ungenau ist.
Eine Return Funktion errechnet jeden Punkt der Kurve, ist also entsprechend genauer.

das ist leider wiedereinmal ziemlicher quatsch, weil in wahrheit auch sehr gute lösungen, wie OpenColorIO und die ACES referenz implementation, zu diesem zweck in der praxis LUTs bemühen. und zwar ganz konkret: 1D-LUTs, die derartige viele tabelleneinträge enthalten, dass jeder nur mögliche 10 od. 12bit eingangswert ohne jegliche interpolation einem exakt vorberechneten ausgabewert zugeordnet werden kann.

im falle der panasonic GH4 kommt in diesem zusammenhang allerdings leider auch noch das problem dazu, dass die entsprechende offizielle berechnungsformel bzw. definition des VLog-formats sich leider doch verhältnismäßig stark von dem unterscheidet, was die kamera bei empirischer überprüfung tatsächlich ausgibt. ich kann leider nicht sagen, ob sich dieses problem auch mit der GH5 und GH5s noch immer in gleicher weise stellt. Trotzdem war zumindest die wiedergabe der farben auch im GH4-VLog bereits deutlich korrekter als in den anderen aufzeichnungsprofilen.



Antwort von Frank B.:

So, holm, es geht los. Nimm dir die Chipstüte und lehn dich erstmal ne Weile zurück. ;)

Und hinterher musst du mal schauen, was von deinem bisherigen Verständnis von LUTs noch übrig ist. :)



Antwort von WoWu:

Ein LOOK ist ja eine Gammaveränderung, von einer linearen Funktion abgeleitet, also schon soetwas, wie ein Grading aus der Schublade.
Das ist so fertig, wie es aus der Kamera kommt.

Eine LOG Funktion betrifft aber nur eine Übertragung im Hinblick auf technische Qualitäten, ist also so etwas wie ein technisches Hilfsmittel um Bildparameter zu verändern und setzt eine entsprechende Korrektur in der Postvoraus, hat aber eben noch nichts mit dem Grading zu tun sondern sorgt nur dafür, dass die "verbogenen" Werte erst mal wieder zueinander passen. (mal ganz simpel ausgedrückt).

Also LOOK bleibt so, LOG muss korrigiert werden.



Antwort von WoWu:


So, holm, es geht los. Nimm dir die Chipstüte und lehn dich erstmal ne Weile zurück. ;)

Ja, ja er hat mal wieder nich vollständig gelesen.
Oder hab ich irgendwo übersehen, dass HOLM ACES machen will .... kopfschüttel



Antwort von Frank B.:

Wowu, ich weiß gar nicht, was ACES ist. Die Diskussion müsst schon ihr Profis führen. Uns Amateuren bleibt da erstmal wirklich nur die Chipstüte. Ich staune jedesmal, was ich alles nicht weiß.



Antwort von mash_gh4:


Oder hab ich irgendwo übersehen, dass HOLM ACES machen will .... kopfschüttel

das hat mit ACES nicht viel zu tun, sondern betrifft auch alle anderen color management lösungen in den div. programmen in ganz gleicher weise.

hier übrigens nocheinmal zu erinnerung dieses diagramm, dass die abweichungen zw. tatsächlichem GH4-Vlog output und der theoretisch vorgegebenen spezifikation deutlich erkennen lässt:

https://www.slashcam.de/images/texte/1406-pic5-PIC5.jpg

und nur zu erklärung: ACES (Academy Color Encoding System) ist keine völlig abgehobene geheimlehre, sondern nur ein versuch der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die derzeit vernünftigsten techniken im umgang mit farbmanagement bzw. farbinformation in den workflows und austauschformaten der filmindustrie in einigermaßen geordnete und untereinader kompatible bahnen zu lenken bzw. entsprechende best practice empfehlungen und standards zu definieren.



