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A Father"s Job: Bildgewaltige, anamorphotische Indieproduktion auf hohem Niveau



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Newsmeldung von slashCAM:





Wir freuen uns sehr, hier spannende Einblicke in die qualitativ herausragende Kurzfilmproduktion "A Father"s Job" von Frank Christian Wagner präsentieren zu können. Frank ist langjähriger slashCAM Leser und räumt mit seinem auf 40 Jahre alten russischen Anamorphoten gedrehten Kurzfilmdebut aktuell jede Menge Preise ab ? sehr lesens- und sehenswert...



Hier geht es zum slashCAM Artikel:
Fokus Indie-Film: A Father"s Job: Bildgewaltige, anamorphotische Indieproduktion auf hohem Niveau




Antwort von Frank Glencairn:

Sieht wirklich extrem gut aus.
Klasse Konzept, klasse durchgezogen - alles richtig gemacht. Gratuliere.

Ein weiterer Beweis, daß wir hier in Deutschland so viele gute Leute haben, die absolut in der Lage sind (und das auch noch bei geringem Budget) auf internationalem Niveau zu arbeiten (wenn man sie läßt).
Beim deutschen Kamerapreis haben wir noch nicht mal eine Absage für unsere Bewerbung erhalten. Das ist schon extrem schäbig, aber im Nachhinein ehrlich gesagt auch nicht sonderlich überraschend.
Der Prophet im eigenen Land...

Beide Bücher entstehen komplett auf englisch, denn wie oben bereits erwähnt: Wenn du in Deutschland nicht von einer Filmhochschule kommst, dann hast du quasi kaum eine Chance. Das Fördersystem hier ist purer Inzest. Wenn ich für eine Feature-Drehbuchförderung zwei verwertete Feature-Drehbücher nachweisen muss, dann stimmt etwas nicht. Das gleiche gilt auch für die eigentliche Filmförderung.

Man muss sich fragen: Wer ist denn eigentlich förderbedürftig? In der Regel die Newcomer, die nicht zum Establishment gehören. Genau da (zum Establishment) fließt aber das ganze Geld hin. Für mich kann das nur bedeuten: Dann eben nicht Deutschland.
Ja, es ist ein Trauerspiel.

Ich würde auch nichts (eigenes) mehr machen, daß nicht auf Englisch ist - gute Entscheidung und der Türöffner zum Rest der Welt.



Antwort von 7River:

Wow, die Bilder sehen wirklich beeindruckend aus. Wo wird der Film denn zu sehen sein? YouTube, Amazon...?








Antwort von virusmedia:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
Sieht wirklich extrem gut aus.
Klasse Konzept, klasse durchgezogen - alles richtig gemacht. Gratuliere.

Ein weiterer Beweis, daß wir hier in Deutschland so viele gute Leute haben, die absolut in der Lage sind (und das auch noch bei geringem Budget) auf internationalem Niveau zu arbeiten (wenn man sie läßt).
Beim deutschen Kamerapreis haben wir noch nicht mal eine Absage für unsere Bewerbung erhalten. Das ist schon extrem schäbig, aber im Nachhinein ehrlich gesagt auch nicht sonderlich überraschend.
Der Prophet im eigenen Land...

Beide Bücher entstehen komplett auf englisch, denn wie oben bereits erwähnt: Wenn du in Deutschland nicht von einer Filmhochschule kommst, dann hast du quasi kaum eine Chance. Das Fördersystem hier ist purer Inzest. Wenn ich für eine Feature-Drehbuchförderung zwei verwertete Feature-Drehbücher nachweisen muss, dann stimmt etwas nicht. Das gleiche gilt auch für die eigentliche Filmförderung.

Man muss sich fragen: Wer ist denn eigentlich förderbedürftig? In der Regel die Newcomer, die nicht zum Establishment gehören. Genau da (zum Establishment) fließt aber das ganze Geld hin. Für mich kann das nur bedeuten: Dann eben nicht Deutschland.
Ja, es ist ein Trauerspiel.

Ich würde auch nichts (eigenes) mehr machen, daß nicht auf Englisch ist - gute Entscheidung und der Türöffner zum Rest der Welt.
Vielen lieben Dank Frank. Ich bin gespannt wie es weitergeht :)



Antwort von virusmedia:

7River hat geschrieben:
Wow, die Bilder sehen wirklich beeindruckend aus. Wo wird der Film denn zu sehen sein? YouTube, Amazon...?
Dankeschön. Die erste Möglichkeit gibt es ab 11. Juli hier: https://www.youtube.com/TheShortsNetwork

Kostet einmalig 2,99 € für das Monatsabo (gleich wieder kündigen) und du hast Zugriff auf alle Filme (500+) des bedeutendsten oscarqualifizierende Kurzfilmfestivals überhaupt. Bin kein Freund von Abos, aber das hab ich gemacht und bin begeistert. Festival läuft seit gestern (wegen Corona leider nur online) und es kommen jeden Tag neue Filme dazu.



Antwort von jogol:

Wirklich beeindruckend! Und mit so einem Budget einen derart teuer aussehenden Film abzuliefern, ist große Klasse!



Antwort von Darth Schneider:

Ich finde nur schon der Trailer hat einen Oscar verdient, wirklich sehr beeindruckend, wunderschöne gefühlvolle Bilder, vor allem wenn man bedenkt das der Film wahrscheinlich kaum ein Bruchteil so teuer ist wie ein Hollywood Film.
Also den Film werde ich mir ganz bestimmt anschauen.
Hut ab, ich hoffe ihr gewinnt ganz viele Preise damit.;)

@Slashcam
Sehr interessanter, schön geschriebener Bericht, Kompliment, bitte mehr davon…

Gibt es eigentlich auch neuere, so schön filmende russische Objektive, die man auch als Hobbyfilmer bezahlen kann, und die auf meine 4K Pocket passen, oder bauen die Russen sowas heute nicht mehr ?
Gruss Boris



Antwort von freezer:

Der Conclusio bez. Förderstellen, Filmpreise und am besten auf Englisch produzieren, kann ich nur zustimmen. Ist ganz genau auch unsere Erfahrung - hier in Österreich.

Die Förderstellen fördern am ehesten wenn:
A) man schon bekannt ist
B) bekannte Darsteller hat, die mitmachen
C) eine andere Förderstelle bereits zugesagt hat
D) ein Kumpel im Gremium sitzt (dann sind die anderen Punkte nicht so wichtig)
E) man einen Abschluss einer Filmhochschule hat
F) einen LOI (letter of interest) vom ORF hat (bekommt man normalerweise nur, wenn der ORF mitfördert, was er nur tut, wenn andere Förderstellen bereits zugesagt haben)



Antwort von Frank Glencairn:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Gibt es eigentlich auch neuere, so schön filmende russische Objektive, die man auch als Hobbyfilmer bezahlen kann, und die auf meine 4K Pocket passen, oder bauen die Russen sowas heute nicht mehr ?
viewtopic.php?f=5&t=153115&p=1100636#p1100636



Antwort von Funless:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Gibt es eigentlich auch neuere, so schön filmende russische Objektive, die man auch als Hobbyfilmer bezahlen kann, und die auf meine 4K Pocket passen, oder bauen die Russen sowas heute nicht mehr ?
viewtopic.php?f=5&t=153115&p=1100636#p1100636
Ich glaube Boris meinte eher ob es auch neuere so schön filmende russische anamorphe Objektive gibt die man auch als Hobbyfilmer bezahlen kann und auf seine 4K Pocket passen.



Antwort von dienstag_01:

freezer hat geschrieben:
Der Conclusio bez. Förderstellen, Filmpreise und am besten auf Englisch produzieren, kann ich nur zustimmen. Ist ganz genau auch unsere Erfahrung - hier in Österreich.

