Thomas Bolland kündigt seit ungefähr zwei Jahren unter dem Produktnamen "Nexus G1" eine modulare Kinokamera in einem professionellen Cine-Gehäuse an, deren Innereien von der Pocket Cinema Camera 6K stammen. Nachdem Blackmagic mittlerweile eine ähnliche Boxed-Kamera - die PYXIS - auf den Markt geworfen hat, will sich das Projekt nun ganz besonders von dieser abheben.
Unter anderem durch einen 800 Gramm leichten Body aus Kohlefaser/Magnesiumlegierung mit nicht weniger als 64 Befestigungspunkten oder ein zusätzliches 4 Zoll-Display, über das sich viele Funktionen der Kamera einstellen lassen. Das modulare Design soll zudem den Einbau diverser Anschlüsse sowie eines elektronischen ND-Filters ermöglichen, der nicht einmal 400 Euro/Dollar Aufpreis kosten soll.
In einem umfassenden, mittlerweile zehnten Projekt-Update meldet sich das Nexus-Team nun mit weiteren Fortschritten zur Nexus G1 Kamera. Das Team gibt bekannt, dass der Prototyp der Kamera nun vollständig funktionsfähig ist und sich in einer intensiven Testphase befindet.
Um dies unter Beweis zu stellen, soll die Kamera wochenlang unter anspruchsvollen Bedingungen im feucht-heißen australischen Regenwald im "Run-and-Gun"-Einsatz getestet worden sein. Die dabei entstandenen, größtenteils handheld aufgenommenen Testsequenzen mit Schauspieler Logan Huffman vermitteln einen ersten Eindruck von der praktischen Handhabung. Die Entwickler betonen, dass die Aufnahmen mit einer breiten Palette leicht erhältlicher Objektive – von Vintage-Linsen über erschwingliche Cine-Primes bis hin zu Sigma-Fotoobjektiven – entstanden, um den vielseitigen Einsatz zu demonstrieren.
Neben den Praxistests wurden auch alle Kernkomponenten finalisiert. Das eigens entwickelte 1TB MaxDrive-Speichersystem mache den Umgang mit Medien einfach und erschwinglich. Besonders heben die Entwickler jedoch die Leistung des Kühlsystems hervor, das sich in extremen Stresstests bewährt haben soll: In einer Klimakammer bei 57 Grad nahm die Nexus G1 1,5 Stunden durchgehend auf, ohne zu überhitzen. Dies soll niedriges thermisches Rauschen und absolute Zuverlässigkeit auch unter härtesten Bedingungen belegen.
Eine besondere technische Herausforderung stellte die Integration der Funkverbindungen dar, da das Gehäuse aus magnesiumhaltigen Legierungen und Kohlefaser funkabsorbierend wirkt. Die Lösung: Die G1 bietet standardmäßig zwei hochverstärkende interne Antennen, verfügt aber zusätzlich über zwei MMCX-Ports für den Anschluss externer Antennen, wenn eine noch größere Reichweite für die Kamerafernsteuerung benötigt wird.
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Weitere Meilensteine sind die finale Optimierung des optischen Systems, bei dem besonderer Wert auf die präzise Einhaltung der "Sensor Stack Height" gelegt wurde, um die Abbildungsleistung an den Bildrändern zu maximieren, sowie die Ankündigung eines eigenen Full-Frame-Moduls (FF-Modul), das den Sensor vergrößert und die Bildqualität weiter steigern soll - also quasi ein Speed-Booster.

Das Nexus-Team plant nun, mit Hochdruck in die Serienproduktion zu gehen. Die ersten Auslieferungseinheiten der Nexus G1 sollen jetzt im ersten Quartal 2026 an die Unterstützer gehen. Trotz einiger Verzögerungen durch komplexe technische Hürden zeigt man sich äußerst zuversichtlich und betont, dass diese Herausforderungen sogar zu technischen Verbesserungen geführt hätten, die die Kamera am Ende "noch besser als geplant" werden lassen.
Wir persönlich finden das Projekt auch insgesamt etwas undurchsichtig, zumal uns der angepeilte Preis sehr optimistisch vorkommt: Gerade einmal 400 Euro Aufpreis sollen frühe Unterstützer für das komplexe Rehousing bezahlen. Laut Webseite ist Blackmagic nicht an dem Projekt beteiligt, soll es jedoch "genehmigt" und mit einem hilfsbereiten Support-Team bei technischen Fragen Unterstützung gegeben haben.
Und auch wenn in diesem Fall die eigentliche Konstruktion der Kamera-Innereien komplett entfällt, zeigen andere Hersteller kleiner Kameraserien wie Kinefinity oder Z-Cam, dass man auf diesem Markt mit geringen Stückzahlen nur schwer Gewinne machen kann. Wohl deswegen plant Nexus offensichtlich, über die komplett eigene modulare Kamera-Infrastruktur zu verdienen, indem man eigene Mounts, SSDs, ND-Filter und Focal Reducer anbieten will. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die NEXUS G1 im Herzen immer eine Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K bleiben wird. Und deren Bildqualität ist grundsätzlich für szenische Projekte unbestritten.
Das mit einer Bestellung verbundene Risiko sollte jedem Interessenten bewusst sein. Man kauft hier von einem Hersteller, der bisher noch nie praktisch in Erscheinung getreten ist. Zudem lässt sich bislang nichts Konkretes über die Qualität oder Zuverlässigkeit der Komponenten sagen. Auch eventuelle Rückgaberechte oder Garantien sind wahrscheinlich noch offen.
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