Antwort von wolfgang:


Ein LOOK ist ja eine Gammaveränderung, von einer linearen Funktion abgeleitet, also schon soetwas, wie ein Grading aus der Schublade.
Das ist so fertig, wie es aus der Kamera kommt.

Eine LOG Funktion betrifft aber nur eine Übertragung im Hinblick auf technische Qualitäten, ist also so etwas wie ein technisches Hilfsmittel um Bildparameter zu verändern und setzt eine entsprechende Korrektur in der Postvoraus, hat aber eben noch nichts mit dem Grading zu tun sondern sorgt nur dafür, dass die "verbogenen" Werte erst mal wieder zueinander passen. (mal ganz simpel ausgedrückt).

Also LOOK bleibt so, LOG muss korrigiert werden.

Man lernt ja tatsächlich nie aus. Wenn diese Definition von eines looks nämlich stimmen würde, dann bestünde ein Look nur darin dass sich ausschließlich die Helligkeit verändert. Das wieso nicht stimmt beweist ja wohl jeder Spielfilm, dem man eine spezielle = farbliche Ausrichtung = Look gibt.

Was bitte sind den "verbogene Werte"? Was bitte soll hier "technische Qualität" bedeuten? Reden wir neuerdings in sinnlosen Begriffen? Oder ist es schon noch so, dass log eine Gammafunktion nutzt die eben den Zweck hat einen größeren Blendenbereich abzudecken? Und oft in einem Farbraum aufzeichnet der eben größer als der von rec709 ist und damit für rec709 in GammaGamma im Glossar erklärt und Gammut gewandelt werden muss?

Also das wird hier zu weit vereinfacht. Ebenso wäre es mir neu dass Coloristen erst mit einem lut linearisieren und dann einen erst andere Filter draufschnalzen. Meist werden vor den LUT noch Korrekturen zumindest in der Helligkeit geschalten, um clipping zu vermeiden. Resolve löst das bewusst so dass in einem Node im Signalfluss erst die Filter von Helligkeit und Farbe gerechnet werden - und dann erst der LUT. Wenn man das nachbauen will braucht es vor dem LUT zumindest eine Helligkeitskorrektur und dahinter dann noch weitere Filter. Das sind geradezu gefährlich falsche Ratschläge hier.



Antwort von blueplanet:


Kleine Frage noch dazu (mehr Verständnis). Wenn ich anstelle VLog-L mit Cine D z.b. Aufnehme muss dann auch das REc709 drüber vor der Bearbeitung und Look oder erübrigt sich das weil man mit dem Cine D Profil schon die korrekten Farbwerte aufnimmt und anschliessend gleich einen Look drüber legen kann oder graden?

...mein Verständnis, mein Wissen der Materie bedingt folgende Arbeitsschritte in Premiere.
1. (V-LOG (L)-Aufnahme vorausgesetzt): als Erstes die Infokurve aus der Kamera "entzerren". Das lässt sich auch sehr schön mit den Lumetrie Scopes (Parade RGB) mitverfolgen. Dazu verwendest Du in Premiere unter "input LUT", entweder eine bereitgestellte LUT des jeweiligen Kameraherstellers (bei Panasonic gibt es für die GH4/5... bis dato leider nur ein Pseudo-LUT von der Variocam), was jedoch -im Prinzip- ausreicht oder Du lädst Dir von diversen "Anbietern" aus dem Netz andere, "selbstgebastelte" LUTs herunter, nimmst diese als Ausgangsquelle.
2. im zweiten Schritt kannst Du entweder nur diese LUT, szenenabhängig (!) in Punkto Helligkeit, Kontrast und Farbe otimieren (auch hier die Parade RGBRGB im Glossar erklärt im Auge behalten) ODER Du legst auf diese LUT gleich einen speziellen LOOK, musst jedoch im Anschluss hier ebenso Szene für Szene die Helligkeit, Kontrast und Farbe otimieren bzw. hier nun wirklich deinem Geschmack anpassen. Das war's.