Die Förderstellen fördern am ehesten wenn:
A) man schon bekannt ist
B) bekannte Darsteller hat, die mitmachen
C) eine andere Förderstelle bereits zugesagt hat
D) ein Kumpel im Gremium sitzt (dann sind die anderen Punkte nicht so wichtig)
E) man einen Abschluss einer Filmhochschule hat
F) einen LOI (letter of interest) vom ORF hat (bekommt man normalerweise nur, wenn der ORF mitfördert, was er nur tut, wenn andere Förderstellen bereits zugesagt haben)
In Deutschland gibt es zum Beispiel ein Punktesystem zur Förderung von Kurzfilmen, dem verschiedene Kriterien zugrunde liegen (Festivalteilnahmen/Preise bei ausgewählten Festivals, Prädikat - wertvoll, besonders wertvoll - der Filmbewertungsanstalt etc.). Ich glaube, das ist so bisschen der Versuch, die Förderung transparenter zu machen.



Antwort von Blancblue:

Sehr starker Artikel!

Und höchsten Respekt an Christian, mehr Leidenschaft geht ja wohl kaum. Drücke die Daumen, dass es bis ganz nach oben geht!








Antwort von roki100:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Gibt es eigentlich auch neuere, so schön filmende russische Objektive, die man auch als Hobbyfilmer bezahlen kann, und die auf meine 4K Pocket passen, oder bauen die Russen sowas heute nicht mehr ?
Gibt es von andere Kommunisten: SIRUI. Aktuell neu 20% günstiger + 10€ Rabat. ;)



Antwort von stip:

Gratulation Frank Christian Wagner!

Wenn der Erfolg kommt wird sich das verkrustete Filmdeutschland wieder mit dir schmücken wollen. Ich drehe meinen ersten Spielfilm in Kanada, aus allen von dir genannten Gründen. Es ist schade, dass man es Filmemachern wie dir und vielen anderen so schwer macht, aber da sich seit Jahrzehnten nichts bewegt sehe ich keine Besserung in naher Zukunft.

Ich wünsche dir grossen Erfolg mit deinem Werk, stolz kannst du ohnehin schon sein.



Antwort von MLJ:

@virusmedia
Ich schließe mich den anderen an was das Lob betrifft, gefällt mir und gratuliere dir. Fetter Daumen hoch von mir.

Cheers und viel Erfolg

Mickey



Antwort von Cinemator:

Einfach toll. Glückwunsch auch meinerseits. Besonders wegen der anamorphen Bilder.



Antwort von Kevin Reimann:

Wenn ich im Fernsehen wie im Trailer jaulige Musik und kreischende Weiber hören, kann ich gar nicht schnell genug umschalten. Das geht mir nur noch gewaltig auf die Nerven. Das Thema Drittes Reich und Juden ist auch mal ganz was neues. Da kann man als Profi vermutlich auch inhaltlich heutzutage nicht viel falsch machen.

Mir unverständlich warum es dafür keine Fördergelder gab. Schon mal beim "Foerderfonds-Demokratie" versucht? Der Produzent möchte nach eigenen Worten "einen Beitrag zum Thema Erinnerungskultur zu leisten." Da muss doch was zu machen sein, wo mit der AFD das 4. Reich kurz vor der Tür steht.

Zu der Bildqualität kann ich nichts sagen, da ich davon keine Ahnung habe. Es ist mir auch völlig wurscht, ob z.B. die Serie "Das Boot" in 13,5 K oder in Pal 334x475 ausgestrahlt wird. Selten so eine strunzendumme und langweilige Produktion gesehen. Da schau ich mir lieber zum 150 mal "Der Untergang" an. Sowas hätte Herr Wagner vermutlich nicht inszeniert, da fehlt die triefende belehrende Moralbotschaft - und dafür kann man dann auch schon mal eher eins von der Presse auf Maul bekommen.



Antwort von MrMeeseeks:

Kevin Reinmann, bitte seien Sie nicht so ein Kevin.



Antwort von macaw:

"Kevin Reimann" hat geschrieben:
Wenn ich im Fernsehen wie im Trailer jaulige Musik und kreischende Weiber hören, kann ich gar nicht schnell genug umschalten. Das geht mir nur noch gewaltig auf die Nerven. Das Thema Drittes Reich und Juden ist auch mal ganz was neues. Da kann man als Profi vermutlich auch inhaltlich heutzutage nicht viel falsch machen.

Mir unverständlich warum es dafür keine Fördergelder gab. Schon mal beim "Foerderfonds-Demokratie" versucht? Der Produzent möchte nach eigenen Worten "einen Beitrag zum Thema Erinnerungskultur zu leisten." Da muss doch was zu machen sein, wo mit der AFD das 4. Reich kurz vor der Tür steht.

Zu der Bildqualität kann ich nichts sagen, da ich davon keine Ahnung habe. Es ist mir auch völlig wurscht, ob z.B. die Serie "Das Boot" in 13,5 K oder in Pal 334x475 ausgestrahlt wird. Selten so eine strunzendumme und langweilige Produktion gesehen. Da schau ich mir lieber zum 150 mal "Der Untergang" an. Sowas hätte Herr Wagner vermutlich nicht inszeniert, da fehlt die triefende belehrende Moralbotschaft - und dafür kann man dann auch schon mal eher eins von der Presse auf Maul bekommen.
Ganz schön mit dem Vorschlaghammer, weniger Übertreibung hätte der Kritik sehr gut getan, aber: In den Grundaussagen nicht verkehrt. Ich habe hier leider auch nichts gesehen, was mich umgehauen hat und wundere mich, daß das Thema des Films nicht zu einer sofortigen Überschüttung mit Fördergeldern führte, sind doch absolute Lieblingsthemen des internationalen deutschen Films in einem Projekt vereint.
Als Ausländer verstehe ich schon sehr, sehr lange nicht, was dieser deutsche Fetisch mit dem 3. Reich soll. Direkt dahinter kommt ja die DDR. Anderes Thema...

Also der Trailer hat mich völlig kalt gelassen, die Musik war auch viel zu laut. Und daß da uralte Anamorphoten benutzt wurde wäre mir nicht aufgefallen - muss ja irgendwie wichtig sein, wenn es so betont wird...



Antwort von funkytown:

macaw hat geschrieben:
Also der Trailer hat mich völlig kalt gelassen, die Musik war auch viel zu laut. Und daß da uralte Anamorphoten benutzt wurde wäre mir nicht aufgefallen - muss ja irgendwie wichtig sein, wenn es so betont wird...
Erstaunlich wie unterschiedlich die Wirkung von Musik und Bildern sein kann. Mich hat der Trailer direkt in den Bann gezogen. Und ich mag in der Regel kein Filmfestival Kino.



Antwort von CameraRick:

Ihr habt eine Reihe von spektakulären Special Effects im Film …

Da hat Jan Ruppert einen unglaublichen Job gemacht. Die gesamten VFX stammen tatsächlich von einer Person und wurden komplett in Blender umgesetzt.
Slashcam, ich liebe euch sehr, aber 2021 immer noch VFX und Special FX in einen Topf werfen? :(








Antwort von XHA1:

Erstaunlich, wie unterirdisch dieses Forum ist.
Vor allem, weil niemandem aufzufallen scheint, dass wer Zeit
für Häme hat, kein DIY-Filmemacher ist, bester Kevin
Denn hat man ein Projekt und daneben seinen Job (und evtl.Familie)
ist schlichtweg keine Zeit für "Kritik".
Auch vergessen solche "Kritiker" gerne, dass in jedem der 24 Bilder
pro Sekunde unendlich viel Arbeit steckt.
Dass alleine ein Filmorchester Zeit "raubt"
(Ich habe gerade Zeit - der Rechner rendert.)
Das Kreuz mit der Filmförderung geht noch weiter:
Ich war mit meinem DIY-Dokumentarfilm
auf der diesjährigen Berlinale eingeladen.
Und Ich habe wirklich alles alleine gemacht,
inklusive Surroundfassung, inklusive Plakat,
englischer Untertitel, Pressearbeit.
Tosender Beifall bei der Premiere, sehr gute Presse.
Der Applaus wurde noch lauter als im Rollabspann die Zeile kam:
"Dieser Film wurde ohne jede Förderung hergestellt".

