Im Zentrum des Geschehens: OBSBOT Center

Das gesamte Potenzial der Tiny 3 entfaltet sich somit erst mit der zu installierenden Software "OBSBOT Center". Hier kann man nicht nur alle Tracking-Modi und Bildeinstellungen manuell anpassen, sondern auch tief in die Profi-Einstellungen eintauchen. Von der Anpassung der Gammakurve über manuellen Weißabgleich bis hin zu KI-Funktionen wie https://build.nvidia.com/nvidia/eyecontact "NVIDIA Maxine Eye Contact", welche den Blickkontakt in die Kamera korrigiert, ist alles dabei.



Im OBSBOT Center lassen sich besipeilsweise sehr bequem mit der Maus Objekte auswählen, welche die Kamera verfolgen soll und es gibt sogar Möglichkeiten in dieser App mehrere Cams zu steuern und über einen Stream nach draußen zu leiten. Alternativ kann von dieser App auch eine virtuelle Kamera generiert werden, die dann in anderen Anwendungen als Webcam genutzt werden kann.


Die einstellbaren Punkte verteilen sich dabei auf viele eigene Seiten und Unterfenster, was aufgrund der schieren Fülle an angebotenen Funktionen definitiv überwältigend ist:


Dies ist nur ein Ausschnitt der möglichen Einstelloptionen im OBSBOT Center
Dies ist nur ein Ausschnitt der möglichen Einstelloptionen im OBSBOT Center

Aber letztlich zahlt man genau für diese Tiefe an Funktionen auch den geforderten Aufpreis, was die Kamera sicherlich für viele Anwender begehrenswert macht - sofern die zusätzlichen Features für die eigene Anwendung zusätzlichen Nutzen bringen.


So lassen sich Presets für verschiedene Kamerapositionen anlegen, die dann auch per Mausklick oder Sprachbefehl ansteuerbar sind. Die Integration in das OBSBOT-Ökosystem, etwa mit der optionalen Fernbedienung "Tiny Smart Remote 2" oder den kabellosen Vox SE Lavaliermikrofonen, stellen hier eine durchgehende Produktionsplattform bereit, welches auch professionellere Streaming-Anwendungsfälle abdecken kann.



Interessant ist nicht zuletzt, dass sich die OBSBOT Tiny 3 über ihren USB Anschluss auch mit Software von Drittherstellern steuern lässt. So ließ sich sich der Kamerakopf auch ohne Installation weiterer Software direkt aus dem OBS-Studio bewegen, indem man dort die Kamera-Eigenschaften / Kamerasteuerung aufruft:


 Die PTZ-Funktionen der Kamera lassen sich auch von Drittanbietern fernsteuern.
Die PTZ-Funktionen der Kamera lassen sich auch von Drittanbietern fernsteuern.




Fazit

Auch wenn andere über die Größe der Tiny 3 nur verächtlich lächeln: Wer eine besonders kompakte Lösung fürs Streaming sucht, bekommt hier durchaus beachtliche Qualität sowie viel Extra-Funktionalität geboten. Natürlich kann der 1/1,28 Zoll CMOS-Sensor nicht mit einem Großsensor mithalten, doch die nutzbare Dynamik und die Farben sind für eine derart kleine Kamera ziemlich gut.



Sogar die Tonaufzeichnung kann sich ohne dediziertes Mikrofon hören lassen. Die gebotenen Audio-Ergebnisse sind dann zwar immer noch nicht als professionell einzustufen, aber deutlich besser als die Nutzung einer internen Laptop-Lösung. Wer in einer ruhigen, leicht schallgedämmten Umgebung als OneMan-Show mit etwas geplanter Lichtsetzung arbeitet, dürfte für einen gelungenen Streaming-Einstieg außer einem Laptop kaum noch zusätzliche Hardware benötigen - und kann nebenbei auch noch den eigenen Auftritt in Webmeetings deutlich aufpeppen.



Dass aufgrund der bewegbaren PTZ-Kameraaufhängung ein virtueller KI-Kameramann bereitsteht, der nach den gewünschten Vorgaben zu Framen versteht, kann den Production Value des eigenen Streams sicherlich aufwerten. Ob dies den gehörigen Aufpreis gegenüber anderen Webcams letztlich rechtfertigt, hängt natürlich vor allem von den eigenen Vorstellungen und konkreten Anwendungsfällen ab. Spaß macht die Tiny 3 auf jeden Fall.



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