...das Ganze mit Cine D
1. hier gibt es keine "exakte" vorgefertigte "Entzerrung". Hier gibt es ausschließlich eine Menge persönlicher LOOK's, die auf diesem Farbprofil aufsetzen und immer nach dem Geschmack des jeweiligen Colouristen funktionieren. Ergo, einfach etwas suchen, was Dir am besten zu sagt und das SOFORT über das Cine D legen. Aber - auch hier muss im Anschluss wieder Szene für Szene "nachgearbeitet" werden. Das Gilt im Übrigen ebenso für alle weiteren "Farbprofile" wie HLG etc. Einzige Aussnahme bilden wirklich V-LOG (L), S-LOG etc. Nur diese sind meines Wissen und in gewisser Weise standartisiert - technisch nachvollziehbar.

Soviel dazu. Jetzt hast Du jedoch noch die Möglichkeit bei der GH5 in dem Farbprofil "wie Rec709" aufzunehmen, was genau das an Farben und GammaGamma im Glossar erklärt beinhaltet, was alle bisherigen TV's 1:1 verwenden (die Thematiken Rec2020, HDR, HLG, 8Bit, 10Bit etc. lass ich mal Außen vor). Ergo hast Du theoretisch ein Bild, was in der Post nicht nachbearbeitet werden muss. Doch selbst hier ist jede Theorie nur grau ;))

Und jetzt kommt das Wichtigste: damit das alles auch nur im Ansatz so funktioniert wie gewünscht, muss die Kamera vorher feinjustiert sein (Farbe, Kontrast, Schärfe, WeissabgleichWeissabgleich im Glossar erklärt, Gammakurve etc.). Und genau diese Informationen stellen die wenigsten Anbieter der freien oder käuflichen LOOKs zur Verfügung. Das sieht im Angebot alles toll aus, aber die Ernüchterung mit deinem Material und speziell mit der verwendeten Kamera könnte groß sein.
Einzig V-LOG (L), S-LOG etc. und unter Beachtung der Verarbeitungskette, bietet einen verlässlichen "Grundstock" worauf "fremde", vorgefertigte LOOK's aufgesetzt werden können - weil: hierbei bestimmte Parameter in der Kamera von vornherein unveränderbar sind (Schwarzwert, Gammakurve, Konstrast etc.). Und nur so sind diese Farbprofile im weitesten Sinne "neutral". Das alles ist jedoch wieder von Kamera zu Kamera unterschiedlich zu bewerten. Eine GH4 kann (weil z.B. die interne 10Bit-Farbbearbeitung fehlt) nicht das gleiche Ergebnis unter V-LOG(L) erzielen wie eine GH5, aber da auch nur wieder unter FHD und nicht in UHD bzw. ist es abhängig von den Frameraten (25fps vs. 50fps bei 10Bit).

Zusammengefasst und mein Tip basierend auf meinem Wissen: um optimale Farbwiedergaben und DR mit der GH5(s) zu erzielen und vorausgesetzt Du weisst mit den Begriffen "Verwendung des Zebra" und "ETTR" etwas anzufangen, kannst damit umgehen (!), "brauchst" kein 50fps, dann verwende V-LOG (L), auch gern mit LUT's von anderen Anbietern als Panasonic. Ansonsten Cine D, ja und warum nicht ebenso HLG mit bedingten Einschränkungen in der Ausgabe.
Für die GH4 gilt das selbe, wobei durch die intern nicht vorhandene 10Bit-Verarbeitungskette, ich persönlich bei einer gut justierten Kamera das Profil Cine D + einem ggf. aufgesetzten LOOK vorziehen würde.

beste Grüße, Jens



Antwort von holm:


So, holm, es geht los. Nimm dir die Chipstüte und lehn dich erstmal ne Weile zurück. ;)