Und da liegt Bello Six Feet Under:
Keine Filmförderung - automatisch keine Verleihförderung.
Und die bräuchte ich, denn es taucht im VHS - Archivmaterial
aus dem Jahr 1987 "on Camera" Musik auf, die rechtepflichtig
und für die Handlung wichtig ist. Sonst könnte man sie ja austauschen.
Laut einem Verleih, der interessiert ist, kommen da für
Kino/DVD/BluRay/Streaming mehrere zehntausend Euro zusammen.
Ein Kostenfaktor, der nicht ohne Verleihförderung zu stemmen ist.
Was schon absurd ist, denn mit dem digitalen Kino sind alle technischen Hürden
gefallen, sein "amtliches" DCP ins Kino zu bringen...

Filmfreeway ist zum einreichen bei Festivals eine gute Plattform, hat aber ihre Tücken.
So bekomme ich jedes Festival zugemailt, obwohl ich mit dem Genre Dokumentarfilm
festgelegt bin. Also hilft die Mail nicht, dass jetzt ein LGBT-Kurzfilmfestival in Taipeh ansteht.
Ich habe einmal versucht, die Suchkriterien auf abendfüllenden Dokumentarfilm einzuschränken, war aber nicht wirklich erfolgreich...



Antwort von dienstag_01:

Laut einem Verleih, der interessiert ist, kommen da für
Kino/DVD/BluRay/Streaming mehrere zehntausend Euro zusammen. Nur mal am Rande, Rechte können auch für gar kein bzw. sehr wenig Geld überlassen werden.
Man kann einfach mal fragen.
Zumindest weiß man dann, um welche Summe es sich handelt und ist nicht auf Hörensagen angewiesen.



Antwort von XHA1:

Danke für die Belehrung, aber ganz am Rande, sie ist komplett überflüssig.
Ausserdem vergisst du, dass bereits für eine Festivalaufführung Musik und Zitatrechte abgeklärt werden müssen. Ich habe also schon längst gefragt und deshalb ist eine Szene, wo ein Tanztheater Musik von Rammstein verwendet, aus meinem Film rausgefallen, da Rammstein die Zustimmung verweigert hat.

ECM Records andererseits hat mir für die Berlinale die Rechte frei gegeben.
Der erwähnte Verleih ist nicht unbekannt, ich habe den Namen bewusst weg gelassen,
auch die genaue Summe habe ich bewusst nicht genannt.

Übrigens können aus solchen Nöten bessere Szenen entstehen.
So hatte ich zwei gute Szenen, wo eine Choreografin mit einem Tänzer probt, mal "trocken"
ohne Musik, mal mit (Rechte). Ich habe mich natürlich für die Szene entschieden,
wo keine Musik läuft - und im Schnitt gemerkt, dass sie besser ist, weil man hört,
was für ein Knochenjob Tanz ist, weil der Tänzer schwer atmet.
Bei den meisten ist deshalb auch schon allerspätestens mit Mitte 30 Schluss.



Antwort von macaw:

XHA1 hat geschrieben:
Erstaunlich, wie unterirdisch dieses Forum ist.
Vor allem, weil niemandem aufzufallen scheint, dass wer Zeit
für Häme hat, kein DIY-Filmemacher ist, bester Kevin
Denn hat man ein Projekt und daneben seinen Job (und evtl.Familie)
ist schlichtweg keine Zeit für "Kritik".
Auch vergessen solche "Kritiker" gerne, dass in jedem der 24 Bilder
pro Sekunde unendlich viel Arbeit steckt.
Dass alleine ein Filmorchester Zeit "raubt"
(Ich habe gerade Zeit - der Rechner rendert.)
Also bitte. Die "Kritik" von Kevin ging zwar unter die Gürtellinie, aber aus dessen und meiner Negativkritik (2 negative gegen 16 positive) gleich dem kompletten Forum Unterirdisches Niveau zuzuschreiben ist ebenso völlig überzogen. Und dann: Negative Kritik = zuviel Zeit weil weder Job noch Familie? Ernsthaft? Das bedeutet dann, daß positive Kritik stets auf Renderpausen zurückzuführen ist?

Außerdem: Lob aus Mitleid ("unendlich viel Arbeit pro FPS") könnte ich persönlich niemals ertragen. Wenn jemandem meine Filmchen nicht gefallen, hat er/sie jedes Recht dazu, das auch zu sagen. Sonst kommen wir schnell zu Zuständen wie in Hollywood und Co., wo jeder letzte Rotz über den Klee gelobt wird, aber alles am Ende zu nichts führt. Gesteh bitte jedem seine Meinung zu!



Antwort von dienstag_01:

XHA1 hat geschrieben:
Danke für die Belehrung, aber ganz am Rande, sie ist komplett überflüssig.
Ausserdem vergisst du, dass bereits für eine Festivalaufführung Musik und Zitatrechte abgeklärt werden müssen. Ich habe also schon längst gefragt und deshalb ist eine Szene, wo ein Tanztheater Musik von Rammstein verwendet, aus meinem Film rausgefallen, da Rammstein die Zustimmung verweigert hat.

ECM Records andererseits hat mir für die Berlinale die Rechte frei gegeben.
Der erwähnte Verleih ist nicht unbekannt, ich habe den Namen bewusst weg gelassen,
auch die genaue Summe habe ich bewusst nicht genannt.

Übrigens können aus solchen Nöten bessere Szenen entstehen.
So hatte ich zwei gute Szenen, wo eine Choreografin mit einem Tänzer probt, mal "trocken"
ohne Musik, mal mit (Rechte). Ich habe mich natürlich für die Szene entschieden,
wo keine Musik läuft - und im Schnitt gemerkt, dass sie besser ist, weil man hört,
was für ein Knochenjob Tanz ist, weil der Tänzer schwer atmet.
Bei den meisten ist deshalb auch schon allerspätestens mit Mitte 30 Schluss.
Ok, dann belehre ich dich vielleicht ein andermal besser, natürlich kostenfrei ;)



Antwort von XHA1:

Außerdem: Lob aus Mitleid ("unendlich viel Arbeit pro FPS") könnte ich persönlich niemals ertragen. Wenn jemandem meine Filmchen nicht gefallen, hat er/sie jedes Recht dazu, das auch zu sagen. Sonst kommen wir schnell zu Zuständen wie in Hollywood und Co., wo jeder letzte Rotz über den Klee gelobt wird, aber alles am Ende zu nichts führt. Gesteh bitte jedem seine Meinung zu!
Du vergisst, dass eure Kritik unter der Gürtellinie alleine auf dem Trailer und Artikel basiert- und das ist unterirdisch mein Freund.
Und so lange gilt meinerseits das "Lob der Arbeit",
denn zumindest das merkt man den Bildern an.
Oder hast du dir den Film inzwischen angesehen und kannst eine detaillierte Kritik abliefern?
Als Ausländer verstehe ich schon sehr, sehr lange nicht, was dieser deutsche Fetisch mit dem 3. Reich soll. Direkt dahinter kommt ja die DDR. Anderes Thema...
Herrjeh, wo habe ich jetzt bloß mein Latexkostüm gelassen - mein Filmthema ist die DDR.

https://www.youtube.com/watch?v=c2jABC7Pgw4



Antwort von iasi:

XHA1 hat geschrieben:
Erstaunlich, wie unterirdisch dieses Forum ist.
Vor allem, weil niemandem aufzufallen scheint, dass wer Zeit
für Häme hat, kein DIY-Filmemacher ist, bester Kevin
...
(Ich habe gerade Zeit - der Rechner rendert.)
Du hast"s selbst bemerkt ;)



Antwort von iasi:

XHA1 hat geschrieben:
Außerdem: Lob aus Mitleid ("unendlich viel Arbeit pro FPS") könnte ich persönlich niemals ertragen. Wenn jemandem meine Filmchen nicht gefallen, hat er/sie jedes Recht dazu, das auch zu sagen. Sonst kommen wir schnell zu Zuständen wie in Hollywood und Co., wo jeder letzte Rotz über den Klee gelobt wird, aber alles am Ende zu nichts führt. Gesteh bitte jedem seine Meinung zu!
Du vergisst, dass eure Kritik unter der Gürtellinie alleine auf dem Trailer und Artikel basiert- und das ist unterirdisch mein Freund.
Und so lange gilt meinerseits das "Lob der Arbeit",
denn zumindest das merkt man den Bildern an.
Oder hast du dir den Film inzwischen angesehen und kannst eine detaillierte Kritik abliefern?
Es stimmt zwar, dass man anhand eines Trailers einen Film nicht beurteilen kann, aber die Thematik des Films ist klar.

