Frage von cantsin:Juli 2026
Hier setzt jemand Claude Code als Videoschnittware ein - nicht etwa zur Erstellung einer konventionellen Schnittsoftware per vibe coding, sondern sie lässt die KI direkt auf ihre Videodateien los:
https://www.xda-developers.com/turned-m ... aude-code/
Passend zum Thema, Geminis Zusammenfassung des Artikels:
Die Autorin beschreibt ein Experiment, bei dem sie das kommandozeilenbasierte KI-Tool Claude Code von Anthropic genutzt hat, um ein Instagram-Reel zu bearbeiten, ohne dafür ein herkömmliches Videobearbeitungsprogramm zu öffnen.
Der Ansatz: Ausgangspunkt war ein neunminütiges Rohvideo, das aus einer einzigen Aufnahme mit vielen fehlerhaften und wiederholten Sätzen bestand. Über ein präzises Text-Prompt wurde Claude Code angewiesen, das Video zu schneiden, Untertitel einzufügen und Effekte hinzuzufügen.
Der Ablauf: Das Tool analysierte die Systemumgebung, forderte die Installation fehlender Programme wie ffmpeg und WhisperX an und erstellte einen achtschrittigen Bearbeitungsplan. Auf Basis eines wortgenauen Transkripts filterte die KI doppelte Sätze heraus und behielt jeweils die letzte, gelungene Version.
Kreative Problemlösung: Da das installierte ffmpeg keine direkte Textdarstellung unterstützte, generierte Claude Code die Wort-für-Wort-Untertitel selbst als einzelne Einzelbilder und legte sie über das Video. Zudem suchte die KI passende Firmenlogos im Netz, fügte sie als B-Roll-Material ein und erzeugte per Code eigene Soundeffekte (z. B. Whoosh- und Pop-Geräusche).
Das Ergebnis: Am Ende entstand ein präzises, 1 Minute und 22 Sekunden langes Video. Die visuelle Gestaltung und die Effekte waren fehlerfrei, lediglich am Schnitt musste die Autorin etwa zweieinhalb Minuten lang manuell nachbessern.
Der Haken: Der gesamte Prozess über das Terminal dauerte durch die vielen Transkriptions- und Render-Schleifen deutlich länger, als wenn ein Mensch das Video direkt manuell geschnitten hätte.
Fazit des Artikels ist, dass sich Werkzeuge wie Claude Code keineswegs nur auf das Schreiben und Debuggen von Programmiercode beschränken, sondern durch geschickte Workflows extrem vielseitig außerhalb ihres eigentlichen Kernbereichs eingesetzt werden können.
...wobei die Autorin allerdings auch schreibt, dass das ganze nicht sonderlich zeiteffizient war....
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Antwort von Jalue:
Was sicher zutrifft: Für solche und ähnliche Jobs wird es in naher Zukunft KI-Plugins in allen relevanten Schnittsystemen geben und ich sehe das eher als Bereicherung denn als Bedrohung. Wohl keiner von uns würde zögern, den Schnitt eines, sagen wir mal, öden CEO-Statements auf irgendeiner Fachtagung einer KI zu überlassen.
Bei komplexeren dokumentarischen Formaten sehe ich das allerdings nicht und jeder, der schon mal als Schnittredakteur gearbeitet hat, wird sofort verstehen, worauf ich hinaus will: Wenn man der KI Rohmaterial mit dürren Anmerkungen hinwirft, kann sie eben auch nur das interpretieren. Was der Kameramann/Redakteur/VJ, der gedreht hat, vor Ort an Hintergrundinfos, sensorischen Eindrücken und Detailwissen eingesammelt hat, liegt ihr nicht vor, es sei denn: Man schreibt ein detailliertes Übergabebriefing. So detailliert und -auch sprachlich- elaboriert, dass man vom Zeitaufwand her ebenso gut selbst Scripten/Texten/Schneiden könnte. KI mag dann vielleicht noch im „Hiwi-Bereich“ unterstützen, also z.B. Ton anlegen, Einkürzen von Statements, Untertiteln, etc.
Aber sie ist wohl kaum ein Gamechanger. Eher ein Einpeitscher für weitere Arbeitsverdichtung.
Antwort von Bluboy:
Illegales KI-Training mit Raubkopien: Anthropic zahlt Milliardenstrafe
Illegale Bücher-Quellen, wütende Autoren und eine Rechnung über 1,5 Milliarden Dollar: Anthropic muss für das Training seines KI-Modells Claude tief in die Tasche greifen. Ein US-Gericht hat den teuren Vergleich jetzt offiziell für gültig erklärt.
https://winfuture.de/news,160113.html
Antwort von Darth Schneider:
Der Satz von da oben sagt irgendwie alles:
„Der Haken: Der gesamte Prozess über das Terminal dauerte durch die vielen Transkriptions- und Render-Schleifen deutlich länger, als wenn ein Mensch das Video direkt manuell geschnitten hätte.“
Und braucht wahrscheinlich immens viel Rechenpower und viel Server Energie….
Oder ?
Aber faszinierend ist dennoch das die KI das überhaupt kann…
Antwort von Bluboy:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Der Satz von da oben sagt irgendwie alles:
„Der Haken: Der gesamte Prozess über das Terminal dauerte durch die vielen Transkriptions- und Render-Schleifen deutlich länger, als wenn ein Mensch das Video direkt manuell geschnitten hätte.“
Und braucht wahrscheinlich immens viel Rechenpower und viel Server Energie….
Oder ?
Aber faszinierend ist dennoch das die KI das überhaupt kann…
Das Problem ist die Rechnung die man von Claude bekommt ;-)
Antwort von cantsin:
"Darth Schneider" hat geschrieben:
Der Satz von da oben sagt irgendwie alles:
„Der Haken: Der gesamte Prozess über das Terminal dauerte durch die vielen Transkriptions- und Render-Schleifen deutlich länger, als wenn ein Mensch das Video direkt manuell geschnitten hätte.“
Und braucht wahrscheinlich immens viel Rechenpower und viel Server Energie….
Oder ?
Aber faszinierend ist dennoch das die KI das überhaupt kann…
Die Frage wird sein - und zwar weniger "ob", sondern "wann" solche Funktionalität als lokal laufendes KI-Modell z.B. in Smartphones und Tablets einziehen wird.
Bei dem in dem Artikel geposteten Szenario wird ja eine allgemeine bzw. nicht speziell für Videoschnitt und Bildbearbeitung entwickelte KI auf Videomaterial losgelassen. Was ungefähr so ist, als wenn man 3D-Gaming oder Video-Postproduktion ohne GPU machen würde, sondern stattdessen mit gigantischer, aus der Cloud gemieteter Multi-CPU-Leistung.
Und gerade bei Smartphones macht z.Zt. Apple Dampf, um zukünftige iPhones mit rein lokal laufenden - und dann direkt im SoC hardwarebeschleunigten - KI-Modellen aufzurüsten:
https://www.infoq.com/news/2026/06/apple-core-ai-wwdc/
https://mezha.ua/en/news/apple-prismml- ... lm-313100/