Und hinterher musst du mal schauen, was von deinem bisherigen Verständnis von LUTs noch übrig ist. :)

hehehe ja ist wohl so :)
Aber ich finde es gut wenn sich Leute einschalten die darüber diskutieren und sich austauschen falls sie nicht gleicher Meinung sind. Den es basiert ja meistens auf dem gelernten und selbst erfahrenem.
Nur wird es dann jeweils für den "Hobby" schwierig da noch durchzuschauen wenn er eigentlich nur ganz "Idiotensicher" verstehen möchte was die richtigen Arbeitsabläufe sind. Ja mir ist klar das wenn man es verstehen will, dass so auseinander nehmen muss. Jedoch reicht für den Hobby meist eine einfach Erklärung worauf er sein wissen weiter aufbauen kann.

Auf jedenfall bin ich überwältigt wie hier schnell einem geholfen wird!

Kleine Frage noch dazu (mehr Verständnis). Wenn ich anstelle VLog-L mit Cine D z.b. Aufnehme muss dann auch das REc709 drüber vor der Bearbeitung und Look oder erübrigt sich das weil man mit dem Cine D Profil schon die korrekten Farbwerte aufnimmt und anschliessend gleich einen Look drüber legen kann oder graden?

...mein Verständnis, mein Wissen der Materie bedingt folgende Arbeitsschritte in Premiere.
1. (V-LOG (L)-Aufnahme vorausgesetzt): als Erstes die Infokurve aus der Kamera "entzerren". Das lässt sich auch sehr schön mit den Lumetrie Scopes (Parade RGB) mitverfolgen. Dazu verwendest Du in Premiere unter "input LUT", entweder eine bereitgestellte LUT des jeweiligen Kameraherstellers (bei Panasonic gibt es für die GH4/5... bis dato leider nur ein Pseudo-LUT von der Variocam), was jedoch -im Prinzip- ausreicht oder Du lädst Dir von diversen "Anbietern" aus dem Netz andere, "selbstgebastelte" LUTs herunter, nimmst diese als Ausgangsquelle.
2. im zweiten Schritt kannst Du entweder nur diese LUT, szenenabhängig (!) in Punkto Helligkeit, Kontrast und Farbe otimieren (auch hier die Parade RGBRGB im Glossar erklärt im Auge behalten) ODER Du legst auf diese LUT gleich einen speziellen LOOK, musst jedoch im Anschluss hier ebenso Szene für Szene die Helligkeit, Kontrast und Farbe otimieren bzw. hier nun wirklich deinem Geschmack anpassen. Das war's.

...das Ganze mit Cine D
1. hier gibt es keine "exakte" vorgefertigte "Entzerrung". Hier gibt es ausschließlich eine Menge persönlicher LOOK's, die auf diesem Farbprofil aufsetzen und immer nach dem Geschmack des jeweiligen Colouristen funktionieren. Ergo, einfach etwas suchen, was Dir am besten zu sagt und das SOFORT über das Cine D legen. Aber - auch hier muss im Anschluss wieder Szene für Szene "nachgearbeitet" werden. Das Gilt im Übrigen ebenso für alle weiteren "Farbprofile" wie HLG etc. Einzige Aussnahme bilden wirklich V-LOG (L), S-LOG etc. Nur diese sind meines Wissen und in gewisser Weise standartisiert - technisch nachvollziehbar.

Soviel dazu. Jetzt hast Du jedoch noch die Möglichkeit bei der GH5 in dem Farbprofil "wie Rec709" aufzunehmen, was genau das an Farben und GammaGamma im Glossar erklärt beinhaltet, was alle bisherigen TV's 1:1 verwenden (die Thematiken Rec2020, HDR, HLG, 8Bit, 10Bit etc. lass ich mal Außen vor). Ergo hast Du theoretisch ein Bild, was in der Post nicht nachbearbeitet werden muss. Doch selbst hier ist jede Theorie nur grau ;))