Und da muss sich eben auch sagen: Das wirkt doch schon alles ziemlich bekannt.

Ein Film wie "Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen" gewinnt der Thematik eben auch etwas Neues und auch heute Relevantes ab - und ist bei der Umsetzung innovativ.

Wenn ich bei einer Filmbeschreibung anamorphotisch lese, dann hab ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Zufällig bin ich über diesen Kurzfilm gestolpert, der Tschechows Wanka in die heutige Zeit bringt und den Location-Value nutzt:


A Father"s Job wirkt natürlich wie eine große, deutsche Produktion, aber ...



Antwort von Darth Schneider:

@iasi

Aber was denn ?
Deine Meinung würde mich interessieren ?
Ich persönlich habe auch genug von dem WW2 Thema, schon lange…
Aber z.B.:
Die neue Tv Serie das Boot hat es mir dann schon doch sehr angetan, ich musste sogar weinen…
Hervorragende Leistungen in jeder Hinsicht, finde ich zumindest.;)
Und ich denke schon auch, es ist sehr wichtig das das düstere Thema auch wenn schon tausend mal verfilmt, in den Köpfen auch vor allem der jungen Leute bleibt, und niemals vergessen geht.
Damit sowas schlimmes nicht noch einmal geschehen kann, niemals…
Gruss Boris








Antwort von iasi:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
@iasi

Aber was denn ?
Deine Meinung würde mich interessieren ?
Ich persönlich habe auch genug von dem WW2 Thema, schon lange…
Aber z.B.:
Die neue Tv Serie das Boot hat es mir dann schon doch sehr angetan, ich musste sogar weinen…
Hervorragende Leistungen in jeder Hinsicht, finde ich zumindest.;)
Und ich denke schon auch, es ist sehr wichtig das das düstere Thema auch wenn schon tausend mal verfilmt, in den Köpfen auch vor allem der jungen Leute bleibt, und niemals vergessen geht.
Damit sowas schlimmes nicht noch einmal geschehen kann, niemals…
Gruss Boris
Junge Leute?
Ja - dann muss man doch aber auch etwas neues bieten und sich nicht ständig wiederholen.

Ich hatte mal ein Treatment zu Peter Petersen geschrieben und verschiedenen Sendern abgeboten - und von einem dann die Rückmeldung erhalten, man sei am Drehbuch interessiert.
Nach dem Ende des Dritten Reichs galt Petersen in der Westzone als Kommunist und in der Ostzone als Faschist - überspitzt formuliert.
Aber ich fand dann letztlich, dass der wirklich neue Zugang fehlte und es am Ende im Üblichen enden würde. Zudem wäre der Bezug zu heute dann eher auf einer anderen Ebene zu finden gewesen, der möglicherweise unter die Räder gekommen wäre.

Inglourious Basterds ist ja z.B. ein sehr guter, moderner Kurzfilm zu dem Thema mit darauf folgendem Quatsch.

Vielleicht böte solch ein realitischer Stil wie von Radu Jude einen neuen Zugang:




Antwort von virusmedia:

Vielen Dank für die Glückwünsche und die vielen anerkennenden Worte und auch für den ein oder anderen kritischen Kommentar.

Es war nie mein Ziel einen Film mit den "klassischen" deutschen Themen zu machen, aber wie es dazu gekommen ist habe ich im Interview glaube ich ganz anschaulich erklärt. Wer aus dem Trailer ableitet zu wissen um was es in dem Film tatsächlich geht, der lehnt sich zumindest weit aus dem Fenster. Hier wird bewusst ein anderer Schwerpunkt gesetzt, um das Thema Erinnerungskultur auf eine andere Art und Weise zu transportieren, die gegen die Müdigkeit der Leute ankämpft sich immer wieder mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Eine fiktive Geschichte gibt mir diese Freiheit und ob mir das gelungen ist darf jeder für sich entscheiden nachdem er den Film gesehen hat. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere die Möglichkeit nutzt und sich den Film im Rahmen des LA Shorts Fest online anschaut und mir danach Feedback gibt. Ein Trailer kann einen mehr oder weniger ansprechen. Geschmäcker sind verschieden und das is gut so, denn Vielfalt sorgt für Abwechslung und erst der Unterschied macht vieles interessant. Den Film inhaltlich zu kritisieren, wenn man nur den Trailer kennt, halte ich jedoch für sehr "mutig".



Antwort von iasi:

virusmedia hat geschrieben:
Vielen Dank für die Glückwünsche und die vielen anerkennenden Worte und auch für den ein oder anderen kritischen Kommentar.

Es war nie mein Ziel einen Film mit den "klassischen" deutschen Themen zu machen, aber wie es dazu gekommen ist habe ich im Interview glaube ich ganz anschaulich erklärt. Wer aus dem Trailer ableitet zu wissen um was es in dem Film tatsächlich geht, der lehnt sich zumindest weit aus dem Fenster. Hier wird bewusst ein anderer Schwerpunkt gesetzt, um das Thema Erinnerungskultur auf eine andere Art und Weise zu transportieren, die gegen die Müdigkeit der Leute ankämpft sich immer wieder mit diesem Thema auseinanderzusetzen. ...
Diese andere Art und Weise vermittelt der Trailer eben leider nicht.

Er zeigt hingegend, dass die Produktion auf hohem Niveau ist und mit großen deutschen Produktionen mithalten kann.



Antwort von macaw:

virusmedia hat geschrieben:
Vielen Dank für die Glückwünsche und die vielen anerkennenden Worte und auch für den ein oder anderen kritischen Kommentar.

Es war nie mein Ziel einen Film mit den "klassischen" deutschen Themen zu machen, aber wie es dazu gekommen ist habe ich im Interview glaube ich ganz anschaulich erklärt. Wer aus dem Trailer ableitet zu wissen um was es in dem Film tatsächlich geht, der lehnt sich zumindest weit aus dem Fenster. Hier wird bewusst ein anderer Schwerpunkt gesetzt, um das Thema Erinnerungskultur auf eine andere Art und Weise zu transportieren, die gegen die Müdigkeit der Leute ankämpft sich immer wieder mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Die Hauptaufgabe eines Trailers ist doch wohl, dem Betrachter eine Idee von der Geschichte zu vermitteln und ansonsten Lust auf mehr zu machen. Beides stellte sich bei mir gar nicht ein, der Trailer hatte also nicht durchgehend den gewünschten Effekt.

Nebenbei, weswegen waren die Anamorphoten denn nun eigentlich so wichtig für den Film? In "Saving Private Ryan" haben Spielberg/Kaminski den Look alter Kriegsreportagen versucht zu imitieren, so wie Kubrick in Full Metal Jacket. Cinemascope hingegen verbindet man hingegen mit dem Glamour des alten Hollywood der 50er Jahre.

Und was die "Müdigkeit" angeht: Ich fürchte, Filmemacher überschätzen was Film im allgemeinen und ihr eigenes Werk im speziellen zu erreichen imstande ist. Solange etwas nicht massiv polarisiert oder dramatisiert (Clockwork orange, Schindler's Liste und Co.), hat es keine Chance, sorry, da muss man sich nichts vormachen. Mich persönlich hat was im Nationalsozialismus oder auch was im Sozialismus (DDR) für Himmelschreiendes Unrecht passiert ist, nicht wirklich betroffen (trotz durchgehender Berieselung mit dem Thema in Schule und Medien). Die massiv zunehmende "Skepsis" in der Bevölkerung was den Mainstream angeht, sollte hier ein weiteres Problem darstellen.
Wie dem auch sei, ganz persönlich hat mich letztlich erst der Besuch eines KZs wie ein Schlag mit dem Hammer getroffen und für Tage verfolgt. Ich bin daher dafür, und das meine ich mit vollem Ernst, daß man Schüler ohne wenn und aber zu solchen Exkursionen verpflichten sollte, egal ob deren Religion und/oder Herkunft als Vorwand dagegen benutzt wird (wie gesagt, ich bin Ausländer und "farbig").