Und jetzt kommt das Wichtigste: damit das alles auch nur im Ansatz so funktioniert wie gewünscht, muss die Kamera vorher feinjustiert sein (Farbe, Kontrast, Schärfe, WeissabgleichWeissabgleich im Glossar erklärt, Gammakurve etc.). Und genau diese Informationen stellen die wenigsten Anbieter der freien oder käuflichen LOOKs zur Verfügung. Das sieht im Angebot alles toll aus, aber die Ernüchterung mit deinem Material und speziell mit der verwendeten Kamera könnte groß sein.
Einzig V-LOG (L), S-LOG etc. und unter Beachtung der Verarbeitungskette, bietet einen verlässlichen "Grundstock" worauf "fremde", vorgefertigte LOOK's aufgesetzt werden können - weil: hierbei bestimmte Parameter in der Kamera von vornherein unveränderbar sind (Schwarzwert, Gammakurve, Konstrast etc.). Und nur so sind diese Farbprofile im weitesten Sinne "neutral". Das alles ist jedoch wieder von Kamera zu Kamera unterschiedlich zu bewerten. Eine GH4 kann (weil z.B. die interne 10Bit-Farbbearbeitung fehlt) nicht das gleiche Ergebnis unter V-LOG(L) erzielen wie eine GH5, aber da auch nur wieder unter FHD und nicht in UHD bzw. ist es abhängig von den Frameraten (25fps vs. 50fps bei 10Bit).

Zusammengefasst und mein Tip basierend auf meinem Wissen: um optimale Farbwiedergaben und DR mit der GH5(s) zu erzielen und vorausgesetzt Du weisst mit den Begriffen "Verwendung des Zebra" und "ETTR" etwas anzufangen, kannst damit umgehen (!), "brauchst" kein 50fps, dann verwende V-LOG (L), auch gern mit LUT's von anderen Anbietern als Panasonic. Ansonsten Cine D, ja und warum nicht ebenso HLG mit bedingten Einschränkungen in der Ausgabe.
Für die GH4 gilt das selbe, wobei durch die intern nicht vorhandene 10Bit-Verarbeitungskette, ich persönlich bei einer gut justierten Kamera das Profil Cine D + einem ggf. aufgesetzten LOOK vorziehen würde.

beste Grüße, Jens

Wow! Danke Danke viel vielmal. Sehr verständlich erklärt für mich!

Gerne würde ich es kurz zusammenfassen um zu schauen ob ich es nun auch kapiert habe, so wäre das Thema dann erledigt! (Werde natürlich auch meine Videos hier im Forum posten wenn ich dann soweit bin)

Wenn im Vlog-L aufgenommen wird, sollte zuerst der Input Lut (Log to REc709) drauf und anschliessend die Korrekturen und falls erwünscht einen Look (inkl. anschliessender Feinjustierung)
Wenn im Cine-D aufgenommen wird, muss kein Input Lut drauf sondern man kann gleich mit der Korrektur beginnen und auch falls erwünscht einen Look Lut drüber legen und korrigieren. (da es keine "Verzerrung" gibt)
Ich meinte irgendwo gesehen zu haben das ein Cine-D to Rec709 angeboten wird. Denke aber dass ist dann solch ein Lut das selbst erstellt wurde und ich ja auch sicher selbst hinbringen werde (ich bin nämlich der Typ der gerne selbst ausprobiert und rumspielt).

Input Lut ist um die Farben in den REc709 zu bringen und der Look Lut ist ja wie es ja heisst für den Look. Richtig?

Es wird sicher Leute geben die jetzt sagen " ja das steht ja oben alles in den Beiträgen, man muss nur lesen". Ist mir klar...
Ich habe es nur nochmals "idiotensicher" für mich zusammengefasst ob ich es verstanden habe.

Vielen lieben Dank für Eure Hilfe.

Grüsse aus der Schweiz, Zürich
holm



Antwort von blueplanet:

Wenn im Vlog-L aufgenommen wird, sollte zuerst der Input Lut (Log to REc709) drauf und anschliessend die Korrekturen und falls erwünscht einen Look (inkl. anschliessender Feinjustierung)

...jaein bzw. vergiss jetzt einfach dieses Rec709 im eigentlichen Sinne, das ist vereinfacht ausgedrückt "nichts weiter" als eine Art Farb/Helligkeitsnorm, faktisch die Software mit denen Monitore oder halt TV's arbeiten. Gleiches gilt für Adobe RGBRGB im Glossar erklärt oder sRGB und in der nahen Zukunft halt BT2020.

Um V-LOG (L) im Sinne des Kameraerfinders sinnvoll einzusetzten, musst Du dein Material mit der vom Hersteller empfohlenen "Entzerrungskurve" (also von V-LOG (L) zu Rec709 made by Panasonic), http://pro-av.panasonic.net/en/varicam/35/dl.html (VariCam 35 3DLUT V-Log to V-709) die sowohl Farben wie GammaGamma im Glossar erklärt aus dem zuvor (!) ausgereitzten Dynamic Range der Kamera wieder nach Rec709 "liniarisiert". D.h. mit anderen Worten: eine kontrollierte Tonwertspreizung.
Im Anschluss gibt es also wieder mehr Schwarzwerte und Helligkeitswerte, die auf einer Skala von 0-255 (Rec709) jetzt anderes gewichtet sind (um es vereinfacht auszudrücken) als im original V-LOG (L)-Material bzw. wenn Du gleich in Rec709 aufgenommen und damit jedoch nicht das letzte Quentchen an Dynamic Range (Blenden-Stops) an deiner Kamera herausgekitzelt hättest. Ich hoffe, ich habe das anwendertechnisch gut erklärt, denn für wissentschafliche Aussagen zum Thema fehlt mir das Fachwissen.
Und hier ist auch der Knackpunkt von "Zweitanbietern" wie JOO.youtube & co.. Das was sie an "Liniarität" anbieten, ist eben nur deren persönlichem Geschmackt geschuldet und baut nicht auf den Spezifikationen der Hersteller auf. Das sieht oft gut aus, manchmal sogar besser (beinhaltet damit im Prinzip schon einen gewisse LUT), aber ist eben nie "genau". Ergo, musst Du dich entscheiden für welche Liniarität Du dich entscheidest bzw. wohin am Ende das Grading gehen soll.

Wenn im Cine-D aufgenommen wird, muss kein Input Lut drauf sondern man kann gleich mit der Korrektur beginnen und auch falls erwünscht einen Look Lut drüber legen und korrigieren. (da es keine "Verzerrung" gibt)
...jepp!

Ich meinte irgendwo gesehen zu haben das ein Cine-D to Rec709 angeboten wird.
JOO.youtube?! ;) Lass es! Cine D und darauf ein LUT, nix wandeln! Oder halt selbst die Farben und das GammaGamma im Glossar erklärt "verbiegen"

Input Lut ist um die Farben in den REc709 zu bringen und der Look Lut ist ja wie es ja heisst für den Look. Richtig?

...jaein, denn Du bringst nicht nur die Farben auch das GammaGamma im Glossar erklärt nach Rec709, aber ansonsten stimmt die Aussage (für mein Wissen ;)

Vielen lieben Dank für Eure Hilfe.

...gern geschehen...



Antwort von holm:

Hallo allerseits

Möchte mich entschuldigen dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Leider ist mir ein massiver Bandscheibenvorfall dazwischen gekommen (längere Geschichte) und konnte mich mehrere Tage nicht mehr richtig bewegen...janu..so ist es halt.

Danke vielmals für Eure Erklärungen. Ich habe das ganze um das Thema V-Log L und Rec709 nun endlich kapiert.

Vielen lieben Dank und beste Grüsse
holmr1



Antwort von WoWu:

Gute Besserung.




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