Antwort von Axel:

Was man aus dem Trailer schließen kann, unterschwellig schließen kann, ist, dass der production value beworben wird. Das ist mMn problematisch, da es auf etwas zeigt, das nur begrenzt erreicht wurde. Die Ausstattung ist gut, aber nicht die Opulenz, die man aus wirklich teuren Produktionen kennt.

Der Trailer verspricht nicht, eine packende, interessante Geschichte zu erzählen, sondern, einem gewissen ästhetischen Standard zu genügen. Die Figuren haben Probleme, kein Wunder in dieser Zeit. Der Dreh- und Angelpunkt ist, ob es gelingt, mich für diese Figuren zu interessieren.

Mit wenig Budget, aber auch mit viel Budget, kann es klüger sein, das alte Rezept von den Brettern, die die Welt bedeuten, umzusetzen.

Es war bei den Sandalenfilmen der 60er, als Ausstattung schon reichte, um den Zuschauer zu überzeugen. Aber bereits damals war es eine Binsenweisheit, dass man sich solche Filme wegen der 5000 Komparsen und der riesigen Pappmaché-Kulissen (und wegen Cinemasope) ansah, aber nicht wegen der, äh, spannenden Geschichten. Also funktionierte schon da nicht suspension of disbelief über Ausstattung.

Ohne den Aufwand zu verstecken, stilisieren daher viele Großproduktionen ihre Bilder, um das Interessante über das Realistische triumphieren zu lassen.

Zwei Beispiele:
> im gut ausgestatteten Berlin Babylon sind es Anachronismen, die den Zuschauern auffallen (Musik und Tanzstil zum Beispiel), aber das wird instrumentalisiert, um den Zuschauer zu gewinnen. Akzeptier das, dann akzeptierst du auch den Rest! Am wenigsten überzeugend und am schwächsten sind die digitalen Restaurierungen des Alexanderplatzes und dergleichen. Bildgewalt im alten Berlin war expressionistisch, schräg, grell.

> die IMAX-Größtproduktion Dunkirk macht sich keine Mühe, die zeitgenössische Häuserfront des modernen Dünkirchen vor dem Strand zu verkleiden / verstecken. Und auch im Stadtinneren sieht es moderner aus als es wahrscheinlich dürfte. Man kann das mal vergleichen mit der mätzchenhaften Plansequenz aus (dem ansonsten sehr guten) Abbitte:

Selbstversuch: was macht der inszenatorische Overkill (in diesem Falle, nicht etwa der echten Sprengung eines halben Dschungel-Kilometers in Apocalypse Now) mit mir?
Er reißt mich raus, er prahlt. Ja, er ist makellos, aber ich bin dennoch draußen.

Da ein Trailer ein pitch, ein Verkaufsgespräch für den Kunden, ist, wäre es mE besser gewesen, auf die Erzählraffinesse hinzuweisen. Der Trailer darf viel Exposition enthalten und muss viel Interessantes andeuten und damit versprechen. Dramatik im Trailer, auch wenn nur angedeutet? Ein NoGo. Mein Lieblingstrailer aus Vorführerzeiten, ich ging immer an der Stelle in den Saal, um das Publikum wegen der unfreiwilligen Komik laut lachen zu hören:


EDIT: am 11. werde ich mir auf jeden Fall den Film angucken. Und danke für die Empfehlung des Kanals.



Antwort von Frank Glencairn:

macaw hat geschrieben:


Nebenbei, weswegen waren die Anamorphoten denn nun eigentlich so wichtig für den Film? In "Saving Private Ryan" haben Spielberg/Kaminski den Look alter Kriegsreportagen versucht zu imitieren, so wie Kubrick in Full Metal Jacket. Cinemascope hingegen verbindet man hingegen mit dem Glamour des alten Hollywood der 50er Jahre.
Das ist alles so falsch, auf so vielen Ebenen.



Antwort von macaw:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
macaw hat geschrieben:


Nebenbei, weswegen waren die Anamorphoten denn nun eigentlich so wichtig für den Film? In "Saving Private Ryan" haben Spielberg/Kaminski den Look alter Kriegsreportagen versucht zu imitieren, so wie Kubrick in Full Metal Jacket. Cinemascope hingegen verbindet man hingegen mit dem Glamour des alten Hollywood der 50er Jahre.
Das ist alles so falsch, auf so vielen Ebenen.
Und so einen nichtssagenden Satz hinzukleckern ist so schwach, auf so vielen Ebenen...



Antwort von Darth Schneider:

Nichts-sagend ist der Satz aber nicht.
Gruss Boris



Antwort von roki100:

https://de.wikipedia.org/wiki/Anamorpho ... Geschichte








Antwort von iasi:

"Darth Schneider" hat geschrieben:
Nichts-sagend ist der Satz aber nicht.
Gruss Boris
Leider doch.



Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
macaw hat geschrieben:


Nebenbei, weswegen waren die Anamorphoten denn nun eigentlich so wichtig für den Film? In "Saving Private Ryan" haben Spielberg/Kaminski den Look alter Kriegsreportagen versucht zu imitieren, so wie Kubrick in Full Metal Jacket. Cinemascope hingegen verbindet man hingegen mit dem Glamour des alten Hollywood der 50er Jahre.
Das ist alles so falsch, auf so vielen Ebenen.
Die Frage ist doch: Warum "bildgewaltig, anamorphotisch"?

Welchen Zweck erfüllt ein solches Bild in einem Film?



Antwort von roki100:

das hat schon gewisses etwas, was man mit normale Linse nicht hat (Brennweite ist eben eine andere/ es ist breiter...). Das die Anamorphische Linse heutzutage beliebter sind als damals (zumindest kommt mir das so vor), hat auch nichts mit damals zu tun... Mit der Zeit erfüllt es nun einen anderen Zweck, als 4:3 auf Breitleinwand (Cinemascope) ausstrahlen zu können.



Antwort von iasi:

roki100 hat geschrieben:
das hat schon ein gewisses etwas, was man mit normale Linse nicht hat (Brennweite ist eben eine andere/ es ist breiter...). Das die Anamorphische Linse heutzutage beliebter sind als damals (zumindest kommt mir das so vor), hat auch nichts mit damals zu tun...
Die Frage ist nicht, wie anamorphische Linse wirken, sondern warum man diese Bildwirkung gewählt hat.



Antwort von Axel:

iasi hat geschrieben:
roki100 hat geschrieben:
das hat schon ein gewisses etwas, was man mit normale Linse nicht hat (Brennweite ist eben eine andere/ es ist breiter...). Das die Anamorphische Linse heutzutage beliebter sind als damals (zumindest kommt mir das so vor), hat auch nichts mit damals zu tun...
Die Frage ist nicht, wie anamorphische Linse wirken, sondern warum man diese Bildwirkung gewählt hat.
Weil es eine Filmlook-Zutat ist. Kino-Patina. Der Look und Feel von etwas Vergangenem, Analogem, als höherwertig Empfundenem.

Und das Seitenverhältnis? Naheliegend wären Weite, Größe, Außen, Landschaft. Aber ebenso wie Landschaft von dramatischem Tele profitieren kann, kann Drama von Scope profitieren. Das setzt voraus, dass man das Naheliegende bewusst ablehnt.



Antwort von domain:

Naja ist schon etwas mehr als nur der "Der Look und Feel von etwas Vergangenem"
Jedes anamorphische System besteht ja aus zwei Teilen, nämlich vorne aus einem parfokalen Teil (also ohne eigene Brennweite) und einem normalen sphärischen Objektiv. Der parfokale Teil allein kann auch als Objektivvorsatz angeboten werden. Er verhält sich dabei so wie ein umgedrehtes galileisches Fernrohr (z.B. Operngucker, in den man verkehrt hineinschaut), aber nur in horizontaler Richtung, vertikal bleibt die Wirkung des nachgeschalteten sphärischen Objektives erhalten.
Und das ist der Witz an der ganzen Sache: die Originalbrennweite des sphärischen Objektives bleibt also im Prinzip unverändert, nur der Bildwinkel in horizonaler Richtung wird erweitert.
Das ergibt eine ganz andere Wirkung als ein stärkeres Weitwinkelobjektiv, aus dem man den gewünschten Bildausschnitt durch Beschneidung oben und unten herauslöst.



Antwort von Frank Glencairn:

Axel hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Die Frage ist nicht, wie anamorphische Linse wirken, sondern warum man diese Bildwirkung gewählt hat.
Weil es eine Filmlook-Zutat ist. Kino-Patina. Der Look und Feel von etwas Vergangenem, Analogem, als höherwertig Empfundenem.

Und das Seitenverhältnis? Naheliegend wären Weite, Größe, Außen, Landschaft. Aber ebenso wie Landschaft von dramatischem Tele profitieren kann, kann Drama von Scope profitieren. Das setzt voraus, dass man das Naheliegende bewusst ablehnt.
Die Frage, über die Unterschiede in der Abbildung ana vs. spährisch, hatten wir doch bereits ausreichend in dem Siriu Thread durchgekaut, und daß es halt in der Anmutung und Perpektive nicht egal ist, ob du ein 25mm oben und unten mit Balken versiehst, oder ein 50er hast, daß horizontal so weit die das 25er ist - allein durch den völlig anderen Abstand zum Motiv.

Das allein hat auch ne ganze Menge rein technisch/praktischer Aspekte, ohne daß man da irgendwelche Metaebenen hinein interpretieren muß.

Nur weil anamorphe Optiken 1928 zum ersten mal in einem Film eingesetzt wurden, hat das mit Patina und 50er Jahre so wenig zu tun (jede Menge aktueller Filme, und sogar Werbung werden anamorph gedreht), wie sphärische Optiken mit der Zeit um 1839.



Antwort von Axel:

Kein Widerspruch. Würdest du denn zustimmen, dass es seit ungefähr zwölf Jahren (die digitale Kinozeitrechnung beginnt wohl etwa mit Avatar, dem Tag X, an dem mehr digital als analog projiziert wurde) der Grund für die Verwendung kein praktischer mehr ist, sondern ein reiner Look-Grund?



Antwort von Frank Glencairn:

Würd ich nicht, weil sich durch die digitale Projektion, die optischen Gesetze bei der Aufnahme nicht verändert haben,








Antwort von Axel:

Dann lassen wir diesen ganzen Anamorph-Geschichts-Hintergrund gleich ganz weg und sagen: es geht nur um Ästhetik. Ich sage um Retro und du, dass sich das etabliert hat wie andere Charakteristika, die streng genommen qualitätsmindernd sind, aber ein Stil. Womit wir wieder bei iasis Frage wären, wofür der Stil steht, was dadurch vermittelt wird.



Antwort von Funless:

Also für mich persönlich hat das anamorphe filmen neben der Ästhetik noch einen rein praktischen Grund: Ich kann besser framen.

Klingt jetzt für viele seltsam, kann ich mir denken, ist aber so. Jedenfalls filme ich zu 99% nur noch anamorph. Gut als Hobbyfilmer habe ich natürlich den Luxus, dass das was ich filme nicht anderen gefallen muss.



Antwort von Frank Glencairn:

Axel hat geschrieben:
Ich sage um Retro und du, dass sich das etabliert hat wie andere Charakteristika, die streng genommen qualitätsmindernd sind, aber ein Stil. Womit wir wieder bei iasis Frage wären, wofür der Stil steht, was dadurch vermittelt wird.
Das hatten wir eigentlich auch schon geklärt. Da jede Menge moderne Filme anamorphisch gedreht werden - auch ScFi - ist das Retro Thema eigentlich aus dem Fenster, und spielt eigentlich nur in deiner persönlichen Wahrnehmung eine Rolle, wobei sich die Frage stellt, ob du es überhaupt wahrnehmen würdest, wenn du nicht wüßtest auf was gedreht wurde - und damit ist auch Iasi's Frage nach der Metaebene hinfällig, da die Prämisse schon falsch war.

Hier ist ein Beispiel für "so unretro wie es nur sein kann"





Antwort von cantsin:

IMHO ist anamorphisch heute vor allem ein Ausdrucksmittel/Signal für "Kinolook", da sich im Digital-/Arri Alexa-Zeitalter Kino- und Fernsehfilm ansonsten optisch kaum noch unterscheiden.



Antwort von iasi:

Axel hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:


Die Frage ist nicht, wie anamorphische Linse wirken, sondern warum man diese Bildwirkung gewählt hat.
Weil es eine Filmlook-Zutat ist. Kino-Patina. Der Look und Feel von etwas Vergangenem, Analogem, als höherwertig Empfundenem.

Und das Seitenverhältnis? Naheliegend wären Weite, Größe, Außen, Landschaft. Aber ebenso wie Landschaft von dramatischem Tele profitieren kann, kann Drama von Scope profitieren. Das setzt voraus, dass man das Naheliegende bewusst ablehnt.
Es ist ein filmprachliches Mittel.
Die Frage ist also:
Was also will man mit diesem filmsprachlichen Mittel ausdrücken?

"Filmlook" reicht da als Erklärung nicht.
Die Assoziation mit etwas Vergangenem ist viel zu vage.

Übrigens macht ja gerade die größe BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt einen bedeutenden Teil der Wirkung von anamorphischen Linsen aus. Scope liefert dramatisches Tele.

Wenn ein guter Autor ein Wort nutzt, dann wählt er es bewußt. So ist es doch auch mit dem Vokabular des Films.
Und da ist dann eben auch die Konnotation - Frau und Weib sind zwar Synonyme, aber ...

Daher ist wichtig:
Bewußt, überlegte und zielgerichtete Nutzung von filmprachlichen Mitteln statt vages "look"-Gefühl.
Und daher auch die Frage:
Warum bei diesem Film und Thema "bildgewaltig, anamorphotisch"?



Antwort von Axel:

iasi hat geschrieben:
Übrigens macht ja gerade die größe BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt einen bedeutenden Teil der Wirkung von anamorphischen Linsen aus. Scope liefert dramatisches Tele.
Ja, da hast du Recht.
iasi hat geschrieben:
Daher ist wichtig:
Bewußt, überlegte und zielgerichtete Nutzung von filmprachlichen Mitteln statt vages "look"-Gefühl.
Und daher auch die Frage:
Warum bei diesem Film und Thema "bildgewaltig, anamorphotisch"?
Warten wir doch bis Sonntag, dann können wir den Kurzfilm sehen. Wenn uns der Film fesselt können wir dann über die Funktion der Objektivwahl nachdenken.



Antwort von iasi:

Axel hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:
Übrigens macht ja gerade die größe BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt einen bedeutenden Teil der Wirkung von anamorphischen Linsen aus. Scope liefert dramatisches Tele.
Ja, da hast du Recht.
iasi hat geschrieben:
Daher ist wichtig:
Bewußt, überlegte und zielgerichtete Nutzung von filmprachlichen Mitteln statt vages "look"-Gefühl.
Und daher auch die Frage:
Warum bei diesem Film und Thema "bildgewaltig, anamorphotisch"?
Warten wir doch bis Sonntag, dann können wir den Kurzfilm sehen. Wenn uns der Film fesselt können wir dann über die Funktion der Objektivwahl nachdenken.
Es wäre eben interessant gewesen, wenn Frank Christian Wagner im Interview etwas näher darauf eingegangen wäre, warum seine Wahl auf eine anamorphische Linse fiel.



Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Es ist ein filmprachliches Mittel.
Nein, es ist einfach nur ne Linse mit speziellen optischen Features.
iasi hat geschrieben:

Die Frage ist also:
Was also will man mit diesem filmsprachlichen Mittel ausdrücken?
Gar nix.

Mann muß nicht immer mit allem irgendwas ausdrücken wollen - oder drückst du mit der Verwendung deiner sphärischen Optiken immer irgendwas aus?

Es reicht völlig daß man mit ner 80mm Ana die Freistellung und Anmutung ( und Bokeh) einer Portraitlinse hat, und gleichzeitig das weite FOV einer 40mm sphärischen Optik, ohne daß man den Schauspielern für den gleichen Abbildungsmaßstab damit allzu nah auf die Pelle rücken zu muss, und deshalb die Gesichter unvorteilhaft verzerrt.

Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein, daß sowas Grund genug ist, ohne daß man gleich immer auf Teufel komm raus weißgottwas rein interpretieren muß.

Ich hab den letzten Spielfilm auch auf Anamorphics gedreht, nicht weil ich irgendwelche Aussagen treffen wollte, sondern weil ich sonst das meiste mit 16, 21 und bestenfalls 35mm hätte drehen müssen (wegen der räumlichen Gegebenheiten) und das ganze dann nach Onkel Ottos Heimvideos ausgesehen hätte - zumal Weitwinkel generell die Kamerabewegung und die Möglichkeiten der Einstellungen in Räumen sowieso schwierig machen.
Gut aussehen können die eigentlich nur bei fester Kamera, aber das ist halt nicht immer eine Option.
Gerade wenn man kein gebautes Set im Studio hat, sondern in fest begrenzten Räumen dreht, und man gleichzeitig mehrere Personen auf dem Bild haben muß, sind Anamorphics Gold wert.

Aber mal im Ernst Leute, das ist doch eigentlich alles das kleine 1x1 eines jeden DOPs - daß wir darüber überhaupt diskutieren müssen.



Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:

Es ist ein filmprachliches Mittel.
Nein, es ist einfach nur ne Linse mit speziellen optischen Features.
iasi hat geschrieben:

Die Frage ist also:
Was also will man mit diesem filmsprachlichen Mittel ausdrücken?
Gar nix.

Mann muß nicht immer mit allem irgendwas ausdrücken wollen - oder drückst du mit der Verwendung deiner sphärischen Optiken immer irgendwas aus?

Es reicht völlig daß man mit ner 80mm Ana die Freistellung und Anmutung ( und Bokeh) einer Portraitlinse hat, und gleichzeitig das weite FOV einer 40mm sphärischen Optik, ohne daß man den Schauspielern für den gleichen Abbildungsmaßstab damit allzu nah auf die Pelle rücken zu muss, und deshalb die Gesichter unvorteilhaft verzerrt.

Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein, daß sowas Grund genug ist, ohne daß man gleich immer auf Teufel komm raus weißgottwas rein interpretieren muß.

Ich hab den letzten Spielfilm auch auf Anamorphics gedreht, nicht weil ich irgendwelche Aussagen treffen wollte, sondern weil ich sonst das meiste mit 16, 21 und bestenfalls 35mm hätte drehen müssen (wegen der räumlichen Gegebenheiten) und das ganze dann nach Onkel Ottos Heimvideos ausgesehen hätte - zumal Weitwinkel generell die Kamerabewegung und die Möglichkeiten der Einstellungen in Räumen sowieso schwierig machen.
Gut aussehen können die eigentlich nur bei fester Kamera, aber das ist halt nicht immer eine Option.
Gerade wenn man kein gebautes Set im Studio hat, sondern in fest begrenzten Räumen dreht, und man gleichzeitig mehrere Personen auf dem Bild haben muß, sind Anamorphics Gold wert.

Aber mal im Ernst Leute, das ist doch eigentlich alles das kleine 1x1 eines jeden DOPs - daß wir darüber überhaupt diskutieren müssen.
Mal im Ernst:
Zum 1x1 eines jeden DPOs gehört eigentlich, dass er/sie die möglichen Gestaltungsmittel auch als zielgerichtetes Ausdrucksmittel einzusetzen versteht.
Es genügt nicht, das Alphabet zu beherrschen, wenn man etwas ausdrücken möchte.

Wer die Wirkung von Linsen nicht als filmsprachliches Mittel gezielt und planvoll einzusetzen versteht, der macht es nicht anders, als die Lisel, die mit ihrem Smartphone etwas abfilmt, das sie gerade gesehen hat.
Oder eben der youtube-Hansel, der gleich rausrennt, um mit der sehnsüchtig erwarteten und gerade erhaltenen anamorphotischen Linse die Nachbarschaft bildgewaltig und cinematisch einfängt.

Übrigens: Wenn du Frank - der du doch immer ein perfekt ausgeleuchtestes Set hast - Anamorphics nur nutzt, um auch alles ins Bild zu bekommen, dann erstaunt mich das doch sehr. Ebenso, dass sich bei dir die Wirkung eines 80er gegenüber eines 40er in der Freistellung und Bokeh erschöpft.
Schau dir mal die Einstellung am Ende von Die sieben Samurai an, in der die Sieben im Bild wieder vereint werden. 4 in ihren Hügelgräbern und die 3 überlebenden vor dem Hang. Hohe Schärfentiefe und eben lange BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt, um die Distanzen zu komprimieren und den Hanganstieg verschwinden zu lassen. Dieser Bildaufbau und dieser Einsatz von optischen Eigenschaften ist sehr aussagekräftig - daher: Filmsprachliche Mittel. Und Kurosawa und Nakai hatten dies auch so geplant.

https://flim-1-0-2.s3.eu-central-1.amaz ... aba44f.png








Antwort von roki100:

@iasi, Du postest immer irgendwelche aussagekräftige SW PALPAL im Glossar erklärt Bilder... ;) Und ich glaube, Du bist so einer, der sich ein Bild stunden lang anschaut und innerlich philosophiert. ;) Obwohl sich der Künstler bei der Erstellung nichts großartiges dabei gedacht - und das Bild mit bloßen Fingern einfach nur drei SW streifen gemalt - hat... ;)



Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Mal im Ernst:
Zum 1x1 eines jeden DPOs gehört eigentlich, dass er/sie die möglichen Gestaltungsmittel auch als zielgerichtetes Ausdrucksmittel einzusetzen versteht.
...aber nicht immer zwingend muß. Manchmal reicht es auch, ein geeignetes Tool zu nehemn, einfach weil es geeignet ist, und nicht weil es irgendeine tiefere Bedeutung hat.
iasi hat geschrieben:

Wer die Wirkung von Linsen nicht als filmsprachliches Mittel gezielt und planvoll einzusetzen versteht
Dann erzähl uns doch mal, welche filmsprachliche Wirkung deine Wahl von sphärischen Linsen hat.
iasi hat geschrieben:

Übrigens: Wenn du Frank - der du doch immer ein perfekt ausgeleuchtestes Set hast - Anamorphics nur nutzt, um auch alles ins Bild zu bekommen, dann erstaunt mich das doch sehr. Ebenso, dass sich bei dir die Wirkung eines 80er gegenüber eines 40er in der Freistellung und Bokeh erschöpft.
Die Wirkung dient dem Zweck und das reicht mir völlig, ich hab nicht genug Sendungsbewußtsein, um mit jedem Stück Equipment irgendwelche Aussagen treffen zu wollen.

Zumal die angebliche "Wirkung" von Anamorphics IMHO hier sowieso völlig überschätzt wird, ich bin ziemlich sicher, daß die meisten hier einen Blindtest ana vs. sphärisch nicht bestehen würden.



Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Schau dir mal die Einstellung am Ende von Die sieben Samurai an, in der die Sieben im Bild wieder vereint werden. 4 in ihren Hügelgräbern und die 3 überlebenden vor dem Hang. Hohe Schärfentiefe und eben lange BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt, um die Distanzen zu komprimieren und den Hanganstieg verschwinden zu lassen. Dieser Bildaufbau und dieser Einsatz von optischen Eigenschaften ist sehr aussagekräftig - daher: Filmsprachliche Mittel.
Ja, nette Idee - sieht allerdings aus wie ein Tabletop Modell, und würde heute eher unter filmsprachliche Mätzchen abgelegt, wie so vieles aus dieser Zeit, wo alle Szenen fünf ineinander verschachtelte Bedeutungen haben mußten, und man meinte durch solche Sachen irgendwelche Intellektuellen Tiefgang einzuhauchen. Für mich persönlich sind das eher Gimmicks, auf die ich gerne verzichte. Aber Geschmäcker sind ja gottseidank verschieden.



Antwort von iasi:

roki100 hat geschrieben:
@iasi, Du postest immer irgendwelche aussagekräftige SW PALPAL im Glossar erklärt Bilder... ;) Und ich glaube, Du bist so einer, der eine SW Bild sich stunden lang anschaut und innerlich philosophiert. ;) Obwohl sich der Künstler bei der Erstellung nichts großartiges dabei gedacht - und das Bild mit bloßen Fingern einfach nur drei SW streifen gemalt - hat... ;)
Wir reden hier über Objektive nicht über Farbe oder SW.

Und natürlich zeichnet einen Regisseur und einen Kameramann aus, dass er die Wirkung aller gestalterischen, filmischen Mittel plant.
Kurosawa hat sehr bewußt und aussagekräftig auch Farbe in späteren Filmen eingesetzt.

https://flim-1-0-2.s3.eu-central-1.amaz ... aba44f.png

Übrigens hast du auch hier lange BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt und hohe Schärfentiefe, die die gewünschte Bildaussage unterstützen. Eben auch planvoll eingesetzt.



Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:

Schau dir mal die Einstellung am Ende von Die sieben Samurai an, in der die Sieben im Bild wieder vereint werden. 4 in ihren Hügelgräbern und die 3 überlebenden vor dem Hang. Hohe Schärfentiefe und eben lange BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt, um die Distanzen zu komprimieren und den Hanganstieg verschwinden zu lassen. Dieser Bildaufbau und dieser Einsatz von optischen Eigenschaften ist sehr aussagekräftig - daher: Filmsprachliche Mittel.
Ja, nette Idee - sieht allerdings aus wie ein Tabletop Modell, und würde heute eher unter filmsprachliche Mätzchen abgelegt, wie so vieles aus dieser Zeit, wo alle Szenen fünf ineinander verschachtelte Bedeutungen haben mußten, und man meinte durch solche Sachen irgendwelche Intellektuellen Tiefgang einzuhauchen. Für mich persönlich sind das eher Gimmicks, auf die ich gerne verzichte. Aber Geschmäcker sind ja gottseidank verschieden.
Mätzchen?

Geschmäcker?
Der Film steht in der Internet Movie Database auf Platz 19 der besten Filme aller Zeiten.

Es gibt da einen anderen Film, bei dem die Filmemacher sehr bewußt und planvoll die "speziellen optischen Features" einer Linse eingesetzt hatten, um eine ganz bestimmte Aussage zu transportieren:

https://flim-1-0-2.s3.eu-central-1.amaz ... aba44f.png



Antwort von Frank Glencairn:

iasi hat geschrieben:

Geschmäcker?
Der Film steht in der Internet Movie Database auf Platz 19 der besten Filme aller Zeiten.
Mein Geschmack orientiert sich nicht an irgendwelchen Internet Listen.



Antwort von ffm:

Als Frank Glencairn durch iasi über Kameraarbeit aufgeklärt wurde, sind in meiner unmittelbaren Nähe jemandem die Essensstäbchen in den Gulli gefallen



Antwort von virusmedia:

Gerne eine kurze Erklärung warum wir uns für die Lomos entschieden haben:

1. Gerade älter Objektive haben oftmals einen sehr eigenen Charakter und heben sich dadurch von Sigma-Standarzoom (ist toll, keine Frage) ab. Wenn man das möchte, dann kann man das schon beim Dreh berücksichtigen und nicht erst in der Post. Wir wollten das.
2. Die Alexa Mini hat einen 4:3 Sensor und es ist kein Nachteil, die größtmögliche Sensorfläche zu nutzen.
3. Der Bildeindruck zu einem sphärischen Weitwinkel ist nicht vergleichbar und das gilt nicht nur für das Bokeh. Anamorphoten haben in der Regel tonnenförmige Verzeichnungen und das kann bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Das wird nach betrachten des Films vielleicht deutlicher, weil hier alles aus Sicht des Vaters erzählt wird und diese ist möglicherweise verzerrt.

Das hat unser Leben definitiv nicht einfacher gemacht. Sowohl während dem Dreh (bei Kälte sehr schwergängig beim Fokussieren, schwer auf der Steadycam und dem Kran) wie auch in der Post (Verzeichnung, Randunschärfen, etc.), aber wir wollten uns bewusst abheben. Für den Effekt, den ich wollte haben wir zusätzlich noch mit einem Soft Tone Blush Filter vor dem Glas gearbeitet. Viele sind der Meinung, dass man das in der Post machen kann und das ist zum Teil sicherlich auch richtige, aber wir wollten so drehen, haben es getan und sind glücklich mit dem Ergebnis.

Hier noch der direkte Link zum Film für alle interessierten (ist auf YouTube recht unübersichtlich wie ich finde):
https://www.lashortsfest.com/drama-program-5


VG,
Frank



Antwort von roki100:

virusmedia hat geschrieben:
Gerne eine kurze Erklärung warum wir uns für die Lomos entschieden haben:

1. Gerade älter Objektive haben oftmals einen sehr eigenen Charakter und heben sich dadurch von Sigma-Standarzoom (ist toll, keine Frage) ab. Wenn man das möchte, dann kann man das schon beim Dreh berücksichtigen und nicht erst in der Post. Wir wollten das.
Als kein Profi, sehe ich das genau so...
Eigenen Charakter der älteren Linsen ist auch etwas, was auch verbreitet/bekannt ist. Was aber kaum verbreitet ist, betrifft m.M. nicht nur Linsen, sondern auch Sony Sensoren die in verschiedne Kameras und Smartphones verbaut sind und somit alle irgendwie den selben Bildcharakter haben (k.A. wie ich es nennen soll, "default new/modern Sony ColorScience" ?), etwas, was durch Colorgrading nicht automatisch anders ist, sondern immer noch im Bild vorhanden (was genau, kann ich leider nicht beschreiben)... Es ist nicht schlecht oder so, aber eben irgendwie alles gleich. Benutzt man Kameras mit andere nicht-Sony-Sensoren (z.B. Arri, Canon... oder ältere BMD Kameras), ist das gewisses etwas anderes, irgendwie einzigartig und m.M. interessanter. Da bin ich zumindest kein Einzelfall mit dem was ich beim vergleich selbst sehe oder meine: https://www.eoshd.com/comments/topic/52 ... sony-look/








Antwort von iasi:

ffm hat geschrieben:
Als Frank Glencairn durch iasi über Kameraarbeit aufgeklärt wurde, sind in meiner unmittelbaren Nähe jemandem die Essensstäbchen in den Gulli gefallen
Sind deine anderen 203 ähnlich gehaltvoll?
Das Gulli-Thema liegt dir wohl.



Antwort von iasi:

"Frank Glencairn" hat geschrieben:
iasi hat geschrieben:

Geschmäcker?
Der Film steht in der Internet Movie Database auf Platz 19 der besten Filme aller Zeiten.
Mein Geschmack orientiert sich nicht an irgendwelchen Internet Listen.
Geschmack. Aha.

Es gibt den Geschmacksbereich im menschlichen Kopf - und es gibt da auch das Gehirn.
Wem soll man wohl die Entscheidung und Bewerbung überlassen?

Die sieben Samurai und Citizen Kane sprechen also deine Geschmacksnerven nicht an.
Andere erkennen eben die Qualitäten dieser Filme, da sie ihr Gehirn zur Analyse und Bewertung nutzen.
Sie galten übrigens schon als zwei der besten Filme, bevor es das Internet gab.

Hier kannst du dir mal erklären lassen, warum Die sieben Samurai als einer der besten Filme gilt:
https://www.rogerebert.com/reviews/grea ... murai-1954

Und dies ist noch keine echte Filmanalyse - diese könntest du auch reichlich finden.

Filmemachen ist eben mehr als Sets schön auszuleuchten.



Antwort von iasi:

virusmedia hat geschrieben:
... Anamorphoten haben in der Regel tonnenförmige Verzeichnungen und das kann bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Das wird nach betrachten des Films vielleicht deutlicher, weil hier alles aus Sicht des Vaters erzählt wird und diese ist möglicherweise verzerrt.
...

VG,
Frank
Ah ja. Dies war also unabhängig aller technischen Fragen die Absicht und der Zweck - im Hinblick auf die Geschichte und Aussage. Kann ich nachvollziehen.
Genau das hatte mich interessiert.
Danke für die Info.




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